Im Rahmen der von mir besuchten Vorlesungen zur Organisationssoziologie erhielt ich die Möglichkeit sehr viel über die unterschiedlichsten Formen von Organisationen in unserer
heutigen Gesellschaft zu erfahren. Darüber hinaus wurde auf mehrere soziologische Aspekte von Organisationen, wie beispielsweise deren interne Struktur oder die Beziehungen zwischen den einzelnen Mitgliedern näher eingegangen, was mein Interesse für diesen großen Themenkomplex noch gesteigert hat. Aus diesem Grund möchte ich
mich in der folgenden Hausarbeit mit den organisationssoziologischen Aspekten einer ganz bestimmten Organisationsform beschäftigen, nämlich der Schule. Bevor jedoch auf die soziologischen Aspekte am Beispiel Schule näher eingegangen wird, soll vorab der Terminus “Organisation” kurz aufgefasst und erläutert werden.
Anschließend sollen neben der Beschreibung von Schule als Organisation im Allgemeinen auch die Probleme benannt werden, die bei der Analyse unter organisationssoziologischen Aspekten auftreten. Im Anschluss daran wird näher auf die angestrebte Thematik
eingegangen, indem die Schule in ihrer Funktion als soziale Organisation untersucht wird. Dazu wird die allgemeine Situation der Schule und ihre Funktionen, wie beispielsweise als Ort der Sozialisation, sowie das Verhältnis der beteiligten Individuen zur Organisation näher erläutert. Zudem soll in kurzer Form auf das Bild, welches die einzelnen Beteiligten von Schule im Unterschied zu anderen Organisationsformen haben, eingebracht werden.
Anschließend sollen die zentralen Probleme von Schulen als Organisationen aufgezeigt werden, darunter nicht nur die allgemeinen Probleme, die auftreten, sondern auch die Probleme, welche den Schulablauf im schlimmsten Falle wesentlich beeinträchtigen
können, aufgezeigt werden. Als Abschluss der Hausarbeit soll im letzten Kapitel die Schule nochmals in ihren organisationssoziologischen Aspekten und in ihrer Bedeutung für die heutige Gesellschaft zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Elemente der Organisationssoziologie am Beispiel Schule
2.1. Der Begriff der Organisation
2.2. Probleme der Analyse von Schule nach organisationssoziologischen Aspekten
2.3. Schule als Organisation
3. Schule als soziale Organisation
3.1. Die allgemeine Situation der Schule
3.2. Funktionen der Organisation Schule
3.3. Sozialisation in der Schule
3.4. Das Bild der Organisation Schule im Gegensatz zu anderen Organisationsformen
4. Probleme bezogen auf die Teilbereiche der Organisation Schule
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Schule als komplexe soziale Organisation unter organisationssoziologischen Gesichtspunkten zu analysieren, um ihre interne Struktur, ihre Funktionen und die damit verbundenen Herausforderungen kritisch zu beleuchten.
- Organisationssoziologische Einordnung von Schule
- Funktionen der Schule als soziale Organisation (Sozialisation, Allokation, Selektion)
- Kontrastierung von Schule und Familie als Organisationsformen
- Identifikation schulischer Problembereiche und struktureller Defizite
- Potenziale zur Weiterentwicklung und Innovation in schulischen Systemen
Auszug aus dem Buch
3.4. Das Bild der Organisation Schule im Gegensatz zu anderen Organisationsformen
Als Abschluss der Beschreibung der einzelnen Funktionen, Bereiche und Merkmale von Schule als sozialer Organisation, soll an dieser Stelle das Bild, welches die einzelnen Beteiligten der Organisation Schule von jener haben, in seiner Gegensätzlichkeit zu einer der prägendsten Organisationsformen, nämlich der Organisation Familie, beschrieben werden.
Für den Hauptteil der beteiligten Mitglieder von Schule, den Schülern, ist es ein starker Umbruch, was die Strukturen anbelangt, wenn sie aus dem Feld der familiären Organisation in das Netz der Strukturen der schulischen Organisation geraten. Denn, was die einzelnen Motive und Gründe für bestimmte Strukturen und Vorgaben angeht, unterscheidet sich die Schule als soziale Organisation nahezu grundlegend von der Familie. Ein grundlegender Unterschied entsteht bereits daraus, dass die Familie eine sogenannte Zwangsgemeinschaft ist, an der man durch seine Geburt in diese Organisation teilnehmen muss. Dementsprechend ist man in großem Maße voneinander abhängig und dem Verhalten sind starke Grenzen gesetzt, um die Gemeinschaft nicht zu gefährden. Darunter zählt beispielsweise, dass versucht wird, Streit bewusst zu vermeiden und einen gewissen Grad an Harmonie innerhalb der Gruppe aufrechtzuerhalten. Betrachtet man hingegen die Schule, so stellt man fest, dass es zwar auch hier Grenzen der Verhaltensmöglichkeiten gibt, diese Organisation aber von ihren Grundsätzen her eine Arbeits- und Zweckgemeinschaft ist, der man, von der Lehrerrolle aus gesehen, freiwillig beitritt und sich die Mitgliedschaft bei Austritt gleich wieder auflöst. Der Faktor Streit ist zwar auch hierbei ein unschöner Faktor, wenn er entsteht, doch stellt keine absolute Bedrohung dar, da Lehrer, aber auch Schüler, jederzeit die Organisation, zweck eines Wechsels zu einer anderen Organisation, verlassen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Verfasserin motiviert die Themenwahl und umreißt den geplanten Ablauf der Analyse von Schulen als Organisationen unter soziologischen Aspekten.
2. Elemente der Organisationssoziologie am Beispiel Schule: Es werden grundlegende Begriffsdefinitionen von Organisation erörtert und die spezifischen Probleme bei der soziologischen Analyse des komplexen Systems Schule diskutiert.
3. Schule als soziale Organisation: Dieses Kapitel untersucht die Dimensionen der Schule, ihre Kernfunktionen wie Sozialisation und Selektion sowie den Vergleich zu anderen Organisationsformen wie der Familie.
4. Probleme bezogen auf die Teilbereiche der Organisation Schule: Hier werden strukturelle Defizite wie mangelnde Gruppenbildung und Kooperation sowie Schwierigkeiten bei der schulinternen Problemlösung dargelegt.
5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert die Komplexität der Schule als bürokratisierte Organisation und betont das Potenzial für künftige Reformprozesse.
Schlüsselwörter
Organisationssoziologie, Schule, soziale Organisation, Sozialisation, bürokratische Strukturen, Selektion, Allokation, Gruppenstruktur, Kooperation, Bildungsmanagement, Schulentwicklung, bürokratische Sozialisation, Lehrerkollegium, Rollenverteilung, Institution.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung organisationssoziologischer Theorien auf das Beispiel der Schule, um diese als soziales Gebilde besser zu verstehen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Organisationen, die Funktionen der Schule im gesellschaftlichen Kontext sowie strukturelle Probleme des Schulalltags.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die spezifische Identität der Schule als bürokratisierte soziale Organisation herauszuarbeiten und die damit verbundenen Herausforderungen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Analyse, die auf soziologischer Fachliteratur und organisationstheoretischen Ansätzen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Beschreibung der Schule als soziale Organisation mit ihren Funktionen sowie eine kritische Analyse aktueller Defizite.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Organisationssoziologie, soziale Organisation, Bürokratie, Sozialisation, Selektion und Schulentwicklung.
Warum wird die Schule als "Bürokratie" bezeichnet?
Die Autorin führt diesen Begriff auf die Notwendigkeit normierter, formalisierter Prozesse und Arbeitsteilung zurück, die der Erziehung und Bildung dienen.
Welchen Unterschied sieht die Autorin zwischen Schule und Familie?
Während die Familie als Zwangsgemeinschaft informell und emotional geprägt ist, wird die Schule als eine auf Zweck und Leistung basierende Arbeitsgemeinschaft definiert.
Welche Rolle spielt die "bürokratische Sozialisation" in der Schule?
Dieser Begriff beschreibt die gezielte Formung der Schüler, damit sie nach ihrer Ausbildung in der Lage sind, sich in modernen beruflichen Organisationsformen zurechtzufinden.
Warum gibt es laut der Autorin Probleme bei der schulinternen Kooperation?
Die Arbeit identifiziert eine mangelnde Differenzierung und fehlende Anreize für Gruppenarbeit als Hauptgründe für die häufige Isolation des einzelnen Lehrers im Kollegium.
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- Sarah Fäuster (Author), 2006, Organisationssoziologische Aspekte am Beispiel Schule und die Probleme von Schulen als Organisationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73001