Der Kalte Krieg


Seminararbeit, 2002

15 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 . Ebenen und Bestandteile des Ost – West - Konflikts
1.1 Der originäre Konflikt: ideologische Positionsdifferenzen
1.2. Die sicherheitspolitische Ebene
1.3 Der machtpolitische Konflikt
1.4 Der abgeleitete Konflikt

2. Die Kuba-Krise
2.1 Der Weg in die Krise
2.2 Die Ereignisse im Oktober 1962

3. Konsequenzen der Kuba – Krise

4. Abkommen zur Rüstungskontrolle- und begrenzung

5. Der Vietnamkrieg (1954 - 1973)
5.1 Folgen der Niederlage

6. Entspannungspolitik
6.1 Gründe für die Entspannungspolitik
6.2 Rüstungskontrolle

Bibliographie

Der Kalte Krieg zwischen 1962 und 1975

1. Ebenen und Bestandteile des Ost – West - Konflikts

Der Ost – West - Konflikt wird - vor allem in der Rückschau - häufig gleichgesetzt mit dem Kalten Krieg. Diese militärische Komponente der Auseinandersetzungen zwischen USA und Sowjetunion manifestierte sich in diversen Krisen, z.B. in Berlin und auf Kuba, und drängte sich aufgrund ihrer Brisanz in den Vordergrund der Diskussion. Die anderen, weniger offensichtlichen Ebenen und Bestandteile des Ost – West – Konflikts gerieten angesichts der allgegenwärtigen Gefahr, die von der nuklearen Hochrüstung der Supermächte ausging, aus dem Blickfeld. Sie sind jedoch grundlegend für die Entstehung des Ost – West - Konflikts und seinen Fortbestand über fünfzig Jahre hinweg.

1.1 Der originäre Konflikt: ideologische Positionsdifferenzen

"Konflikt [ist] zunächst einmal allgemein zu verstehen als eine Differenz zwischen zwei oder mehreren Verhaltenspositionen [...]."[1]

Entsprechend bildete den Anfang des Ost – West - Konflikts eine ideologische Positionsdifferenz, nämlich die zwischen dem westlichen Kapitalismus und dem russischen Sozialismus. Im Grunde standen sich seit der Oktoberrevolution und der Entstehung eines bolschewistischen Staates in Rußland 1917 zwei völlig unterschiedliche Gesellschafts-, Wirtschafts- und Herrschaftssysteme unvereinbar gegenüber, und beide Systeme hatten auch unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie das in der Zeit des ersten Weltkrieges bröckelnde alte Staatensystem zu verändern sei. Die UdSSR verstand sich als "Basis der revolutionären Bewegung der ganzen Welt"[2], rechtfertigte auf den ideologischen Grundlagen des Marxismus-Leninismus ihre expansive Politik als Bestandteil der Weltrevolution und strebte damit eine grundlegende Veränderung des Staatensystems an.[3] Die westlichen Mächte, also Großbritannien, Frankreich und besonders die USA, verfolgten eine Art Gegenkurs zu diesem Programm. Ihr Ziel war es, das bestehende Staatensystem und den kapitalistischen Weltmarkt in den Grundstrukturen zu erhalten - entsprechend lief ihre Politik darauf hinaus, die bolschewistische Herrschaft einzudämmen und im Idealfall zu beseitigen.[4] Der so entstandene, aus ideologischen Grundlagen resultierende Konflikt, verfestigte sich besonders zwischen dem bolschewistischen Rußland und den USA, weil der US-Präsident Wilson einen eigenen reformistischen Ansatz des Internationalismus - nämlich auf Basis des Völkerrechts und internationaler kapitalistischer Handelsbeziehungen - entwickelte, der zur weltrevolutionären Konzeption Lenins völlig konträr verlief.[5] Dieser grundlegende - originäre - Konflikt zeigt allerdings nur eine geringe Spannung. Er wurde zunächst noch den gemeinsamen Interessen im Zweiten Weltkrieg, der Allianz gegen Nazideutschland, untergeordnet und trat später immer weiter in den Hintergrund. Nach dem Krieg wurde er lediglich als "ideologischer Schlagabtausch"[6] und in der Konkurrenz um die ideologische Ordnung der Dritten Welt ausgetragen.

1.2. Die sicherheitspolitische Ebene

Der Weg von den ideologisch - ordnungspolitischen Positionsdifferenzen zu sicherheits - politischen Überlegungen ist nicht besonders weit. Zunächst galt auf beiden Seiten die ideologische Konzeption des jeweiligen Kontrahenten als Bedrohung der eigenen Wertvorstellungen, spätestens aber mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, als die Anti – Hitler - Koalition zerbrach und die Einflußsphären in Europa neu abgesteckt wurden, traten echte Sicherheitsinteressen bezüglich der neuen europäischen Bündnispartner beider Seiten in den Vordergrund. Der daraus resultierende Konflikt verstärkte sich durch das sog. 'Sicherheitsdilemma': "Da es im internationalen System keine [...] Sicherheit gewährleistende Instanz gibt, muß jeder Staat, jede Staatengruppe die eigene Sicherheit besorgen"[7] und rüstet sich gegen einen möglichen Angriff seiner Gegner. Diese Verteidigungsvorsorge führt, wenn sie von allen Seiten getroffen wird, rasch zum Rüstungswettlauf.[8] Das Phänomen des Sicherheitsdilemmas ist zwar nicht allein typisch für den Ost – West - Konflikt, aber es führte auch hier zur militärischen Aufrüstung auf beiden Seiten und gab dem Konflikt damit eine neue Dimension.

[...]


[1] Czempiel, Ernst-Otto: Nachrüstung und Systemwandel. Ein Beitrag zur Diskussion um den Doppelbeschluß der NATO, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B5/ 1982, S. 25

[2] Stalin 1927; zitiert nach Link, Werner: Der Ost – West - Konflikt. Die Organisation der internationalen Beziehungen im 20. Jahrhundert, Stuttgart 1980, S. 65. (künftig zit. als: Link: OWK.)

[3] vgl. Link: OWK, S. 65-66

[4] vgl. Link: OWK, S. 66

[5] vgl. Link: OWK, S. 67

[6] Czempiel: Systemwandel, S. 26

[7] Czempiel: Systemwandel, S. 27

[8] vgl. Czempiel, Ernst-Otto: Frieden schaffen - mit Waffen ?, in: Der Spiegel, Nr.37/ 1992, S. 48

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Der Kalte Krieg
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  (Politikwissenschaften)
Note
1
Autor
Jahr
2002
Seiten
15
Katalognummer
V7289
ISBN (eBook)
9783638145985
ISBN (Buch)
9783640509713
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kalte, Krieg
Arbeit zitieren
Carlo Pinamonti (Autor), 2002, Der Kalte Krieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7289

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