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Der Verfall der alten gottgewollten Ordnung im Jungfrauenkloster zu Freiberg

Title: Der Verfall der alten gottgewollten Ordnung im Jungfrauenkloster zu Freiberg

Seminar Paper , 2007 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anne S. Respondek (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Bei der Quelle, die hier beschrieben wird, handelt es sich um eine Urkunde, zu finden im Codex Diplomaticus Saxoniae Regiae . Diese Urkunde ist ein Original, welches im Stadtarchiv Freiberg vorliegt .

Sie ist dispositiv, d.h. rechtschaffend und ausserdem eine Papsturkunde, denn das Kloster der Heiligen Maria Magdalene von der Buße untersteht dem Obersten Hirten, dem Papst selbst. Die Beglaubigung erfolgt nicht durch Vollzugsstrich oder Unterschrift, sondern durch ein Siegel. Durch den Ewigkeitswert, den ihr Inhalt für sich beansprucht, erweist sie sich des Weiteren als Diplom.

Das Dokument besteht aus Pergament, ebenso das beschriebene Siegelband. Die verblassende bräunlich-rote Schrift ist in Minuskeln gehalten (Urkundenkursive), die Buchstaben selbst sind eine Mischform der üblichen Schriften von ca. 1350 – ca. 1450.

Das anhängende Siegel ist spitzoval und etwa handgross. Es besteht aus mit Harz versetztem Bienenwachs; ist rotbraun, war aber ehemals deutlich rotstichiger. Das Bild zeigt die Heilige Magdalena, welche knieend mit Salbengefäß dargestellt wird, die Umschrift lautet: „S. sororum penitencium in Vriberg“.

Es handelt sich um das jüngere Conventsiegel des Freibergischen Nonnenklosters, dessen Original aus grünem Wachs zuallererst der Urkunde No. 616 von 1384 anhing.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Die Quelle an sich

1.1 Äussere Quellenbeschreibung

1.2 Der Inhalt der Quelle

2 Die Magdalenerinnen und ihr Kloster

2.1 Über das Kloster und seine Örtlichkeiten

2.2 Die Magdalenerinnen

3 Von Niedergang und Aufschwung

3.1 Die „schlimmen Nonnen“ – Weibsbilder „unordentlichen weßens“

3.2 Das strenge Regiment der Priorin Barbara Schröterin

4 An der alten gottgewollten Ordnung wird gezweifelt

4.1 Ursula von Münsterberg

4.2 Der lutherische Gedanke hält Einzug ins Kloster

4.3 Die Flucht

4.4 Die Schrift

4.5 Endpunkt

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Prozess des moralischen, wirtschaftlichen und religiösen Verfalls sowie der anschließenden Transformation des Magdalenerinnenklosters in Freiberg im 15. und 16. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf den Einfluss der Reformation und die Flucht der Nonne Ursula von Münsterberg.

  • Historische Quellenanalyse einer päpstlichen Urkunde aus dem Jahr 1493.
  • Untersuchung der klösterlichen Lebensbedingungen und der Auswirkungen von Reformversuchen unter Priorin Barbara Schröterin.
  • Analyse der lutherischen Strömungen und der Rolle von Ursula von Münsterberg als Reformatorin innerhalb des Klosters.
  • Dokumentation des Konflikts zwischen klösterlicher Disziplin und dem persönlichen Gewissensentschluss der Flucht.
  • Darstellung der Folgen der Flucht für das Kloster und dessen Säkularisierung.

Auszug aus dem Buch

4.2 Der lutherische Gedanke hält Einzug ins Kloster

In den 20iger Jahren des 16. Jahrhunderts entwickelte sich eine Partei lutherisch gesinnter Jungfrauen im Kloster; Ursula von Münsterberg wird in dieser eine führende Rolle zugeschrieben. Die Nachfolgerin der Schröterin, Katharina Freibergin, lockert die Regeln. Sie wird beschrieben als „(...) schon bejahrt, gutmütig und schwach (...)“, zudem als nicht frei von lutherischer Gesinnung. Den Jungfrauen erlaubte sie ausgiebige Spaziergänge, gegenseitige Zellenbesuche, den Laienschwestern Besuche auf den Markt, diese durften sich ausserdem ausserhalb der Klostermauern aufhalten, wann immer ihnen der Sinn danach stand, auch lässt sie Besucher beiderlei Geschlechtes ins Kloster und geht nachlässig mit den Schlüsseln um. Es kommt vor, dass sie zu Besuchen bei Verwandten oder Festen selbst einige Jungfrauen mitnimmt; an Feiertagen, berichtet man, höre sich das Kloster an als weile man in einer Schenke oder Taverne.

„(...) Die Priorin ließ die Welt ins Kloster, aber sie ging auch aus dem Kloster in die Welt. (...)“

Ihre beiden engsten Ratgeberinnen, Martha von Schönberg und Barbara von Schönberg, galten sogar als ausgesprochene Anhänger der Lehre Luthers.

Von den verwandtschaftlichen Beziehungen Ursulas zu Herzogin Katharina profitierten von Münsterberg und lutherisch gesinnte Nonnen insofern, als dass sie von der Herzogin regelmässig mit Büchern und Broschüren Luthers, z.B. mit seinen Predigten, versorgt wurden. Vor einer Visitation sah Ursula sich genötigt, einen ganzen Sack Bücher im Korn zu verstecken; während einer Visitation wird Dorothea Tanbergin abverlangt, sie solle sich zu den von der Kirche genehmigten christlichen Büchern bekennen, woraufhin sie ausweicht, zur Bibel bekenne sie sich gerne.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die Quelle an sich: Analyse einer päpstlichen Urkunde von 1493 als materielles Dokument und historische Quelle für den Zustand des Freiberger Klosters.

2 Die Magdalenerinnen und ihr Kloster: Beschreibung der Geschichte, Örtlichkeiten, wirtschaftlichen Verhältnisse und der Ordensregel der Magdalenerinnen.

3 Von Niedergang und Aufschwung: Darstellung der Krise im 15. Jahrhundert und der erfolgreichen Reformbemühungen durch die Priorin Barbara Schröterin.

4 An der alten gottgewollten Ordnung wird gezweifelt: Untersuchung der Person Ursula von Münsterberg, ihres lutherisch motivierten Austritts aus dem Kloster und der Transformation zur Säkularisierung.

Schlüsselwörter

Magdalenerinnen, Freiberg, Reformation, Ursula von Münsterberg, Klosterleben, Urkundenanalyse, Barbara Schröterin, Säkularisierung, Glaubenswandel, klösterliche Disziplin, Kirchengeschichte, Frauenorden, Luther, Konfessionalisierung, Ordensregeln.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Niedergang und die Transformation des Magdalenerinnenklosters in Freiberg vom 15. bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss der Reformation.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen klösterliches Leben, die Reformversuche innerhalb des Konvents, den Einfluss lutherischer Lehren und die Flucht von Nonnen aus dem religiösen Dienst.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den individuellen Gewissenskonflikt von Ursula von Münsterberg vor dem Hintergrund institutioneller historischer Veränderungen im Kloster nachzuzeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse historischer Dokumente, wie Urkunden und zeitgenössischer Flugschriften, angewandt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung des Klosters, die Phase des inneren Aufschwungs unter der Priorin Schröterin sowie die spätere religiöse Umorientierung und den Austritt der Nonnen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Magdalenerinnen, Reformation, Säkularisierung, klösterliche Disziplin und Ursula von Münsterberg.

Warum war die Mitgift von Ursula von Münsterberg so bedeutsam?

Die bescheidene Mitgift Ursulas wurde von der Priorin als unzureichend angesehen, um ihren Lebensunterhalt zu decken, was zu Spannungen innerhalb der Klosterhierarchie führte.

Welche Rolle spielte die Flucht für die Brisanz des Falls?

Die Flucht war vor allem aufgrund der adligen Abstammung Ursulas von Münsterberg kirchenpolitisch brisant und verletzte die familiäre Ehre der Herzöge Georg und Heinrich.

Was war der Inhalt von Ursula von Münsterbergs Schrift?

In ihrer Schrift rechtfertigte Ursula ihr Handeln mit theologischen Argumenten, stellte das Klosterleben als menschlich erdacht in Frage und bekannte sich zur Taufe als einzig gültigem Gelübde.

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Details

Title
Der Verfall der alten gottgewollten Ordnung im Jungfrauenkloster zu Freiberg
College
Dresden Technical University  (Institut für Mittelalterliche Geschichte)
Course
Proseminar: "Herrscherinnen und Nonnen"
Grade
1,7
Author
Anne S. Respondek (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V73561
ISBN (eBook)
9783638743686
Language
German
Tags
Verfall Ordnung Jungfrauenkloster Freiberg Proseminar Herrscherinnen Nonnen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne S. Respondek (Author), 2007, Der Verfall der alten gottgewollten Ordnung im Jungfrauenkloster zu Freiberg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73561
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