„China ist im Grunde ein energiearmes Land“ , laß ich vor geraumer Zeit auf einer offiziellen chinesischen Website und fragte mich, wie es denn möglich sein kann, dass ein Land mit einer boomenden Wirtschaft, dauerhaften wirtschaftlichen Wachstumsraten von über 8% und einem Hunger nach Energie, den die Welt zuvor noch nie gesehen hat, ein energiearmes Land sein konnte. Dies war für mich der Anreiz mich näher mit der „Treibstoffversorgung“ des wirtschaftlichen „Motors“ der Welt, mit China, auseinander zu setzen. Zwangsläufig kam die Frage auf, wie sich die Energiegewinnung in China gestaltet, welche Struktur dahinter steckt.
Welchen Anteil haben z.B. erneuerbare Energien im bevölkerungsreichsten Land der Erde und welches Potential verbirgt sich dort für diese Art der Energiegewinnung eigentlich? Und nicht zuletzt natürlich, angesichts der immerweiter fortschreitenden Verknappung von fossilen Brennstoffen, die Frage, wie die zukünftige Struktur der Energiegewinnung in China aussehen wird. Meine Daten beziehe ich hauptsächlich von zumeist im Internet veröffentlichten Dokumenten und Statistiken zu diesem Thema, sowohl von Regierungsseiten Chinas als auch Deutschlands. Eine weitere große Quelle sind für mich Artikel von tagespolitischen Zeitschriften und Zeitungen. Weitere Quellen sind globalagierende Organisationen, wie z.B. die internationale Energiebehörde IEA.
Auf den folgenden Seiten werde ich versuchen die derzeitige Energiesituation in der Volksrepublik China, im weiteren Verlauf zumeist VR China genannt, in grober Form darzustellen. Diese soll zunächst durch die Erläuterung der Verbindung zwischen dem Wirtschaftswachstum und dem steigenden Energieverbrauch nahe gelegt werden. Weiter gebe ich einen kurzen Überblick über die Struktur der aktuellen Stromerzeugung, bzw. eine Auflistung der wichtigsten Energieträger und deren prozentualen Anteil am Energiemix in China.
Darauf folgt eine Untersuchung, wie groß das Potential erneuerbarer Energien in der VR China ist. Diese Untersuchung koppelt sich ganz vom ökonomischen Faktor ab und zieht hauptsächlich die Bodenressourcen Chinas als Wertungsmaßstab heran.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Energiesituation in der VR China
2.1 Verbindung zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Energieverbrauch in der VR China
2.2 Struktur der Stromerzeugung in der VR China – Auflistung der wichtigsten Energieträger und deren prozentualer Anteil am Energiemix
3. Hypothetisches Potential erneuerbarer Energien in der VR China
3.1 Wasserkraft
3.2 Windkraft
3.3 Solarenergie
3.4. Biomasse
3. Szenario der Energiestruktursituation der VR China im Jahre 2020, unter Berücksichtigung ökonomischer, politischer und ökologischer Faktoren
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die derzeitige Energiesituation in der Volksrepublik China vor dem Hintergrund eines massiven Wirtschaftswachstums und analysiert, inwieweit erneuerbare Energien das Potenzial haben, die bisher dominierende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Kohle und Öl mittelfristig zu verringern.
- Analyse des Zusammenhangs zwischen Wirtschaftswachstum und Energiehunger
- Struktur der aktuellen Stromerzeugung und Energiequellen in China
- Potenzialanalyse für Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie und Biomasse
- Szenarioentwicklung für die chinesische Energiestruktur im Jahr 2020
- Bewertung ökologischer und politischer Faktoren der Energiepolitik
Auszug aus dem Buch
3.4. Biomasse
Das Potential von Biomasse zur Herstellung von Biokraftstoffen aber auch zur Herstellung von elektrischer Energie ist in China enorm hoch einzuschätzen. China hat zur Zeit etwa 127 Mio. ha Ackerland, das sich hauptsächlich in der nordost- und der nordchinesischen Ebene, am Mittel- und Unterlauf des Jangtse, im Perlfluss-Delta und im Sichuan-Becken verteilt. Das Ackerland im Ost- und Westteil macht jeweils 28,4% der gesamten Ackerfläche des Landes aus, und das in Zentralchina 43,2%.
Der Herstellungsprozess von SunDiesel2, auch „Biomass to Liquid“ (BtL) genannt, ist zwar noch nicht marktreif, hat aber den ethischen und finanziellen Vorteil gegenüber anderen Biomasseenergieherstellungsprozessen, nicht mit der Nahrungsproduktion des Menschen in Konkurrenz zu treten, da durchaus auch Abfallprodukte der Feldernte zur Energieerzeugung genutzt werden können. Es ist nicht nötig besondere Energiepflanzen oder große Monokulturflächen anzubauen, wie für die Herstellung von Rapsöl oder Biomethan, die den Anbau von Nahrungspflanzen verdrängen würde. So könnten also auf der gesamten Ackerfläche der VR China die Abfallprodukte der Nutzpflanzen z.B. die Halme der Weizenähren usw. zur „SunDieselproduktion“ genutzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Untersuchung angesichts des hohen chinesischen Energiebedarfs und definiert den Forschungsgegenstand sowie die methodische Herangehensweise.
2. Energiesituation in der VR China: Dieses Kapitel analysiert die Kopplung zwischen dem rasanten Wirtschaftswachstum und dem steigenden Energieverbrauch sowie die aktuelle Zusammensetzung des Energiemixes.
3. Hypothetisches Potential erneuerbarer Energien in der VR China: Hier werden die regenerativen Energiequellen Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie und Biomasse im Hinblick auf ihre theoretischen Potenziale und Nutzungsmöglichkeiten detailliert betrachtet.
3. Szenario der Energiestruktursituation der VR China im Jahre 2020, unter Berücksichtigung ökonomischer, politischer und ökologischer Faktoren: Dieses Kapitel wagt eine Prognose der zukünftigen Energiestruktur unter Einbeziehung von Investitionen, politischen Zielsetzungen und Umweltaspekten.
Schlüsselwörter
Energiewirtschaft, VR China, Erneuerbare Energien, Kohle, Erdöl, Wirtschaftswachstum, Stromerzeugung, Wasserkraft, Windkraft, Solarenergie, Biomasse, SunDiesel, Energiepolitik, Energiebedarf, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der kritischen Untersuchung der chinesischen Energieversorgung und der Frage, inwiefern erneuerbare Energien in der Lage sind, fossile Brennstoffe in der Energiebilanz der Volksrepublik China zu ersetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die wirtschaftliche Entwicklung Chinas, die aktuelle Abhängigkeit von Kohle und Öl, das Potenzial regenerativer Energien sowie Zukunftsszenarien bis zum Jahr 2020.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Machbarkeit einer Abkehr von fossilen Energieträgern zu bewerten und aufzuzeigen, wie China seinen steigenden Energiehunger nachhaltiger stillen könnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Regierungsdaten, statistischen Erhebungen internationaler Organisationen wie der IEA sowie Artikel aus tagespolitischen Medien und Fachzeitschriften.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der aktuellen Energiesituation, eine detaillierte Analyse der Potenziale erneuerbarer Energien und eine modellhafte Prognose für das Jahr 2020.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Energieeffizienz, Industriewachstum, Biomasse, Pipeline-Projekte und der Konflikt zwischen Energiebedarf und Umweltbelastung.
Warum ist das Potenzial von SunDiesel besonders hervorgehoben?
SunDiesel wird hervorgehoben, da es den Vorteil bietet, dass keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion besteht, da primär Abfallprodukte wie Erntehalme verarbeitet werden können.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Solarenergie?
Die Solarenergie wird als aktuelles "Stiefkind" bezeichnet, da die Kosten pro Kilowattstunde im Vergleich zu traditionellen Kohlekraftwerken derzeit nicht wettbewerbsfähig sind.
Welches Fazit zieht die Arbeit zur Energiewende in China?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass regenerative Energien zwar eine wichtige Alternative neben Kohle und Öl darstellen, diese aber kurz- bis mittelfristig keinesfalls ersetzen können.
- Quote paper
- Christoph Meyer (Author), 2006, Untersuchung des Potentials erneuerbarer Energien zur Deckung des Energiebedarfs in der Volksrepublik China - Erneuerbare Energien als Alternative zu Kohle und Öl?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73236