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Der mehrfachbehinderte Mensch und das Persönliche Budget. Zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge

Titel: Der mehrfachbehinderte Mensch und das Persönliche Budget. Zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge

Diplomarbeit , 2007 , 114 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Markus Kaufhold (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel dieser Diplomarbeit besteht darin, zu untersuchen, inwieweit das Persönliche Budget für Menschen mit Mehrfachbehinderung nutzbar ist.
Dieser Frage soll mit Hilfe zweier verschiedener Schwerpunkte nachgegangen werden. Im ersten Schwerpunkt sollen bereits bestehende Modellprojekte zum Persönlichen Budget auf ihre Umsetzung und ihrer Nutzbarkeit für Menschen mit mehrfacher Behinderung untersucht werden, sowie die Umsetzung in drei Nachbarländern.
In einem zweiten Schwerpunkt sollen Fachleute nach ihrer Meinung zum Persönlichen Budget und dem Aspekt der Nutzungsmöglichkeiten für diese Menschen mittels qualitativer Experteninterviews befragt werden. Die dabei entstehenden Ergebnisse werden anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach MAYRING ausgewertet.

Nach einer ausführlichen Einordnung der Begrifflichkeiten (Kapitel 2) beschäftigt sich Kapitel 3 zunächst mit den Grundlagen des Persönlichen Budgets, einerseits um dem Leser einen Einstieg in das Thema zu ermöglichen und andererseits, um zu untersuchen, wie das Persönliche Budget gesetzlich bestimmt und die Nutzungsmöglichkeiten durch Menschen mit Behinderung geregelt werden.

Im 4. Kapitel werden ausgewählte Modellprojekte auf ihre Umsetzung und auf den Aspekt der Nutzungsmöglichkeit für mehrfach behinderte Menschen untersucht. Da seit Jahren in benachbarten Ländern bereits ähnliche Formen des Persönlichen Budgets eingeführt und erfolgreich umgesetzt wurden, werden auch diese nach den gleichen Gesichtspunkten hinterfragt. Dies erscheint sinnvoll, da in Deutschland bislang nur begrenzt Erfahrungen in der Umsetzung mit dem Persönlichen Budget gesammelt werden konnten. Durch eine Betrachtung dieser Länder ergibt sich zugleich die Möglichkeit (Kapitel 5) den Stand der Umsetzung deutscher Modelle miteinander zu vergleichen.

Kapitel 6 beschäftigt sich mit einer empirischen Untersuchung, indem Fachleute zum Persönlichen Budget anhand ausgewählter Forschungsfragen zum Thema interviewt werden. Die Auswertung und Interpretation erfolgt nach der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach MAYRING.

Das Resümee fasst die Ergebnisse der vorliegenden Diplomarbeit zusammen.

Mit Handlungsvorschlägen für die soziale Arbeit und einem Ausblick wird das Thema abgerundet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Einordnen der Begrifflichkeiten

2.1 Das Persönliche Budget

2.2 Behinderung

2.3 Behinderungsarten

2.3.1 Der Begriff der Körperbehinderung

2.3.2 Der Begriff der geistigen Behinderung

2.3.3 Der Begriff der seelischen Behinderung

2.4 Mehrfachbehinderung/ Schwerstbehinderung/ Schwerstmehrfachbehinderung/ – Versuch einer Begriffsklärung

2.5 Selbstbestimmung

2.6 Rehabilitation

3. Grundlagen - Eckpunkte/Darstellung des Persönlichen Budgets

3.1 Ziel des Persönlichen Budgets

3.2 Konzeptionelle Grundlagen

3.3 Sozialrechtliche Grundlagen

3.3.1 Geldleistung und Persönliches Budget nach SGB IX

3.3.2 Persönliches Budget als Komplexleistung

3.3.3 Budgetfähige Leistungen

3.3.4 Budgetbemessung

3.3.5 Koordination

3.3.6 Budgetverordnung (BudgetV)

3.3.7 Erprobung

4. Umsetzung des Persönlichen Budgets

4.1 Europäische Modelle - Das Persönliche Budget in Europa

4.1.1 Niederlande

4.1.2 England

4.1.3 Schweden

4.2 Zusammenfassung der europäischen Modelle

4.3 Nationale Modelle - Das Persönliche Budget in Deutschland

4.3.1 Modell Baden-Württemberg

4.3.2 Modell Niedersachsen

4.3.3 Modell Rheinland-Pfalz – PerLe (Personenbezogene Unterstützung und Lebensqualität)

4.4 Zusammenfassung der deutschen Modelle

5. Vergleich europäischer und deutscher Modelle

6. Empirischer Teil

6.1 Methode und Gang der Untersuchung

6.2 Planung und Durchführung der Datenerhebung

6.3 Zusammenfassung der einzelnen Interviews

6.4 Ablaufmodell der Inhaltsanalyse nach MAYRING

6.4.1 Bestimmung des Ausgangsmaterials

6.4.2 Richtung der Analyse

6.4.3 Theoriegeleitete Fragestellung

6.4.4 Festlegung der Analyseeinheiten und –schritte

6.5 Ergebnisse aus dem Datenmaterial

6.5.1 Kategoriebildung

6.5.2 Zusammenfassung der Interviews anhand der Hauptkategorien

6.5.2.1 Hauptkategorie 1 - Das Persönliche Budget und die Nutzungsmöglichkeit durch den mehrfach behinderten Menschen

6.5.2.2 Hauptkategorie 2 - Beratungsbedarf bezüglich des Persönlichen Budgets

6.5.2.3 Hauptkategorie 3: Unterstützungsbedarf bezüglich des Persönlichen Budgets

6.5.2.4 Hauptkategorie 4 - Auswirkungen des Persönlichen Budgets

6.6 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse

6.6.1 Inhaltliche Strukturierung

6.6.2 Theorie- Praxis- Vergleich

6.6.3 Abschließende Interpretation hinsichtlich der Forschungsfragen

7. Resümee

8. Handlungsvorschläge für die soziale Arbeit

9. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Diplomarbeit ist die Untersuchung, inwieweit das Persönliche Budget für Menschen mit Mehrfachbehinderung nutzbar ist, wobei sowohl bestehende Modellprojekte als auch europäische Ansätze kritisch analysiert und durch Experteninterviews ergänzt werden.

  • Persönliches Budget als Instrument der Selbstbestimmung
  • Herausforderungen für Menschen mit Mehrfachbehinderung
  • Vergleich internationaler (Niederlande, England, Schweden) und deutscher Modelle
  • Beratungs- und Unterstützungsbedarf als kritische Erfolgsfaktoren
  • Rolle der sozialen Arbeit bei der Umsetzung

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Persönliche Budget

„Das Persönliche Budget ist die Bewilligung einer Sozialleistung in Form einer Geldleistung. Menschen mit Behinderung können diese Geldleistung erhalten, um ihren Unterstützung- und Hilfebedarf zu decken. Die für die Bedarfsdeckung erforderlichen Sach- und Dienstleistungen werden selbstständig ausgesucht und eigenverantwortlich eingekauft.“ (Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, 2004, S. 7 f)

Um eine bessere Passgenauigkeit und Wirksamkeit rehabilitativer (Dienst-) Leistungen zu erzielen, wurde zum 1. Juli 2001 im SGB IX die Möglichkeit geschaffen, Sachleistungen in Form von Geldleistungen zu erhalten (Vgl. Wacker/Wansing/Schäfers, 2005, S. 31).

Beim Persönlichen Budget handelt es sich nicht um eine neue Leistungsart aus der sich veränderte Leistungsansprüche ergeben, sondern um eine andere Form der Leistungserbringung, welche notwendige Hilfen nach „Maß“ für Menschen mit Behinderung vorsieht und gleichzeitig mehr selbständiges Leben ermöglichen soll. Das Persönliche Budget ist eine Geldleistung, die ein behinderter Mensch erhält, um sich von dem Geld die Unterstützung, die er braucht, selbst und eigenverantwortlich zu organisieren bzw. auf einem Dienstleistungsmarkt einzukaufen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Darstellung des Paradigmenwechsels in der Behindertenpolitik vom Objekt der Fürsorge hin zum selbstbestimmten Subjekt durch das Persönliche Budget.

2. Einordnen der Begrifflichkeiten: Definition zentraler Begriffe wie Persönliches Budget, Behinderung (in verschiedenen Dimensionen), Mehrfachbehinderung, Selbstbestimmung und Rehabilitation.

3. Grundlagen - Eckpunkte/Darstellung des Persönlichen Budgets: Erläuterung der gesetzlichen Verankerung, der Zielsetzungen und der sozialrechtlichen Rahmenbedingungen für das Persönliche Budget nach SGB IX.

4. Umsetzung des Persönlichen Budgets: Analyse europäischer Modelle (Niederlande, England, Schweden) sowie deutscher Modellversuche unter Berücksichtigung ihrer Eignung für mehrfach behinderte Menschen.

5. Vergleich europäischer und deutscher Modelle: Gegenüberstellung der unterschiedlichen Handhabungen, Bedarfsermittlungen und Finanzierungsstrukturen im internationalen Vergleich.

6. Empirischer Teil: Durchführung und Auswertung qualitativer Experteninterviews nach der Methode von Mayring zur Erforschung der Nutzungsmöglichkeiten des Persönlichen Budgets.

7. Resümee: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion des Spannungsfeldes zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge.

8. Handlungsvorschläge für die soziale Arbeit: Ableitung konkreter Aufgaben für Sozialpädagogen in Beratung und Budgetunterstützung.

9. Ausblick: Plädoyer für eine flächendeckende, finanzierte Budgetassistenz und eine bedarfsgerechte Ausgestaltung der Budgets.

Schlüsselwörter

Persönliches Budget, Mehrfachbehinderung, Selbstbestimmung, Teilhabe, Rehabilitation, Behindertenpolitik, Budgetassistenz, Sozialrecht, SGB IX, Modellprojekte, qualitative Inhaltsanalyse, Experteninterviews, Beratungsbedarf, Leistungsanbieter, Eingliederungshilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Persönliche Budget im Kontext der Teilhabe von Menschen mit Mehrfachbehinderung und analysiert das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach Selbstbestimmung und der notwendigen Fürsorge.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die gesetzlichen Grundlagen des Persönlichen Budgets, der internationale Vergleich bewährter Modelle sowie die empirische Untersuchung durch Experteninterviews.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das Persönliche Budget für Menschen mit Mehrfachbehinderung nutzbar gemacht werden kann, welche Barrieren bestehen und wie diese durch professionelle Unterstützung überwunden werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitative Forschungsstrategie verfolgt, insbesondere die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, basierend auf Experteninterviews mit Fachleuten aus dem Bereich der Behindertenhilfe.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Begrifflichkeiten, die Darstellung internationaler und nationaler Modellprojekte sowie die empirische Auswertung und Interpretation der geführten Interviews.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Persönliches Budget, Mehrfachbehinderung, Selbstbestimmung, Budgetassistenz und Teilhabe definiert.

Warum ist das Modellprojekt "PerLe" von besonderer Bedeutung?

Das Projekt "PerLe" ist einzigartig, da es sich explizit auf die Umsetzung des Persönlichen Budgets im stationären Wohnbereich für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung konzentriert.

Warum fordern Experten eine zusätzliche Finanzierung der Budgetassistenz?

Experten argumentieren, dass das Management eines Budgets hohe Anforderungen stellt, die viele behinderte Menschen ohne externe, unabhängige Unterstützung nicht bewältigen können, wobei diese Unterstützung momentan in Deutschland oft nicht gesichert ist.

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Details

Titel
Der mehrfachbehinderte Mensch und das Persönliche Budget. Zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Note
1,0
Autor
Markus Kaufhold (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
114
Katalognummer
V74766
ISBN (eBook)
9783638808767
ISBN (Buch)
9783638818155
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mensch Persönliche Budget Spannungsfeld Selbstbestimmung Fürsorge
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Kaufhold (Autor:in), 2007, Der mehrfachbehinderte Mensch und das Persönliche Budget. Zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74766
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Leseprobe aus  114  Seiten
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