Die medizinische Versorgung steht für die Krankenhäuser in Zukunft nicht mehr alleine im Vordergrund. Parallel wird es zukünftig wichtig sein, ein effektiveres Management zu betreiben und sich wirtschaftlicher zu verhalten, um am Gesundheitsmarkt auf Dauer bestehen zu können. Ein Instrument, welches sich schon seit Jahren im harten Wettbewerb der Industrie bewährt hat, gewinnt im Krankenhausbereich immer mehr an Bedeutung: Das Benchmarking! Es ist ein Instrument, welches sich für jede Branche anwenden lässt und somit sehr flexibel einsetzbar ist.
Die Deregulierung des Gesundheitswesens wird durch die jeweilige Bundesregierung sukzessive vorangetrieben, so dass Benchmarking für ein Krankenhausmanagement nahezu unumgänglich wird. Es hilft dem Krankenhaus, sich für die schwierigen Marktbedingungen zu rüsten und um sich damit die Chance zu bewahren, besser zu sein als die Konkurrenz.
Vor diesem Hintergrund soll die Hausarbeit aufzeigen, was Benchmarking im Krankenhausbereich vom Grundsatz her bedeutet.
Die Arbeit ist dazu in zwei große Hauptbereiche unterteilt. Im ersten Teil der Arbeit werde ich zunächst erläutern, was Benchmarking grundsätzlich bedeutet und hervorheben, was unter dem Begriff zu verstehen ist. Im zweiten Teil der Arbeit werde ich das Benchmarking im Krankenhaus näher erläutern und darstellen, welche Ausgestaltung das Benchmarking dort speziell annimmt.#
Ob man jedoch eine gute bzw. schlechte Marktposition beansprucht ist unerheblich für die Inanspruchnahme des Instruments. In beiden Situationen kann Benchmarking sehr hilfreich sein. Auf der einen Seite, um den Anschluss nicht zu verlieren bzw. wieder herzustellen und andererseits, um seine Position im Wettbewerb zu behalten oder sogar auszubauen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Benchmarking
2.1. Definition von Benchmarking
2.2. Kerngedanke des Benchmarking
2.3. Entstehungsgeschichte des Benchmarking
2.4. Benchmarkingprozess
2.4.1. Phase 1: Planung
2.4.2. Phase 2: Analyse
2.4.3. Phase 3: Integration
2.4.4. Phase 4: Aktion
2.4.5. Phase 5: Reife
2.5. Arten des Benchmarking
2.5.1. Internes Benchmarking
2.5.2. Externes Benchmarking
2.5.2.1. Wettbewerbsorientiertes Benchmarking
2.5.2.2. Funktionales Benchmarking
3. Benchmarking im Krankenhaus
3.1. Entwicklung des Benchmarking im Krankenhaus
3.2. Systematik des Benchmarking im Krankenhaus
3.3. Besonderheiten des Benchmarking im Krankenhaus
3.3.1. Benchmarkingobjekte im Krankenhaus
3.3.2. Benchmarkingpartner im Krankenhaus
3.4. Förderung des Benchmarking durch die Regierung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Anwendung von Benchmarking als Instrument zur Effizienzsteigerung und Qualitätsverbesserung im Krankenhausmanagement unter Berücksichtigung der veränderten gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen.
- Grundlagen, Definition und Entstehungsgeschichte des Benchmarking
- Struktur des Benchmarking-Prozesses in fünf Phasen
- Unterscheidung von internem, wettbewerbsorientiertem und funktionalem Benchmarking
- Entwicklung und Notwendigkeit des Benchmarking im deutschen Krankenhaussektor
- Praxisbeispiel: Modellprojekt "Gemidas-QM" zur Sturzprävention
Auszug aus dem Buch
2.4. Benchmarkingprozess
Der genaue Ablauf, also wie das Benchmarking durchgeführt wird, soll in diesem Gliederungspunkt dargestellt werden. Der Ablauf gliedert sich in mehrere aufeinanderfolgende Phasen. In der Literatur werden mehrere Ablaufmodelle beschrieben, doch funktionieren sie fast alle nach demselben Prinzip. Im Folgenden wird das Modell von Robert C. Camp vorgestellt.
Der Benchmarkingprozess ist in fünf Phasen aufgeteilt, die in den nachstehenden Kapiteln dargestellt werden. Um mit Benchmarking ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen ist es notwendig, alle Phasen zu durchlaufen. Je nach Verfügbarkeit von Ressourcen können einige Phasen intensiver behandelt werden als andere.
2.4.1. Phase 1: Planung
Die erste Phase des Benchmarkingprozesses beginnt mit der Identifikation des Benchmarkingobjekts eines Unternehmens. Nicht selten ist es der schwierigste Schritt festzulegen, was überhaupt Gegenstand der Benchmarkinguntersuchung sein soll und wie dieses Objekt gefunden werden soll. Robert C. Camp beschreibt den ersten Schritt zur Ermittlung der Objekte wie folgt: „Die Vorgehensweise besteht darin, den Gesamtprozess der Organisation oder des Geschäftsbereichs logisch auf die Einzelprozesse runter zu brechen, deren Leistungen innerhalb der Gesamtprozesskette die Basis der Benchmarkinguntersuchungen bilden sollen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Notwendigkeit von Benchmarking als Instrument zur Effizienzsteigerung im Zuge der Deregulierung des Gesundheitswesens.
2. Benchmarking: Dieses Kapitel definiert Benchmarking, erklärt dessen Kerngedanken, die historische Entstehung bei Xerox und beschreibt den fünfstufigen Prozess sowie die verschiedenen Arten des Benchmarking.
3. Benchmarking im Krankenhaus: Hier wird die Entwicklung der Krankenhausfinanzierung in Deutschland, die Systematik sowie die Besonderheiten bei der Anwendung von Benchmarking auf medizinische Prozesse behandelt.
4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Benchmarking für Krankenhäuser aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs und des Kostendrucks künftig unverzichtbar sein wird, um dauerhaft bestehen zu können.
Schlüsselwörter
Benchmarking, Krankenhausmanagement, Benchmarkingprozess, Best-Practice, Gesundheitswesen, Krankenhausfinanzierung, Fallpauschalen, DRG, Leistungsprinzip, Effizienz, Prozessoptimierung, Qualitätsverbesserung, Wirtschaftlichkeit, Wettbewerbsvorteil, Gemidas-QM.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Einsatz von Benchmarking als Managementinstrument im Krankenhaussektor, um auf veränderte ökonomische Bedingungen zu reagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen des Benchmarking, die Transformation auf den Krankenhausbereich sowie die praktische Umsetzung zur Prozessverbesserung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Benchmarking Krankenhäusern hilft, trotz Kostendruck und Deregulierung wettbewerbsfähig zu bleiben und die Qualität der Versorgung zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Modellprojekten, um die Anwendung des Benchmarking-Modells nach Robert C. Camp zu illustrieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Benchmarking-Prozesses und eine detaillierte Analyse der speziellen Anforderungen an Benchmarking im Krankenhaus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Benchmarking, Krankenhausmanagement, Best-Practice, Fallpauschalen, DRG, Wirtschaftlichkeitsreserven und Prozessoptimierung.
Warum ist Benchmarking im Krankenhaus heute wichtiger als früher?
Durch die gesetzliche Umstellung von der Selbstkostendeckung auf ein leistungsorientiertes Vergütungssystem (Fallpauschalen/DRG) sind Krankenhäuser gezwungen, wirtschaftlicher zu agieren.
Was zeigt das Praxisbeispiel "Gemidas-QM"?
Es illustriert anhand des Schwerpunkts "Stürze", wie durch einrichtungsübergreifendes Benchmarking Best-Practice-Modelle entwickelt werden können, um die Ergebnisqualität für Patienten messbar zu verbessern.
Welche Schwierigkeiten gibt es bei der Anwendung?
Die Quantifizierung von medizinischen Dienstleistungen ist komplex, da Standardisierungen aufgrund individueller Patientenbehandlungen oft schwierig umsetzbar sind.
- Quote paper
- Stefan Tripp (Author), 2006, Benchmarkingprojekte im Krankenhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73644