Die Bedeutung von Rechnungswesensystemen in Dienstleistungsunternehmen zur Entscheidungsunterstützung hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Diese Arbeit wird sich daher zuerst mit den Besonderheiten der Rechnungswesensysteme bei Dienstleistungen auseinander setzen, bevor im im abschließenden Teil die Aufgaben des internen Rechnungswesens erörtert sowie ausgewählte Kostenrechnungssyteme erläutert, diskutiert und auf ihre Eignung geprüft werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EIGNUNG DER INTERNEN RECHNUNGSWESENSYSTEME ALS ENTSCHEIDUNGSGRUNDLAGE AM BEISPIEL DER ALLIANZ SE
2. BESONDERHEITEN DER INTERNEN RECHNUNGSWESENSYSTEME IN DIENSTLEISTUNGSUNTERNEHMEN
2.1 DIE BEGRIFFLICHKEIT DER DIENSTLEISTUNGEN
2.2 BEDEUTENDE UNTERSCHIEDE ZWISCHEN DEN INTERNEN RECHNUNGSWESENSYSTEMEN ...VON DIENSTLEISTUNGEN UND SACHLEISTUNGEN
3. KOSTENRECHNUNGSSYSTEME BEI DIENSTLEISTUNGEN
3.1 ANFORDERUNGEN AN DIE KOSTENRECHNUNG ALS CONTROLLING-INSTRUMENT FÜR DIENSTLEISTUNGEN
3.2 AUFBAU UND EIGNUNG AUSGEWÄHLTER KOSTENRECHNUNGSSYSTEME ALS CONTROLLINGINSTRUMENT FÜR DIENSTLEISTUNGSUNTERNEHMEN
3.3 DIE METHODISCHE STRUKTUR DER PROZESSKOSTENRECHNUNG ALS ELEMENT DES KOSTENMANAGEMENTS
4. ENTWICKLUNGSBEDARF DES INTERNEN RECHNUNGSWESENS BEI DIENSTLEISTUNGEN
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung und Gestaltung interner Rechnungswesensysteme als Entscheidungsgrundlage für Dienstleistungsunternehmen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie bestehende Controlling-Instrumente den Besonderheiten von Dienstleistungen gerecht werden können, um eine fundierte Entscheidungsunterstützung zu gewährleisten.
- Analyse der spezifischen Merkmale von Dienstleistungen (Integrativität, Immaterialität).
- Gegenüberstellung der Anforderungen von Dienstleistungs- und Sachleistungsrechnungssystemen.
- Bewertung verschiedener Kostenrechnungssysteme (Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung, Prozesskostenrechnung).
- Diskussion der Eignung ausgewählter Instrumente für das Dienstleistungscontrolling.
- Identifikation von Entwicklungsbedarfen im internen Rechnungswesen für den Dienstleistungssektor.
Auszug aus dem Buch
3.3 Die methodische Struktur der Prozesskostenrechnung als Element des Kostenmanagements
Der Ursprung der Prozesskostenrechnung liegt in dem in den 80er Jahren in den USA entwickelten Activity Based Costing. Unter der Prozesskostenrechnung im heutigen Sinne versteht man eine auf „die Gemeinkostenbereiche konzentrierte, an den speziellen Problemstellungen und Gegebenheiten des deutschen Rechnungswesen ansetzende, aktivitätsorientierte Rechnung“.
In der einschlägigen Literatur sind in Einzelheiten verschiedene Rechenmethoden bekannt, allerdings verfolgen alle das Ziel Planungs-, Steuerungs- und Kontrollinformationen über die indirekten Leistungsbereiche bereitzustellen sowie die längerfristigen und strategischen Produktkosten offen zu legen. Darüber hinaus hat sich ein generelles Vorgehen in der Prozesskostenrechnung herauskristallisiert, welches sich in fünf Phasen untergliedern lässt.
Im ersten Schritt wird versucht, die wesentlichen, in einer Kostenstelle ablaufenden Prozesse (Tätigkeiten, Aktivitäten), zu definieren. Bei eigenständiger Prozesskostenrechnung kommen für diese Prozessabgrenzung alle betrieblichen Prozesse in Frage, wozu beispielsweise stückbezogene Produktionsprozesse oder Kunden- und Auftragsprozesse zu zählen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Eignung der internen Rechnungswesensysteme als Entscheidungsgrundlage am Beispiel der Allianz SE: Einführung in die Thematik anhand eines Praxisbeispiels aus der Versicherungswirtschaft, das die Bedeutung von Controlling zur Entscheidungsunterstützung verdeutlicht.
2. Besonderheiten der internen Rechnungswesensysteme in Dienstleistungsunternehmen: Definition zentraler Dienstleistungsmerkmale und Erläuterung, warum traditionelle Rechnungswesensysteme nicht direkt auf Dienstleistungen übertragbar sind.
3. Kostenrechnungssysteme bei Dienstleistungen: Detaillierte Prüfung der Eignung von Kostenrechnungsinstrumenten wie der Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung sowie der Prozesskostenrechnung.
4. Entwicklungsbedarf des internen Rechnungswesens bei Dienstleistungen: Schlussbetrachtung über den Wandel des Controllings und die zukünftigen Anforderungen an die Theorie und Praxis in Dienstleistungsunternehmen.
Schlüsselwörter
Dienstleistungscontrolling, Internes Rechnungswesen, Prozesskostenrechnung, Einzelkostenrechnung, Deckungsbeitragsrechnung, Kostenmanagement, Integrativität, Immaterialität, Controlling-Instrumente, Entscheidungsgrundlage, Gemeinkosten, Kostenstellenorientierung, Dienstleistungssektor, Aktivitätsorientierte Rechnung, Entscheidungsunterstützung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie internes Rechnungswesen gestaltet sein muss, um in Dienstleistungsunternehmen als verlässliche Entscheidungsgrundlage zu dienen.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Vordergrund?
Die zentralen Felder sind die begriffliche Abgrenzung von Dienstleistungen, die Defizite traditioneller Kostenrechnungssysteme und die Eignung moderner Instrumente wie der Prozesskostenrechnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erörterung und Diskussion von Kostenrechnungssystemen, die den besonderen Anforderungen durch hohe Gemeinkosten und Leistungsmerkmale von Dienstleistungen gerecht werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine literaturbasierte Analyse und kritische Diskussion bestehender Kostenrechnungssysteme unter Anwendung betriebswirtschaftlicher Controlling-Theorien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Besonderheiten von Dienstleistungen, den Anforderungen an die Kostenrechnung sowie der detaillierten Untersuchung von Einzelkosten-, Grenzplankosten- und Prozesskostenrechnung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Dienstleistungscontrolling, Prozesskostenrechnung, Gemeinkostenmanagement und Entscheidungsorientierung.
Warum wird die klassische Vollkostenrechnung nicht näher betrachtet?
Aufgrund gravierender Mängel wie fehlender Kostenspaltung und willkürlicher Gemeinkostenschlüsselung wird sie im Kontext moderner Dienstleistungsrechnung als unzureichend angesehen.
Welche Rolle spielt das "Identitätsprinzip" in der Untersuchung?
Das Identitätsprinzip bildet die theoretische Basis für die Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung, um eine verursachungsgerechte Zuordnung von Kosten und Erlösen sicherzustellen.
Was ist die Hauptschwierigkeit bei der Anwendung der Prozesskostenrechnung auf Dienstleistungen?
Die Schwierigkeit liegt darin, dass Prozesse in Dienstleistungsunternehmen oft nicht repetitiv oder standardisiert sind, was eine Voraussetzung für die Anwendung der klassischen Prozesskostenrechnung darstellt.
- Quote paper
- Tobias Wahl (Author), 2007, Gestaltung des internen Rechnungswesens für Dienstleistungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73923