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Das Konzept der Vetopunkte am Beispiel der Ratifikation des Maastrichter Vertrages in Deutschland, Frankreich und Dänemark

Title: Das Konzept der Vetopunkte am Beispiel der Ratifikation des Maastrichter Vertrages in Deutschland, Frankreich und Dänemark

Term Paper , 2002 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dr. rer. pol. Michael Ruf (Author)

Politics - Topic: European Union
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Summary Excerpt Details

Grund für die zähen und langwierigen Verhandlungen in der EU-Staatengemeinschaft ist das strukturelle Ungleichgewicht zwischen den Möglichkeiten und Durchsetzungschancen "negativer Integration" und "positiver Integration" in Form einer positiv gestaltenden Politik in der EU. Scharpfs Theorie der Politikverflechtungsfalle besagt, dass die positive Integration der negativen hinterher hinkt, da jedes Mitgliedsland seine Anpassungskosten minimieren und damit nicht oder nur minimal von seinem individuellen Standpunkt abweichen möchte. Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei diesen Verträgen um primäres europäisches Recht handelt und die Entscheidungen damit auf der intergouvernementalen Ebene angesiedelt sind, werden die Mitgliedstaaten in den Entscheidungsprozess miteingebunden. Dies geschieht auf dem Wege der Ratifikation. Dieser Mechanismus bindet die Staats- und Regierungschefs an die außenpolitische Position der Ratifizierungsinstanz, da diese dem Vertrag sonst nicht zustimmen würde.
Diese Arbeit soll nun untersuchen, welchen Einfluss institutionelle Strukturbedingungen in einzelnen Ländern auf den Ratifikationsprozess und damit auf eine Veränderung des Status quo haben. Dabei stützt sich die Untersuchung auf klassische Modelle der Außenpolitikanalyse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

A. Theoretische Verankerung

B. Empirische Untersuchung

1. Vorgehensweise

2. Zentralität der Entscheidungsgruppe (Hypothese 1)

2.1. Deutschland

2.2. Frankreich

2.3. Dänemark

2.4. Ergebnis

3. Heterogenität der Akteure (Hypothese 2)

3.1. Deutschland

3.2. Frankreich

3.3. Dänemark

3.4. Ergebnis

4. Inklusivität der Abstimmungsregel (Hypothese 3)

4.1. Deutschland

4.2. Frankreich

4.3. Dänemark

4.4. Ergebnis

5. Der Status quo vor dem Vertrag von Maastricht

5.1. Die win sets nach König und Hug

5.2. Ratifizierung des Maastrichter Vertrages

C. Ergebnis und Bewertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss institutioneller Strukturbedingungen auf den Ratifikationsprozess des Maastrichter Vertrages in Deutschland, Frankreich und Dänemark. Ziel ist es, mithilfe des Veto-Spieler-Ansatzes zu analysieren, wie spezifische politische Faktoren die Stabilität des Status quo und die Durchsetzung völkerrechtlicher Verträge beeinflussen.

  • Anwendung des Veto-Spieler-Ansatzes nach Bodenstein
  • Analyse der Zentralität der Entscheidungsgruppe in drei EU-Mitgliedsstaaten
  • Untersuchung des institutionell induzierten Heterogenitätsgrades der Akteure
  • Bewertung der Inklusivität verschiedener Abstimmungsregeln
  • Empirischer Vergleich der Ratifizierungsprozesse basierend auf Modellen der Außenpolitikanalyse

Auszug aus dem Buch

2. Die Zentralität der Entscheidungsgruppe (Hypothese 1)

In Deutschland ist die Mitwirkung des Bundestages im Ratifikationsprozess im Grundgesetz Art. 45 geregelt. Da der Vertrag von Maastricht auch die Sachgebiete von Bildung und Kultur erfasst, die im Kompetenzbereich der Bundesländer liegen, musste zudem noch die Zustimmung des Bundesrates erfolgen. Es war zur Ratifizierung eine 2/3-Mehrheit in beiden Kammern notwendig. Da in Deutschland keine „außerparlamentarische Ratifikationshürde“ vorgesehen ist, sind die zwei Kammern, Bundestag und Bundesrat, die einzigen Entscheidungsträger, die jeweils autonom ihre Entscheidungen treffen.

Die Französische Staatsform ist die der „semi-präsidialen“ Demokratie, in der der Staatspräsident eine zentrale Position inne hat. Dies äußert sich in seiner Dominanz in der Außen- und Sicherheitspolitik und der Möglichkeit, bestimmte Gesetzesvorlagen zur Volksabstimmung bringen zu können. Das französische Parlament setzt sich aus zwei Kammern zusammen, der „Assemblée Nationale“ und dem „Senat“, der Vertretung der lokalen Gebietskörperschaften.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das strukturelle Ungleichgewicht zwischen negativer und positiver Integration in der EU und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses institutioneller Strukturen auf Ratifikationsprozesse.

II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch den Veto-Spieler-Ansatz sowie die empirische Überprüfung der drei Hypothesen anhand der Fallbeispiele Deutschland, Frankreich und Dänemark.

A. Theoretische Verankerung: Hier werden die Modelle von Allison und Janis sowie der Veto-Spieler-Ansatz nach Bodenstein als methodische Basis für die Untersuchung der unabhängigen Variablen eingeführt.

B. Empirische Untersuchung: Dieser Abschnitt wendet die aufgestellten Hypothesen auf die Ratifizierung des Maastrichter Vertrages an und analysiert die institutionellen Rahmenbedingungen der drei Länder.

C. Ergebnis und Bewertung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass insbesondere Dänemark aufgrund der institutionellen Struktur die meisten Vetopunkte aufweist und damit eine hohe Stabilität des Status quo zeigt.

Schlüsselwörter

Vetopunkte, Veto-Spieler-Ansatz, Maastrichter Vertrag, Ratifikation, Institutionelle Struktur, Außenpolitikanalyse, Europäische Union, Zentralität, Heterogenität, Inklusivität, Status quo, Entscheidungsprozesse, Politikanalyse, Mehrheitsverhältnisse, Staatsform

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie unterschiedliche institutionelle Rahmenbedingungen in Deutschland, Frankreich und Dänemark den Ratifikationsprozess des Maastrichter Vertrages beeinflusst haben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Themenbereiche Außenpolitikanalyse, Entscheidungsstrukturen in Demokratien und institutionelle Hürden bei der Ratifizierung europäischer Verträge.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, welchen Einfluss institutionelle Strukturbedingungen, wie etwa die Anzahl der Vetopunkte, auf die Veränderung oder Stabilität des Status quo bei der Vertragsratifikation haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine theoriegeleitete Fallstudie und stützt sich dabei auf den Veto-Spieler-Ansatz von Bodenstein sowie Modelle von Allison zur Analyse außenpolitischer Entscheidungsprozesse.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der systematischen Untersuchung der Hypothesen zu Zentralität, Heterogenität und Inklusivität der Abstimmungsregeln in den drei genannten EU-Staaten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Veto-Spieler-Ansatz, Ratifikationshürden, institutionelle Strukturbedingungen, nationale Entscheidungsprozesse und die Stabilität des Status quo.

Warum spielt Dänemark in dieser Studie eine besondere Rolle?

Dänemark weist aufgrund seines obligatorischen Volksreferendums und der hohen parlamentarischen Mehrheitserfordernisse eine sehr hohe Anzahl an Vetopunkten auf, was es zum zentralen Fallbeispiel für eine instabile Ratifikation macht.

Wie unterscheidet sich die Rolle des französischen Präsidenten von den anderen Ländern?

In Frankreich hat der Staatspräsident aufgrund seiner Dominanz in der Außenpolitik eine Schlüsselrolle inne, da er entscheidend beeinflussen kann, ob ein Vertrag parlamentarisch oder durch ein Referendum ratifiziert wird.

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Details

Title
Das Konzept der Vetopunkte am Beispiel der Ratifikation des Maastrichter Vertrages in Deutschland, Frankreich und Dänemark
College
University of Constance  (Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft)
Course
Einführung in die internationalen Beziehungen
Grade
1,0
Author
Dr. rer. pol. Michael Ruf (Author)
Publication Year
2002
Pages
16
Catalog Number
V72923
ISBN (eBook)
9783638732611
Language
German
Tags
Konzept Vetopunkte Beispiel Ratifikation Maastrichter Vertrages Deutschland Frankreich Dänemark Einführung Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. rer. pol. Michael Ruf (Author), 2002, Das Konzept der Vetopunkte am Beispiel der Ratifikation des Maastrichter Vertrages in Deutschland, Frankreich und Dänemark, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72923
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