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Ostdeutsche Manager auf ihrem langen Weg zur Marktwirtschaft

Title: Ostdeutsche Manager auf ihrem langen Weg zur Marktwirtschaft

Intermediate Examination Paper , 2005 , 34 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Magister Artium Matthias Alff (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Im Laufe des Transformationsprozesses entstanden bekanntermaßen ökonomische und soziale Probleme, die bis heute niemand zu lösen vermochte. Im Gegenteil, sie weiteten sich aus von den neuen Bundesländern (NBL) auf die gesamte Bundesrepublik.
Es gelang nicht nur nicht im Osten eine solide wirtschaftliche Basis zu schaffen, nebenher wächst auch die aus der stetig größer werdenden Arbeitslosigkeit resultierende Existenzangst der Bürger. Was für nunmehr 4,346 Mio. Arbeitslose im vierzehnten Jahr nach der Wiedervereinigung immer noch keine positive Wendung genommen hat, ist für die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ein reiner Glücksfall, man befindet sich inmitten eines sozialen Großexperiments: Zwei theoretisch konträre Wirtschaftsformen verschmelzen durch die Expansion der Marktwirtschaft. Nicht nur die ökonomischen Unterschiede bieten da für Generationen von Wissenschaftlern ausreichend Forschungsmaterial. Natürlich ist eine ganze Reihe von Theorien entstanden, die die empirischen Daten fassbar machen und erklären wollen. Zwei verschiedene Argumentationsrichtungen zur Erklärung der anhaltenden Wirtschaftsflaute in den NBL sollen hier kritisch betrachtet werden. Sie eignen sich deshalb hervorragend für eine solche Arbeit, weil sie in ihrer Argumentation von zwei äußerst verschiedenen Punkten ausgehen.
Zum einen wird versucht, die Problematik mit dem Hauptaugenmerk auf die Akteure zu erklären, zum anderen sieht man einen deterministischen Zusammenhang zwischen der un-
hinterfragten Übernahme der westlichen Institutionen im Osten Deutschlands und der dortigen Deindustrialisierung. Beide Argumentationen scheinen plausibel, doch sind sie auch ausreichend? Benennen sie wirklich alle wirkenden Faktoren?
Jede für sich sicherlich nicht, allerdings zusammengenommen erhalten sie ein enormes Erklärungspotenzial.
Diese Arbeit versucht, die scheinbar unvereinbaren Theorien dahingehend zu überprüfen, ob sich nicht ein weniger polarisierter Ansatz besser eignet, ob nicht beide Richtungen zusammengenommen, der Problematik gerechter werden würden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die zwei Betrachtungsweisen

2.1. Akteursbezogene Erklärungsweise

2.2. Erklärungsansatz durch Institutionentransfer

3. Der real existierende Sozialismus

4. Habitus des sozialistischen Menschen

5. Die Wiedervereinigung

5.1. Fakten, Daten, Entwicklungen

5.2. Folgen

5.3. Manageriales Handeln und „Hysteresiseffekte“

6. Fazit/Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Transformationsprobleme ostdeutscher Unternehmen nach der Wiedervereinigung, insbesondere im Hinblick auf die Diskrepanz zwischen tradierten sozialistischen Verhaltensmustern und den Anforderungen einer marktwirtschaftlichen Ordnung. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwieweit sowohl akteursbezogene Erklärungsansätze als auch institutionelle Rahmenbedingungen zur Erklärung der wirtschaftlichen Lage der neuen Bundesländer beitragen und ob ein integrierter Ansatz zu einem besseren Verständnis führt.

  • Transformation ostdeutscher Arbeits- und Managementkulturen
  • Konflikt zwischen Planwirtschaftshabitus und Marktanforderungen
  • Strukturelle Auswirkungen des schnellen Institutionentransfers
  • Rolle der Treuhandanstalt und Privatisierungsstrategien
  • Anpassungsprozesse und Hysteresiseffekte bei Führungskräften

Auszug aus dem Buch

3. Der real existierende Sozialismus

Es erweist sich als unumgänglich für die Argumentation, diesen Punkt einzugliedern. Es gilt, die Rahmenbedingungen für die Akteure aufzuzeigen, um im weiteren Verlauf die Ausbildung eines sozialistischen Habitus evident zu gestalten.

Für den DDR-Bürger war, insofern er nicht aktiver Systemkritiker war oder es nicht vermochte, über die Irrationalitäten der Planwirtschaft hinwegzusehen, das Wort „Zukunftsangst“ mit Sicherheit ein Fremdwort. Der Arbeiter- und Bauernstaat hatte es sich verfassungsmäßig zur Aufgabe gemacht, jedem Bürger das Recht auf Arbeit zu gewährleisten und darüber hinaus die materielle Versorgung im Krisenfall (Krankheit, etc.). Daneben hatte die Betriebsleitung, welche den Auftrag zur Erziehung der Betriebsangehörigen zu „sozialistischen Menschen“ hatte, auch die Pflicht, den Betrieb zum Mittelpunkt des Lebens der Werktätigen […] zu machen. Dazu gehörten u.a. die Betreuung der Kinder der Betriebsangehörigen und die soziale Betreuung der Werktätigen.

Ziel war die klassenlose Gesellschaft. Dafür war es wohl notwendig, alle Individualität auszumerzen und trotzdem der Bevölkerung es an nichts ermangeln zu lassen. Das machte das Leben in der DDR in gewisser Weise planbar. Bei allem Kollektivismus und aller staatlicher Steuerung, wurde doch trotzdem „der einzelne faktisch in rechtlicher, politischer und sozialer Hinsicht als individueller Akteur akzeptiert“, so stark der Widerspruch auch zu sein scheint. Die Grundbedürfnisse wurden allemal gedeckt und die Angebote stark frequentiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der ökonomischen und sozialen Problemlage nach der Wiedervereinigung und Formulierung der Fragestellung zur kritischen Betrachtung zweier theoretischer Erklärungsansätze.

2. Die zwei Betrachtungsweisen: Gegenüberstellung von akteursbezogenen Erklärungsmodellen, die den Habitus der Beteiligten in den Fokus rücken, und Ansätzen, die den schnellen Institutionentransfer als Ursache für die Deindustrialisierung sehen.

3. Der real existierende Sozialismus: Analyse der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in der DDR, die durch Vollbeschäftigung, soziale Absicherung und eine Planwirtschaft geprägt waren, welche Individualität einschränkte und informelle Netzwerke erforderte.

4. Habitus des sozialistischen Menschen: Untersuchung der Prägung von Verhaltensschemata durch Mangelwirtschaft, informelle Austauschbeziehungen und die „passive Stärke“ der Arbeiter, die das unternehmerische Handeln maßgeblich beeinflussten.

5. Die Wiedervereinigung: Diskussion der ökonomischen Folgen des Systemwechsels, der Privatisierungsmethoden der Treuhandanstalt und der Anpassungsprobleme ostdeutscher Manager an marktwirtschaftliche Logiken.

6. Fazit/Ausblick: Zusammenfassende Bewertung, dass die Institutionenübertragung eine größere Erklärungskraft für die wirtschaftliche Lage besitzt als die reine Akteursperspektive, wobei die Notwendigkeit betont wird, den Westen zu „überholen, ohne ihn einzuholen“.

Schlüsselwörter

Ostdeutschland, Transformation, Marktwirtschaft, Sozialismus, Habitus, Institutionentransfer, Treuhandanstalt, Deindustrialisierung, Management, Arbeitsbeziehungen, Hysteresiseffekte, Planwirtschaft, Transformation, Sozialverträge, Unternehmenskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse der Transformationsprozesse in Ostdeutschland nach 1990, speziell bezogen auf die Schwierigkeiten ostdeutscher Manager bei der Umstellung von planwirtschaftlichen zu marktwirtschaftlichen Strukturen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Habitus des sozialistischen Menschen, die Rolle der Treuhandanstalt bei der Privatisierung, der institutionelle Wandel und die Auswirkungen der Wiedervereinigung auf die soziale und wirtschaftliche Struktur im Osten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Prüfung, ob die wirtschaftliche Flaute in den neuen Bundesländern eher durch das Verhalten der Akteure (ihren Habitus) oder durch den institutionellen Transfer westdeutscher Strukturen erklärt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-kritische Arbeit, die auf soziologischen Analysen, wissenschaftlicher Literatur und empirischen Studien zum Transformationsprozess der ostdeutschen Industrie basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Rahmenbedingungen des DDR-Sozialismus, die Bildung spezifischer Habitus-Formen, die Auswirkungen der Wiedervereinigung, Privatisierungsmethoden und die damit verbundenen Anpassungsprobleme der Managementebene.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Transformation, Hysteresiseffekte, Institutionentransfer, ostdeutsches Management, Planwirtschaft, privatisierte Betriebe und soziale Identität.

Warum wird der Begriff „Hysteresiseffekt“ in der Arbeit verwendet?

Der Begriff beschreibt Beharrungstendenzen, bei denen Akteure in neuen sozialen Feldern (der Marktwirtschaft) weiterhin mit veralteten, unangepassten Denk- und Wahrnehmungsmustern aus dem alten System (der DDR) agieren.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Rolle der Treuhandanstalt?

Der Autor argumentiert, dass die Privatisierungsmethode der Treuhandanstalt eine wesentliche Ursache für die Destabilisierung der ostdeutschen Sozialstruktur war, da sie den Prozess durch „Atomisierung“ und schnelle Entlassungen forciert hat.

Wie bewertet der Autor den „sozialistischen Habitus“ heute?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der tradierte Habitus der ostdeutschen Akteure bei der Reorganisation nach der Wende eine untergeordnete Rolle spielte und die Schwierigkeiten primär dem hohen Tempo des institutionellen Transfers zuzuschreiben sind.

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Details

Title
Ostdeutsche Manager auf ihrem langen Weg zur Marktwirtschaft
College
http://www.uni-jena.de/  (Soziologie)
Grade
2,3
Author
Magister Artium Matthias Alff (Author)
Publication Year
2005
Pages
34
Catalog Number
V72985
ISBN (eBook)
9783638731010
ISBN (Book)
9783638783026
Language
German
Tags
Ostdeutsche Manager Marktwirtschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Matthias Alff (Author), 2005, Ostdeutsche Manager auf ihrem langen Weg zur Marktwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72985
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