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Bertolt Brecht im Grundkurs Deutsch der Kollegstufe 13 eines Gymnasiums (Praktikumsbericht über eine Doppelstunde)

Title: Bertolt Brecht im Grundkurs Deutsch der Kollegstufe 13 eines Gymnasiums (Praktikumsbericht über eine Doppelstunde)

Seminar Paper , 2006 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Ines Hoepfel (Author)

Didactics - German Studies
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Summary Excerpt Details

Da auch die Forschung zu Person und Werken Bertolt Brechts ein weites Feld ist, werde ich mich in diesem Kapitel auf die wesentlichen Meinungen zu den von mir für meine Unterrichtsstunde ausgewählten Texten – das Gedicht Erinnerung an die Marie A., das Stück Die Dreigroschenoper und die Geschichte Maßnahmen gegen die Gewalt - beschränken.
Wie so oft in der neueren deutschen Literaturwissenschaft verhält es sich bei Erinnerung an die Marie A. so, dass die Interpretationen sich zwischen den Polen der Analyse unter mehr oder minder starker Berücksichtigung der Biographie und der stark textimmanent orientierten Analyse bewegen. Jan Knopf weist nach, dass sich der Drang der Forschung, das Gedicht aufgrund seines Titels als biographisch zu verstehen, auf die Aussagen der 80-jährigen Aman in dem Dokumentarfilm der DEFA Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen stützt . Aman wird aber, so Knopf, letztmals im August 1920 in Brechts Tagebuch erwähnt, woraus zu folgern ist, dass die Beziehung der beiden zu diesem Zeitpunkt, ein halbes Jahr nach dem Schreiben des Gedichts, noch bestand, weshalb direkte Bezüge zwischen der Entstehung der Erinnerung an die Marie A. und dem Ende der Freundschaft auszuschließen seien . Außerdem sei Marie Rose Aman Rosa gerufen worden und nie Marie, aber die ältere Aman-Schwester, von der Brecht zurückgewiesen worden sei, habe Maria geheißen, woraus sich ergebe, dass Brecht beide Schwestern mit der Änderung des Gedichttitels zu einer Person verschmelzen ließ . Der neue Titel deute also auf „ein raffiniertes Versteckspiel des Autors“ .

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Der germanistische Sachstand

II. Das didaktische Konzept

III. Methodik

1. Unterrichtsplanung

2. Positive und negative Gesichtspunkte des Unterrichtverlaufs

Zielsetzung & Themen

Ziel dieses Praktikumsberichts ist die didaktische Aufbereitung und Reflexion einer Doppelstunde zum Werk von Bertolt Brecht für einen Grundkurs der Kollegstufe 13, wobei insbesondere die Vermittlung von Brechts Haltungen sowie die praktische Anwendung theoretischer Konzepte des epischen Theaters im Vordergrund stehen.

  • Biographische Hintergründe und Haltungen Brechts
  • Analyse des Gedichts "Erinnerung an die Marie A."
  • Theorie und Praxis des epischen Theaters anhand der "Dreigroschenoper"
  • Interpretation der Keuner-Geschichte "Maßnahmen gegen die Gewalt"
  • Reflexion über Unterrichtsverlauf und Methodik

Auszug aus dem Buch

I. Der germanistische Sachstand

Da auch die Forschung zu Person und Werken Bertolt Brechts ein weites Feld ist, werde ich mich in diesem Kapitel auf die wesentlichen Meinungen zu den von mir für meine Unterrichtsstunde ausgewählten Texten – das Gedicht Erinnerung an die Marie A., das Stück Die Dreigroschenoper und die Geschichte Maßnahmen gegen die Gewalt - beschränken.

Wie so oft in der neueren deutschen Literaturwissenschaft verhält es sich bei Erinnerung an die Marie A. so, dass die Interpretationen sich zwischen den Polen der Analyse unter mehr oder minder starker Berücksichtigung der Biographie und der stark textimmanent orientierten Analyse bewegen. Jan Knopf weist nach, dass sich der Drang der Forschung, das Gedicht aufgrund seines Titels als biographisch zu verstehen, auf die Aussagen der 80-jährigen Aman in dem Dokumentarfilm der DEFA Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen stützt. Aman wird aber, so Knopf, letztmals im August 1920 in Brechts Tagebuch erwähnt, woraus zu folgern ist, dass die Beziehung der beiden zu diesem Zeitpunkt, ein halbes Jahr nach dem Schreiben des Gedichts, noch bestand, weshalb direkte Bezüge zwischen der Entstehung der Erinnerung an die Marie A. und dem Ende der Freundschaft auszuschließen seien.

Außerdem sei Marie Rose Aman Rosa gerufen worden und nie Marie, aber die ältere Aman-Schwester, von der Brecht zurückgewiesen worden sei, habe Maria geheißen, woraus sich ergebe, dass Brecht beide Schwestern mit der Änderung des Gedichttitels zu einer Person verschmelzen ließ. Der neue Titel deute also auf „ein raffiniertes Versteckspiel des Autors“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Der germanistische Sachstand: Dieses Kapitel bietet einen Forschungsüberblick zu den behandelten Werken, wobei insbesondere die Spannungsfelder zwischen biographischer Lesart und textimmanenter Analyse diskutiert werden.

II. Das didaktische Konzept: Hier wird die Begründung für die Auswahl der Texte dargelegt sowie das Ziel erläutert, den Schülern ein Verständnis für Brechts Haltung und sein episches Theater zu vermitteln.

III. Methodik: Dieses Kapitel beschreibt den konkreten Unterrichtsverlauf der Doppelstunde sowie die kritische Reflexion des Lehrerverhaltens und des Medieneinsatzes.

Schlüsselwörter

Bertolt Brecht, Literaturdidaktik, Erinnerung an die Marie A., Dreigroschenoper, Epischt Theater, Keuner-Geschichten, Maßnahmen gegen die Gewalt, Unterrichtsplanung, Biographische Forschung, Textimmanente Interpretation, Kollegstufe, Deutschunterricht, Literaturwissenschaft, Didaktisches Konzept, Unterrichtsreflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit dokumentiert und reflektiert eine Doppelstunde zum Werk von Bertolt Brecht, die in einem Grundkurs Deutsch der Kollegstufe 13 gehalten wurde.

Welche zentralen Werke Brechts werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf das Gedicht "Erinnerung an die Marie A.", einen Ausschnitt aus der "Dreigroschenoper" sowie die Kurzgeschichte "Maßnahmen gegen die Gewalt".

Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?

Das Ziel ist es, den Schülern fundierte Informationen über Brechts Biographie und seine Haltungen zu vermitteln und ein praktisches Verständnis seines Konzepts des epischen Theaters zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verbindet eine literaturwissenschaftliche Analyse des Sachstands mit einer didaktischen Reflexion der praktischen Unterrichtsdurchführung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des germanistischen Forschungsstandes zu den ausgewählten Texten, die Erläuterung des didaktischen Konzepts und die detaillierte Beschreibung sowie methodische Auswertung des Unterrichtsverlaufs.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind das epische Theater, die biographische vs. textimmanente Analyse und der didaktische Ansatz der Haltungsvermittlung bei Bertolt Brecht.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Biographie und Text eine so große Rolle bei "Erinnerung an die Marie A."?

Die Autorin hebt hervor, dass die Forschung oft fälschlicherweise rein biographisch argumentiert, während eine textimmanente Betrachtung die Entindividualisierung der Geliebten und die Zeitstruktur des Gedichts viel präziser erfasst.

Wie wurde das epische Theater den Schülern nahegebracht?

Durch einen Vergleich der epischen mit der dramatischen Form, wobei zur Veranschaulichung der dramatischen Elemente der Erfahrungshorizont der Schüler (z.B. James-Bond-Filme) genutzt wurde.

Was identifiziert die Autorin als Schwachpunkt ihres Unterrichts?

Sie kritisiert den zu häufigen Einsatz des Lehrervortrags durch eigene, suboptimal gestellte Fragen sowie die Schwierigkeiten bei der logistischen Einbindung des Medieneinsatzes.

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Details

Title
Bertolt Brecht im Grundkurs Deutsch der Kollegstufe 13 eines Gymnasiums (Praktikumsbericht über eine Doppelstunde)
College
University of Bayreuth
Grade
2,0
Author
Ines Hoepfel (Author)
Publication Year
2006
Pages
13
Catalog Number
V73707
ISBN (eBook)
9783638742665
Language
German
Tags
Bertolt Brecht Grundkurs Deutsch Kollegstufe Gymnasiums Doppelstunde)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Hoepfel (Author), 2006, Bertolt Brecht im Grundkurs Deutsch der Kollegstufe 13 eines Gymnasiums (Praktikumsbericht über eine Doppelstunde), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73707
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