Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich vornehmlich mit dem Thema der Unternehmensbesteuerung1 und der in diesem Zusammenhang durch das klassische Körperschaftssteuersystem hervorgerufenen Doppelbelastung durch Körperschaft- und Einkommensteuer. Spezifisch eingegangen wird auf die Fragen, wodurch eine Doppelbesteuerung von KapG hervorgerufen wird und welche Einflüsse und Auswirkungen sie speziell auf eigenkapitalbezogene Finanzierungsinstrumente und marginale Investitionsentscheidungen hat. Nachdem einige theoretisch grundlegende Systeme und Begriffe erläutert sind, werden zwei voneinander abweichende Modelle, das erste nach Homburg (2003), das zweite nach Zodrow (1991) beschrieben und diskutiert, welche die oben genannte Thematik auf unterschiedliche Art und Weise durchleuchten.
Daran anschließend wird die so genannte Nukleus-Theorie nach Sinn (1991b) betrachtet, die am theoretischen Hintergrund der oben genannten Modelle ansetzt und diese praxisbezogen revolutioniert. Abschließend werden die Modelle und Theorien noch einmal einer kritischen Würdigung unterzogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Körperschaftssteuer und Theorie der Kapitalkosten
2.1 Die Körperschaftsteuer
2.2 Finanzierungsneutralität
2.3 Kapitalkosten der unterschiedlichen Finanzierungsinstrumente
2.3.1 Kapitalkosten der Selbstfinanzierung
2.3.2 Kapitalkosten der Beteiligungsfinanzierung
2.3.3 Zwischen - Fazit
3 Alternatives Modell zur Theorie der Kapitalkosten
3.1 New View
3.1.1 Selbstfinanzierung
3.1.2 Beteiligungsfinanzierung
3.1.3 Probleme des New View
3.2 Traditional View
3.2.1 Signalwirkung
3.2.2 Investitionspolitik
3.2.3 Probleme des Traditional View
3.3 Zwischen - Fazit
4 Die „Nukleus“-Theorie Kerntheorie
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des klassischen Körperschaftssteuersystems auf die Unternehmensfinanzierung, insbesondere im Hinblick auf die durch Doppelbesteuerung verursachten Verzerrungen bei marginalen Investitionsentscheidungen und Finanzierungsinstrumenten.
- Analyse der Doppelbelastung durch Körperschaft- und Einkommensteuer
- Vergleich theoretischer Modelle (New View vs. Traditional View)
- Untersuchung der Kapitalkosten bei Selbst- und Beteiligungsfinanzierung
- Evaluation der „Nukleus“-Theorie nach Sinn zur Unternehmensentwicklung
- Kritische Würdigung der steuerlichen Einflussnahme auf Investitionsanreize
Auszug aus dem Buch
3.1 New View
Gemäß Zodrow (1991) gehen Vertreter des New View davon aus, dass eine Dividendensteuer keinen Einfluss auf marginale Investitionen nimmt, die durch thesaurierte Gewinne finanziert werden. Zusätzlich werden nun nach dem New View spezielle Alternativen der Dividendenausschüttung wie z.B. Aktienrückkäufe ausgeschlossen, weswegen diese Sichtweise auch „trapped equity view“ genannt wird.
Entscheidet sich die Firma ein Investitionsprojekt mit Hilfe von thesaurierten Gewinnen zu finanzieren (Selbstfinanzierung), so lässt sich anhand eines Zwei-Phasen-Modells und des darüber hergeleiteten Effektivsteuersatzes der Selbstfinanzierung zeigen, wie eine Dividendenbesteuerung umgangen werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Unternehmensbesteuerung und die damit verbundene Doppelbelastung durch das klassische Körperschaftssteuersystem ein.
2 Körperschaftssteuer und Theorie der Kapitalkosten: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Körperschaftsteuer und analysiert die Kapitalkosten für verschiedene Finanzierungsarten unter Berücksichtigung von Finanzierungsneutralität.
3 Alternatives Modell zur Theorie der Kapitalkosten: Hier werden der New View und der Traditional View nach Zodrow gegenübergestellt, um die Auswirkungen der Dividendensteuer auf Investitionen zu beleuchten.
4 Die „Nukleus“-Theorie Kerntheorie: Dieses Kapitel stellt das Konzept von Sinn vor, welches die Unternehmensstadienproblematik betrachtet und eine Kombination aus Gründungsphase und späterer Wachstumsfinanzierung vorschlägt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, sowohl die Perspektive des New View als auch des Traditional View bei zukünftigen Steuerreformen zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Körperschaftssteuer, Kapitalkosten, Doppelbesteuerung, Finanzierungsneutralität, Selbstfinanzierung, Beteiligungsfinanzierung, New View, Traditional View, Dividendensteuer, Thesaurierung, Nukleus-Theorie, Unternehmensbesteuerung, Investitionsentscheidungen, Eigenkapital, Einkommensteuer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie unterschiedliche Körperschaftssteuersysteme und die daraus resultierende Doppelbesteuerung unternehmerische Investitionsentscheidungen und die Wahl der Finanzierung beeinflussen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Zentrum stehen die Kapitalkosten der Selbstfinanzierung und Beteiligungsfinanzierung sowie deren theoretische Bewertung in verschiedenen ökonomischen Modellen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob und wie eine Dividendensteuer Investitionen diskriminiert und welche theoretischen Ansätze (New View vs. Traditional View) diese Prozesse am besten abbilden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, die auf mathematischen Beweisen der Kapitalwertrechnung und dem Vergleich von Effektivsteuersätzen in verschiedenen Modellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Herleitung der Kapitalkosten, der Analyse der beiden konkurrierenden Denkschulen und der Vorstellung der Nukleus-Theorie zur praxisnahen Unternehmensentwicklung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Körperschaftssteuer, Kapitalkosten, Doppelbesteuerung und Finanzierungsneutralität definieren.
Was besagt die „Nukleus“-Theorie genau?
Die Theorie schlägt vor, dass Unternehmen in der Gründungsphase mit einem kleinen Kern an Eigenkapital starten sollten, um steuerliche Nachteile bei der Beteiligungsfinanzierung zu minimieren, und erst in der Wachstumsphase vermehrt durch Thesaurierung investieren.
Warum wird der New View auch „trapped equity view“ genannt?
Weil diese Sichtweise davon ausgeht, dass Unternehmen dazu neigen, thesaurierte Gewinne im Unternehmen zu belassen, da diese steuerlich günstiger behandelt werden als eine Ausschüttung an die Anteilseigner.
- Quote paper
- Dorothee Appel (Author), 2004, Körperschaftsbesteuerung und Theorie der Kapitalkosten (Stand 2004), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74161