Im August 2005 kündigt der mächtige Verlagskonzern Axel Springer AG (im weiteren Verlauf: Springer) an, den Medienkonzern ProSiebenSat.1 Media AG (ProSiebenSat.1) für rund vier Milliarden Euro kaufen zu wollen. Springer will hiermit seinen bisherigen Anteil von 12 % an dem Medienkonzern erheblich ausweiten und neben allen (stimmberechtigten) Stammaktien auch rund ein Viertel der Vorzugsaktien der Investorengruppe um den US-Amerikaner Haim Saban erwerben. Sollte diese Fusion gelingen, würde ein gewaltiger Medienkomplex entstehen, der in den Bereichen Print- und Fernsehmedien große Marktmacht bündelt. Als Ziele der Fusion sind u.a. die Präsenz in neuen Medienmärkten, die Nutzung von Synergieeffekten (z.b. durch Nutzung der Informationen für unterschiedliche Medien), Kosteneinsparungen, Ertragssteigerungen und die Ausweitung von Marktmacht zu nennen. Durch den Zusammenschluss würde ein so genannter nationaler Champion entstehen. Nationale Champions sind einzelne oder fusionierte Großunternehmen, die aufgrund von Verbund- und Größeneffekten, bzw. positiven Skalenerträgen, internationale Wettbewerbsfähigkeit erlangen. Diese Champions können sich somit auf dem Weltmarkt mit den größten Medienkonzernen messen.
Die geplante Fusion verursacht aber auch Probleme. Fusionen erhöhen die Unternehmenskonzentrationen in den entsprechenden Märkten. Die Entstehung einer marktbeherrschenden Stellung durch so einen Zusammenschluss, muss von den entsprechenden Behörden geprüft und genehmigt werden, was im weiteren Verlauf dieser Arbeit noch eingehender erläutert wird. Des weiteren ist das Konzept der nationalen Champions aus ökonomischen Gesichtspunkten sehr umstritten, worauf aber in dieser Arbeit nicht näher eingegangen wird. Der geplante Zusammenschluss scheitert im Januar 2006 an den Kontrollbehörden und den entsprechenden Gesetzen und Auflagen zur Genehmigung dieser Fusion.
Die vorliegende Seminararbeit gibt einen allgemeinen Überblick über den im Seminar zu behandelnden Fall Axel Springer AG und ProSiebenSat.1 Media AG. Zu diesem Zweck erfolgt nach der Darstellung der allgemeinen Begriffe des Bereichs Fusionen im zweiten Kapitel, im dritten und vierten Kapitel der jeweilige Gesamt-Überblick über die beiden Konzerne. Der eigentliche Fall wird dann in Kapitel fünf untersucht mit Schwerpunkt auf die Gründe für das Scheitern der Fusion. Im letzen Teil erfolgen eine kurze Zusammenfassung und ein Ausblick auf die Zukunft von Medienkonzernen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Allgemeine Begriffsdefinitionen
- 2.1 Fusion
- 2.2 Unternehmenskonzentration und Marktmacht
- 2.3 Der relevante Markt
- 2.4. Kontrollbehörden und Gesetze
- 3. ProSiebenSat.1 Media AG
- 3.1 Entstehungsgeschichte der ProSiebenSat.1 Media AG
- 3.2 Strategische Ausrichtung und Marktabgrenzung
- 4. Axel Springer AG
- 4.1 Entstehungsgeschichte der Axel Springer AG
- 4.2 Strategische Ausrichtung und Marktabgrenzung
- 5. Der Fall ProSiebenSat.1 Media AG - Axel Springer AG
- 5.1 Der Fall
- 5.2 Ziele der geplanten Fusion und Marktabgrenzung
- 5.3. Gründe für das Scheitern der Fusion
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit analysiert den Fall der geplanten Fusion zwischen der Axel Springer AG und der ProSiebenSat.1 Media AG im Jahr 2005. Sie beleuchtet die Hintergründe, die Ziele und die Gründe für das Scheitern dieses Zusammenschlusses. Die Arbeit setzt sich mit den relevanten ökonomischen und rechtlichen Aspekten dieser Fusion auseinander.
- Fusionen im Medienbereich und ihre Auswirkungen
- Unternehmenskonzentration und Marktmacht
- Der relevante Markt und seine Abgrenzung
- Regulierung und Kontrolle von Fusionen durch Behörden
- Strategische Ausrichtung und Marktabgrenzung von ProSiebenSat.1 Media AG und Axel Springer AG
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung präsentiert den Fall Springer/ProSiebenSat.1 und gibt einen Überblick über die Thematik und die Struktur der Seminararbeit. Kapitel zwei behandelt die allgemeinen Begriffsdefinitionen im Bereich der Fusionen und Medienmärkte. Dazu gehören die Definition von Fusionen, die verschiedenen Arten der Unternehmenskonzentration und die Abgrenzung des relevanten Marktes. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Entstehungsgeschichte und der strategischen Ausrichtung der ProSiebenSat.1 Media AG. Kapitel vier analysiert die Axel Springer AG in ähnlicher Weise. Kapitel fünf untersucht den Fall Springer/ProSiebenSat.1 im Detail, einschließlich der Ziele der geplanten Fusion, der Marktabgrenzung und der Gründe für deren Scheitern.
Schlüsselwörter
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Fusionen, Unternehmenskonzentration, Marktmacht, relevanter Markt, Kontrollbehörden, Medienbranche, Print- und Fernsehmedien, strategische Ausrichtung, Marktabgrenzung, nationale Champions, ProSiebenSat.1 Media AG und Axel Springer AG.
- Citation du texte
- Dipl. oek. Sabine Schanz (Auteur), 2006, Der Fall ProSieben Sat.1 Media AG - Axel Springer AG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73432