Der Prozess der Akkulturation in Mary White Rowlandsons captivity narrative

A narrative of the Captivity and Restoration of Mrs. Mary Rowlandson


Hausarbeit, 2007

28 Seiten, Note: 2,3

Christiane Hohenfels (Autor)


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. INDIAN CAPTIVITY NARRATIVES

3. DIE PURITANER DER „NEUEN WELT“
3.1. DAS FRAUENBILD DER PURITANER

4. DIE KULTUR UND TRADITION DER INDIANER NORDAMERIKAS

5. DAS VERHÄLTNIS ZWISCHEN INDINAERN UND PURITANER

6. AKKULTURATION
6.1 DER BEGRIFF DER AKKULTURATION NACH R. REDFILED, R. LINTON UND M. HERSKOVITS
6.2 WEITERE DEFINITIONEN DES AKKULTURATINSPROZESSES

7. A NARRATIVE OF THE CAPTIVITY AND RESTORATION OF MRS. MARY ROWLANDSON
7.1 AKKULTURATIONSMERKMALE AN DIE INDIANISCHE KULTUR BEI MARY W. ROWLANDSON
7.2 AKKULTURATION DER INDIANER AN DIE PURITANISCHE KULTUR
7.3 MARY ROWLANDSONS IDENTITÄT ALS PURITANISCHE FRAU

8. SCHLUSSWORT

9. LITERATURVERZECHNIS

1. EINLEITUNG

Das Thema dieser Hausarbeit ist Mary White Rowlandsons „captivity narrative“A Narrative of the Captivity and Restoration of Mrs. Mary Rowlandson , deren Untersuchung darstellen soll, ob dieser Gefangenenbericht Elemente des durch das Aufeinandertreffen zweier Kulturen entstehenden Akkulturationsprozesses aufweist.

Um dies erarbeiten zu können, soll zunächst eine kurze Beschreibung der captivity narratives aufgeführt werden. Anschließend erfolgt zum Verständnis des in dem Bericht dargestellten Konfliktes eine Darstellung der beiden aufeinander treffenden Kulturen, der Puritaner und der Indianer Nordamerikas. Des Weiteren soll zur Erarbeitung des Erfahrungsberichtes der Begriff der Akkulturation, insbesondere im Hinblick auf die Definition von R. Redfield, R. Linton und M. Herskovits aus dem Jahre 1936 erklärt werden. Anschließend erfolgt die Analyse des Berichts von Mary W. Rowlandson, um festzustellen, inwiefern dieser autobiographische Text über die Gefangennahme der Protagonistin durch Indianer den Prozess der Akkulturation aufweist. Die Analyse erfolgt im Hinblick auf mehrere Gesichtspunkte, die sowohl die Akkulturation der Indianer und der Puritaner umfassen, als auch die Identität der Protagonistin als puritanische Frau.

2. INDIAN CAPTIVITY NARRATIVES

Die captivity narratives gehören zu den ersten Texten der Einwanderer Nordamerikas und sind Berichte über die Gefangenschaft und Widerfreilassung meist weiblicher Europäer unter den Indianern Nordamerikas. Die Indianer werden in diesen Texten meist als „wild“ und „unzivilisiert“ dargestellt.

Die größtenteils weiblichen Protagonisten dieser Berichte werden durch die Gefangennahme von ihrer Familie, ihrer Gemeinschaft und ihrer vertrauten Umgebung getrennt und in ein für sie völlig fremdes Umfeld versetzt. Die ersten captivity narratives, zu denen auch der Bericht von Mary Rowlandson gehört, werden von Historikern als auf wahren Begebenheiten basierend gesehen.[1] Durch die große Beliebtheit und Popularität dieser Berichte geht man jedoch davon aus, dass später verfasste captivity narratives größtenteils auf Fiktion aufgebaut sind.

Die ersten captivity narratives vermitteln allerdings gut die damals vorherrschenden Wertevorstellungen der Kolonisten. Zielkonflikt der captivity narratives sind die damals vorherrschenden Auseinandersetzungen der Europäer mit der amerikanischen Wildnis.

3. DIE PURITANER DER „NEUEN WELT“

Der englische Puritanismus entstand nach und nach im 16.Jahrhundert innerhalb der anglikanischen Kirche.

Viele Puritaner emigrierten von England nach Neuengland, da ihnen die unter Elizabeth vollzogene Reformation der Kirche nicht strikt genug war.

Ursula Brumm definiert den Puritanismus folgendermaßen: „Der Puritanismus ist der von den frühen Einwanderern nach Neuengland mitgebrachte zeremonienfeindliche protestantische Glauben calvinistischer Prägung (S.1).“

Der puritanische Glaube basiert auf den Grundsätzen des Calvinismus, dessen zentraler Punkt die Prädestinationslehre ist. Die Puritaner waren also überzeugt, dass das Schicksal eines jeden Menschen von Gott vorherbestimmt sei, und nur Gott selbst Einfluss auf die Bestimmung eines Menschen hat. Der Mensch selbst hatte nach ihrer Auffassung keinen Einfluss auf sein Leben und seine Prädestination.

Die Puritaner waren der Überzeugung, einen Bund mit Gott eingegangen zu sein und das von ihm auserwählte Volk zu sein, und rechtfertigten daher all ihre Handlungen immer mit Gottes Willen. Sie glaubten, dass Gott ihnen durch Strafe und Gnade Hinweise über ihr Handeln gibt.

Als auserwähltes Volk Gottes verglichen sich die Puritaner immer wieder mit den Hebräern des Alten Testaments. „Der Glaube der Puritaner beruht auf der sehr ernst genommenen und streng durchdachten Überzeugung, dass wahrhaftiger Glaube, das heißt „saving faith“, der Glaube, der selig macht, ein Geschenk der

göttlichen Gnade ist und durch menschliche Kräfte allein nicht errungen werden kann.“[2]

„Die Bibel war für die Puritaner die einzige Grundlage ihres Glaubens. Sie lehnten alle Formen der Religionsausübung ab, die sie nicht durch Gottes Wort in der Bibel begründet fanden.“[3] Das Lesen der Bibel half den Puritanern die Welt und für sie unerklärbare Dinge zu verstehen und zu deuten.

Sie missbilligten kirchliche Feste, Bilderverehrung und auch die festliche Ausschmückung des Gottesdienstes.

„Wort, Text und Schrift spielten bei den Puritanern eine bedeutende Rolle. Ihre Literatur stand immer in einem Bezug zur Bibel. Wenn der Puritaner Bezugspunkte und Analogien für sein ungeklärtes Schicksal in dieser Welt suchte, dann wandte er sich an die Bibel. Dort fand er die exemplarischen Gestalten, Situationen, Bilder und Leitworte, die ihm das Leben interpretierten.“[4]

3.1. DAS FRAUENBILD DER PURITANER

In der puritanischen Gesellschaft mussten sich Frauen stets den Männern und besonders ihren Ehemännern und Gott unterordnen. Die Frauen wurden weitestgehend auf die Rolle der Hausfrau und Mutter reduziert. Sie waren für die Erziehung ihrer Kinder und die Fortpflanzung der Familie zuständig, hatten jedoch kaum Mitspracherecht in ihrer Gesellschaft.

Das Schreiben und die Publikation von Schriften der Frauen wurde in der puritanischen Kultur nicht geduldet.

4. DIE KULTUR UND TRADITION DER INDIANER NORDAMERIKAS

Die Indianer Nordamerikas waren weitestgehend Jäger und Sammler. Sie hatten klar voneinander abgegrenzte Geschlechterrollen. Die Männer waren für das Jagen und den Kampf zuständig, wohingegen die Frauen für die Landwirtschaft verantwortlich waren. Die indianischen Kulturen entwickelten keine Schrift. Sie hatten eine mündliche / orale Tradition.

Sowohl die Bräuche als auch die Sprachen der nordamerikanischen Indianer waren sehr vielfältig und keineswegs miteinander zu vergleichen.

Die Wampanoags betrieben Feldbau und mussten daher saisonal durch das Land ziehen. Ihr Stamm war einer der ersten Stämme Nordamerikas die mit englischen Siedlern in Kontakt kamen.

Die englischen Siedler wurden anfangs freundlich von den Indianern aufgenommen und überlebten die ersten Jahre in der Neuen Welt nur durch die Hilfe der Indianer und betrieben darüber hinaus auch Handel mit ihnen. Die von den Engländern mitgebrachten Güter wie z.B. Waffen veränderten das Leben der Indianer gravierend.

Die englischen Kolonisten nahmen jedoch immer mehr Lebensraum der Indianer für sich in Anspruch, wodurch sich diese bedroht fühlten.

Unter Führung von Metacomet begriffen die Wampanoag-Indianer, dass die Kolonisten ihnen ihr Land und ihre Kultur nehmen wollten. Um die weitere Expansion der Siedler zu verhindern begannen die Indianer die Kolonisten anzugreifen. Dieser Krieg, bei dem sowohl viele Indianer als auch Puritanern ihr Leben verloren, wurde bekannt unter King Philip’s War.

5. DAS VERHÄLTNIS ZWISCHEN INDINAERN UND PURITANER

The colonists and Indians had been living side by side for fifty years, learning something of the ways of one another. From the Indians the colonists learned how to plant Indian corn and use fish as manure; they learned the value of the canoe as a light convenient vessel and the moccasin as the best footgear for walking long distances in the forest. In turn the Indians adopted much of the clothing of their neighbors, coats being especially valued; they also obtained guns whenever they could.[5]

Die Indianer Nordamerikas und die englischen Kolonisten lebten lange Zeit friedlich nebeneinander und lernten voneinander Techniken kennen, die ihnen zum Überleben nützlich waren.

Obwohl die Puritaner die ersten Jahre ihrer Daseins in der Neuen Welt nur mit Hilfe der Indianer überlebten, begannen sie, nachdem sie den Indianern militärisch überlegen geworden waren, mit Plünderungen der indianischen Lebensmittelvorräte und expandierten immer weiter, sodass die Indianer aus ihren ursprünglichen Lebensräumen verdrängt wurden.

Es begann ein nicht endendes gegenseitiges Bekriegen der beiden Kulturen.

1675 brach unter King Philip ein blutiger Krieg zwischen den Indianern und den Puritanern aus.

„Da die Puritaner sich als auserwähltes Volk Gottes sahen, stellte sich ihnen jeder Widerstand als Werk Gottes dar, und je gespannter die Beziehungen zwischen beiden Gruppen waren, desto mehr wurden Native Americans als Teufelsanbeter oder sogar als leibhaftige Geschöpfe Satans angesehen.“[6]

Weder die Indianer noch die Puritaner konnten die Traditionen des Anderen verstehen. In ihren kriegerischen Handlungen fühlten sich beide Seiten im Recht.

[...]


[1] www.wikipedia.org s.v. „captivity narrative“ (21.02.2007)

[2] Ursula Brumm, Puritanismus und Literatur in Amerika, Darmstadt: Wissenschaftlicher Buchgesellschaft, 1973. S. 45.

[3] www.wikipedia.org s.v. „Puritanismus“ (23.02.2007).

[4] Ursula Brumm, Puritanismus und Literatur in Amerika, S. 25.

[5] Ann Stanford, “Mary Rowlandson’s Journey to Redemption.” Ariel: A Review of International English Literature 7 (1976): S. 31.

[6] Hartmut Latz, “Indianer” und “Native Americans”. Zur sozial und literaturhistorischen Vermittlung eines Stereotyps. Hildesheim:Olms, 1985. S. 74.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Der Prozess der Akkulturation in Mary White Rowlandsons captivity narrative
Untertitel
A narrative of the Captivity and Restoration of Mrs. Mary Rowlandson
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
2,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
28
Katalognummer
V74564
ISBN (eBook)
9783638784955
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prozess, Akkulturation, Mary, White, Rowlandsons, Captivity, Restoration, Mary, Rowlandson
Arbeit zitieren
Christiane Hohenfels (Autor), 2007, Der Prozess der Akkulturation in Mary White Rowlandsons captivity narrative, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74564

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