Kameraarbeit in Wong Kar-Wai's In the mood for love


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002
20 Seiten, Note: 2 +

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Daten zum Film

2. Produktionsgeschichte

3. Referenzen zu Days of being wild

4. Kadrage
4.1. Wohnräume
4.2. Restaurant

5. Lichtsetzung

6. Schärfentiefe

7. Spezialeffekte

8. Gesamteindruck

Bibliografie

1. Daten zum Film

In the mood for love

Hongkong / Frankreich 2000

Dauer 94 min

Verleih Prokino

Regie Wong Kar-wai

Produzent Wong Kar-wai

Drehbuch Wong Kar-wai

(inspiriert durch eine Novelle von Liu Yi-Chang)

Kamera Christopher Doyle, Mark Li Ping-Bing

Schnitt William Chang Suk-Ping

Musik Michael Galasso

Produktion Block 2 Pictures inc. und Paradis Films präsentieren eine Jet Tone Produktion

2. Produktionsgeschichte

Wong Kar-wai beschrieb die Dreharbeiten zu In the mood for love als die schwierigste Erfahrung seiner Karriere[1]. Ursprünglich war der Film als eine Low-Budget-Produktion geplant, die im Frühjahr 1999 fertig gestellt werden sollte. Der Film sollte in Hongkong mit zwei Hauptdarstellern und wenigen Nebendarstellern gedreht werden. Letztendlich arbeitete man 14 Monate lang an Drehbuch, Dreh und Schnitt. Die Dreharbeiten wurden mit dem Kameramann Christopher Doyle begonnen. In the mood for love ist seine sechste Zusammenarbeit mit Wong Kar-wai. Durch die Verzögerung des Drehs musste Doyle vorzeitig abspringen, da er für einen anderen Film als Kameramann engagiert war. Die Beziehung zwischen Wong Kar-wai und Christopher Doyle ist durch eine langjährige Zusammenarbeit geprägt. Während der Dreharbeiten zu In the mood for love, die mit Doyle gemacht wurden, konnte der Regisseur Entscheidungen in Kadrierung und Lichtsetzung seinem Kameramann überlassen. Als Mark Li Ping Bing die Kameraarbeit übernahm, wurde der Regisseur stärker in diesen Arbeitsprozess involviert. Li Ping Bing arbeitete zum ersten Mal für Wong Kar-wai als Kameramann und filmte ungefähr ein Drittel des Materials für In the mood for love.

William Chang Suk-Ping war in In the mood for love für Produktionsdesign und Schnitt verantwortlich. Er war bisher in allen Filmen von Wong Kar-wai der Produktiondesigner und ist seit Ashes of time auch immer für den Schnitt verantwortlich gewesen.

Durch die Wirtschaftskrise in Asien sprangen die Investoren des Films ab, so dass die Dreharbeiten im August 1999 vorläufig beendet werden mussten, bis neue Geldgeber gefunden waren.

Der Film wurde ohne ein vollständiges Drehbuch gedreht. Den Hauptdarstellern war bevor der Dreh begann nur bekannt, welchen Beruf ihre Rollen haben werden. Sie sollten Eheleute spielen, er einen Redakteur, sie eine Sekretärin. Tony Leung sagt in einem Interview, dass er in Hinblick darauf, dass er mit Wong Kar-wai dreht, mit der Präzision dieser Angaben sehr zufrieden war.

Während der Dreharbeiten zu In the mood for love war Wong Kar-wai bereits mit den Vorbereitungen zu seinem nächsten Film 2046 beschäftigt. Als das Team auf der Suche nach Drehorten für 2046 in Bangkok war, stellten sie fest, dass sich hier geeignetere Schauplätze für In the mood for love finden ließen als in Hongkong. Also wurde ein Teil der Dreharbeiten ins thailändische Bangkok verlagert. Da Bangkok der chinesischen Kultur nah steht und sich hier Gebäude finden lassen, die seit fünfzig Jahren nicht verändert worden sind, stieß man auf Drehorte, die nicht grundlegend verändert werden mussten. Die Drehs im Büro, in der Zeitungsredaktion, auf der Straße und die Außenaufnahmen in Singapur wurden in Bangkok gemacht. Die Innenaufnahmen der Appartements wurden in Hongkong aufgenommen.

Wong Kar-wai, der im Hongkong der Sechzigerjahre seine Kindheit verlebte, verwirklichte sich mit In the mood for love den Wunsch einen realitätsnahen Film über diese Zeit zu schaffen. Zwar gäbe es bereits viele Filme über Menschen aus Shanghai, die in Hongkong leben, doch all diese Filme haben in der Darstellung dieser Ära Fehler. Wong Kar-wai hat sich mit In the mood for love das Ziel gesetzt, einen Film zu schaffen, der der Gesellschaftsgruppe der Menschen aus Shanghai im Hongkong der Sechzigerjahre gerecht wird. Rebecca Pan und die Mehrzahl der am Film Beteiligten kennen diese Ära aus der persönlichen Biografie. Um die vergangene Ära nachzustellen, mussten deshalb nur minimale Recherchen geführt werden, denn die Beteiligten konnten diese Zeit aus der Erinnerung heraus rekonstruieren.

Wong Kar-wai bezeichnet sich selbst als jemanden, der von dieser vergangenen Ära besessen ist. In the mood for love sollte deshalb ein Film werden, der diese Erinnerung konserviert. Wong Kar-wai legte in der Umsetzung großen Wert auf Detailtreue.

[ Wong Kar-wais] mühevolle und zum Scheitern verurteilte Kompensation durch die Rekonstruktion hatte schon die Dreharbeiten nachhaltig bestimmt: In langwieriger Produktionszeit verstieg sich Wong immer mehr in die minutiöse Rekonstruktion einer im schnelllebigen Hongkong umso flüchtigeren Vergangenheit.[2]

Die Art, wie sich die Personen in seinem Film bewegen und ihre Art zu reden sollten den Sechzigerjahren entsprechen. In Hongkong war die Minderheit der aus Shanghai stammenden Gesellschaft eine sehr spezielle Gemeinschaft, die sich von den Bürgern Hongkongs mit anderer Herkunft weitgehend absonderte. Die Proklamation der Volksrepublik China im Jahr 1949, also die Machtergreifung der Kommunisten durch Mao, war für viele Shanghaier Bürger der Grund ihre Stadt zu verlassen. Die Rituale dieser Einwanderer blieben in der neuen Stadt unverändert. Sie hatten ihre eigene Sprache, ihr eigenes Essen, eigene Rituale und mit dem Mandarin-Kino sogar ihre eigenen Filme. Wong Kar-wai räumt ein, dass einige Details seines Films wahrscheinlich schöner sind als damals, aber in der Erinnerung sei nun einmal alles schöner.

Der Originaltitel des Films Huayang Nianhua heißt übersetzt ungefähr so viel wie "the age of flowers". Lange wurde über einen englischen Titel für den Film nachgedacht. In einem Musikgeschäft stieß Wong Kar-wai zufällig auf eine CD von Brian Ferry auf der ein Songtitel mit dem Namen In the mood for love war. In diesem Titel, so Wong Kar-wai, fand er die Entsprechung für die Stimmung des Films.[3]

Als sein eigener Produzent wählte Wong Kar-wai den Termin der Filmfestspiele in Cannes zur Fertigstellung von In the mood for love, um sich selbst eine Deadline zu setzen und den Dreh nicht endlos in die Länge zu ziehen. 12 Stunden bevor die Pressevorführung geplant war, erreichte das Team Cannes. Bis zuletzt hatte es große Schwierigkeiten mit der Übereinstimmung von Bild und Ton, und den französischen Untertiteln gegeben. Da der Film bis kurz vor der offiziellen Premiere verändert worden war, stimmte das Pressematerial nicht mit dem Film überein.

Der Film wurde in Cannes mit dem Preis für die beste Kamera ausgezeichnet und Tony Leung mit dem Preis für den besten Hauptdarsteller. 2001 erhielt In the mood for love den Deutschen Filmpreis in der Kategorie bester ausländischer Film.

3. Referenzen zu Days of being wild

Wong Kar-Wais Film In the mood for love (2000) steht in einem engen Verhältnis zu seinem zweiten Film Days of being wild aus dem Jahr 1990.

[...]


[1] "In the mood for Edingburgh". In: Sight & Sound, Volume 10 (2000), S. 14

[2] Kothenschulte, Daniel: "In the mood for love". In: Filmdienst, Nr. 24 (Nov. 2000), S. 30

[3] (nach einem Interview von) Ciment, Michel; Niogret, Hubert: "Wong Kar-Wai". In: Positif, Nr. 477 (Nov. 2000)

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Kameraarbeit in Wong Kar-Wai's In the mood for love
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Medienwissenschaft)
Veranstaltung
HS Kameraästhetik
Note
2 +
Autor
Jahr
2002
Seiten
20
Katalognummer
V7384
ISBN (eBook)
9783638146654
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wong Kar-Wai In the mood for love Kamera Kameraästhetik
Arbeit zitieren
Valerie Schmidt (Autor), 2002, Kameraarbeit in Wong Kar-Wai's In the mood for love, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7384

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