Sprachenlernen mit Hilfe des Internets - an sich eine verlockende Aussicht angesichts der weltweiten Vernetzung. Doch wie kann das funktionieren? Und welche Methode bietet sich hierfür an? Schließlich kann man nicht wirklich mit dem Internet reden, man muß sich also selber Möglichkeiten suchen, seine eventuell schon vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten zu erschließen und auszubauen. Doch hilft hier das Internet wirklich?
Eine Antwort auf diese Fragen könnte die Lernmethode, die auf der Seite EuroCom bzw. EuroComRom dargestellt wird, sein. Sie bietet eine Vorgehensweise an, die auf schon vorhandenen Sprachkenntnissen aufbaut und über verschiedene Stufen, den so genannten sieben Sieben, zumindest zu einer rezeptiven Lesekompetenz innerhalb der romanischen Sprachfamilie führen soll. In dieser Arbeit soll EuroComRom zunächst vorgestellt und anschließend evaluiert werden. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf den sieben Sieben, die jeweils mit Beispielen dargestellt und erklärt werden sollen.
Doch worin genau ist dieser spezielle Anspruch der Forscher begründet? Welche Vorüberlegungen sind wichtig? Und sind Internetseiten wie diese überhaupt für Lerner geeignet? Diese Fragen sollen hier ebenfalls nach und nach beantwortet und abschließend kurz resümiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Internet als moderne „Lernhilfe“
3. Vorstellung der Internetseite EuroCom und ihrer Unterseite EuroComRom
3.1 Die Idee hinter der Seite
3.2 Die so genannten „Sieben Siebe“ von EuroComRom
3.2.1 Sieb 1: „Internationaler Wortschatz“
3.2.2 Sieb 2: „Panromanischer Wortschatz“
3.2.3 Sieb 3: „Lautentsprechungen“
3.2.4 Sieb 4: „Graphien und Aussprachen“
3.2.5 Sieb 5: „Panromanischer syntaktischer Transfer“
3.2.6 Sieb 6: „Morphosyntaktischer Transfer“
3.2.7 Sieb 7: „Eurofixe“
3.3 Zusatzmaterialien zu den „Sieben Sieben“
3.3.1 Die Profilwörter
3.3.2 Die Miniporträts der Sprachen
4. Zusammenfassung: Evaluation der Seite EuroComRom
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der Internetplattform EuroComRom als moderne Lernhilfe. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, inwiefern die Methode der „sieben Siebe“ Lernenden dabei helfen kann, auf Basis vorhandener Sprachkenntnisse eine rezeptive Lesekompetenz innerhalb der romanischen Sprachfamilie zu entwickeln.
- Methodik des Interkomprehensionsansatzes
- Struktur und Anwendung der „sieben Siebe“
- Einsatzmöglichkeiten von E-Learning im Fremdsprachenerwerb
- Analyse der sprachlichen Transferleistungen
- Evaluation der didaktischen Eignung für den Unterricht
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Sieb 1: „Internationaler Wortschatz“
In diesem ersten Sieb geht es um Internationalismen in den verschiedenen möglichen Ausgangssprachen. Die Zunahme des internationalen Wortschatzes spiegelt eine Zunahme der weltweiten Beziehungen wieder und ist somit ein lebendiges Zeugnis der Globalisierung. Jedoch muss man unterscheiden, aus welcher Perspektive man diese Wörter betrachtet. Sie sind länder- und sprachenspezifisch, obwohl sie –gesamtsprachig betrachtet- die Elemente eines Textes ausmachen, die sich am einfachsten erschließen lassen. Im Deutschen gibt es beispielsweise mehr Internationalismen als im Französischen oder Spanischen, da vermutlich ungefähr 90% der gesamten Wörter dieses Feldes aus den romanischen Sprachen und diese wiederum aus dem Lateinischen entstanden sind, in der Romania also als so genannte Erbwörter zum normalen Wortschatz gehören. Jedoch wird man sich durch eine solche Betrachtung ebenfalls der Muttersprache bewusster, da man nun möglicherweise feststellt, dass ein Gutteil der eigenen Sprache aus Internationalismen besteht. „Häufig sind es nur kleine Veränderungen an der Endung oder in der Schreibweise, die Internationalismen sofort erkennbar machen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Sprachenlernens via Internet ein und stellt die Methode der „sieben Siebe“ als Lösungsansatz zur Erschließung romanischer Sprachen vor.
2. Das Internet als moderne „Lernhilfe“: Dieses Kapitel erörtert die Kriterien für den erfolgreichen Einsatz von Internetseiten als Lernunterstützung im schulischen und privaten Bereich.
3. Vorstellung der Internetseite EuroCom und ihrer Unterseite EuroComRom: Hier wird das Konzept der Interkomprehension detailliert erläutert und die Funktionsweise der sieben Analyseebenen („Siebe“) sowie begleitender Materialien systematisch dargelegt.
4. Zusammenfassung: Evaluation der Seite EuroComRom: Das abschließende Kapitel bewertet die Effektivität und Praxistauglichkeit der Plattform EuroComRom im Hinblick auf den Erwerb rezeptiver Kompetenzen.
Schlüsselwörter
Interkomprehension, EuroComRom, romanische Sprachen, Fremdsprachenerwerb, Lesekompetenz, Internationalismen, Sieben Siebe, Sprachtransfer, E-Learning, Morphosyntax, Lautentsprechungen, Mehrsprachigkeit, Eurofixe, Profilwörter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Vorstellung und Evaluation der Lernplattform EuroComRom, die eine Methode zur Förderung der rezeptiven Lesekompetenz in romanischen Sprachen anbietet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Möglichkeiten der Interkomprehension, die Analyse des internationalen Wortschatzes und die systematische Erschließung von Sprachen durch die sogenannten „sieben Siebe“.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu prüfen, ob die Methode EuroComRom Lernenden effektiv dabei unterstützt, fremde romanische Sprachen durch die Aktivierung unbewusster Sprachkenntnisse und Transferleistungen zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet einen deskriptiven und evaluativen Ansatz, indem sie die theoretischen Hintergründe der Plattform aufarbeitet und diese anhand eigener Erfahrungen kritisch bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Einordnung des Internets als Lernmedium sowie eine detaillierte schrittweise Analyse der sieben Analyseebenen und der begleitenden Lernmaterialien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Interkomprehension, romanische Sprachen, Sprachtransfer, Sieben Siebe und rezeptive Kompetenz.
Warum wird Französisch als Brückensprache empfohlen?
Für deutsche Muttersprachler wird Französisch empfohlen, da es aufgrund seiner historischen Rolle und der Distanz zwischen Schrift und Lautung eine ideale Ausgangsbasis bietet, um den Lernprozess zu strukturieren.
Was unterscheidet konvergente von divergenten Wörtern?
Konvergente Wörter zeichnen sich durch inhaltliche Bedeutungsähnlichkeit über Sprachgrenzen hinweg aus, während divergente Wörter durch Bedeutungsverschiebungen in den Einzelsprachen komplexer zu erschließen sind.
Welche Bedeutung haben die sogenannten „Eurofixe“?
Die „Eurofixe“ (Prä- und Suffixe) sind hochgradig international und ermöglichen es Lernenden, durch das Abtrennen und Segmentieren von Wortbestandteilen unbekannte Fachbegriffe oder Neologismen leichter zu identifizieren.
- Quote paper
- Stephanie Schnabel (Author), 2007, Vorstellung und Evaluation der Internetseite EuroComRom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72849