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Der Westfälische Friede von 1648 und die Entwicklung des Europäischen Völkerrechts

Title: Der Westfälische Friede von 1648 und die Entwicklung des Europäischen Völkerrechts

Seminar Paper , 2005 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christiane Wittmer (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Am 24. Oktober 1648 wurden nach jahrelangen multilateralen Verhandlungen im katholischen Münster und im evangelischen Osnabrück endlich jene ineinander verzahnten Friedensverträge geschlossen, welche der unruhigen Zeit des Dreißigjährigen Krieges ihren Abschluss verliehen. Vorangegangen war am 30. Januar desselben Jahres der die nachfolgenden Verhandlungen erleichternde und ebnende bilaterale, ebenfalls in Münster geschlossene spanisch-niederländische Friedensvertrag, welcher zusammen mit den zwei erstgenannten gemeinhin als Westfälischer Friede bezeichnet wird, denn sowohl Münster als auch Osnabrück gehörten zum Westfälischen Kreis.
Die Friedensinstrumente von Münster und Osnabrück sind auch deshalb von großer Bedeutung, weil viele HistorikerInnen und RechtswissenschaftlerInnen in diesem Akt, welcher Frieden erstmals nicht durch Waffengewalt, sondern auf dem Verhandlungswege erreichte und durch Recht schuf, die Geburt des modernen europäischen Völkerrechts – auch ius gentium oder droit public de l’Europe – sahen und sehen.
Die vorliegende Arbeit wird sich in gegebenem Rahmen mit der Frage nach der Bedeutung der drei Westfälischen Friedensverträge auf dem Weg zu einem Europäischen Völkerrecht auseinandersetzen. Im Folgenden sollen ein kurzer Abriss der Geschichte des Völkerrechts bis zum großen Völkerrechtstheoretiker Hugo Grotius und ein vereinfachter Überblick über den schwierigen Weg zu einem allgemeinen und dauerhaften Frieden sowie über die rechtlichen Errungenschaften in Münster und Osnabrück und deren Wirkung gegeben werden. Aufgrund der starken Verschränkung der im engeren Sinne als Westfälischer Frieden bezeichneten Verträge vom 24. Oktober 1648 werden diese in einem gemeinsamen Abschnitt dieser Arbeit dargestellt und miteinander verglichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Dreißigjähriger Krieg, Westfälischer Friede und Völkerrecht

2. Skizzierte Geschichte des europäischen Völkerrechts bis einschließlich Grotius

3. Der Westfälische Friede

a) Der schwierige Weg zum Frieden

b) Friede von Münster zwischen Spanien und den Generalstaaten

c) Münsterischer Friede und Osnabrücker Friede

d) Der Friede und das Reich

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der drei Westfälischen Friedensverträge von 1648 im Hinblick auf ihre Rolle bei der Herausbildung und Entwicklung des modernen europäischen Völkerrechts.

  • Historische Entwicklung des Völkerrechts bis Hugo Grotius
  • Ablauf und Komplexität der Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück
  • Rechtliche Bedeutung des Friedens von Münster zwischen Spanien und den Generalstaaten
  • Wechselwirkungen zwischen Friedensverträgen und der Reichsverfassung
  • Völkerrechtliche Einordnung des Westfälischen Friedens als Meilenstein der europäischen Ordnung

Auszug aus dem Buch

Der Westfälische Friede

Der Westfälische Friede ist ein komplexes Vertragswerk, das aus drei Verträgen besteht: dem Vertrag Spaniens mit den Niederlanden und den darauf folgenden „im engeren Sinne mit dem Westfälischen Frieden verbundenen Verträgen“ von Kaiser und Reich mit Frankreich und jenem von Kaiser und Reich mit der schwedischen Königin und Schweden. Zur allgemeinen Klarheit soll hier in Kürze das Semantische geklärt werden. Ich möchte mich hierbei an der vom Historiker Konrad Repgen vorgenommenen Einteilung orientieren. Repgen bezeichnet den Vertrag zwischen Spanien und den Generalstaaten als den Frieden von Münster, jenen, den der Kaiser unter Zuziehung der Reichsstände mit dem König von Frankreich geschlossen hat, als Münsterischen Frieden und den dritten der Westfälischen Friedensverträge, welcher zwischen Kaiser und schwedischer Königin und Schweden in Osnabrück geschlossen wurde, als Osnabrücker Frieden. Der Vertragstext von Münster wird im Folgenden mit IPM (Instrumentum Pacis Monasteriense), jener von Osnabrück mit IPO (Instrumentum Pacis Osnabrugense) abgekürzt.

Zu den Verträgen ist im Allgemeinen zu sagen, dass sie durchaus Ergebnis politischer Notwendigkeit waren, einen „konkreten Frieden“ zwischen den Kriegsparteien begründeten und als dessen Voraussetzung die zwischen den involvierten Parteien bestehenden Streitfragen regelten. Außerdem gilt der Westfälische Friede bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches als „wichtigstes Reichsgrundgesetz, das das Verfassungsgefüge des Reiches stabilisierte und die Machtbalance zwischen Kaiser und Reichsfürsten regelte“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dreißigjähriger Krieg, Westfälischer Friede und Völkerrecht: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Friedensverträge von 1648 als Abschluss des Dreißigjährigen Krieges und markiert sie als Ausgangspunkt für ein modernes zwischenstaatliches Völkerrecht.

2. Skizzierte Geschichte des europäischen Völkerrechts bis einschließlich Grotius: Dieses Kapitel gibt einen Abriss über die historische Entwicklung des Völkerrechtsbegriffs und die Rolle von Theoretikern wie Hugo Grotius vor dem Kongress.

3. Der Westfälische Friede: Das Kernkapitel analysiert das komplexe Vertragswerk, die Verhandlungsmodelle in Münster und Osnabrück, die Anerkennung der niederländischen Souveränität sowie die reichsrechtlichen Folgen.

4. Schluss: Das Schlusskapitel resümiert die Bedeutung des Westfälischen Friedens für die europäische Rechtsordnung und die Ambivalenz zwischen deutscher und europäischer Wahrnehmung der Ereignisse.

Schlüsselwörter

Westfälischer Friede, Völkerrecht, Dreißigjähriger Krieg, ius gentium, Souveränität, Instrumentum Pacis Monasteriense, Instrumentum Pacis Osnabrugense, Europa, Diplomatie, Frieden, Reichsverfassung, Hugo Grotius, Gleichberechtigung, Staatenordnung, Konfessionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historische und völkerrechtliche Bedeutung der Friedensverträge von 1648, die den Dreißigjährigen Krieg beendeten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des europäischen Völkerrechts, den diplomatischen Verhandlungen in Westfalen und der staatsrechtlichen Transformation des Heiligen Römischen Reiches.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Rolle der Westfälischen Friedensverträge als Meilensteine bei der Herausbildung eines modernen europäischen Völkerrechts zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine historische und rechtsgeschichtliche Analyse unter Einbeziehung zahlreicher zeitgenössischer und moderner Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der geschichtliche Kontext, der schwierige Verhandlungsprozess der Friedensinstrumente sowie die spezifischen Regelungen für Spanien, die Niederlande, den Kaiser und die Reichsstände detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Westfälischer Friede, Völkerrecht, Souveränität, Staatenordnung und die Friedensinstrumente IPM sowie IPO.

Welche Rolle spielt Hugo Grotius in der Arbeit?

Hugo Grotius wird als maßgeblicher Völkerrechtstheoretiker gewürdigt, dessen Werk den theoretischen Unterbau für das Verständnis einer zwischenstaatlichen Rechtsordnung legte.

Wieso wird der Westfälische Friede als "doppelter" Kongress bezeichnet?

Die Verhandlungen fanden parallel in den Städten Münster und Osnabrück statt, um den konfessionellen Gegensatz zwischen den Parteien zu überbrücken, obwohl sie rechtlich als ein einziger Kongress betrachtet wurden.

Hat der Westfälische Friede die Niederlande direkt aus dem Reich entlassen?

Nein, die Arbeit stellt klar, dass der Westfälische Friede über die staatsrechtliche Stellung der Niederlande zum Reich rechtlich kein Wort verliert und die Loslösung ein langwieriger Prozess war.

Wie wirkte sich der Friede auf den Kaiser aus?

Der Kaiser verlor durch die vertraglichen Regelungen seine Oberhoheit im Reich und seine Sonderstellung in Europa, wodurch er als Gleicher unter Gleichen in der Mächteordnung fungierte.

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Details

Title
Der Westfälische Friede von 1648 und die Entwicklung des Europäischen Völkerrechts
College
University of Graz  (Geschichte)
Course
Der dreißigjährige Krieg
Grade
1,0
Author
Christiane Wittmer (Author)
Publication Year
2005
Pages
26
Catalog Number
V74545
ISBN (eBook)
9783638783903
ISBN (Book)
9783638795043
Language
German
Tags
Westfälische Friede Entwicklung Europäischen Völkerrechts Krieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christiane Wittmer (Author), 2005, Der Westfälische Friede von 1648 und die Entwicklung des Europäischen Völkerrechts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74545
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