Aufgrund des verschärften Wettbewerbs, den fortwährenden Globalisierungstendenzen und eines allgemeinen Wertewandels in der Gesellschaft werden nicht quantifizierbare, „weiche“ Faktoren für den Erfolg einer Unternehmung immer wichtiger. Technologien und Systeme, die eine Produktivitätsverbesserung garantieren, können kopiert oder eingekauft werden und stellen demnach nur noch geringfügig
einen Wettbewerbsvorteil dar. Somit rückt das „Humankapital“, die Mitarbeiter, in den Vordergrund.
Leistung, Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter bestimmen die Wirtschaftlichkeit und Effizienz eines Unternehmens.
Die Mitarbeiter werden zu Trägern einer gemeinsamen Kultur des Unternehmens, die es ihnen ermöglicht, Ziele optimal zu verwirklichen und sich als Subkultur an äußere und innere Einflüsse anzupassen.
Die Kultur drückt sich als geteiltes Verständnis von Denk- und Verhaltensmustern aus und beeinflusst
Handlungen und Entscheidungen ihrer Träger. Diese Auffassung von Kultur kann auch auf ein Unternehmen
bzw. eine Organisation übertragen werden. [...]
In dieser Arbeit gehe ich davon aus, dass sich die Unternehmenskultur auf das Unternehmen auswirkt. Es soll aber im Besonderen geklärt werden, welchen Zusammenhang es zwischen der Unternehmenskultur und den Mitarbeitern gibt, d. h. wie sich eine gemeinsame Kultur auf den einzelnen Mitarbeiter auswirkt. Der zweite Schwerpunkt liegt bei der Kommunikation und inwieweit diese Ausdruck der Unternehmenskultur sein kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen und Begriffsabgrenzung
2.1 Unternehmung
2.2 Kultur
2.3 Unternehmenskultur
2.4 Abgrenzung zu themenverwandten Begriffen
3 Unternehmenskultur – Hinwendung, Ansätze und Merkmale
3.1 Hinwendung zur Unternehmenskultur
3.2 Ansätze
3.3 Merkmale von Unternehmenskultur
3.3.1 Kulturtragende Elemente nach Schein
3.3.2 Charakteristika
4 Entstehung, Veränderbarkeit und Gestaltung von Unternehmenskultur
4.1 Einmaschiges und Zweimaschiges Lernen
4.2 Phasen für die Umgestaltung der Unternehmenskultur
4.2.1 Erfassung der Ist-Kultur
4.2.2 Entwicklung der Soll-Kultur
4.2.3 Maßnahmen zur Umsetzung
5 Funktionen und Wirkungen der Unternehmenskultur
5.1 Funktionen der Unternehmenskultur
5.1.1 Originäre Funktionen
5.1.2 Derivative Funktionen
5.2 Wirkungen der Unternehmenskultur auf die Mitarbeiter
6 Kommunikation als Ausdruck der Unternehmenskultur
6.1 Externe Kommunikation
6.2 Interne Kommunikation
6.2.1 Sprache
6.2.2 Handlungen
7 Beispiel DaimlerChrysler
8 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Unternehmenskultur und den Mitarbeitern eines Unternehmens sowie die Rolle der Kommunikation als Ausdruck dieser Kultur. Ziel ist es zu klären, wie sich eine gemeinsame Unternehmenskultur auf den einzelnen Mitarbeiter auswirkt und wie dies anhand des Beispiels DaimlerChrysler verdeutlicht werden kann.
- Definitionen von Unternehmung, Kultur und Unternehmenskultur
- Ansätze und Merkmale von Unternehmenskultur (u.a. nach Schein)
- Prozesse der Entstehung und Veränderung von Unternehmenskulturen
- Funktionen (originär und derivativ) und Auswirkungen auf Mitarbeiter
- Kommunikation als Ausdruck und Transportmedium der Unternehmenskultur
Auszug aus dem Buch
6.2.1 Sprache
Sprache ist das bedeutendste Symbolsystem zur Entwicklung, Beeinflussung, Vermittlung und Weitergabe von Werten. „Die mündliche Kommunikation ist in aller Regel wesentlich wirkungsvoller als schriftliche Verlautbarungen, Rundschreiben, Grundsätze und Leitbilder“ (Rüttinger 1986, S. 122), denn erst aus dem Austausch zwischen Sender und Empfänger kann effektive Kommunikation entstehen.
Der Grad der Übereinkunft in der Unternehmung lässt sich an dem Vorhandensein eines unternehmensspezifischen Vokabulars ableiten. Durch die Ausbildung eines Jargons werden interne Beziehungen aufgrund einer Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls stabilisiert und – möglicherweise ungewollt – Distanz zur Umwelt hergestellt.
Aus Zeit- und damit auch ökonomischen Gründen entwickeln Unternehmen einen Sprachgeiz, „[...] der um so ausgeprägter ist, je mehr unternehmensindividuelle Begriffe vorhanden sind, unter die bereits viele als selbstverständlich angenommene Sachverhalte subsumiert worden sind und so die interne Kommunikation effizienter gestalten“ (Simon 1990, S. 21).
Sprachliche Äußerungen, die im besonderen die Inhalte der Unternehmenskultur tragen, sind Geschichten, Anekdoten, Erzählungen, Mythen etc.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Unternehmenskultur im Kontext des gesellschaftlichen Wertewandels und Definition der Forschungsfragen.
2 Definitionen und Begriffsabgrenzung: Klärung der Grundbegriffe Unternehmung, Kultur und Unternehmenskultur sowie Abgrenzung zu verwandten Konzepten wie Betriebsklima und Corporate Identity.
3 Unternehmenskultur – Hinwendung, Ansätze und Merkmale: Erläuterung der Gründe für das gewachsene Interesse sowie Vorstellung theoretischer Ansätze und kulturtragender Merkmale.
4 Entstehung, Veränderbarkeit und Gestaltung von Unternehmenskultur: Analyse des Entstehungsprozesses und der Möglichkeiten, Unternehmenskultur aktiv zu gestalten, inklusive Lernformen und Phasen der Umgestaltung.
5 Funktionen und Wirkungen der Unternehmenskultur: Untersuchung der direkten (originären) und indirekten (derivativen) Funktionen für die Organisation sowie der spezifischen Wirkungen auf die Mitarbeiter.
6 Kommunikation als Ausdruck der Unternehmenskultur: Darstellung der wechselseitigen Bedingung von Kultur und Kommunikation, unterteilt in externe sowie interne Kommunikation (Sprache und Handlungen).
7 Beispiel DaimlerChrysler: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf ein konkretes Praxisbeispiel im Jahr 2004.
8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Bedeutung der Unternehmenskultur und kritische Reflexion der Möglichkeiten ihrer praktischen Gestaltung.
Schlüsselwörter
Unternehmenskultur, Mitarbeiterorientierung, Organisationsentwicklung, Unternehmenserfolg, Unternehmenskulturmodell, interne Kommunikation, externe Kommunikation, Wertewandel, Organisationsmitglieder, Unternehmenskulturwandel, Führung, Unternehmenskulturfunktionen, Sozialsystem, Mitarbeiterbedürfnisse, Kulturtragende Elemente
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Unternehmenskultur, insbesondere hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Mitarbeiter und ihrer Ausdrucksform durch Kommunikation.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Definition und Abgrenzung von Unternehmenskultur, deren Entstehung, Gestaltungsmöglichkeiten, Funktionen sowie die Rolle der internen und externen Kommunikation ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, ob und wie Unternehmenskultur den einzelnen Mitarbeiter beeinflusst und wie Kommunikation als Ausdruck dieser Kultur fungiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur und veranschaulicht die Ergebnisse am Praxisbeispiel der DaimlerChrysler AG.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Ansätze zur Unternehmenskultur, Prozesse der kulturellen Umgestaltung, die Funktionen der Kultur für das Unternehmen sowie die Bedeutung von Sprache und Handlungen in der Kommunikation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Unternehmenskultur, Mitarbeiterorientierung, Organisationsentwicklung, Kommunikation und Unternehmenskulturwandel.
Warum wird im Modell von Schein zwischen Artefakten, Werten und Grundannahmen unterschieden?
Die Unterscheidung dient dazu, die sichtbaren Ausprägungen (Artefakte) von den tiefer liegenden, oft unbewussten Werten und Grundannahmen abzugrenzen, die das Verhalten im Unternehmen maßgeblich prägen.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen Einmaschigem und Zweimaschigem Lernen?
Einmaschiges Lernen korrigiert Abweichungen innerhalb bestehender Normen (Status Quo), während Zweimaschiges Lernen das Wertesystem selbst hinterfragt, um notwendige kulturelle Veränderungen tiefgreifend anzugehen.
Welche Rolle spielt die Bedürfnispyramide nach Maslow in der Argumentation?
Sie dient als Modell, um zu verdeutlichen, wie Unternehmenskultur die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter von der Orientierung bis zur Selbstverwirklichung adressieren und befriedigen kann.
- Quote paper
- Heike Ulbrich (Author), 2004, Unternehmenskultur - Wirkung auf Mitarbeiter und Kommunikation als Ausdruck der Unternehmenskultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74730