Jeremia 36 ist im Jeremiabuch ein sehr wichtiges Kapitel, da es den Untergang von Juda voraussagt und besiegelt. Ich werde in meinen Ausführungen zuerst auf die Handlung, Gliederung und Personen, Orte und Zeit eingehen. Anschließend werde ich Auskünfte über Besonderheiten des Textes geben, sowie über die Bedeutung der Schriftrolle und des Gotteswortes. In der diachronen Analyse folgen Entstehungsgeschichte und Redaktionskritik. Weiterhin wird etwas über die Bedeutung von Jer 36 für die Entstehung des Jeremiabuches und der Prophetie gesagt und die Gattung bestimmt. Abschließend werde ich das zentrale Thema der Schuld beleuchten und die Absichten der Geschichte aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Synchrone Analyse
2.1 Jer 36
2.1.1 Handlung
2.1.2 Gliederung
2.2 Personen, Orte, Zeit
2.2.1 Personen
2.2.1.1 Jeremia und Jahwe
2.2.1.2 Baruch
2.2.1.3 Jojakim
2.2.1.4 Weitere Personen
2.2.2 Orte
2.2.3. Zeit
2.3 Textsemantik
2.3.1 Wortwiederholungen
2.3.2 Autorität und Wirkung des Wortes Gottes
2.3.3 Bedeutung, Inhalt und Umfang der Buchrolle
3. Diachrone Analyse
3.1 Wie der Text entstanden ist
3.1.1 Geschichtlich
3.1.2 Redaktion
3.2 Was Jer 36 über die Entstehung des Jeremiabuches aussagt
3.3 Was Jer 36 über die Entstehung von Prophetenschriften aussagt
3.4 Gattung
4. Das zentrale Thema der Schuld
5. Absichten der Erzählung
7. Abschluss – Bedeutung von Jer 36 für unsere Zeit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert das 36. Kapitel des Jeremiabuches, um dessen theologische Bedeutung, Entstehungsgeschichte und die darin verhandelte Thematik von Schuld und Gottes Wort zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der Rolle der Schriftrolle und der Reaktion des Königs Jojakim auf die prophetische Botschaft.
- Synchrone und diachrone Analyse von Jeremia 36
- Untersuchung der Rollen von Jeremia, Baruch und König Jojakim
- Bedeutung und Autorität des geschriebenen Wortes Gottes
- Entstehungsmodelle des Jeremiabuches und der Prophetenliteratur
- Das zentrale Thema der menschlichen Schuld und göttlichen Gerichts
Auszug aus dem Buch
2.2.1.1 Jeremia und Jahwe
Jeremia erhält von Jahwe den Auftrag eine Schriftrolle anzufertigen mit den Worten, die Gott ihm über alle Völker gesagt hat, seit er mit Jeremia gesprochen hat (V.2). Er gibt seinem Schreiber Baruch den Auftrag für ihn in den Tempel zu gehen und den Menschen die Worte zu verkünden, da er selber nicht dorthin kann. „Jeremia selbst ist daran ‚verhindert’, vermutlich, weil die Feindschaft der Priester [...] ihm das öffentliche Auftreten im Tempel inzwischen unmöglich gemacht hatte.“4 Nur Jeremia hat diese Erinnerungen, kein anderer außer ihm, „kein dritter hätte die kleinen unbedeutenden Details so genau berichtet, überhaupt nur so gewusst.“5 Jeremia und Jahwe treten aber in der Erzählung in den Hintergrund, sind allerdings „die von der Handlung vorausgesetzten Personen der Erzählung.“6 Außerdem ist Jeremia der einzige an den das Wort des Herrn ergeht. Die Worte Jahwes am Beginn (V.1-3) und am Schluss (V.27-31) bilden so etwas wie eine Rahmung der Erzählung.7 Das könnte man auch so deuten, dass Gott Anfang und Ende ist, Verheißung oder Mahnung und Einlösung der Versprechen, auch wenn es hier zu ungunsten von König Jojakim und dem ganzen Volk Israel ausgeht. Die Präsenz Jahwes ist aber im ganzen Kapitel zu spüren, als ob er abwartet, was geschieht und dann sein Urteil spricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Bedeutung von Jeremia 36 ein und umreißt die methodische Vorgehensweise, bestehend aus synchroner und diachroner Analyse.
2. Synchrone Analyse: Dieser Teil beleuchtet die Handlung, die Gliederung des Kapitels, die beteiligten Personen sowie Orte, Zeit und die Textsemantik.
3. Diachrone Analyse: Hier wird die Entstehungsgeschichte des Textes und dessen redaktionelle Bearbeitung sowie die Bedeutung für die Entstehung des Jeremiabuches und prophetischer Schriften diskutiert.
4. Das zentrale Thema der Schuld: Das Kapitel expliziert, wie die Erzählung den Untergang Jerusalems als göttliches Strafgericht für die anhaltende Schuld des Volkes und des Königs darstellt.
5. Absichten der Erzählung: Die drei wesentlichen Intentionen des Textes werden dargelegt, insbesondere die Gleichstellung des geschriebenen mit dem mündlichen Wort Gottes.
7. Abschluss – Bedeutung von Jer 36 für unsere Zeit: Ein Transfer der biblischen Erzählung in die Gegenwart, wobei das Verhalten Jojakims kritisch mit modernen gesellschaftlichen Mustern verglichen wird.
Schlüsselwörter
Jeremia 36, Jojakim, Baruch, Buchrolle, Gottes Wort, Umkehr, Schuld, Gericht, Schriftprophetie, Synchrone Analyse, Diachrone Analyse, Redaktion, Tempel, Offenbarung, Biblische Theologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem 36. Kapitel des Buches Jeremia, das die Niederschrift, Verlesung und schließlich die Verbrennung einer Schriftrolle durch König Jojakim thematisiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Wort Gottes, die menschliche Umkehr, die göttliche Gerichtsankündigung, die Bedeutung von Schriftlichkeit in der Prophetie und die historische Entstehung des Jeremiabuches.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist eine umfassende exegetische Untersuchung von Jeremia 36, um die Absichten des Autors, die historische Einordnung und die anhaltende Relevanz der Erzählung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine synchrone Analyse (Betrachtung des vorliegenden Textes) mit einer diachronen Analyse (Untersuchung der Entstehungs- und Redaktionsgeschichte).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Struktur, die Rollen der Akteure (Jeremia, Baruch, Jojakim), die zeitliche Einordnung sowie die wissenschaftlichen Debatten zur Entstehung des Textes detailliert diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jeremia 36, Gottes Wort, Buchrolle, Schuld, Gericht, Jojakim und Schriftprophetie.
Welche Rolle spielt König Jojakim in diesem Kapitel?
Er fungiert als derjenige, der sich aktiv gegen das Wort Gottes stellt, indem er die Schriftrolle verbrennt, womit er seine Schuld und den Untergang Judas besiegelt.
Wie bewertet die Autorin die Bedeutung des Textes für heute?
Die Autorin sieht eine Analogie zwischen der Weigerung des Königs, Gottes Wort zu hören, und dem Verhalten moderner Menschen, die sich der kritischen Botschaft der Schrift verschließen.
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- Sabine Rödiger (Author), 2005, Die Verbrennung der Schriftrolle. Erläuterungen zu Jeremia 36, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74667