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Der Arbeitsmarkt im Shareholder-Kapitalismus und die Rolle der Gewerkschaften

Título: Der Arbeitsmarkt im Shareholder-Kapitalismus und die Rolle der Gewerkschaften

Trabajo , 2005 , 29 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Magister Artium Matthias Alff (Autor)

Sociología - Trabajo, Educación, Organización
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Seit dem Ende des Fordismus unterliegt der Arbeitsmarkt, d.h. dessen Akteure und Institutionen, andauernder struktureller Veränderungen. Ein neues einheitliches Produktionsparadigma hat sich nicht etabliert, vielmehr besitzt die Entwicklung einen prozesshaft-dynamischen Charakter mit vielen, auch widersprüchlichen Trends (etwa vergleichbar mit dem physikalischen Zustand der Entropie), was eine ungeheure Komplexität nach sich zieht. Für die Gewerkschaften bedeutet das, dass tradierte arbeitspolitische Maßnahmen und Beziehungen partiell entwertet wurden. Das Auffinden einer relevanten Antwort, als wichtigster kollektiver Vertreter der Arbeiterschaft und sozialpolitischer Einflussfaktor auf die neuen Anforderungen, ist ihnen bis dato nicht gelungen.
Das belegt auch die Zahl von 3,94 Mio. Erwerbslosen im Juli 2005 , welche zwar einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit signalisiert, aber noch längst nicht die viel beschworene Trendwende am Arbeitsmarkt. Ökonomen sind sich einig, dass die hohen Arbeitskosten und die Steuerlast den Wirtschaftsstandort Deutschland unattraktiv werden lassen. Qualifizierte Fachkräfte und ein hohes Bildungsniveau rechtfertigen die hohen Löhne nicht mehr, ganz besonders weil diese Vorraussetzungen mittlerweile auch in anderen, billigeren Staaten erbracht werden.
Die Folgen sind hinlänglich bekannt, Verlagerung von Produktionsstandorten ins Ausland, steigender Kostendruck auf die sozialen Sicherungssysteme und letztendlich Rückbau des Sozialstaates. Vor diesem Hintergrund wirken gewisse Forderungen der Gewerkschaften, beispielsweise die nach höheren Löhnen, irgendwie realitätsfern. Die weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands sorgt für steigende Kritik am System deutscher Interessenvertretung. Manch Befürworter des liberalisierten Marktes denkt gar offen über deren Abschaffung nach.
Dass Gewerkschaften aber nicht nur „Arbeitplatzvernichter“, wenn überhaupt, sind, soll im Folgenden dargelegt werden. Ihre Relevanz als kollektive Interessenvertretung der Arbeitnehmer bleibt für die Zukunft bestehen. Ein struktureller Neuaufbau und eine arbeitspolitische Neuorientierung werden hierfür vonnöten sein.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Der internationale Arbeitsmarkt

2. Der nationale Arbeitsmarkt

2.1 Bekanntschaft mit Prekarität

2.2 Kollektive Interessenvertretung auf dem Rückzug

2.3 Gefährden Gewerkschaften Arbeitsplätze?

3. Strukturelle Starre behindert neue gewerkschaftliche Politik

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen des deutschen Arbeitsmarktes unter den Bedingungen des Shareholder-Kapitalismus und analysiert, inwieweit Gewerkschaften in diesem Wandel ihre Rolle als kollektive Interessenvertretung behaupten oder neu definieren können.

  • Auswirkungen der ökonomischen Globalisierung auf nationale Arbeitsbeziehungen
  • Entwicklung prekärer Arbeitsverhältnisse und deren Folgen für die Stammbelegschaft
  • Das Dilemma der betrieblichen Interessenvertretung zwischen Arbeitsplatzerhalt und Tarifbindung
  • Herausforderungen für die Gewerkschaften durch strukturelle Starrheit und sinkende Organisationsgrade
  • Notwendigkeit einer arbeitspolitischen Neuorientierung in einer globalisierten Wirtschaft

Auszug aus dem Buch

2.1 Bekanntschaft mit Prekarität

Die beschriebenen Anforderungen des Shareholder-Kapitalismus haben bisher nicht gekannte arbeitspolitische Konsequenzen. Auch wenn jedwede Veränderung des Wirtschaftsmodus kein Naturereignis, sondern Ergebnis der von den Akteuren gewählten Handlungsalternativen ist (Dörre 2002, S.395), geht m. E. ein hoher Druck von ihr aus, der sich in einer Art Mitnahmeeffekt äußert. Sauer (2003) nennt das Resultat dieser Entwicklung „die neue Unmittelbarkeit des Marktes“. Entstanden aus „einer tendenziellen Verkehrung des Verhältnisses von Markt und Produktion [i.O.]“ (ebd., S.260), sowie des Verhältnisses „von Geld und Realkapital [i.O.]“ (ebd., S.261), bringt dieses postfordistische System den Markt direkt ins Unternehmen:

„Auf dem Hintergrund von Marktsättigung und verschärfter Konkurrenz werden die Spezifika des Produkts und der Preis zum Ausgangspunkt, die Herstellungsprozesse und die Kostenbestandteile [wie Lohnkosten] werden zu abhängigen Variablen […] Dies verändert auch das Verhältnis von Kapital und Arbeit in den Unternehmen: Hier verkehrt sich tendenziell das Verhältnis von Gewinn und Lohn. Nicht mehr der Gewinn ist die Residualgröße […], sondern der Lohn wird zur abhängigen Variable, während der Gewinn als Renditemarge zur gesetzten unabhängigen Größe wird“ (ebd., S.260).

So führt die neue marktzentrierte Produktionsweise unter anderem dazu, dass das Management ehemals ihm zustehende Aufgaben an die Belegschaft weiterdelegiert. Das fordert die Beschäftigten in doppelter Weise, zum einen haben sie mehr Entscheidungsfreiheit, beispielsweise bei der Abstimmung von Materialanforderungen und Ressourcen, also mehr Autonomie, zum anderen erleben sie viel direkter die widersprüchlichen Anforderungen und Risiken des Marktes, welche sie mehr denn je der Unsicherheit aussetzt. Ganz auf Kontrolle wird jedoch seitens des Managements nicht verzichtet, nur findet diese nun durch die Vorgabe von Kennziffern und Benchmarks statt (Springer 1999, S.91f). Mit anderen Worten, es kommt zu einer partiellen Neuordnung der hierarchischen Unternehmensstrukturen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung skizziert den Wandel der Arbeitswelt nach dem Ende des Fordismus und die daraus resultierende Krise der traditionellen gewerkschaftlichen Interessenvertretung.

1 Der internationale Arbeitsmarkt: Dieses Kapitel analysiert globale ökonomische Einflüsse und den Druck, den der Shareholder-Kapitalismus auf nationale Wohlfahrtsstaaten und Arbeitsbeziehungen ausübt.

2. Der nationale Arbeitsmarkt: Hier werden die spezifischen Entwicklungen in Deutschland beleuchtet, insbesondere die zunehmende Prekarisierung von Beschäftigungsverhältnissen und die schwierige Lage der Betriebsräte.

2.1 Bekanntschaft mit Prekarität: Der Abschnitt untersucht, wie marktzentrierte Produktionsweisen den Druck auf die Belegschaft erhöhen und klassische hierarchische Unternehmensstrukturen verändern.

2.2 Kollektive Interessenvertretung auf dem Rückzug: Hier wird das Dilemma von Betriebsräten thematisiert, die zwischen der Loyalität zur Gewerkschaft und dem Zwang zum Arbeitsplatzerhalt im globalen Wettbewerb stehen.

2.3 Gefährden Gewerkschaften Arbeitsplätze?: Das Kapitel diskutiert die Kritik an traditioneller Tarifpolitik und untersucht, warum diese oft an den Bedürfnissen atypisch Beschäftigter vorbeigeht.

3. Strukturelle Starre behindert neue gewerkschaftliche Politik: Es wird analysiert, wie starre Organisationsstrukturen der Gewerkschaften eine notwendige Anpassung an die neue Arbeitswelt erschweren.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer strukturellen und internationalen Neuorientierung der Gewerkschaften zusammen, um zukünftig als soziale Gegenmacht wirksam bleiben zu können.

Schlüsselwörter

Shareholder-Kapitalismus, Gewerkschaften, Arbeitsmarkt, Prekarität, Globalisierung, Betriebsrat, Tarifpolitik, Arbeitsbeziehungen, Arbeitsplatzsicherung, Leiharbeit, Postfordismus, Interessenvertretung, Standortwettbewerb, soziale Marktwirtschaft, Strukturwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, mit denen Gewerkschaften im modernen Shareholder-Kapitalismus konfrontiert sind, und untersucht, warum traditionelle Strategien zunehmend an Wirksamkeit verlieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Globalisierung der Wirtschaft, die Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse, die Rolle der betrieblichen Interessenvertretung sowie die strukturellen Probleme der Gewerkschaften bei der Anpassung an postfordistische Arbeitsweisen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Handlungsspielraum von Gewerkschaften im Wandel des Arbeitsmarktes zu bewerten und Ansätze für eine notwendige arbeitspolitische Neuorientierung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer soziologischen Analyse, die theoretische Modelle zum Wandel des Kapitalismus (wie das "Empire"-Modell oder Ansätze zur Prekarisierung) mit empirischen Beobachtungen und aktueller Fachliteratur verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung internationaler Rahmenbedingungen, die spezifische Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt inklusive prekärer Beschäftigung und eine kritische Auseinandersetzung mit gewerkschaftlichen Strukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Shareholder-Kapitalismus, Prekarität, industrielle Beziehungen, gewerkschaftliche Neuorientierung und der globale Standortwettbewerb.

Was genau versteht der Autor unter "neuer Unmittelbarkeit des Marktes"?

Dieser Begriff beschreibt ein postfordistisches System, bei dem der Markt direkt in die Unternehmensabläufe eindringt und das Verhältnis von Lohn und Gewinn zulasten der Arbeitnehmer verkehrt.

Warum wird die Rolle der Betriebsräte im Text als "dilemmatisch" beschrieben?

Betriebsräte stehen unter einem enormen Druck, da sie einerseits die Einhaltung von Tarifverträgen sichern sollen, andererseits aber in einem globalen Konkurrenzkampf um Standortsicherung und Arbeitsplatzerhalt agieren müssen.

Welches Beispiel wird für eine erfolgreiche Richtungskorrektur angeführt?

Der Autor verweist auf Italien, wo Gewerkschaften neue Organisationsstrukturen etabliert haben und verstärkt als Rechts- und Sozialberater auftreten, um das Solidaritätsbewusstsein wiederherzustellen.

Final del extracto de 29 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Arbeitsmarkt im Shareholder-Kapitalismus und die Rolle der Gewerkschaften
Universidad
http://www.uni-jena.de/  (Soziologie)
Calificación
2,3
Autor
Magister Artium Matthias Alff (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
29
No. de catálogo
V72984
ISBN (Ebook)
9783638730990
ISBN (Libro)
9783638783019
Idioma
Alemán
Etiqueta
Arbeitsmarkt Shareholder-Kapitalismus Rolle Gewerkschaften
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Magister Artium Matthias Alff (Autor), 2005, Der Arbeitsmarkt im Shareholder-Kapitalismus und die Rolle der Gewerkschaften, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72984
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