In dieser Arbeit wird auf 27 Seiten eine Beschreibung der Entwicklung des Francitan vorgenommen.
Inhalt:
2.1. Die Substituierung des Okzitanischen durch das Französische 5
2.2. Diglossie und Bilinguismus 8
2.3. Die französisch-okzitanische Diglossie 10
2.4. Die Stellung des Franzitanischen in der diglossischen Situation 12
2.5. Die Besonderheiten des francitan 16
2.6 Francitan und Français d’oc 21
2.7. Der Status des Francitan 21
2.8 Das francitan in den Medien 23
3. Ausblicke für das Francitan 25
Inhaltsverzeichnis
2.1. Die Substituierung des Okzitanischen durch das Französische
2.2. Diglossie und Bilinguismus
2.3. Die französisch-okzitanische Diglossie
2.4. Die Stellung des Franzitanischen in der diglossischen Situation
2.5. Die Besonderheiten des francitan
2.6 Francitan und Français d’oc
2.7. Der Status des Francitan
2.8 Das francitan in den Medien
3. Ausblicke für das Francitan
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die soziolinguistische Situation in Südfrankreich mit einem besonderen Fokus auf das „Francitan“ als hybride Sprachform, die aus dem fortdauernden Sprachkontakt und der unvollständigen Verdrängung des Okzitanischen durch das Französische resultiert.
- Die historische Substituierung des Okzitanischen durch das Französische.
- Theoretische Grundlagen von Diglossie und Bilinguismus im Sprachkontakt.
- Die soziolinguistische Einordnung und Charakterisierung des Francitan.
- Die Rolle des Francitan in den Medien und seine stigmatisierte Wahrnehmung.
- Zukünftige Perspektiven zur Reokzitanisierung und pädagogische Ansätze.
Auszug aus dem Buch
2.4. Die Stellung des Franzitanischen in der diglossischen Situation
In der diglossischen Situation stellt sich das Franzitanische auf die Seite des Okzitanischen. Es zählt in der Herrschaftssituation von A über B zu B. Der autonome Begriff des francitan bezeichnet etwas neuartiges, dessen geographische und ideologische Verbreitung identisch mit der des Okzitanischen ist. Der Begriff wurde zuallererst innerhalb der okzitanischen Gemeinschaft von Rouquette verwendet, der damit das Auftreten zahlreicher Gallizismen in der Historia de Jean l’an prés von Fabre bezeichnete. Nicht genau in diesem Sinne nimmt Couderc den Begriff wieder auf, den daraufhin okzitanische Soziolinguisten in Umlauf bringen. Im Rahmen der Groupe de Recherche sur la Diglossie Franco-Occitane analysiert Couderc von soziolinguistischer Seite her die Situation der Dominanz des Französischen und kämpft für die Wiedererlangung einer kollektiven okzitanischen Identität. Dabei stellt er fest, dass die Okzitaner nicht aus Kompetenzgründen, sondern bedingt durch die franco okkzitanische Diglossie francitan sprechen. Coudercs Einschätzung nach ist das Franzitanische weder regionale Varietät, noch Dialekt des Französischen.
Das Franzitanische ist die Resultante schlecht analysierter, kaum erforschter Phänomene. Abgesehen von seinem besonderen phonologischen System, zeichnet es sich durch eine dem Okzitanischen sehr nahe Lexik und Syntax aus. Hierbei handelt es sich jedoch nicht nur um Okzitanismen, die zur Ausschmückung der Konversation dienen, sondern auch um okzitanische Sätze, die mit dem Französischen nur die Morpheme gemein haben, morphologische Elemente also, die dem Satz französischen Charakter verleihen. Anhand folgenden Schemas versucht Couderc das Konzept des Franzitanischen zu verdeutlichen.
Zusammenfassung der Kapitel
2.1. Die Substituierung des Okzitanischen durch das Französische: Dieses Kapitel skizziert die historischen Phasen der Zurückdrängung des Okzitanischen durch französische Macht- und Sprachpolitik seit dem 13. Jahrhundert.
2.2. Diglossie und Bilinguismus: Hier werden theoretische Modelle von Sprachkontakt und Diglossie, insbesondere nach Ferguson und Fishman, auf die französisch-okzitanische Situation angewandt.
2.3. Die französisch-okzitanische Diglossie: Dieses Kapitel erläutert, dass der Okzitanisch-Gebrauch weniger von individueller Kompetenz, sondern primär von soziolinguistischen Ideologien und Hierarchien abhängt.
2.4. Die Stellung des Franzitanischen in der diglossischen Situation: Es wird die Rolle des Francitan als hybrides Phänomen analysiert, das trotz des Drucks durch das Standardfranzösische als Ausdrucksform existiert.
2.5. Die Besonderheiten des francitan: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte linguistische Analyse der morphosyntaktischen und lexikalischen Interferenzen zwischen Okzitanisch und Französisch.
2.6 Francitan und Français d’oc: Hier wird die notwendige Differenzierung zwischen dem hybriden Francitan und der phonetischen Varietät des „Français d’oc“ vorgenommen.
2.7. Der Status des Francitan: Das Francitan wird als linguistisches Kontinuum definiert, das als wichtiges Kommunikationsmittel unterer Gesellschaftsschichten fungiert.
2.8 Das francitan in den Medien: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Werbung das Francitan durch Stereotypisierung nutzt, um südfranzösische Identität kommerziell verwertbar zu machen.
3. Ausblicke für das Francitan: Der abschließende Teil diskutiert die Möglichkeiten zur Aufwertung des Francitan durch deskriptive Grammatiken und pädagogische Konzepte gegen die Stigmatisierung.
Schlüsselwörter
Francitan, Okzitanisch, Sprachkontakt, Diglossie, Bilinguismus, Sprachsoziologie, Südfrankreich, Sprachpolitik, Hybridisierung, Interferenz, Français d’oc, Sprachwandel, Soziolinguistik, Identität, Langue d’oc.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der soziolinguistischen Analyse des Francitan, einer hybriden Sprachform, die aus dem Spannungsfeld zwischen der dominanten französischen Sprache und der unterdrückten okzitanischen Sprache entstanden ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die historischen Hintergründe der Sprachverdrängung, die soziolinguistische Theorie der Diglossie, die linguistische Analyse des Francitan sowie seine soziale und mediale Repräsentation.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das Francitan als eigenständiges linguistisches Phänomen innerhalb der französisch-okzitanischen Diglossie zu identifizieren und die Prozesse der Entokzitanisierung zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen soziolinguistischen Ansatz, der historische Analysen mit der Auswertung von Fallbeispielen, Sprachdaten und der Einordnung in soziolinguistische Fachmodelle kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Etappen der Substituierung, definiert den Begriff des Francitan theoretisch, untersucht dessen grammatikalische Besonderheiten und beleuchtet dessen Gebrauch in den Massenmedien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Francitan, Okzitanisch, Diglossie, Sprachkonflikt, Hybridisierung und soziolinguistische Identität.
Warum gilt das Francitan als ein „Kontinuum“?
Es wird als Kontinuum bezeichnet, da es keine starre Sprachform darstellt, sondern eine ganze Palette an Varietäten zwischen dem normierten Französisch und dem Okzitanischen umfasst, die je nach Sprechsituation variieren.
Welche Rolle spielt die Werbung für das Bild des Francitan?
Die Werbung instrumentalisiert das Francitan als stereotypen Ethnotyp, um „lokale Farbe“ zu vermitteln, wobei die Sprache jedoch meist karikiert und in ihrer ernsthaften sprachwissenschaftlichen Bedeutung missachtet wird.
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- Maria Schmid (Author), 2005, Die Entwicklung des Francitan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74643