Die Bedeutung der Förderung von Lernstrategien wird in einer recht neuen pädagogischen Forderung deutlich. In einer Zeit, in der zunehmend das Selbstgesteuerte Lernen an Schulen gefordert wird und gefördert werden soll, ist die individuelle Förderung von Lernstrategien wichtig. Sie bilden das Fundament, auf dem Selbstgesteuertes Lernen stattfinden kann. Ohne solche Strategien werden Schüler überfordert und können nicht in dem Maße selbstbestimmt handeln, wie es vorgesehen ist. Sie sind weiterhin auf Hilfe und Anleitung angewiesen, die nicht nötig wäre, wenn man den Schülern einige grundlegende Lernstrategien an die Hand geben würde.
So wird auch der Zusammenhang des Themas dieser Hausarbeit zum Hauptthema „Individuelle Förderung von Lernstrategien“ schnell ersichtlich. „Lernen“ wird grundsätzlich als umweltbedingte, relativ überdauernde Ausbildung und Korrektur von Gedächtnisbesitz angesehen (vgl. Klix 1971: 348; Daugs & Blischke 1984: 381). „Eine Strategie ist ein genauer Plan des eigenen Vorgehens, der dazu dient, […] ein Ziel zu erreichen“ (Duden 1994: 1306). Um diesen Plan umsetzen zu können und ein effektives Lernen zu erreichen, müssen Techniken und Methoden benutzt werden. Eine sehr wesentliche Technik ist dabei die Lesetechnik. In fast allen Bereichen ist es wichtig und notwendig, schnell und effektiv zu lesen und wird zum Teil sogar gefordert oder vorausgesetzt. In folgender Hausarbeit sollen die Bedeutung der Leseförderung herausgestellt und verschiedene Lesetechniken erläutert werden. Der wichtigste Punkt ist jedoch die Übertragbarkeit auf die Schule, wie man also konkret das Lesen fördern kann. Zunächst wird die Bedeutung der Leseförderung durch die Ergebnisse der Pisa - Studie untermauert, es werden einige grundlegende Informationen zum Lesen vermittelt und verschiedene Lesetechniken vorgestellt. Im dritten Teil werden Techniken, die das schnelle Lesen als Ziel haben, genauer untersucht und auf Grundlage der ersten vier Abschnitte wird im fünften Teil die Übertragbarkeit auf die Schule geprüft.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Die Pisa - Studie
2 Wie funktioniert Lesen?
3 Verschiedene Lesetechniken
4 Steigerung des Lesetempos
5 Übertragung auf die Schule
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Leseförderung im schulischen Kontext und analysiert verschiedene Lesetechniken sowie deren praktische Anwendbarkeit im Unterricht, um die Lernkompetenz von Schülern nachhaltig zu verbessern.
- Grundlagen des Leseprozesses und der Lesekompetenz
- Analyse und Differenzierung gängiger Lesetechniken
- Kritische Betrachtung von Methoden zur Steigerung des Lesetempos
- Praktische Implementierung von Lesefördermaßnahmen im Schulalltag
- Motivation und kreativitätsfördernde Projektansätze in der Schule
Auszug aus dem Buch
3 Verschiedene Lesetechniken
Im Laufe der Zeit haben sich unterschiedliche Lesetechniken entwickelt. Im Folgenden sollen einige näher erläutert werden.
Informatorisches Lesen (Überfliegen): Bei dieser Technik geht es darum, sich einen ersten Überblick über einen Text oder ein ganzes Buch zu machen. Wichtige Kennzeichen wie zum Beispiel Titel, Inhaltsverzeichnis, Einleitung und Buchrückseite werden überflogen um zu entscheiden, ob der Inhalt brauchbar und interessant für eine vorher vom Leser formulierte Fragestellung ist.
Kursorisches Lesen (je nach Literatur auch Diagonales Lesen): Das kursorische Lesen dient der genaueren, aber immer noch sehr oberflächlichen Bearbeitung des vorher ausgewählten Lesestoffes. Es werden die folgenden Arbeiten, die man mit dem jeweiligen Abschnitt vorhat festgelegt. So werden wichtige Stellen angestrichen oder Unverständliche mit einem Fragezeichen versehen, um diese später intensiver zu lesen. Man liest bei dieser Technik den Text sehr schnell und mit einer hohen Blickspanne, so dass jede Textstelle sich einmal im Gesichtsfeld befindet. Dies ist auch der Unterschied zum Diagonalen Lesen, bei dem empfohlen wird, Seiten von links oben nach rechts unten zu lesen. Zielke sieht dies kritisch, da wichtige Stellen überlesen werden können, da sie nicht im Blickfeld erscheinen.
Statarisches Lesen: Diese Form unterscheidet sich grundlegend von den vorherigen. Für die Fragestellung als wichtig eingestufte Textstellen werden genau gelesen und mit verschiedenen Markierungstechniken wird der Inhalt herausgearbeitet.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung bettet die Hausarbeit in den Kontext der Förderung von Lernstrategien ein und betont die Notwendigkeit von Lesetechniken für das selbstgesteuerte Lernen.
1 Die Pisa - Studie: Dieses Kapitel beleuchtet die Ergebnisse der Pisa-Studie und verdeutlicht den dringenden Bedarf an gezielter Leseförderung zur Verbesserung der Lesekompetenz von Schülern.
2 Wie funktioniert Lesen?: Es wird der psychologische und physische Prozess des Lesens erklärt, wobei insbesondere die Bedeutung der Augenbewegung und der Blickspanne für das Lesetempo hervorgehoben wird.
3 Verschiedene Lesetechniken: In diesem Abschnitt werden diverse Lesetechniken wie informatorisches, kursorisches, statarisches und kontrollierendes Lesen detailliert definiert und voneinander abgegrenzt.
4 Steigerung des Lesetempos: Das Kapitel analysiert verschiedene Methoden und kommerzielle Angebote zur Geschwindigkeitssteigerung beim Lesen und bewertet deren wissenschaftliche Fundierung.
5 Übertragung auf die Schule: Hier wird diskutiert, wie Lesetechniken und Methoden wie die SQ3R-Methode praktisch im Unterricht vermittelt werden können und welche kreativen Projektformen sich zur Leseförderung eignen.
Schlüsselwörter
Lesetechniken, Leseförderung, Lesekompetenz, Pisa-Studie, Lernstrategien, selbstgesteuertes Lernen, Lesetempo, SQ3R-Methode, Leseverständnis, schulisches Methodentraining, Flächenlesen, kursorisches Lesen, Lesefest, Wissenserwerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit behandelt das Thema Lesetechniken und deren Bedeutung als essenzielle Lernstrategie für die schulische Bildung und das selbstgesteuerte Lernen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Lesekompetenz, der Vorstellung verschiedener Lesetechniken und der kritischen Reflexion über Methoden zur Steigerung der Lesegeschwindigkeit im schulischen Alltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, die Bedeutung der Leseförderung herauszustellen und Konzepte aufzuzeigen, wie Schüler durch die Vermittlung konkreter Lesetechniken zu einem effektiveren Lernverhalten befähigt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender pädagogischer und psychologischer Studien sowie die Auseinandersetzung mit verschiedenen Lesemethoden und deren Anwendungskonzepten, ergänzt durch eigene reflektierte Praxiserfahrungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Lesens, die Vorstellung konkreter Lesetechniken sowie eine kritische Prüfung der Übertragbarkeit dieser Techniken auf die Schulpraxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Lesetechniken, Leseförderung, Lesekompetenz, Pisa-Studie, selbstgesteuertes Lernen und Lesetempo.
Warum wird die SQ3R-Methode in der Arbeit kritisch betrachtet?
Der Autor kritisiert, dass bei der Anwendung der SQ3R-Methode in den von ihm analysierten Übungsbausteinen häufig die entscheidenden Schritte des genauen Lesens vernachlässigt werden und die Übungen nicht tiefgreifend genug sind.
Welchen Stellenwert nimmt das Projekt "Lesefest" für die Leseförderung ein?
Das Lesefest wird als motivierendes Praxisbeispiel hervorgehoben, da es Kreativität, Selbstständigkeit und soziale Kompetenzen fördert und durch den Rollentausch der Schüler die Lesemotivation deutlich steigern kann.
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- Michael Adelmann (Author), 2005, Lesetechniken und Leseförderung in der Schule. Individuelle Förderung von Lernstrategien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74860