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Schuldistanz - Zwischen rechtlichen Rahmenbedingungen und pädagogischem Handeln

Title: Schuldistanz - Zwischen rechtlichen Rahmenbedingungen und pädagogischem Handeln

Diploma Thesis , 2007 , 89 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Daase (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Ziel dieser Arbeit ist einerseits die Beschreibung von Ursachen und Auswirkungen schuldistanzierter Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen sowie andererseits von Möglichkeiten, diesen durch Prävention und Intervention entgegenzuwirken. Neben den pädagogischen Wegen sollen außerdem die im Berliner Schulgesetz und im Kinder- und Jugendhilfegesetz festgeschriebenen rechtlichen Rahmenbedingungen beschrieben und auf ihre Möglichkeiten der praktischen Umsetzung hin untersucht werden. Durch die Darstellung des rechtlichen Rahmens soll dem Leser Handlungssicherheit im Umgang mit Schuldistanz gegeben werden. Gleichzeitig werden die Möglichkeiten einer Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule dargestellt und auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft.
Im ersten Abschnitt wird zunächst dargestellt, wie schwer das titelgebende Phänomen zu fassen ist, um dann zu verdeutlichen, wie groß die zum Thema existierende begriffliche Vielfalt ist und wie sich diese beiden Aspekte gegenseitig bedingen. Zudem soll der in dieser Arbeit verwendete Begriff Schuldistanz begründet und definiert werden.
Da eine Schulpflichtverletzung auch immer eine Schulpflicht voraussetzt, wird im Folgenden die historische Entwicklung der Schulpflicht in Deutschland beschrieben. Anschließend werden die aktuellen rechtlichen Grundlagen der Schulpflicht in Berlin ausgeführt.
Schuldistanzierte Verhaltensweisen zeigen sich in unterschiedlicher Intensität und Ausprägung. Im folgenden Kapitel werden diese unterschiedlichen Erscheinungsformen und Ursachen von Schuldistanz dargestellt. Neben Ursachen, die in der Person des Schülers begründet sind, sollen vor allem die Auswirkungen der schulischen und familiären Zusammenhänge beschrieben, untersucht und diskutiert werden.
Nach der ausführlichen Erläuterung von Gründen und Erscheinungsformen schuldistanzierter Verhaltensweisen werden anschließend die Möglichkeiten der Prävention auf unterschiedlichen Ebenen beschrieben. Im letzten Teil dieser Arbeit werden die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe skizziert und die Möglichkeiten erörtert, durch eine Kooperation der beiden Institutionen Schuldistanz entgegenzuwirken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zum Begriff Schuldistanz

3 Entwicklung der Schulpflicht im historischen Kontext

4 Schulpflicht im rechtlichen Kontext

5 Erscheinungsformen von Schuldistanz

6 Ursachen von Schuldistanz

6.1 Wirkfaktor Gesellschaft

6.2 Wirkfaktor Clique

6.3 Wirkfaktor Familie und soziales Umfeld

Zurückhalten durch die Eltern

6.4 Personennahe Wirkfaktoren

6.4.1 Verhaltensstörungen

6.4.2 Alter

6.4.3 Geschlecht

6.4.4 Teilleistungsstörungen

6.5 Wirkfaktor Schule

6.5.1 Probleme in der Struktur schulischen Lernens

6.5.2 Probleme auf der Beziehungsebene

Eltern-Lehrer-Beziehung

6.5.3 Probleme auf der Partizipationsebene

7 Möglichkeiten der Prävention und Intervention

7.1 Prävention

7.1.1 Prävention durch Elternarbeit

7.1.2 Präventive Möglichkeiten im schulischen Bereich

7.1.3 Datenübermittlung beim Schulwechsel aus rechtlicher Sicht

7.1.3.1 Datenweitergabe durch die Schule

7.1.3.2 Datenweitergabe durch beteiligte Sozialpädagogen

7.1.4 Prävention durch Umgestaltung des Unterrichts

7.1.4.1 Soziales Lernen im Unterricht

7.1.4.2 Partizipation als Prävention

7.2 Intervention im individuellen Fall

Rechtliche Rahmenbedingungen

7.3 Maßnahmenplan der Senatsverwaltung bei Schulversäumnissen

7.3.1 Unentschuldigtes Fehlen länger als drei Tage

7.3.1.1 Zusammenarbeit mit den Eltern

7.3.1.2 Intervention beim Schüler

7.3.2 Unentschuldigtes Fehlen länger als zehn Tage

7.3.3 Weiteres Vorgehen

7.3.4 Fazit

8 Kooperationsmöglichkeiten zwischen Jugendhilfe und Schule

8.1 Verankerung von Schulsozialarbeit an der Schule

8.2 Rechtliche Grundlagen der Kooperation von Jugendhilfe und Schule im Kinder- und Jugendhilfegesetz

Kooperation bei individuellem Hilfebedarf

8.3 Möglichkeiten der Kooperation aus schulischer Sicht

9 Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Diplomarbeit untersucht das Phänomen der Schuldistanz bei Kindern und Jugendlichen, analysiert dessen komplexe Ursachen sowie rechtliche Rahmenbedingungen und erörtert pädagogische Handlungsoptionen. Ein zentrales Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch Prävention, Intervention und eine verstärkte Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe Schulabbrüchen entgegengewirkt werden kann.

  • Ursachenforschung von Schuldistanz (gesellschaftlich, familiär, schulisch, personennah)
  • Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen der Schulpflicht in Berlin
  • Bewertung präventiver Ansätze und des Maßnahmenplans der Senatsverwaltung
  • Untersuchung der Kooperationsmöglichkeiten zwischen Schule und Jugendhilfe
  • Stellenwert von Sozialarbeit an Schulen

Auszug aus dem Buch

6.4.4 Teilleistungsstörungen

Teilleistungsstörungen können für Kinder und Jugendliche fortdauernde Misserfolgserlebnisse zu Folge haben, die Auslöser für schuldistanzierte Verhaltensweisen sein können.

Unter Teilleistungsstörungen versteht man „kindliche Lernstörungen, die nur einzelne Fähigkeiten betreffen“ und die nicht auf geistige Behinderungen, Verhaltensstörungen oder Milieuschäden zurückzuführen sind. Diese können sich in einer Rechenschwäche (Dyskalkulie) oder einer Lese-Rechtschreib-Schwäche äußern. Die Behandlung von Teilleistungsstörungen erfolgt durch gezielte, auf die jeweilige Schwäche abgestimmte Förderprogramme. Wird eine Teilleistungsschwäche nicht oder nicht rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt, können aufgrund fehlender Erfolgserlebnisse schuldistanzierte Verhaltensweisen die Folge sein. Schüler fühlen sich für ihre eingeschränkte Leistungsfähigkeit verantwortlich und können sich, je nach individuellen Rahmenbedingungen, den Misserfolgserlebnissen durch schulvermeidende Verhaltensweisen entziehen. Notwendig ist also ein frühzeitiges Erkennen und Behandeln von Teilleistungsstörungen, um durch individuelle Fördermaßnahmen Misserfolgserlebnissen entgegenzuwirken und den Kindern Rückhalt zu geben.

In der Literatur wird Drogenmissbrauch einerseits ebenfalls als personennaher Risikofaktor für schuldistanziertes Verhalten genannt. Andere Autoren betrachten Drogenkonsum eher als Auswirkung anderer bedingender Faktoren, und somit nicht als primären Wirkfaktor für Schuldistanz. Schuldistanziertes Verhalten kann durch Drogen jedoch verstärkt werden, da hiermit oft eine Teilnahmslosigkeit gegenüber der Umwelt und dem sozialen Umfeld einhergeht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Schuldistanz, ihre wirtschaftlichen Folgekosten und definiert das Ziel der Arbeit, Ursachen und Interventionsmöglichkeiten zu untersuchen.

2 Zum Begriff Schuldistanz: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Vielfalt rund um das Phänomen Schuldistanz und begründet die Entscheidung für den gewählten Oberbegriff zur Beschreibung des Verhaltensspektrums.

3 Entwicklung der Schulpflicht im historischen Kontext: Der historische Abriss skizziert den Weg von den ersten Ansätzen einer Schulpflicht im 17. Jahrhundert bis hin zur Etablierung gesetzlicher Rahmenbedingungen in Deutschland.

4 Schulpflicht im rechtlichen Kontext: Hier werden die aktuellen gesetzlichen Grundlagen der Schulpflicht in Berlin und die damit verbundenen Verantwortlichkeiten der Erziehungsberechtigten und Schulen dargelegt.

5 Erscheinungsformen von Schuldistanz: Es wird eine Stufeneinteilung von schuldistanziertem Verhalten vorgenommen, um die unterschiedlichen Intensitätsgrade der Schulpflichtverletzung systematisch zu erfassen.

6 Ursachen von Schuldistanz: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Wirkfaktoren, darunter die Gesellschaft, das soziale Umfeld, die Clique, personennahe Faktoren wie Teilleistungsstörungen sowie schulische Probleme.

7 Möglichkeiten der Prävention und Intervention: Es werden präventive Strategien und Interventionsmaßnahmen diskutiert, inklusive einer kritischen Analyse des Maßnahmenplans der Senatsverwaltung bei Schulversäumnissen.

8 Kooperationsmöglichkeiten zwischen Jugendhilfe und Schule: Das Kapitel erörtert die Notwendigkeit und rechtlichen Grundlagen einer interdisziplinären Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe zur Unterstützung betroffener Schüler.

9 Schlussbetrachtung und Ausblick: Diese abschließende Betrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Bedeutung des pädagogischen Handelns sowie den weiteren Forschungsbedarf hervor.

Schlüsselwörter

Schuldistanz, Schulverweigerung, Schulpflicht, Prävention, Intervention, Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Schulaversives Verhalten, Schulschwänzen, Bildungsrecht, Elternarbeit, Erziehungsdefizite, Teilleistungsstörungen, Partizipation, Schulerfolg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der Schuldistanz bei Kindern und Jugendlichen im Spannungsfeld zwischen rechtlichen Vorgaben und pädagogischem Handeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die Erscheinungsformen von Schuldistanz, ihre vielfältigen Ursachen sowie die Möglichkeiten der Prävention und Intervention unter Einbeziehung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Ursachen und Auswirkungen zu beschreiben und Wege aufzuzeigen, wie durch pädagogische Prävention und eine strukturierte Kooperation der Institutionen Schuldistanz entgegengewirkt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine systematische theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, Studien und rechtlichen Bestimmungen, um Handlungsmöglichkeiten für die Praxis abzuleiten.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?

Im Hauptteil werden neben den Ursachen (gesellschaftlich, schulisch, familiär, personell) insbesondere die rechtlichen Grundlagen und der konkrete Maßnahmenplan der Berliner Senatsverwaltung kritisch analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Schuldistanz, Schulpflicht, Jugendhilfe, präventive Arbeit, Intervention sowie die Kooperation zwischen den Institutionen Schule und Jugendhilfe.

Warum ist die Unterscheidung der "Stufen" von Schuldistanz für die Schule relevant?

Die Unterteilung ermöglicht es pädagogischen Fachkräften, den Schweregrad der Verhaltensweisen einzuschätzen und zielgerichtete, verhältnismäßige Maßnahmen von der Prävention bis hin zur Intervention einzuleiten.

Welche rechtliche Einschränkung besteht beim Austausch von Daten zwischen Schule und Jugendhilfe?

Die Zusammenarbeit ist durch strengen Vertrauensschutz und datenschutzrechtliche Vorgaben, insbesondere im SGB VIII, geregelt, was einen engen Austausch oft von der Zustimmung der Erziehungsberechtigten abhängig macht.

Wie bewertet der Autor den Maßnahmenplan der Senatsverwaltung bei Schulversäumnissen?

Der Autor sieht den Plan als einen notwendigen ersten Handlungsrahmen, kritisiert jedoch, dass konkrete Schritte sehr allgemein gehalten sind und die Einbindung der Schulsozialarbeit nicht ausreichend genutzt wird.

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Details

Title
Schuldistanz - Zwischen rechtlichen Rahmenbedingungen und pädagogischem Handeln
College
Catholic University for Applied Sciences Berlin
Grade
1,3
Author
Christian Daase (Author)
Publication Year
2007
Pages
89
Catalog Number
V73552
ISBN (eBook)
9783638636018
ISBN (Book)
9783638675895
Language
German
Tags
Schuldistanz Zwischen Rahmenbedingungen Handeln
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Daase (Author), 2007, Schuldistanz - Zwischen rechtlichen Rahmenbedingungen und pädagogischem Handeln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73552
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