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Zwischen sozialer Teilhabe und Distanzierung - Analyse der Integrationsbedingungen jugendlicher AussiedlerInnen

Title: Zwischen sozialer Teilhabe und Distanzierung - Analyse der Integrationsbedingungen jugendlicher AussiedlerInnen

Diploma Thesis , 2006 , 85 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Irina Justus (Author)

Social Work
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Zwischen sozialer Teilhabe und Distanzierung - Analyse der Integrationsbedingungen jugendlicher Aussiedler“ . Die Betrachtung erfolgt am Beispiel von jugendlichen Russlanddeutschen , die in der deutschen Gesellschaft zunehmend in die Kritik geraten. Jugendliche Aussiedler galten in den achtziger Jahren als angepasst und unauffällig. In den neunziger Jahren änderte sich dieses Bild. In der Öffentlichkeit werden die Integrationsschwierigkeiten der jungen Aussiedler in der deutschen Gesellschaft thematisiert: mangelnde Sprachkenntnisse, Arbeitslosigkeit, soziale Isolation, Alkohol- und Drogenprobleme usw. Wie die Mehrheit der jugendlichen Aussiedler in Deutschland lebt, welche Sozialisationserfahrungen, Erwartungen und auch Kompetenzen sie in ihre neue Heimat mitbringen und wie diese die Integration beeinflussen, ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt.
In der öffentlichen Diskussion mangelt es meiner Meinung nach an der vollständigen Berücksichtigung der Rahmenbedingungen, die oft zu Integrationsschwierigkeiten führen. Aus dieser Entwicklung heraus ergeben sich viele Probleme. Daher habe ich mich entschlossen, mich mit der Integration der jungen Aussiedler zu beschäftigen und werde insbesondere die Integrationsbedingungen junger Aussiedler untersuchen. Mein Anliegen ist es, über die Hintergründe, Ursachen, Folgen sowie die Besonderheiten des Integrationsprozesses aufzuklären.
Im Rahmen dieser Diplomarbeit sollen einige Antworten auf folgende Frage gegeben werden: Welche Faktoren können zu einer günstigen bzw. zu einer problematischen Integrationsform führen? Ich werde versuchen herauszufinden, welche Ursachen für die Integrationsformen es gibt und welche sozialen und individuellen Folgen daraus entstehen können.
Aufgrund meiner persönlichen Migrationserfahrung werde ich im Laufe der Arbeit eigene Beispiele über die Schwierigkeiten der Eingliederung in die Gesellschaft nennen können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Einführung

1.1. Zum Begriff Integration

1.2. Historischer Hintergrund

1.3. Rechtsgrundlagen

1.4. Weitere Definitionen

2. Die Einstellungen und Orientierungen von jugendlichen Aussiedlern

2.1. Sozialisation im Herkunftsland und Ethnizität

2.2. Stellenwert der Familie und Migrationserfahrung

2.3. Werteorientierungen und Einstellungen zur Bildung und Familie

2.4. Motive der Aussiedlung

3. Aufnahme in der Bundesrepublik Deutschland

3.1. Eingliederungshilfen

3.2. Sprachliche und schulische Integration

3.3. Berufliche Situation

4. Prozesse von Integration und sozialer Ausgrenzung bei jungen Aussiedlern

4.1. Die Formen der Integration

4.2. Möglichkeiten sozialer Teilhabe als Einfluss auf die Integration

4.2.1. Sprachkompetenz

4.2.2. Soziales Netzwerk und Freizeit

4.2.3. Wohnsituation

4.2.4. Finanzielle Situation

4.3. Subjektiv wahrgenommene und tatsächlich vorhandene Teilhabechancen

5. Die Auswirkungen auf die Lebenssituation junger Aussiedler

5.1. Selbstwertgefühl, psychosomatische Beschwerden, Ängste

5.2. Gewalt und Kriminalität

5.3. Erfahrung von Ausgrenzung

5.4. Kriminologische Ursachentheorien

6. Aspekte der Förderung und Beratung als Unterstützung zur Integration

7. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit analysiert die Integrationsbedingungen jugendlicher Aussiedler in der Bundesrepublik Deutschland, um Ursachen für gelungene oder problematische Integrationsprozesse zu identifizieren. Dabei wird untersucht, wie sozioökonomische Rahmenbedingungen, Bildungsbiografien und individuelle Einstellungen das soziale Teilhabeverhalten und die Lebenssituation dieser Zielgruppe prägen.

  • Analyse der Integrationsprozesse von Aussiedlerjugendlichen
  • Einfluss von Sprachkompetenz und formaler Bildung auf die Teilhabechancen
  • Bedeutung familiärer Werteorientierungen und Migrationserfahrungen
  • Untersuchung von Risikofaktoren wie soziale Isolation und Kriminalität
  • Evaluation von Unterstützungs- und Beratungsangeboten in der Sozialarbeit

Auszug aus dem Buch

2.1. Sozialisation im Herkunftsland und Ethnizität

Jugendliche Aussiedler, die aus der ehemaligen Sowjetunion in den neunziger Jahren kommen, gehörten dort der Perestrojka-Generation an. Das ist die Zeit, als sich die ökonomischen, politischen und sozialen Strukturen des Sowjetischen Systems auflösten und sich auf dem Territorium der vormaligen Sowjetunion neue Nationalstaaten konstituierten. Die Veränderungen hatten Folgen für die schulische Sozialisation, das Berufsleben, die Jugendkultur und die gesellschaftliche Orientierung der Jugendlichen. Das Bildungssystem wurde damals komplett reformiert. Die Orientierungskrise der Jugendlichen nahm einen Einfluss auf die Persönlichkeitsbildung. Die staatliche Autorität und die Orientierung am Kollektiv haben deutlich abgenommen. Die schulische und berufliche Ausbildung wurde von den Jugendlichen zunehmend geringer bewertet, da eine höhere Ausbildung keine bessere Entlohnung oder größere Karrierechancen versprach. In Verbindung mit der ökonomischen Perspektivlosigkeit verunsicherte der Werteverlust die Jugendlichen. Zur Zeiten der Sowjetunion war eine eigenständige Jugendkultur weitgehend abgelehnt. In Folge der Umstrukturierungsprozesse (Perestroika), ergab sich die Möglichkeit die Jugendkultur zu erproben, die sich zunehmend an westlichen Mustern orientierte.

Junge Aussiedler waren in ihren Herkunftsländern auf jeden Fall integriert. Sie wuchsen mit der russischen Sprache auf, der russischen Alltagsstruktur und waren durch russische Einflüsse geprägt. Die Zugehörigkeit zur deutschen Minderheit beeinflusste die Sozialisation der Jugendlichen nicht. Den Jugendlichen wurde die deutsche Sprache primär durch die Familie vermittelt. Dasselbe gild für die deutschen Traditionen. Die ethnische Zugehörigkeit war in den Herkunftsländern jedoch in den öffentlichen Bereichen (bei Aufnahme in die Hochschule oder beim beruflichen Werdegang) von Bedeutung. Ich kann daraus schließen, dass die Jugendlichen oft erst durch die Reaktion der Gesellschaft auf ihre deutsche Abstammung aufmerksam wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Definition des Integrationsbegriffs und Darstellung der rechtlichen sowie historischen Rahmenbedingungen für Aussiedler.

2. Die Einstellungen und Orientierungen von jugendlichen Aussiedlern: Analyse der Sozialisation im Herkunftsland, der Bedeutung familiärer Traditionen und der Ausreisemotive.

3. Aufnahme in der Bundesrepublik Deutschland: Überblick über existierende Eingliederungshilfen sowie Herausforderungen in Schule und Beruf.

4. Prozesse von Integration und sozialer Ausgrenzung bei jungen Aussiedlern: Untersuchung der Faktoren, die soziale Teilhabe ermöglichen oder als Barrieren wirken, insbesondere Sprache und Wohnsituation.

5. Die Auswirkungen auf die Lebenssituation junger Aussiedler: Diskussion psychosozialer Folgen und kriminologischer Aspekte bei problematischen Integrationsverläufen.

6. Aspekte der Förderung und Beratung als Unterstützung zur Integration: Empfehlungen für eine effektive Jugendsozialarbeit und Vernetzung der Beratungsdienste.

7. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Integrationschancen und notwendiger politischer sowie sozialpädagogischer Anpassungen.

Schlüsselwörter

Jugendliche Aussiedler, Integration, Soziale Teilhabe, Deutschland, Russlanddeutsche, Migrationserfahrung, Identitätskrise, Sprachförderung, Bildungswege, Sozialarbeit, Benachteiligung, Kriminalitätsprävention, Werteorientierung, Familienzusammenhalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit?

Die Arbeit analysiert die Integrationsbedingungen junger Aussiedler in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf den Herausforderungen bei der schulischen, beruflichen und sozialen Eingliederung liegt.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Zentral sind die Auswirkungen der Herkunftssozialisation, die Bedeutung von Sprachkenntnissen, die Wohnsituation sowie der Einfluss von Diskriminierungserfahrungen auf das Teilhabeverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die zu einer erfolgreichen bzw. problematischen Integration führen, und daraus Handlungsbedarfe für die soziale Beratung abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis bestehender Studien (insb. Osteuropa-Institut München, Strobl & Kühnel) und eigener Migrationserfahrungen der Autorin erstellt wurde.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die rechtlichen Grundlagen, die soziokulturelle Ausgangslage, die Prozessfaktoren der Integration (Teilhabechancen) sowie die psychischen und sozialen Folgen, wie etwa Delinquenz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Identitätsbildung, Marginalisierung, soziale Randständigkeit, Assimilation und institutionelle Förderung gekennzeichnet.

Warum wird die Rolle der Sprache so stark hervorgehoben?

Sprache wird als die grundlegende Kompetenz für die soziale Teilhabe angesehen; ihre Defizite sind laut Autorin der Hauptgrund für Misserfolge in Schule und Beruf.

Wie bewertet die Autorin die schulische Förderung?

Die Autorin kritisiert die aktuelle Praxis der Zuweisung in Hauptschulen als unterfordernd für viele Aussiedlerjugendliche und fordert eine differenziertere Betrachtung der mitgebrachten Bildungsabschlüsse.

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Details

Title
Zwischen sozialer Teilhabe und Distanzierung - Analyse der Integrationsbedingungen jugendlicher AussiedlerInnen
College
University of Applied Sciences and Arts Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Grade
2,0
Author
Irina Justus (Author)
Publication Year
2006
Pages
85
Catalog Number
V74857
ISBN (eBook)
9783638742764
Language
German
Tags
Zwischen Teilhabe Distanzierung Analyse Integrationsbedingungen AussiedlerInnen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Irina Justus (Author), 2006, Zwischen sozialer Teilhabe und Distanzierung - Analyse der Integrationsbedingungen jugendlicher AussiedlerInnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74857
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