Lehrbuchtexte kontrastiv: Eine Analyse deutscher, englischer und spanischer Lehrbücher


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

29 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Kultur und Interkulturelle Kommunikation
2.2 Kommunikation in den Wissenschaften: Fach- und Wissenschaftssprache
2.3 Fachtext und Textsorte
2.3.1 Textsorte Lehrbuchtext

3. Die Untersuchung
3.1 Das Korpus
3.2 Die Methode
3.3 Die untersuchten Merkmale
3.4 Die Ergebnisse: Lehrbuchvergleich Deutsch-Englisch-Spanisch
3.4.1 Das Korpus
3.4.2 Die Makrostruktur
3.4.3 Gliederungssignale und Metakommunikation
3.4.4 Autorbezug, Leserbezug, Forschungsbezug
3.5 Auswertung

4. Schlussbetrachtungen und Bemerkungen

5. Literaturverzeichnis

Anhang:
Anhang 1a und b: Vergleich Deutsche Bücher
Anhang 2a und b: Vergleich Englische Bücher
Anhang 3a und b: Vergleich Spanische Bücher
Anhang 4a und b: Vergleich Deutsch-Englisch-Spanisch

Authentizitätserklärung

1. Einleitung

Globalisierung ist eines der wichtigsten Stichworte unserer Zeit. Weltumspannende Netzwerke in Wissenschaft, Wirtschaft und Technik prägen das beginnende 21.Jahrhundert. Sie machen die Kommunikation über Länder- und Kulturraumgrenzen unabdingbar und stellen ihre Vertreter damit vor eine zusätzliche, große Herausforderung. Schließlich haben sich im Laufe der Zeit den jeweiligen Bedürfnissen und Umständen angepasste, intrakulturelle Spezifitäten, auf verschrifteter Ebene verschiedene „Darstellungslogiken und Vertextungsstrategien“[1], herausgebildet, deren Kenntnis in weltweiter Zusammenarbeit nicht nur von Vorteil, sondern oft sogar entscheidend sein kann. Die interkulturelle Kommunikationsforschung beschäftigt sich mit diesem Bereich und gewinnt daher immer mehr an Bedeutung für den internationalen Austausch von Wissen.

Die vorliegende Hausarbeit zum Thema „Fach- und Wissenschaftskommunikation: intra- und interkulturell: Lehrbuchtexte kontrastiv“ beschreibt und erläutert eine vergleichende Untersuchung linguistischer Hochschullehrbücher in deutscher, englischer und spanischer Sprache. Ziel der Betrachtungen ist es, eventuelle kultur- und sprachspezifische Unterschiede der Vertextung von Wissen in diesem Bereich aufzuzeigen und gegebenenfalls zu erklären. Hierzu sollen einführend grundlegende Begriffe im Sinne ihrer Verwendung in dieser Arbeit expliziert und die diskutierte Textsorte „Lehrbuch“ in diesen und den wissenschaftlichen Kontext allgemein eingeordnet werden. Dem schließen sich Ausführungen zur Durchführung der Untersuchung selbst an, bevor die Ergebnisse präsentiert und schließlich interpretiert werden. Abschließende Bemerkungen geben Aufschluss über auftretende Auffälligkeiten während der Analyse des Textmaterials und einen Ausblick auf weitere Möglichkeiten und Fragestellungen für zukünftige Untersuchungen in diesem Bereich.

2. Theoretische Grundlagen

Die Interkulturelle Kommunikationsforschung ist ein weites Feld. Dieses Kapitel soll daher Orientierungshilfe leisten, indem es den in dieser Hausarbeit besprochenen Sachverhalt in den Kontext dieses Wissenschaftszweiges einordnet und die grundlegenden Begrifflichkeiten definitorisch abgrenzt.

2.1 Kultur und Interkulturelle Kommunikation

Um den Begriff der Kultur ranken sich verschiedenste Erklärungsansätze, deren eingehende Betrachtung Rehbein zu einem eigenen Definitionsversuch anregte, der auch im vorliegenden Fall als maßgeblich angenommen wurde. Er spricht von Kultur als „Handlungssysteme, Repertoires selbstverständlichen gemeinsamen Wissens einer Gruppe von Menschen in verschiedenen Bereichen gesellschaftlichen Handelns“[2].

’Kultur’ prägt sich aus in ideologischen Formen, Interessen, in Formen des Denkens, Fühlens, Sprechens, Einschätzens, Verstehens, Glaubens, Bewertens, in spezifischen Abläufen und Manifestationen des gemeinsamen Wissens […] ist also […] reproduktives Wissen größerer Einheiten von Klassen, Regionen bis hin zur Nation oder Nationalität […], ein Ensemble von Vorstellungen, Denkweisen und anderen Wissenstypen in historisch standardisierter Form.[3]

Treffen Angehörige verschiedener Kulturen aufeinander, kommt es nicht selten zu Missverständnissen, die zu Unsicherheiten führen und aus denen sich wiederum schwerer wiegende Folgen ergeben können, die bis hin zu Resignation oder Diskriminierung reichen. Ihre Ursache liegt meist tief unter den „sichtbaren Symptomen“: dem Verhalten und, für den vorliegenden Fall von Bedeutung, der sprachlichen Äußerung eines Menschen oder einer Gruppe und ist ihm oder ihr meist selbst nicht bewusst. Sie ist verwurzelt in den konventionellen Kommunikationsmustern der jeweiligen Gruppe, die von dieser so selbstverständlich angewandt und umgesetzt werden, dass sie als mögliche Barrieren im Umgang mit anderen kaum ins Bewusstsein ihrer Anwender treten und somit meist nicht hinterfragt und verändert werden (können).[4]

Interkulturelle Kommunikation ist also auf das Ziel gerichtet, die Verständigung zwischen Angehörigen verschiedener Sprach- und Kulturräume, in denen differente Wertvorstellungen und Lebensauffassungen vorherrschen, durch Erkennen dieser und gegebenenfalls Vermitteln zu ermöglichen bzw. zu verbessern.

„So hat [laut Rehbein, d.Verf.] interkulturelle Kommunikation zu tun mit kommunikativen Formen der Wahrnehmung und Unterdrückung, der strategisch-taktischen Bearbeitung, der fragmentarischen Beibehaltung und Veränderung, der Klärung, der Lösung und der Scheinlösung sprachlich-kultureller Differenzen.[5]

Die Notwendigkeit der Überwindung interkultureller Kommunikationsschwierigkeiten vergrößert sich mehr und mehr, in dem Maße, in dem die globale Zusammenarbeit in Wirtschaft, Technik und Wissenschaft wächst. Besonderes Augenmerk ist demzufolge auf die Fach- und Wissenschaftssprache zu legen, die wie alle anderen Kommunikationsmedien ebenfalls kulturbedingten Regeln folgt.

2.2 Kommunikation in den Wissenschaften: Fach- und Wissenschaftssprache

Spillner ordnet die Wissenschaftssprache als einen ihrer Teilbereiche der Fachsprache unter. Zu deren Definition führt er an, dass weder die dazu bestehende terminologische Hypothese, die besagt,

daß eine Fachsprache, in unserem Sinne auch eine Wissenschaftssprache, vorwiegend durch eine Terminologie, d. h. durch ein System von Fachausdrücken [deren Wortstruktur und Verwendung terminologisiert festgelegt sind] für fachrelevante Begriffe charakterisiert ist […], [noch] die funktionalistische Hypothese [die versucht, d. Verf..] aufgrund von syntaktischen und stilistischen Merkmalen […] fachsprachliche Texte unterschiedlichen [nach dem Grad ihrer Wissenschaftlichkeit gestaffelten, d. Verf.] Funktionalstilen zuzuweisen,

allein weit genug greift, um Fach- von Gemeinsprache hinreichend abzugrenzen.[6] Er schlägt die Betrachtung fachsprachlicher Texte unter „pragmatisch-kommunikativen“[7] Gesichtspunkten vor. Damit gehört er zu den Wegbereitern für den seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts zu beobachtenden „Paradigmenwechsel in der Allgemeinen Sprachwissenschaft vom sprachsystemimmanenten Ansatz des Strukturalismus zu einer kommunikativ-funktional orientierten Textpragmatik“[8]. Demnach ist eine Fachtextanalyse, die allein die sprachliche Ebene berücksichtigt, nicht hinreichend, da immer auch seine Einbettung in jeweilige die Kommunikationssituation (Z.B.: Wer kommuniziert mit wem? Zu welchem Zweck? usw.) eine Rolle spielt.

Ausfluss dieser Überlegungen sind die bereits angesprochenen Funktionalstile, in die eine Fachsprache aufgegliedert werden kann und die sich am potentiellen Rezipienten des jeweiligen wissenschaftlichen Textes orientieren. Trumpp führt mit Beispielen aus ihrer sportwissenschaftlichen Untersuchung und in Anlehnung an Spillner die folgenden auf:

den ‚theoretisch-wissenschaftlichen Fachstil’ (z.B. Kommunikation zwischen Wissenschaftlern), den ‚didaktischen Fachstil’ (Vermittlung z.B. an Studierende), den ‚populärwissenschaftlichen Fachstil’ (z.B. Fachjournalisten schreiben für sportinteressierte Laien), den ‚direktiven Fachstil’ (z.B. im Regelwerk des Sports) und den ‚praktischen Fachstil’ (Kommunikation von Sportlehrern und Trainern mit Schülern und Sportlern).[9]

Die in der vorliegenden Arbeit untersuchten Texte beziehen sich allesamt auf den zweiten genannten, den didaktischen Funktionalstil. Dabei handelt es sich um von Sprachwissenschaftlern verfasste Texte zur Einführung in ihr Fachgebiet, die sich vorrangig an Studierende richten und damit ein gewisses Informationsgefälle überbrücken müssen. Möglichkeiten hierzu sieht Cherubim in der „Reduktion des Fremdwortgebrauchs, […] [in der] Auflösung komplexer/ verdichteter Strukturen, Satzschachtelungen, […]“ und in einer klaren Gliederung und Markierung von Zusammenhängen, die durch Überschriften, „bildliche und graphische Elemente“ zusätzlich veranschaulicht werden können.[10] Inwieweit diese in den untersuchten Lehrbuchtexten realisiert wurden, soll in Kapitel 3 ausführlich behandelt werden.

[...]


[1] Trumpp, Eva Cassandra: Fachtextsorten kontrastiv. Englisch-Deutsch-Französisch. Tübingen: Narr 1998, S. xi.

[2] Rehbein, Jochen: „Einführung in die interkulturelle Kommunikation.“ In: Rehbein, Jochen (Hrg.): Interkulturelle Kommunikation. Tübingen: Narr 1985, S. 29.

[3] Rehbein, Jochen, a.a.O., S. 29f., zitiert nach Trumpp, 1998, S. 4f..

[4] Vgl. Trumpp, 1998, S. 6 ff.

[5] Rehbein, Jochen, a.a.O., S. 7.

[6] Vgl. Spillner, Bernd: „Formen und Funktionen wissenschaftlichen Sprechens und Schreibens.“ In: Ermert, Karl (Hrg.): Loccumer Protokolle 6/1982: Wissenschaft – Sprache – Gesellschaft. Über Kommunikationsprobleme zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit und Wege zu deren Überwindung. Loccum: Evangelische Akademie 1982, S. 33f..

[7] Ebd., S. 34.

[8] Vgl. Trumpp, 1998, S. 3.

[9] Ebd., S. 3f..

[10] Vgl. [10] Cherubim, Dieter: „Wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Texte im Kontrast: Beispielanalysen.“ In: Ermert, Karl (Hrg.): Loccumer Protokolle 6/1982: Wissenschaft – Sprache – Gesellschaft. Über Kommunikationsprobleme zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit und Wege zu deren Überwindung. Loccum: Evangelische Akademie 1982, S. 86.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Lehrbuchtexte kontrastiv: Eine Analyse deutscher, englischer und spanischer Lehrbücher
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Veranstaltung
Hauptseminar: Fach- und Wissenschaftskommunikation: intra- und interkulturell
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
29
Katalognummer
V74650
ISBN (eBook)
9783638786089
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lehrbuchtexte, Eine, Analyse, Lehrbücher, Hauptseminar, Fach-, Wissenschaftskommunikation
Arbeit zitieren
Anja Wedekind (Autor), 2007, Lehrbuchtexte kontrastiv: Eine Analyse deutscher, englischer und spanischer Lehrbücher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74650

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