Das Studiensystem der Bundesrepublik Deutschland steht immer wieder in der Kri-tik. Gerade aus der Wirtschaft werden Stimmen laut, dass deutsche Studenten im-mer älter werden, immobil und unflexibel sind, und dass die deutschen Studiengänge nicht oder nur mangelhaft an die vorherrschende Internationalisierung angepasst sind. Mit der im Jahr 1998 unterzeichneten Sorbonne-Erklärung und der damit einsetzenden europäischen Hochschulreform sollte der Kritik am deutschen Hochschulsystem entgegen gewirkt werden. Das Hauptaugenmerk der Reform lag auf der Einführung von gestuften international vergleichbaren Studiengängen.
Gesetzlich ist die Einführung dieser Studienmöglichkeiten schon seit 1998, also seit der Änderung des Rahmenhochschulgesetzes, beschlossen. Allerdings wurde erst nach einer vier Jahre dauernden Erprobungsphase im Artikel 19 Absatz 1 fol-gende Ergänzung eingefügt: „Die Dynamik der Entwicklung im Hochschulbereich ist so beachtlich, dass es [...] nicht mehr angemessen ist, die Vergabe von Bachelor- und Mastergraden lediglich zur Erprobung zuzulassen. Sie bilden deshalb künftig eine reguläre Alternative zu den Hochschulgraden nach §18.“ (Gensch 2003: 1). [Anmerkung des Verfassers: Hochschulgrade nach §18 sind Diplom und Magister]
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich in erster Linie mit den aus dem Bo-logna-Prozess hervorgegangen neuen Studiengängen, also Bachelor (BA) und Master (MA). Dazu stelle ich in den ersten beiden Kapiteln die Hintergründe zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes vor. Danach gehe ich auf die erhofften Vorteile der Studienreform ein. In den folgenden beiden Kapiteln beantworte ich zum einen die Frage, wie sich die neuen Studiengänge seit ihrer Einführung entwickelt haben und zum anderen, wie sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für Absolventen von Bachelor- und Masterstudiengängen darstellen. Zum Ende stelle ich die Umsetzung der beiden Studiengänge am Beispiel der Uni Göttingen vor. Ziel dieser Hausarbeit ist es herauszufinden, ob sich die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen „gelohnt“ hat und in welcher Form die BA- und MA-Absolventen von ihren neuen Abschlüssen profitieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Bologna – Prozess
3. Erhoffte Vorteile der Studienreform
3.1. Studiendauer
3.2. Abbrecherquote
3.3. Internationalität und Kompatibilität
4. Beschreibung der ausgewerteten Daten
5. Bachelor- und Masterstudiengängen in der BRD
5.1. Zahl der Studiengänge
5.2. Verteilung auf Hochschularten
5.3. Verteilung auf Studienfächer
5.4. Studienanfänger und Abschlüsse in BA- und MA-Studiengängen
5.5. Unterscheidung nach Bundesländern
6. Veränderung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt
6.1. Akzeptanz von BA- und MA-Abschlüssen
6.2. Vergleich mit Magister und Diplom-Abschlüssen
7. Umsetzung Bachelor- und Master-Studiengang an der Uni Göttingen
7.1. Bachelor of Economics
7.2. Master of Economics
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung und Entwicklung von Bachelor- und Masterstudiengängen im deutschen Hochschulsystem seit Beginn des Bologna-Prozesses. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob sich diese neue Studienstruktur bisher bewährt hat und inwiefern Absolventen von den neuen Abschlüssen profitieren.
- Hintergründe und Ziele der Bologna-Reform
- Entwicklung der Studentenzahlen und Abschlussquoten
- Akzeptanz der neuen Abschlüsse auf dem deutschen Arbeitsmarkt
- Vergleich der Umsetzungsstrategien in den Bundesländern
- Fallstudie zur Umsetzung an der Universität Göttingen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Das Studiensystem der Bundesrepublik Deutschland steht immer wieder in der Kritik. Gerade aus der Wirtschaft werden Stimmen laut, dass deutsche Studenten immer älter werden, immobil und unflexibel sind, und dass die deutschen Studiengänge nicht oder nur mangelhaft an die vorherrschende Internationalisierung angepasst sind. Mit der im Jahr 1998 unterzeichneten Sorbonne-Erklärung und der damit einsetzenden europäischen Hochschulreform sollte der Kritik am deutschen Hochschulsystem entgegen gewirkt werden. Das Hauptaugenmerk der Reform lag auf der Einführung von gestuften international vergleichbaren Studiengängen.
Gesetzlich ist die Einführung dieser Studienmöglichkeiten schon seit 1998, also seit der Änderung des Rahmenhochschulgesetzes, beschlossen. Allerdings wurde erst nach einer vier Jahre dauernden Erprobungsphase im Artikel 19 Absatz 1 folgende Ergänzung eingefügt: „Die Dynamik der Entwicklung im Hochschulbereich ist so beachtlich, dass es [...] nicht mehr angemessen ist, die Vergabe von Bachelor- und Mastergraden lediglich zur Erprobung zuzulassen. Sie bilden deshalb künftig eine reguläre Alternative zu den Hochschulgraden nach §18.“ (Gensch 2003: 1). [Anmerkung des Verfassers: Hochschulgrade nach §18 sind Diplom und Magister]
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich in erster Linie mit den aus dem Bologna-Prozess hervorgegangen neuen Studiengängen, also Bachelor (BA) und Master (MA). Dazu stelle ich in den ersten beiden Kapiteln die Hintergründe zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes vor. Danach gehe ich auf die erhofften Vorteile der Studienreform ein. In den folgenden beiden Kapiteln beantworte ich zum einen die Frage, wie sich die neuen Studiengänge seit ihrer Einführung entwickelt haben und zum anderen, wie sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für Absolventen von Bachelor- und Masterstudiengängen darstellen. Zum Ende stelle ich die Umsetzung der beiden Studiengänge am Beispiel der Uni Göttingen vor. Ziel dieser Hausarbeit ist es herauszufinden, ob sich die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen „gelohnt“ hat und in welcher Form die BA- und MA-Absolventen von ihren neuen Abschlüssen profitieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Kritik am deutschen Studiensystem, die Entstehung des Bologna-Prozesses und definiert die Zielsetzung der vorliegenden Untersuchung.
2. Der Bologna – Prozess: Dieses Kapitel beschreibt die Ursprünge der europäischen Hochschulreform durch die Sorbonne-Erklärung sowie die Ziele und Kernpunkte der Bologna-Deklaration.
3. Erhoffte Vorteile der Studienreform: Es werden die zentralen Erwartungen an die Studienreform analysiert, insbesondere die Verkürzung der Studiendauer, die Senkung der Abbrecherquoten und die Steigerung der internationalen Kompatibilität.
4. Beschreibung der ausgewerteten Daten: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen sowie die für die Untersuchung herangezogenen Quellen und statistischen Datensätze.
5. Bachelor- und Masterstudiengängen in der BRD: Eine detaillierte Analyse der Verbreitung der neuen Studiengänge nach Anzahl, Hochschulart, Fachrichtungen und der Entwicklung in den einzelnen Bundesländern.
6. Veränderung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Untersucht wird die Akzeptanz von Bachelor- und Masterabschlüssen durch Arbeitgeber sowie der Vergleich zu traditionellen Diplom- und Magisterabschlüssen.
7. Umsetzung Bachelor- und Master-Studiengang an der Uni Göttingen: Ein Fallbeispiel, das den Aufbau und die Struktur der konsekutiven Studiengänge "Bachelor of Economics" und "Master of Economics" detailliert darstellt.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung des bisherigen Erfolgs der Studienreform und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Bologna-Prozess, Studienreform, Bachelor, Master, Hochschulrahmengesetz, Studierendenzahlen, Arbeitsmarkt, Studienanfänger, internationale Vergleichbarkeit, ECTS, Hochschulstatistik, Studienabbrecher, Berufsqualifizierung, Hochschulentwicklung, Bildungsstandort
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Einführung und Verbreitung der gestuften Bachelor- und Masterstudiengänge in Deutschland sowie deren Auswirkungen auf das Studiensystem und den Arbeitsmarkt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die Ziele der Bologna-Reform, die quantitative Entwicklung der Studierendenzahlen, die Akzeptanz bei Unternehmen und die praktische Umsetzung an einer Beispieluniversität.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob die Einführung der neuen Studienstruktur erfolgreich war und inwieweit Bachelor- und Master-Absolventen von ihren neuen Abschlüssen profitieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Verfasserin kombiniert verschiedene empirische Studien und Hochschulstatistiken, um die Entwicklung der Absolventenzahlen und die Akzeptanz der Studiengänge zu quantifizieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die rechtlichen Hintergründe, die statistische Analyse der Verbreitung der Studiengänge, die Untersuchung der Arbeitsmarktchancen und ein Fallbeispiel zur Umsetzung an der Universität Göttingen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Bologna-Prozess, Bachelor, Master, Hochschulreform, internationale Vergleichbarkeit und Arbeitsmarktakzeptanz.
Warum gibt es laut der Analyse regionale Unterschiede bei der Verteilung der Abschlüsse?
Die Arbeit führt diese Unterschiede auf die mangelnde rechtliche Verpflichtung im Hochschulrahmengesetz zurück, die den Hochschulen derzeit keine ausreichenden Anreize zur schnellen Umstellung bietet.
Wie werden die Aussichten für Bachelor-Absolventen auf dem Arbeitsmarkt bewertet?
Obwohl es anfangs Vorbehalte gab, werden die neuen Abschlüsse von der Mehrheit der Unternehmen positiv aufgenommen, wobei jedoch häufig noch Differenzierungen hinsichtlich der Gehaltsstufen im Vergleich zu traditionellen Abschlüssen bestehen.
- Quote paper
- Catrin Knußmann (Author), 2005, Bachelor und Master - Wie haben sich die Studentenzahlen in den gestuften Studiengängen seit ihrer Einführung verändert?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74470