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Definition und Status des Konfixes: Nur ein gebundenes Grund-/ Basismorphem?

Title: Definition und Status des Konfixes: Nur ein gebundenes Grund-/ Basismorphem?

Term Paper , 2007 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nicole Borchert (Author)

German Studies - Linguistics
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Im Deutschen zählen freie lexikalische Morpheme, Affixe und Konfixe zu den produktiven Mitteln der Wortbildung. Ersteres meint die frei vorkommenden Einheiten, sprich Wörter, zweiteres bezeichnet die verschiedenen Prä- und Suffixe der Wortbildung, wie zum Beispiel un-; -heit: -keit. Über Definition und Status des Konfixes in der deutschen Wortbildungslehre herrscht hingegen kein wissenschaftlicher Konsens.

Ein Grund hierfür könnte sein, dass das Konfix sprachhistorisch noch nicht sehr lange zu den drei zentralen Einheiten der deutschen Wortbildung gehört, und dementsprechend ein relativ neuer Forschungsgegenstand derselbigen darstellt (vgl. Donalies 2000: 144). Das Konfix taucht erst seit den achtziger Jahren maßgeblich in der Forschungsliteratur auf, wird jedoch seitdem immer mehr als Gegenstand der deutschen Wortbildung thematisiert.
Meist wird darin das Konfix durch eine Abgrenzungsdefinition bestimmt, indem vorrangig Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Wortbildungseinheiten herausgestellt werden.
So gilt die Gebundenheit als Hauptmerkmal zur Abgrenzung der Konfixe von Wörtern beziehungsweise freien lexikalischen Einheiten, die Derivationsbasisfähigkeit hingegen zur Abgrenzung von den Wortbildungsaffixen (vgl. Donalies 2000: 144).
Auch wenn sich die Kategorie Konfix mittlerweile als Wortbildungseinheit und wissenschaftlicher Terminus neben Lexemen und Affixen in der Forschungsliteratur und in den Einführungen zur Wortbildung etabliert hat, wird der Begriff bisweilen sehr strittig und widersprüchlich verwendet.

Da dem Konfix meist eine Zwischenstellung zwischen frei vorkommenden Grundmorphemen und Affixen zugesprochen wird (vgl. Lohde 2006: 78), werden unter dem Begriff Konfix häufig solche morphologischen Einheiten zusammengefasst, die gebunden und trotzdem basisfähig sind. Aufgrund dieser weitgefassten Zwischenstellung bezeichnen einige Autoren die Kategorie der Konfixe als „gebundene Grundmorpheme“ (Fleischer/ Barz 1995: 25).

Als weiteres Abgrenzungsproblem stellt sich, dass sich einige Konfixe wie mini- im allgemeinen Sprachgebrauch als eigenständige Wörter etablieren, wodurch der Status des Konfixes zunehmend problematisch zu werden beginnt (vgl. Fleischer/ Barz 1995: 120).

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Stellung des Konfixes in der Wortbildung

2.1 Definitionsansätze

2.2 Abgrenzungsprobleme

3. Resümee und Stellungnahme

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die morphologische Kategorie des Konfixes in der deutschen Sprache, mit dem primären Ziel, den wissenschaftlichen Status dieser Einheit zu klären und die Forschungsfrage zu beantworten, ob das Konfix lediglich als gebundenes Grund- beziehungsweise Basismorphem definiert werden kann oder eine eigenständige Morphemklasse darstellt.

  • Abgrenzung der Konfixe von freien lexikalischen Morphemen und Affixen.
  • Analyse kontroverser Definitionsansätze in der germanistischen Forschungsliteratur.
  • Diskussion der Gebundenheit als Hauptmerkmal und deren zunehmende Problematisierung.
  • Untersuchung der Produktivität von Konfixen in der modernen Werbesprache und Umgangssprache.
  • Evaluierung der Entwicklung von Konfixen hin zu freien Kurzwörtern.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Im Deutschen zählen freie lexikalische Morpheme, Affixe und Konfixe zu den produktiven Mitteln der Wortbildung. Ersteres meint die frei vorkommenden Einheiten, sprich Wörter, zweiteres bezeichnet die verschiedenen Prä- und Suffixe der Wortbildung, wie zum Beispiel un-; -heit: -keit. Über Definition und Status des Konfixes in der deutschen Wortbildungslehre herrscht hingegen kein wissenschaftlicher Konsens.

Ein Grund hierfür könnte sein, dass das Konfix sprachhistorisch noch nicht sehr lange zu den drei zentralen Einheiten der deutschen Wortbildung gehört, und dementsprechend ein relativ neuer Forschungsgegenstand derselbigen darstellt (vgl. Donalies 2000: 144). Das Konfix taucht erst seit den achtziger Jahren maßgeblich in der Forschungsliteratur auf, wird jedoch seitdem immer mehr als Gegenstand der deutschen Wortbildung thematisiert.

Meist wird darin das Konfix durch eine Abgrenzungsdefinition bestimmt, indem vorrangig Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Wortbildungseinheiten herausgestellt werden. So gilt die Gebundenheit als Hauptmerkmal zur Abgrenzung der Konfixe von Wörtern beziehungsweise freien lexikalischen Einheiten, die Derivationsbaufähigkeit hingegen zur Abgrenzung von den Wortbildungsaffixen (vgl. Donalies 2000: 144).

Auch wenn sich die Kategorie Konfix mittlerweile als Wortbildungseinheit und wissenschaftlicher Terminus neben Lexemen und Affixen in der Forschungsliteratur und in den Einführungen zur Wortbildung etabliert hat, wird der Begriff bisweilen sehr strittig und widersprüchlich verwendet.

Da dem Konfix meist eine Zwischenstellung zwischen frei vorkommenden Grundmorphemen und Affixen zugesprochen wird (vgl. Lohde 2006: 78), werden unter dem Begriff Konfix häufig solche morphologischen Einheiten zusammengefasst, die gebunden und trotzdem basisfähig sind. Aufgrund dieser weitgefassten Zwischenstellung bezeichnen einige Autoren die Kategorie der Konfixe als „gebundene Grundmorpheme“ (Fleischer/ Barz 1995: 25).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass für den Status des Konfixes innerhalb der deutschen Wortbildung trotz dessen Etablierung kein wissenschaftlicher Konsens besteht.

2. Zur Stellung des Konfixes in der Wortbildung: Dieses Kapitel erörtert verschiedene Definitionsansätze und zeigt die Schwierigkeiten auf, Konfixe präzise von anderen morphologischen Einheiten wie freien Morphemen oder Affixen abzugrenzen.

3. Resümee und Stellungnahme: Das Resümee fasst die kontroversen Standpunkte zusammen und plädiert für die Anerkennung der Konfixe als eigene, jedoch durch neue Tendenzen zur freien Verwendung schwer zu definierende Morphemkategorie.

Schlüsselwörter

Konfix, Wortbildung, Gebundenheit, Basismorphem, Morphemklasse, Lexem, Affix, Sprachwissenschaft, Fremdwortkomponente, Wortfähigkeit, Sprachökonomie, Hybridbildung, Produktivität, Forschungsgegenstand, morphologische Einheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Definition und dem Status von Konfixen als Wortbildungselemente im Deutschen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Abgrenzung von Konfixen gegenüber freien Morphemen und Affixen sowie die Diskussion ihrer Rolle als „gebundene Grundmorpheme“.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob das Konfix ausschließlich als gebundenes Grundmorphem definiert werden kann oder ob es sich um eine eigenständige Morphemklasse handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die verschiedene Positionen führender Sprachwissenschaftler vergleicht und kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Darstellung von Definitionsansätzen und der Problematik, dass Konfixe zunehmend auch ungebunden oder als Kurzwörter in der Sprache vorkommen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Konfix, Wortbildung, Gebundenheit, Basisfähigkeit und Wortfähigkeit charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Werbesprache bei der Verbreitung von Konfixen?

Besonders in der Werbesprache werden Konfixe wie „bio-“ oder „thermo-“ häufig verwendet, was zu ihrer hohen Produktivität und Verbreitung im allgemeinen Sprachgebrauch führt.

Warum wird der Status des Konfixes aktuell als problematisch angesehen?

Da immer mehr Konfixe (z. B. „mini-“) auch als freie Wörter verwendet werden, verliert das definierende Hauptmerkmal der „Gebundenheit“ an wissenschaftlicher Fundiertheit.

Welche Konsequenz zieht die Verfasserin aus den aktuellen Tendenzen?

Die Verfasserin empfiehlt die Anerkennung eines gesonderten Morphemtypus, der jedoch den Trend zur freien Verwendung der Elemente berücksichtigen muss.

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Details

Title
Definition und Status des Konfixes: Nur ein gebundenes Grund-/ Basismorphem?
College
Technical University of Darmstadt
Grade
2,0
Author
Nicole Borchert (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V73629
ISBN (eBook)
9783638783439
ISBN (Book)
9783638794527
Language
German
Tags
Morphem Konfix Sprachwissenschaft Wortbildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Borchert (Author), 2007, Definition und Status des Konfixes: Nur ein gebundenes Grund-/ Basismorphem?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73629
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