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Spezielle Rechnungslegungsprobleme bei Fussballvereinen

Title: Spezielle Rechnungslegungsprobleme bei Fussballvereinen

Term Paper (Advanced seminar) , 1999 , 37 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Slavisa Starcevic (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Das Ziel der vorliegenden Untersuchung ist die in der Betriebswirtschaftslehre vernach-lässigte Rechnungslegung der Vereine aufzugreifen, um speziell auftretende Bilanzie-rungs- und Bewertungsprobleme hervorzuheben. Aufgrund der vielseitigen Vereinsfor-men im bestehendem Rechtssystem, wird die Untersuchung auf die Fußball-Bundesligavereine eingeschränkt.
Die Probleme bzgl. der Rechnungslegung von Vereinen ergeben sich insbesondere da-durch, daß im deutschem Rechtssystem kein Sonderrecht für Vereine existiert. In den Betriebs- und Rechtswissenschaften werden Sport- und Unterhaltungsorganisationen immer noch stiefmütterlich behandelt, so daß sich in diesen Branchen ein unzureichen-des Rechnungswesen gegenüber Gläubigern und anderen interessierten Dritten gebildet hat. Hinsichtlich des Berufsfußballs existieren nur wenige Literaturbeiträge zur Ausges-taltung der Rechnungslegung, so daß oftmals nur Teilaspekte beleuchtet werden, die gewisse Rechnungslegungsfragen, wie die bilanzielle Vorgehensweise der Spielerwerte im Zuge des „Bosman-Urteils“, umstritten lassen. Die bestehenden Rechtsmängel hin-sichtlich Rechnungslegung und Publizität im Rahmen des Vereinsrechts versucht neben dem IdW, hauptsächlich der DFB - als Dachorganisation des deutschen Fußballsports - durch seine verbandsinternen Bestimmungen auszugleichen.
Vor dem Hintergrund der wachsenden Kommerzialisierung der Fußball- Bundesliga-vereine, die mittlerweile die Größe von mittleren Industrieunternehmen erzielen, er-scheint das öffentliche Interesse an den besonderen Rechnungslegungsvorschriften der Fußballvereine als zunehmend berechtigt.
Den Schwerpunkt der nachstehenden Ausführungen wird daher die Rechnungslegung der Lizenzspielerabteilungen bilden. Nicht zuletzt wird aufgrund der laufenden Diskus-sion um das „Bosman-Urteil“, als auch der künftigen Möglichkeiten der Ausgliederung des Profibereichs in Kapitalgesellschaften die Brisanz der Untersuchung unterstrichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitender Teil

I. Problemstellung

II.Begriffsabgrenzungen

1. Begriff der Rechnungslegung

2. Wesen der Vereine

B. Rechnungslegung der Vereine

I.Anforderungen an die Rechnungslegung von nichtwirtschaftlichen gemeinnützigen Vereinen

1. Privatrechtliche Rechenschaftspflichten

2. Öffentlich-rechtliche Rechenschaftspflichten

3. Anforderungen an die Rechnungslegung speziell bei Fußballvereinen

II. Rechtsnormqualität anzuwendender Rechnungslegungsvorschriften

1. Bindungswirkungen im ideellem Bereich

2. Bindungswirkungen im Profibereich

III. Rechnungslegungspraxis der Fußballvereine

1. Allgemeine Vorschriften zum Jahresabschluss

2. Unterschiede zum Handelsrecht

a. Die DFB-Geleneralnorm des "true-and-fair-view"

b. Die Bilanz

c. Die Gewinn- und Verlustrechnung

d. Sonstige Rechnungen

IV. Sonderprobleme im Berufsfussball

1. Problem des Bilanzansatzes von Transferentschädigungen

a. Bisherige Bilanzierungspraxis

b. Zulässigkeit der Aktivierung der Spielerwerte aus handelsrechtlicher Sicht

c. "Bosman-Urteil"

2. Problem der Abschreibungen von Spielberechtigungen

a. Planmäßige Abschreibung

b. Außerplanmäßige Abschreibung

3. Bilanzierung und Bewertung der Forderungen

4. Bewertungsprobleme im Rahmen der Rückstellungen

5. Spezielle Rechnungslegungsprobleme im Hinblick auf die Umwandlung in Kapitalgesellschaften

a. Besonderheiten im Rahmen der Bilanzierung bei Kapitalgesellschaften

b. Internationale Rechnungslegung (IAS/US-GAAP)

C. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, die in der Betriebswirtschaftslehre oft vernachlässigte Rechnungslegung bei Fußball-Bundesligavereinen zu untersuchen, um die spezifischen Bilanzierungs- und Bewertungsprobleme im Profifußball aufzuzeigen. Die Forschungsfrage konzentriert sich dabei insbesondere auf den Umgang mit Transferentschädigungen sowie die Anwendbarkeit handelsrechtlicher Grundsätze auf die spezifischen Strukturen von Fußballvereinen.

  • Rechnungslegungspflichten von Vereinen und deren Rechtsnormqualität
  • Spezifische Anforderungen des DFB an die Lizenzspielerabteilungen
  • Bilanzierungsproblematik von Spielerwerten und Transferentschädigungen
  • Einfluss des "Bosman-Urteils" auf die Bilanzierungspraxis
  • Rechnungslegung bei der Umwandlung von Vereinen in Kapitalgesellschaften

Auszug aus dem Buch

IV. Sonderprobleme im Berufsfussball

Wechselte ein Lizenzspieler der Fußballbundesliga nach Ablauf seines Vertrages oder bei vorzeitigen Vertragsbeendigung den Verein, so verpflichtete sich der aufnehmende Verein i. d. R. an den abgebenden Verein eine Transferentschädigung gem. § 29 Abs.1 LSt zu zahlen. Nach Beendigung des zwischen dem abgebenden Verein und dem Spieler bestehenden Arbeitsvertrages verfiel gleichzeitig auch die vom DFB erteilte Spielerlaubnis. Der aufnehmende Verein konnte dann nach Abschluß eines neuen Arbeitsvertrages mit dem Spieler eine neue Spielerlaubnis beim DFB beantragen. Der BFH entschied hierzu in seiner Entscheidung vom 26.08.1992, daß Transferentschädigungen Anschaffungskosten der Spielerlaubnis darstellen würden, die über die Vertragslaufzeit planmäßig abzuschreiben sind.

Der aufnehmende Verein war aus diesem Grunde verpflichtet die Spielerlaubnis als einen immateriellen Vermögensgegenstand des Anlagevermögens i. S. d. § 266 Abs. 2 Buchst. A I 1 HGB in seiner Bilanz zu verbuchen. Diesem war allerdings diese gesetzliche Regelung sehr willkommen, um das Bilanzbild bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch die Aktivierung von Transferentschädigungen erheblich aufzubessern. Die hohe ökonomische Bedeutung der Aktivierung von Spielerwerten konnte anhand statistischer Werte belegt werden, da die Spielerlaubnis bis zu 50 % der Bilanzsumme eines Bundesligavereins ausmachen konnte. Das aber dabei die DFB-Generalnorm verletzt wird, scheint wohl ein zusätzliches Problem darzustellen, an welches sich der Gesetzgeber zum Zeitpunkt der Entscheidung womöglich nicht gestört hat.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitender Teil: Diese Einleitung beschreibt die Relevanz der Rechnungslegung bei Fußballvereinen und begründet die Einschränkung der Untersuchung auf Bundesligavereine.

B. Rechnungslegung der Vereine: Dieser Hauptteil analysiert die rechtlichen Anforderungen, DFB-Vorgaben, Bilanzierungsprobleme von Spielerwerten, Rückstellungen und die Implikationen der Umwandlung in Kapitalgesellschaften.

C. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Problematik der Bewertungsschwierigkeiten im Sport zusammen und diskutiert die Folgen einer möglichen Rechtsformumwandlung auf die Rechnungslegung.

Schlüsselwörter

Rechnungslegung, Fußballvereine, Bundesliga, Bilanzierung, Spielerlaubnis, Transferentschädigung, DFB, Jahresabschluss, immaterielle Vermögensgegenstände, Handelsrecht, Bosman-Urteil, Bewertungsprobleme, Rückstellungen, Kapitalgesellschaften, Profifußball.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bilanzierungs- und Bewertungsprobleme bei der Rechnungslegung von Fußball-Bundesligavereinen, da diese im deutschen Rechtssystem an der Schnittstelle zwischen Idealverein und wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb stehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Anforderungen an die Rechnungslegung, die Aktivierung von Spielerwerten (Transferentschädigungen), der Einfluss von DFB-Regularien sowie die Herausforderungen bei der Umwandlung in Kapitalgesellschaften.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die vernachlässigte betriebswirtschaftliche Bilanzierungspraxis im Profifußball zu beleuchten und die daraus resultierenden Bewertungsschwierigkeiten bei immateriellen Vermögenswerten und Rückstellungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine betriebswirtschaftliche Analyse unter Berücksichtigung von gesetzlichen Vorschriften, DFB-Statuten sowie relevanter Rechtsprechung (wie dem Bosman-Urteil) durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Anforderungen an die Rechnungslegung, der Diskrepanz zwischen DFB-Regeln und Handelsrecht, der Problematik der Transferentschädigungen sowie speziellen Themen wie der Bewertung von Rückstellungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Rechnungslegung, Fußballvereine, Bilanzierung, Transferentschädigungen, DFB, Spielerlaubnis und Kapitalgesellschaften.

Wie bewertet der Autor die Aktivierung der Spielerwerte als immaterielle Vermögensgegenstände?

Der Autor hinterfragt kritisch die Aktivierung, da die Spielerlaubnis nur schwer als konzessionsähnliches Recht zu werten ist und die Aktivierung oft primär dazu genutzt wird, die Bilanz bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufzubessern.

Welche Auswirkungen hat das Bosman-Urteil auf die Bilanzierung laut Autor?

Das Urteil führt dazu, dass Transferzahlungen nicht mehr zwingend mit der Erteilung einer Spielerlaubnis verknüpft sind, was die bisherige Aktivierungspraxis von Transferentschädigungen grundlegend in Frage stellt und als Finanzierungsproblem thematisiert.

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Details

Title
Spezielle Rechnungslegungsprobleme bei Fussballvereinen
College
University of Duisburg-Essen  (Lehrstuhl Wirtschaftsprüfung)
Grade
2,3
Author
Slavisa Starcevic (Author)
Publication Year
1999
Pages
37
Catalog Number
V7303
ISBN (eBook)
9783638146098
ISBN (Book)
9783638720960
Language
German
Tags
Spezielle Rechnungslegungsprobleme Fussballvereinen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Slavisa Starcevic (Author), 1999, Spezielle Rechnungslegungsprobleme bei Fussballvereinen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7303
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