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Die Systemtheorie von Niklas Luhmann aus politischer Sicht

Title: Die Systemtheorie von Niklas Luhmann aus politischer Sicht

Term Paper , 2007 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ellen Ziegler (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Der Soziologe Niklas Luhmann (1927-1998) gilt als der bedeutsamste, deutsche Vertreter und Begründer der Systemtheorie. Er hat mannigfaltige Forschungen nicht nur in der Soziologie, sondern auch in den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, in der Theologie und Politik, der Geschichtswissenschaft, Kommunikationswissenschaft und in der Literaturwissenschaft angeregt. Grund hierfür ist sein Anspruch, alle gesellschaftlichen Teilbereiche mit denselben Kategorien beschreiben zu können. Die Systemtheorie von Luhmann kann man in zwei Entwicklungsstränge einteilen. Einmal ist das die Theorie von gesellschaftlichen Teilsystemen wie der Politik, der Kunst oder der Wirtschaft. Zum anderen ist das die Theorie der Gesellschaft selbst, also der Gesellschaft als Gesellschaft im engeren Sinne. Luhmanns Theorie soll nicht nur Ausschnitte erfassen, wie z.B. die soziale Ungleichheit, sondern sie erhebt den Anspruch alles Soziale zu erfassen. Sein Gesamtwerk umfasst mehr als 30 Bücher und einige hundert wissenschaftliche Arbeiten. Die Gesellschaft ist die zentrale Kategorie innerhalb seiner Systemtheorie. Die Politik ist nur eines ihrer Teilsysteme und die Demokratie ist nur eine von vielen möglichen Organisationsformen des politischen Systems. Die Politik wird nicht mehr als ein losgelöstes Phänomen verstanden, vielmehr ist sie eingebettet in andere gesellschaftliche Probleme.
In dieser Hausarbeit werden die Grundelemente der Systemtheorie von Niklas Luhmann darstellt. Ausgangspunkt soll dabei das System an sich sein. Ohne eine genaue Beschreibung des Systems, ist keine weitere Betrachtung der Systemtheorie möglich. Darauf folgend werden die essentiellen Begriffe der Systemtheorie wie z.B. den Prozess der Systembildung, die Differenzierung und die Autopoiesis dargestellt. Der zweite Teil dieser Hausarbeit soll sich mit den politischen Aspekten der Systemtheorie befassen. Hierbei soll es um die zentralen Begriffe der Politik gehen. Des Weiteren werden die Differenzierungsformen der Politik und der politischen Willensbildung beschreiben. Neben der Differenzierung der Systeme stellt auch die Kopplung der Systeme einen wichtigen Punkt in der Systemtheorie da. Durch die Kopplung der Politik mit anderen Systemen wird deutlich, dass die Politik als ein Funktionssystem neben anstatt über anderen gesehen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das System

2.1. Die Ebenen der Systembildung

2.2. Komplexität und funktionale Differenzierung als Hauptmerkmal moderner Gesellschaften

2.3. Autopoiesis und Kommunikation – Die Erweiterung des Systembegriffes

2.4. Der Prozess der Legitimation in funktional differenzierten Gesellschaften

3. Die Theorie des politischen Systems

3.1. Gemeinwohl, Macht, Regierung/ Opposition und politische Programme als zentrale Begriffe

3.2. Die Differenzierung der Politik

3.3. Die Differenzierung im Bereich der politischen Willensbildung

3.4. Die Vernetzung der verschiedenen Teilsysteme

3.5. Schlussbetrachtung: Das politische System - nur noch Eines von vielen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Grundelemente der Systemtheorie von Niklas Luhmann darzustellen und deren Anwendbarkeit auf politische Fragestellungen zu prüfen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie das politische System in einer funktional differenzierten Weltgesellschaft verstanden werden kann, wenn es nicht mehr als hierarchische Spitze, sondern als Teilsystem neben anderen fungiert.

  • Grundlagen der Systemtheorie nach Luhmann (Systembildung, Komplexität, Autopoiesis).
  • Die Rolle der Kommunikation als zentrales Element sozialer Systeme.
  • Struktur und Funktionsweise des politischen Systems (Legitimation, Macht, Programme).
  • Differenzierung des politischen Systems (Zentrum/Peripherie-Modell, Machtkreisläufe).
  • Strukturelle Kopplung der Politik mit anderen Funktionssystemen (Wirtschaft, Recht).
  • Kritische Diskussion der Grenzen politischer Steuerung ("Steuerungspessimismus").

Auszug aus dem Buch

3.1. Gemeinwohl, Macht, Regierung/ Opposition und politische Programme als zentrale Begriffe

Lediglich kollektiv bindende Entscheidungen reichen nicht aus, um die Dauerhaftigkeit der Autopoiesis des politischen Systems zu sichern.

Es existieren weitere Mechanismen, die immer neue politische Kommunikationen ermöglichen. Dazu gehören die Vorstellung über Gemeinwohl, Macht, Regierung/ Opposition und politische Programme, welche nun kurz erläutert werden sollen.

Das Gemeinwohl ist für Luhmann eine Fiktion. Sie stellt eine Konstruktion des politischen Systems dar. Das Gemeinwohl gibt es nicht, aber wenn es etwas nicht gibt, kann man es auch nicht legitimieren. Somit sind keine bindenden Entscheidungen über das Gemeinwohl möglich. Doch lässt sich die Gemeinschaft nur regieren, wenn es ein Allgemeinwohl gibt. Daher ist das Gemeinwohl eine Erfindung des politischen Systems um sich zu legitimieren. Aus einer anderen Sicht betrachtet gäbe es ohne Gemeinwohl auch keine Politik (vgl. Fuhse 2005: 74f.) Die politische Kommunikation verweist immer auf das Gemeinwohl um den Bedarf an bindenden Entscheidungen deutlich zu machen. Das Gemeinwohl ist vergleichbar mit der Konstruktion der Knappheit in der Wirtschaft oder auch der Gerechtigkeit im Rechtswesen. Das Gemeinwohl ist der letzte Bezugspunkt im politischen System, indem es im System dessen Funktion für die Gesamtgesellschaft repräsentiert (vgl. Fuhse 2005: 74).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Niklas Luhmanns Systemtheorie ein, definiert die Politik als Teilsystem der Gesellschaft und skizziert den Aufbau der Arbeit.

2. Das System: Dieses Kapitel erläutert die Grundbegriffe der Systemtheorie wie Systembildung, Autopoiesis und die für moderne Gesellschaften charakteristische funktionale Differenzierung.

3. Die Theorie des politischen Systems: Hier wird die Systemtheorie auf die Politik angewendet, wobei zentrale Begriffe wie Macht, Legitimation durch Verfahren und die Vernetzung zu anderen Systemen analysiert werden.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Soziale Systeme, Politische Theorie, Funktionale Differenzierung, Kommunikation, Autopoiesis, Macht, Gemeinwohl, Legitimation durch Verfahren, Politisches System, Strukturelle Kopplung, Weltgesellschaft, Komplexität, Steuerungspessimismus.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Anliegen dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Systemtheorie von Niklas Luhmann und überträgt deren komplexe theoretische Konzepte auf das moderne politische System.

Welche Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind die Systembildung, der Autopoiesis-Begriff, die funktionale Differenzierung der Gesellschaft sowie die spezifischen Mechanismen des politischen Systems.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich das politische System in einer ausdifferenzierten Gesellschaft verhält und inwieweit die Vorstellung einer zentralen politischen Steuerung heute noch haltbar ist.

Welcher methodische Ansatz wird gewählt?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Luhmanns Primärliteratur und interpretativen Sekundärquellen basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil beleuchtet?

Der Hauptteil behandelt die Systemebenen, die Legitimationsprozesse durch Verfahren, den Machtbegriff in der Politik sowie die Kopplung der Politik mit Recht und Wirtschaft.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Autopoiesis, funktionale Differenzierung, Machtkreislauf und Steuerungspessimismus geprägt.

Wie unterscheidet Luhmann das politische System von anderen?

Das politische System zeichnet sich durch den binären Code "machtüberlegen/machtunterlegen" aus, der in der Demokratie durch Regierung und Opposition strukturiert wird.

Warum ist das Gemeinwohl laut der Analyse ein kritischer Begriff?

Luhmann betrachtet das Gemeinwohl als eine Fiktion und Konstruktion des politischen Systems, die notwendig ist, um Entscheidungen innerhalb des Systems zu legitimieren.

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Details

Title
Die Systemtheorie von Niklas Luhmann aus politischer Sicht
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Course
Politische Theorie
Grade
1,7
Author
Ellen Ziegler (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V73685
ISBN (eBook)
9783638742603
Language
German
Tags
Systemtheorie Niklas Luhmann Sicht Politische Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ellen Ziegler (Author), 2007, Die Systemtheorie von Niklas Luhmann aus politischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73685
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