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Pugatschow-Aufstand 1773-1775 - Beteiligte und Motive

Title: Pugatschow-Aufstand 1773-1775 - Beteiligte und Motive

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 38 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Eike-Christian Kersten (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Anmerkungen: "Insgesamt eine gute Arbeit, die die von Ihnen breit ausgewertete Literatur kritisch diskutiert" (Der Dozent). Ziel dieser Arbeit ist es, die Motive für die Aufstandsbeteiligung der exemplarisch ausgewählten Gruppen der Jaikkosaken, Baschkiren, Uralarbeiter und Tataren darzulegen. Sie waren vielfältig und nicht immer deckungsgleich, und führten nur in einem Falle zum Erfolg.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufstandsverlauf

3. Jaikkosaken

3.1 Verhältnis der Jaikkosaken zum Zaren

3.2 Soziale Differenzen innerhalb der kosakischen Gemeinschaft

3.3 Ukazy

3.4 Zusammenfassung

4. Baškiren

4.1 Verhältnis der Baškiren zum Zentralstaat

4.2 Die Baškiren als Herren

4.3 Uralwerke

4.4 Nationalismus

4.5 Ukazy

4.6 Zusammenfassung

5. Uralarbeiter

5.1 Arbeits- und Lebensbedingungen

5.2 Innere Gegensätze

5.3 Ukazy

5.4 Zusammenfassung

6. Tataren

6.1 Innere Differenzen

6.2 Verhältnis zur Obrigkeit

6.3 Christianisierung

6.4 Zusammenfassung

7. Schlußwort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die heterogenen Motive verschiedener Bevölkerungsgruppen, die am Pugačev-Aufstand zwischen 1773 und 1775 beteiligt waren. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Beteiligung keineswegs auf ein einheitliches Ziel oder die rein soziale Notwendigkeit der "Bauern" zurückzuführen ist, sondern auf spezifische, teils widersprüchliche Interessenlagen einzelner Gruppen basiert.

  • Analyse der Rolle und Motive der Jaikkosaken als treibende Kraft des Aufstands
  • Untersuchung der nationalen und sozialen Faktoren bei den Baškiren
  • Darstellung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Uralarbeiter
  • Einfluss der russischen Regionalpolitik und Christianisierung auf die Tataren

Auszug aus dem Buch

3.1 Verhältnis der Jaikkosaken zum Zaren

Den Angaben der Jaikkosaken zufolge hätten sich ihre Vorfahren nach einigen Auseinandersetzungen mit den Tataren der Goldenen Horde 1613 freiwillig unter den Schutz der russischen Herrschaft begeben. Zar Michail Fedorovič soll befohlen haben, den Kosaken eine Urkunde auszustellen, die ihnen erlaubte, am Fluß Jaik sowie an allen seinen Nebenflüssen vom Ursprung bis zur Mündung zu leben und Ländereien zu besitzen.

Ihre persönliche Freiheit wurde anerkannt, erwartet wurde von ihnen der Dienst als Kosaken, um die südöstlich an die Steppengrenze und die an das Schwarze Meer stoßende Grenze vor den Einfällen der benachbarten Völker zu schützen und dem Zaren, wenn auch in speziellen Einheiten und nach kosakischen Brauch, kämpfende Truppen zur Verfügung zu stellen. Als Gegenleistung sollten sie Getreidevorräte, Pulver und Blei sowie Geldzahlungen vom Moskauer Staat erhalten, das carskoe žalovanie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der am Aufstand beteiligten Gruppen und Definition der Zielsetzung der Arbeit.

2. Aufstandsverlauf: Überblick über den zeitlichen Ablauf der Ereignisse unter der Führung von Pugačev.

3. Jaikkosaken: Analyse des Verhältnisses der Kosaken zum Zaren, ihrer sozialen Spaltung und ihrer Beweggründe.

4. Baškiren: Erörterung der Gründe für den Aufstand, inklusive der nationalen Komponente und des Widerstands gegen die russische Industrialisierung.

5. Uralarbeiter: Betrachtung der harten Arbeitsbedingungen, der sozialen Schichtung innerhalb der Arbeiter und der Bedeutung des Glaubens an den "guten Zaren".

6. Tataren: Untersuchung der tatarischen Position zwischen staatlicher Assimilation, Christianisierungsdruck und dem Protest gegen die lokale Obrigkeit.

7. Schlußwort: Synthese der Ergebnisse, die die Vielschichtigkeit der Aufstandsmotive und deren reaktiven Charakter hervorhebt.

Schlüsselwörter

Pugačev-Aufstand, Jaikkosaken, Baškiren, Uralarbeiter, Tataren, Katharina II., Leibeigenschaft, Sozialer Protest, Nationalismus, Russland im 18. Jahrhundert, Ukaz, Mittlere Wolga, Zarenherrschaft, Kolonisation, Christianisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit behandelt die sozialen und politischen Hintergründe des Pugačev-Aufstands von 1773 bis 1775 und analysiert, warum unterschiedliche ethnische und soziale Gruppen an der Bewegung teilnahmen.

Welche Gruppen stehen im Fokus der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich schwerpunktmäßig auf vier Gruppen: die Jaikkosaken, die Baškiren, die Uralarbeiter und die Tataren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Motive der Aufständischen keineswegs homogen waren und sich nicht pauschal als "Bauernkrieg" gegen die Leibeigenschaft zusammenfassen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung von Fachliteratur und zeitgenössischen Manifesten bzw. ukazy basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich kapitelweise nach den vier beteiligten Gruppen und analysiert jeweils das Verhältnis zum Zentralstaat, spezifische soziale Spannungen und den Einfluss der zaristischen Politik.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie soziale Differenzierung, regionale Autonomie, zaristische Zentralisierungspolitik und multiethnischer Widerstand.

Warum leisteten die Baškiren als einzige Gruppe Widerstand aus nationalen Motiven?

Die Arbeit argumentiert, dass bei den Baškiren nationalistische Tendenzen durch den Verlust ihrer Rolle als lokale Herren und die Bedrohung ihres Lebensraums durch russische Besiedlung und Industrie besonders stark ausgeprägt waren.

Welche Rolle spielten die "ukazy" im Aufstand?

Die ukazy (Erlasse Pugačevs) dienten als wichtiges propagandistisches Mittel, um verschiedene Gruppen durch spezifische Versprechungen – wie die Wiederherstellung alter Freiheiten oder Landschenkungen – auf die Seite des falschen Zaren Peter III. zu ziehen.

Gab es Gruppen, die ihre Lage durch den Aufstand dauerhaft verbessern konnten?

Ja, laut der Analyse konnten insbesondere die Uralarbeiter durch die Aufstandsbewegung eine langfristige Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen erzwingen, da der Staat nach dem Aufstand gezwungen war, durch Reformmanifeste die Rechte der Fabrikbauern neu zu regeln.

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Details

Title
Pugatschow-Aufstand 1773-1775 - Beteiligte und Motive
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Abteilung für Osteuropäische Geschichte)
Course
"Von Kazan' nach Moskau - Geschichtslandschaften entlang der Wolga
Grade
2,0
Author
Eike-Christian Kersten (Author)
Publication Year
2006
Pages
38
Catalog Number
V73442
ISBN (eBook)
9783638634878
ISBN (Book)
9783638675826
Language
German
Tags
Pugatschow-Aufstand Beteiligte Motive Kazan Moskau Geschichtslandschaften Wolga
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eike-Christian Kersten (Author), 2006, Pugatschow-Aufstand 1773-1775 - Beteiligte und Motive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73442
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