Christliche Formen der Psalterrezeption in der Liturgie

Ein kurzer Überblick


Seminararbeit, 2004

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Was sind Psalmen

3. Alte Kirche und Geschichte des Psalmengebrauchs

4. Psalmengebrauch in der Messliturgie und in der Stundenliturgie
4.1 Psalmen in der Messliturgie
4.1.1 Eröffnungs- und Kommunionverse
4.1.2 Antwortpsalm
4.2 Psalmen im Stundengebet der Kirche
4.2.1 Die Benediktregel
4.2.2 Gliederung der Tagzeitenliturgie
4.3 Bedeutung der Psalmen
4.3.1 Allgemeine Einführung ins Stundenbuch (AES) – wie geht man mit Psalmen um?
4.3.2 Christologisierung
4.3.3 Weitere Bedeutungen der Psalmen

5. Persönliche Bewertung des Psalmengebrauchs

6. Literatur

1. Einleitung

Der Gebrauch von Psalmen im christlichen Gottesdienst hat eine lange Tradition. Schon in der Alten Kirche wurden sie rezipiert. Welche Bedeutung die Psalmen in der Geschichte der Kirche einnehmen, soll hier im Überblick verdeutlicht werden. Ebenfalls wird kurz beschrieben, welche Formen der Psalterrezeption im christlichen Gottesdienst verwendet werden und es wird auf das Stundengebet eingegangen werden.

2. Was sind Psalmen?

„Der Begriff ‚P.’ dient heute als Sammelbezeichnung für religiöse (Lied-) Texte des AT und seiner Umwelt.“1 Im AT sind die Psalmen in fünf Psalmenbüchern zusammengefasst und umfassen insgesamt 150 Psalmen.2

„Das Wort ‚P.’ geht auf griech. psalmos ‚zum Saiteninstrument gespieltes Lied’ zurück.“3

Das Buch der Psalmen wird als Psalter bezeichnet.4 „Dem Psalter liegen mehrere Teilsammlungen zugrunde, z.B. Davidpsalmen (Ps 3–41), Korachpsalmen (Ps 42–49), Hallelujapsalmen (Ps 111–118 ), Wallfahrtslieder (Ps 120–134) oder der sog. elohistische P. (Ps 42–83), (...).“5

3. Alte Kirche und Geschichte des Psalmengebrauchs

Die Alte Kirche kannte das Neue Testament noch nicht als ganze Schrift, sondern allenfalls Fragmente oder einzelne Texte. Viele von ihnen waren Judenchristen und somit waren ihnen die Psalmen durchaus vertraut.6 Deshalb verwundert es nicht, dass der Psalmengebrauch gerade in der jungen Kirche große Bedeutung hatte. Es wurden meist einzelne Psalmen vor allem zu besonderen Anlässen verwendet und gebetet.7 Erst später kam es dazu, dass die Psalmen sogar von einigen Menschen in fortlaufendem Zyklus (lectio currens) gebetet worden.8 „Das Mönchtum der alten Kirche kannte, (...), das Gesetz, je Woche den ganzen Psalter zu gebrauchen (...).“9

Erstaunlich ist, dass die Psalmen des frühen Mönchtums in der Muttersprache gebetet worden: „Das Erbe der alten Kirche, auf den einzelnen Psalm zu hören, bleibt auch im Eifer der Mönche des Frühmittelalters wirksam, die Psalmen in die Muttersprache, in ‚in nostra lingua thiudisca’(...), zu übersetzen, um den Sinn des Textes zu erschließen.“10

Abgesehen vom Mönchtum, war „(...) für die Juden der nachexilischen Zeit (...) der Psalter vor allem Gebetbuch des Einzelnen, (...).“11 Weiterhin spricht Gerhards davon, dass die Psalmen vor allem im häuslichen Bereich und im täglichen Beten eine wichtige Rolle spielten.12

Im Gottesdienst der Alten Kirche waren Psalmen sehr gebräuchlich, wie schon angekündigt, gerade der Psalm als Antwort war sehr gebräuchlich: „ein Vorsänger sang die einzelnen Verse, die Gemeinde antwortete mit dem responsum.13

Der bereits erwähnte lectio currens wurde schließlich jedoch vernachlässigt. Lange Zeit war er selbstverständlich im Mönchtum14, doch fügt Häußling hinzu, „(...), daß es im letzten Jahrtausend nur kurze Phasen waren, in denen das Psalterium currens tatsächlich in Übung war.“15

Große Bedeutung in der Messe hatte der Psalter für die Menschen im Mittelalter. So benannte Petrus Lombardus (gest. 1160) als eine Ansammlung der ganzen Theologie16 und Gilbert von Poitiers (gest. 1154) als prophetisches Evangelium.17

Häußling erzählt von einem Buch aus dem 16.Jh., das Vorschriften und Einteilungen für das Stundengebet enthielt. Dieses Buch ist das Book of Common Prayer: „Das Book of Common Prayer (erstmals 1549), der konsequenteste Entwurf einer Tagzeitenliturgie im kirchlich so bewegten 16.Jh. – (...).“18 Weiter berichtet Häußling davon, dass je Hore, das heißt morgens und abends je drei aufeinanderfolgende Psalmen gebetet worden.19

Daraus lässt sich schließen, dass es, abgesehen von der Benediktsregel20, auf die später noch eingegangen wird, kein vergleichbares konsequentes Buch zum Psalmengebet im 16.Jh. vorhanden bzw. gebraucht wurde.

[...]


1 Schmoldt, Psalm(en), 411.

2 Vgl. ders., Psalter, 413.

3 Ders., Psalm, 411.

4 Vgl. ders., Psalter, 413.

5 Ebd., 413.

6 Vgl. Häußling, Die Psalmen des Alten Testamentes, 95.

7 Vgl. Zenger, „Du thronst auf den Psalmen Israels“, 18.

8 Vgl. ebd., 18.

9 Häußling, Die Psalmen des Alten Testamentes, 93.

10 Ebd., 97.

11 Gerhards, Der Schriftgebrauch in den altkirchlichen Liturgien, 179.

12 Vgl. ebd., 180.

13 Ders., Schriftgebrauch im Gottesdienst, 497.

14 Vgl. Häußling, Die Psalmen des Alten Testamentes, 98.

15 Ebd., 98.

16 Vgl. Zenger, „Du thronst auf den Psalmen Israels“, 26.

17 Vgl. ebd., 26.

18 Häußling, Die Psalmen des Alten Testamentes, 99.

19 Vgl. ebd., 99.

20 Vgl. ebd., 99.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Christliche Formen der Psalterrezeption in der Liturgie
Untertitel
Ein kurzer Überblick
Hochschule
Universität Erfurt
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
11
Katalognummer
V74672
ISBN (eBook)
9783638716246
ISBN (Buch)
9783638755405
Dateigröße
393 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Christliche, Formen, Psalterrezeption, Liturgie
Arbeit zitieren
Sabine Rödiger (Autor), 2004, Christliche Formen der Psalterrezeption in der Liturgie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74672

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