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Über Martin Heideggers "Die Frage nach dem Ding"

Title: Über Martin Heideggers "Die Frage nach dem Ding"

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Asmus Green (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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In seiner Vorlesung gibt Heidegger zunächst einen knappen geschichtlichen Überblick über die Dingfrage und die Metaphysik von der griechischen Antike bis zur frühen Neuzeit, um sich dann im Hauptteil der Dingfrage anhand von Immanuel Kants Hauptwerk, der “Kritik der reinen Vernunft” zu nähern. Die Frage nach dem Ding, die Heidegger im Titel des vorliegenden Buches und im ersten Teil seiner Vorlesung stellt und vorstellt, fragt nicht nach der Beschaffenheit eines bestimmten Dinges wie z. B. der Zoologe sich um die Beschaffenheit eines bestimmten Tieres kümmert, sondern nach der Beschaffenheit eines bestimmten Dinges als Ding. Gemeint ist also die Frage nach dem Dinghaften der Dinge und damit auch nach dem, was die Dinge in ihrer Dinghaftigkeit be-dingt. Dieses die Dinge Bedingende muss selbst un-bedingt sein, also die Dinge in ihrem Sein beeinflussen und selbst durch nichts beeinflusst sein. Der Zusammenhang mit der “Kritik der reinen Vernunft” besteht in der Antwort auf die Dingfrage: Das die Dinge Be-dingende, was den Dingen ihre Dingheit verleiht, sind die Grundsätze der reinen Vernunft, die Kant in seinem Hauptwerk vorstellt. Die “Kritik der reinen Vernunft” antwortet also auf die Dingfrage, weswegen Heidegger sie zum Hauptbestandteil seiner Vorlesung macht.
Um die Frage nach dem Ding anhand der “Kritik der reinen Vernunft” zu beantworten, legt Heidegger das zweite Hauptstück der transzendentalen Analytik aus, das “System aller Grundsätze des reinen Verstandes”.
Diese Arbeit soll die Argumentationsstruktur des von Heidegger ausgewählten “Hauptstückes” der “Kritik der reinen Vernunft” wiedergeben und aufzeigen, wie das vorgestellt wird, was die Dinge in ihrer Dingheit bedingt, wie das “System aller Grundsätze des reinen Verstandes” sich auf die Dingheit der Dinge auswirkt.
Die Aufgabe und das Ziel der “Kritik der reinen Vernunft” von Kant ist eine Kritik des menschlichen Vernunftvermögens überhaupt im Sinne einer Umgrenzung seines Potentials und seiner Möglichkeiten. Anlass dieser Kritik ist das Anliegen, klären zu wollen, welche Erkenntnisse überhaupt vom menschlichen Verstand auf sicherem Wege gewonnen werden können, darüber hinaus und damit einhergehend, ob eine Metaphysik als Wissenschaft möglich ist und inwiefern sie möglich ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausgangsfrage: Wie ist eine Metaphysik möglich?

3. Das Mathematische als Grundgedanke der “Kritik der reinen Vernunft”

4. Der Satz vom Widerspruch als Grundsatz aller analytischen Urteile

5. Erkenntnis als Denken und Anschauung

6. Neuer Urteilsbegriff

7. Weitere Eigenschaften des neuen Urteilsbegriffes

8. Systematische Vorstellung aller synthetischen Grundsätze des reinen Verstandes

9. Die Axiome der Anschauung

10. Die Antizipationen der Wahrnehmung

11. Die Analogien der Erfahrung

12. Die Postulate des empirischen Denkens überhaupt

13. Kreisgang der Beweise/Oberster Grundsatz der synthetischen Urteile: Das Zwischen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Argumentationsstruktur von Martin Heideggers Auseinandersetzung mit Kants "Kritik der reinen Vernunft" im Kontext der Dingfrage, um aufzuzeigen, wie menschliches Erkenntnisvermögen und transzendentale Grundsätze die Konstitution von Gegenständen bedingen.

  • Die Untersuchung der Möglichkeit einer Metaphysik als Wissenschaft durch synthetische Urteile a priori.
  • Die Rolle des "Mathematischen" als Grundhaltung der Erkenntnisgewinnung bei Kant.
  • Die transzendentale Neuinterpretation des Urteilsbegriffs in Verbindung mit Anschauung und Denken.
  • Die Funktion der reinen Verstandesbegriffe und Kategorien als konstitutive Bedingungen der Erfahrung.
  • Das Verständnis der Dingheit des Dinges als Resultat eines transzendentalen Erkenntnisvorgangs.

Auszug aus dem Buch

3. Das Mathematische als Grundgedanke der “Kritik der reinen Vernunft”

Die “Kritik der reinen Vernunft” von Kant ist vom Gedanken des Mathematischen (μάθησις) getragen. Der Begriff des Mathematischen kommt vom griechischen τα μαθήματα - “das Lernbare” und bezeichnet etwas, das an den Dingen lernbar ist. Der Gedanke des Mathematischen ist eine Grundhaltung der Erkenntnisgewinnung, bei der die Erkenntnis vom Objekt nicht einfach einwegig von ihm abgelesen und konsumiert wird, sondern in der Zuwendung zum Objekt vom Erkennenden konstruiert und dann am Objekt erkannt wird. Heidegger bezeichnet diesen Lernvorgang als “höchst merkwürdiges Nehmen, ein Nehmen, wobei der Nehmende nur solches nimmt, was er im Grunde schon hat.”¹ Der Erkenntnisvorgang ist also in gewisser Hinsicht zweiwegig: Auf die Beschaffenheit des Objekts wird vor dem eigentlichen Zugang zu ihm in Form eines geistigen Modells vorgegriffen, das dann am Objekt abgelesen wird. Die Beschaffenheit des Erkenntnisobjekts ist abhängig vom Modell, das der Erkennende vor dem Erkenntnisvorgang in es hineinlegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert Heideggers Auseinandersetzung mit Kants Dingfrage und skizziert das Ziel der Arbeit, die Argumentationsstruktur von Kants transzendentaler Analytik zu rekonstruieren.

2. Ausgangsfrage: Wie ist eine Metaphysik möglich?: Hier wird die zentrale Forderung Kants thematisiert, dass Metaphysik als Wissenschaft synthetische Urteile a priori voraussetzt, um Erkenntnis zu erweitern.

3. Das Mathematische als Grundgedanke der “Kritik der reinen Vernunft”: Dieses Kapitel untersucht die grundlegende Erkenntnishaltung Kants, bei der das Objekt durch ein geistiges Modell konstruiert wird, bevor es erfahren wird.

4. Der Satz vom Widerspruch als Grundsatz aller analytischen Urteile: Es wird analysiert, wie Kant den traditionellen Satz vom Widerspruch einschränkt, um seine Rolle als bloß negative Bestimmung analytischer Urteile aufzuzeigen.

5. Erkenntnis als Denken und Anschauung: Das Kapitel definiert menschliche Erkenntnis als eine Einheit aus der Rezeptivität der Anschauung und der Spontaneität des Denkens.

6. Neuer Urteilsbegriff: Hier wird Kants Erweiterung des klassischen Urteilsbegriffs um den Bezug auf das Objekt und das Subjekt durch die Apperzeption dargestellt.

7. Weitere Eigenschaften des neuen Urteilsbegriffes: Es erfolgt eine Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen sowie apriorischen und aposteriorischen Urteilen als notwendige Kriterien für wissenschaftliche Erkenntnis.

8. Systematische Vorstellung aller synthetischen Grundsätze des reinen Verstandes: Das Kapitel behandelt die reinen Verstandesbegriffe als Kategorien, die als "Vermögen der Regeln" die Form der Erfahrung erst ermöglichen.

9. Die Axiome der Anschauung: Hier wird dargelegt, wie Erscheinungen durch Raum und Zeit als extensive Größen bestimmt und messbar werden.

10. Die Antizipationen der Wahrnehmung: Dieser Abschnitt beschreibt die intensive Größe von Empfindungen und die Rolle der "Realität" als Was-Gehalt des Gegenstandes.

11. Die Analogien der Erfahrung: Es wird erklärt, wie Gegenstände durch notwendige Verknüpfungsregeln in der Zeit als zusammenhängende Natur erfahren werden können.

12. Die Postulate des empirischen Denkens überhaupt: Dieses Kapitel erläutert die Bedingungen, unter denen ein Gegenstand als möglich, wirklich oder notwendig bestimmt wird.

13. Kreisgang der Beweise/Oberster Grundsatz der synthetischen Urteile: Das Zwischen: Die Schlussbetrachtung reflektiert den notwendigen Zirkelschluss in Kants Beweisführung und identifiziert das "Zwischen" als Kern der Erkenntnistheorie.

Schlüsselwörter

Kritik der reinen Vernunft, Martin Heidegger, Immanuel Kant, Metaphysik, Erkenntnistheorie, Synthetische Urteile, Anschauung, Denken, Transzendentalphilosophie, Dingfrage, Verstandesbegriffe, Apperzeption, Erfahrung, Kausalität, Kategorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Heideggers Interpretation von Kants "Kritik der reinen Vernunft", speziell den Abschnitt über das "System aller Grundsätze des reinen Verstandes", um die Bedingungen menschlicher Erkenntnis aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Natur der Metaphysik, die Struktur synthetischer Urteile a priori, das Verhältnis von Denken und Anschauung sowie die Konstitution von Gegenständen in der Erfahrung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Argumentationsstruktur von Kants Analytik zu rekonstruieren und zu verstehen, wie das, was Heidegger die "Dingfrage" nennt, durch die Grundsätze der reinen Vernunft bedingt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Methode ist eine philosophische Exegese und Rekonstruktion der Argumentationslinien innerhalb von Heideggers Vorlesung und Kants Hauptwerk.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Grundsätzen Kants, wie den Axiomen der Anschauung, den Antizipationen der Wahrnehmung, den Analogien der Erfahrung und den Postulaten des empirischen Denkens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Transzendentalphilosophie, synthetische Urteile, reine Verstandesbegriffe, Anschauung, Spontaneität, Apperzeption und das "Zwischen".

Wie unterscheidet sich Kants neues Urteilsmodell vom klassischen Aristotelischen Ansatz?

Während der klassische Urteilsbegriff das Urteil rein als logische Subjekt-Prädikat-Verknüpfung sieht, erweitert Kant das Modell durch den notwendigen Bezug auf das in der Anschauung gegebene Objekt und das erkennende Subjekt (das "Ich denke").

Was versteht Heidegger unter dem "Vor-griff und Rück-wurf"?

Dies ist eine zusammenfassende Formel für den Erkenntnisvorgang: Der "Vor-griff" bezeichnet das Vorgreifen der reinen Verstandesbegriffe auf die Wahrnehmung, während der "Rück-wurf" den empirischen Beweis dieses Wirkens innerhalb der Erfahrung beschreibt.

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Details

Title
Über Martin Heideggers "Die Frage nach dem Ding"
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Philosophisches Institut)
Course
Martin Heidegger: Kant und das Problem der Metaphysik
Grade
1,3
Author
Asmus Green (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V74376
ISBN (eBook)
9783638741590
ISBN (Book)
9783638742351
Language
German
Tags
Martin Heideggers Frage Ding Martin Heidegger Kant Problem Metaphysik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Asmus Green (Author), 2007, Über Martin Heideggers "Die Frage nach dem Ding", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74376
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