Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit den Theorien der Geschlechtersozialisation und weiterführend mit der Widerspiegelung der Geschlechterstereotypen im Sportbereich und in den jeweiligen Sozialisationsinstanzen.
Dazu werden die Begriffe "Sozialisation" und "Geschlecht" definiert. Sozialisation wird nach den Autoren Hurrelmann und Hagemann-White erläutert. Nach Bilden werden Aspekte der Sozialisation aufgeführt.
Inhaltsverzeichnis
Definition Sozialisation
Definition Geschlecht
Sozialisation nach Hurrelmann
Sozialisation nach Hagemann-White
Sozialisationsaspekte nach Bilden
Beispiele der Widerspiegelung der Geschlechtsstereotypen im Sportbereich und in den Sozialisationsinstanzen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Geschlechtersozialisation und analysiert, wie gesellschaftliche Geschlechterstereotypen durch verschiedene Sozialisationsinstanzen, insbesondere im Kontext des Sports, an Individuen vermittelt und internalisiert werden.
- Grundlegende Begriffsdefinitionen von Sozialisation und Geschlecht
- Darstellung der Sozialisationstheorien nach Hurrelmann und Hagemann-White
- Einfluss der Peer Group auf die geschlechtsspezifische Entwicklung
- Wirkung von Medien und Werbung auf die Herausbildung von Rollenbildern
- Analyse von Geschlechterstereotypen im organisierten Sport und in Vereinen
Auszug aus dem Buch
Sozialisation nach Hagemann-White
Nach Carol Hagemann-White entstehen Geschlechterrollen immer durch die Gesellschaft, d.h. durch die jeweiligen Normen, Werte und Verhaltensmuster die den Geschlechtern zugeschrieben werden. Weiterführend sagt sie aus, das das Verhalten eines Menschen immer situationsabhängig ist und nicht aufgrund des Geschlechts. Um diese Erkenntnis zu stützen wurde das Sozialverhalten von Mädchen und Jungen an den Merkmalen Motorik und Aktivitätsniveau, Gehorsam, Furcht und Angst und Dominanz und Aggressivität untersucht. In der motorischen Entwicklung und Aktivitätsniveau gibt es in den ersten 6 Lebensjahren keine signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Kommen Mädchen und Jungen ins schulfähige Alter dann gibt es Unterschiede hinsichtlich der Aktivität und Motorik. Jungen halten sich mehr draußen auf uns dürfen sich weiter von zu Hause entfernen als Mädchen. Dadurch entwickeln Jungen eine bessere Grobmotorik als Mädchen. Mädchen hingegen entwickeln eine bessere Feinmotorik durch Übung und Aktivität. Wie gut die Ausprägung von Grob und Feinmotorik ist hängt vom Angebot des Umfeldes der Kinder ab. Gehorsam ist geschlechts- und altersabhängig, Unterschiede gibt es nur in einigen Altersgruppen. Mädchen zeigen in der Regel mehr Gehorsam.
Zusammenfassung der Kapitel
Definition Sozialisation: Erläutert Sozialisation als lebenslangen Prozess der Persönlichkeitsentwicklung in Abhängigkeit von sozialen und materiellen Lebensbedingungen.
Definition Geschlecht: Differenziert zwischen dem biologischen Geschlecht (Sex) und der sozial konstruierten Geschlechterrolle (Gender).
Sozialisation nach Hurrelmann: Beschreibt den lebenslangen Entwicklungsprozess und betont die prägende Rolle der Familie und der sozialen Schicht bei der Ausbildung geschlechtsspezifischer Rollenmuster.
Sozialisation nach Hagemann-White: Analysiert, wie gesellschaftliche Erwartungen und Sozialisationsinstanzen geschlechtsspezifisches Verhalten formen, welches oft fälschlicherweise als biologisch begründet angesehen wird.
Sozialisationsaspekte nach Bilden: Untersucht die Bedeutung von Peer Groups und Medien als einflussreiche Faktoren, die zur geschlechtstypischen Identitätsbildung beitragen.
Beispiele der Widerspiegelung der Geschlechtsstereotypen im Sportbereich und in den Sozialisationsinstanzen: Überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf den Sport und zeigt auf, wie Stereotype in Sportarten, Vereinen und durch elterliche Vorbilder aufrechterhalten werden.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Geschlechterrolle, Gender, Sex, Persönlichkeitsentwicklung, Sozialisationsinstanzen, Stereotype, Peer Group, Sportsoziologie, Hurrelmann, Hagemann-White, Rollenmuster, Identitätsbildung, Geschlechterordnung, Medien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Hintergründe, wie Geschlechterrollen im Laufe des Lebens erworben werden und welche gesellschaftlichen Faktoren diesen Prozess steuern.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den Schwerpunkten gehören die Definition von Sozialisation und Geschlecht, die Rolle der Familie, der Einfluss von Peer Groups, die Wirkung von Medien sowie die Manifestation von Rollenbildern im Sport.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Geschlechterrollen gesellschaftlich konstruiert sind und wie diese Konstruktion durch verschiedene soziale Umgebungen an Kinder und Jugendliche vermittelt wird.
Welche theoretischen Ansätze werden zur Erklärung herangezogen?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Sozialisationstheorie von Klaus Hurrelmann, die Ansätze von Carol Hagemann-White sowie die Erkenntnisse von Helga Bilden zum Einfluss von Peer Groups.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse von Entwicklungsschritten, der Bedeutung der sozialen Herkunft sowie der praktischen Umsetzung von Geschlechterrollen im Sportbereich.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Geschlechtersozialisation, Sozialisationsinstanzen, Geschlechtsstereotypen und Identitätsentwicklung.
Wie unterscheidet sich die Sozialisation von Jungen und Mädchen laut Hagemann-White?
Sie stellt fest, dass Mädchen häufiger an das häusliche Umfeld gebunden sind, während Jungen durch einen größeren Bewegungsraum nach außen ihre Umgebung stärker erkunden können, was zu unterschiedlichen motorischen und sozialen Entwicklungen führt.
Welchen Einfluss hat der Sport auf die Festigung von Rollenbildern?
Der Sport spiegelt gesellschaftliche Geschlechterordnungen wider; bestimmte Sportarten werden als "weiblich" oder "männlich" konnotiert, wodurch bereits die Wahl der Sportart geschlechtskonforme Erwartungen bedient.
- Quote paper
- Nadine Ratajczak (Author), 2005, Geschlechtersozialisation und Widerspiegelung von Geschlechterstereotypen im Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73748