Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Nursing Science - Nursing Management

Hospiz - weil Sterben ein Teil des Lebens ist

Geschichtliche Entwicklung und Möglichkeiten der palliativen Versorgung

Title: Hospiz - weil Sterben ein Teil des Lebens ist

Bachelor Thesis , 2006 , 66 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Barbara Mayerhofer (Author)

Nursing Science - Nursing Management
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

1. Einleitung

Hospiz – weil Sterben ein Teil des Lebens ist. Dieser Gedanke ist tief greifend und für viele Menschen nur schwer nachvollziehbar. Sterben ist durch den gesellschaftlichen Wandel in den letzten hundert Jahren noch schwerer geworden, als es durch die existenzielle Bedrohung, durch die Vielfalt der Krisen und die Veränderung der Gesellschaft schon war. Hauptursachen sind jedoch nicht nur die Auflösung des Familienverbandes sondern auch die fühlbare psychische und physische Überforderung vieler Angehöriger mit der Pflege eines Sterbenden.

Die geplanten Veränderungen im Gesundheitswesen haben Unruhe und Verunsicherung ausgelöst. Besonders alte und schwerstkranke Menschen fragen sich, wie viel medizinische und pflegerische Leistung sie erwarten können, und welche Wertschätzung ihnen am Ende ihres Lebens noch entgegengebracht wird. Die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender ist ein brisantes öffentliches Thema und eine große Herausforderung für die Verantwortlichen der Gesundheits- und Sozialpolitik. Unzählige Schlagzeilen in allen Medien handeln vom Sterben, Sterbehilfe, Hilfe beim Sterben und einem selbst bestimmten Lebensende. Menschen haben Angst vor diesem Sterben - haben Sorge, mit ihrem Leid, anderen ausgeliefert zu sein. Tod und Sterben gehören zum Leben und werden dennoch aus dem Leben ausgeblendet und verdrängt. Der medizinische Fortschritt und die Entwicklung immer effektiverer diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten fördern den Glauben an die Allmacht der Medizin – selbst in aussichtslosen Fällen.
In den letzten zwanzig Jahren hat die Hospizbewegung mit dazu beigetragen, dass sich ein nun spürbarer Wandel in der Einstellung vieler Menschen zu Sterben und Tod vollzieht. Fachleute und vor allem Laien engagieren sich zunehmend für eine menschenwürdige Sterbe- und Trauerbegleitung.
In der Arbeit wird ausführlich die Entwicklung und Veränderung der menschlichen Einstellung zu Sterben, Tod und Trauer, aber auch der Wandel der damit zusammenhängenden Krankenpflege, erläutert. Das Wissen um die geschichtliche Entwicklung ist notwendig, um die Entstehung der Hospizbewegung, das Spektrum der Hospizarbeit und ihre Chancen, nachvollziehen zu können. Es wird bewusst auf eine Diskussion über Möglichkeiten der Sterbehilfe verzichtet, da dieses komplexe Thema, den Rahmen der Arbeit sprengen würde.



Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Krankheit, Tod und Sterben im Verlauf der Jahrhunderte

2.1 Frühzeit bis Beginn des Christentums

2.1.1 Ägypten

2.1.2 Indien – Buddhismus

2.1.3 China

2.1.4 Griechenland

2.1.5 Vorchristliches Rom

2.2 Krankenpflege von Christi Geburt bis Mittelalter

2.2.1 Klostermedizin im frühen Mittelalter

2.2.2 Klostermedizin im mittleren und ausgehenden Mittelalter

2.3 Tod und Sterben im Mittelalter

2.4 Tod und Sterben im 19. und 20. Jahrhundert

2.5 Wesentliche Entwicklungen der Krankenpflege Vom 18. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert

3. Hospiz – Insel der Humanität

3.1 Pionierinnen der Hospizarbeit

3.1.1 Dr. Cicely Saunders

3.1.2 Dr. Elisabeth Kübler-Ross

3.2 Entwicklung der Hospizbewegung in Deutschland

3.3 Umsetzung der Hospizidee

4. Kennzeichen der Hospizarbeit

4.1 Bedeutung der sozialen Dimension

4.2 Struktur der körperlichen Dimension

4.2.1 Erschöpfung und Müdigkeit

4.2.2 Körperpflege

4.2.3 Ernährung und Flüssigkeitsaufnahme

4.2.4 Schmerzen

4.3 Bedeutung der psychischen Dimension

4.4 Grundlagen der spirituellen Dimension

5. Qualitätsmerkmale der Hospizarbeit

5.1 Sterbende und ihr soziales Umfeld

5.2 Unterstützende Begleitung

5.3 Ehrenamtliche Helfer

5.4 Teamarbeit

5.5 Kontinuität der Begleitung

6. Unterstützendes Ehrenamt

7. Palliativversorgung Schwerstkranker und Sterbender

7.1 Palliativmedizin

7.2 Palliative Care

8. Organisationsformen der stationären und teilstationären Betreuung

8.1 Palliativstation

8.2 Stationäres Hospiz

8.3 Tageshospiz

8.4 Kinderhospiz

9. Organisationsformen der häuslichen Betreuung

9.1 Aufbau ambulanter Hospizarbeit

9.2 Ziele der ambulanten Hospizarbeit

10. Zusammenfassung und abschließende Gedanken

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, die Hospizarbeit in ihren geschichtlichen Kontext einzuordnen und die heutigen Möglichkeiten der palliativen Versorgung aufzuzeigen, um ein tieferes Verständnis für diesen Bereich der Sterbebegleitung zu schaffen.

  • Historische Entwicklung des Umgangs mit Sterben, Tod und Krankenpflege
  • Entstehung und weltweite Entwicklung der modernen Hospizbewegung
  • Die vier Dimensionen (sozial, körperlich, psychisch, spirituell) in der Hospizarbeit
  • Qualitätsmerkmale und die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements
  • Organisationsformen der stationären, teilstationären und häuslichen Palliativversorgung

Auszug aus dem Buch

2.1 Frühzeit bis Beginn des Christentums

Die Urgeschichte der Menschheit ist in ihren langen epochalen Abschnitten eine Geschichte der zunehmenden Todeserkenntnis. Im Altpaläolithikum war nach Auffassung der Menschen der Tod weder endgültig noch unvermeidlich, was darauf schließen lässt, dass es eine Zeit gab, in der die Menschen den Tod gleichmütig hinnahmen. Barloewen sagt, dass der Tod erst „…entdeckt werden mußte, ehe er als Problem begriffen wurde.“ Beweis einer gefühlsmäßigen und intellektuellen Entwicklung ist, dass im Laufe der Jahrtausende nicht nur die Vergänglichkeit der Menschen, sondern vor allem die Unvermeidbarkeit des Todes erkannt wurde.

Grabfunde aus der Zeit von 70.000 – 35.000 v. Chr. belegen, dass sich der Mensch der eigenen Vergänglichkeit bewusst wurde und, nicht mehr wie im Altpaläolithikum, vor dem Toten floh, sondern ihm eine eigene Stätte bereitete. Bis ca. 10.000 v. Chr. vermehrten sich die Todesrituale und Verstorbene wurden in Gräbern begraben, die auf ersten Friedhöfen angelegt wurden. Eingeführte Bestattungsrituale setzten eine Zäsur in der Entwicklungsgeschichte und schufen durch die freigesetzten Kräfte eine neue Auffassung von Leben und Tod, die Gedanken an ein Weiterleben nach dem Tode vermuten lassen.

In der Jungsteinzeit änderten sich die Lebensbedingungen, die Menschen verehrten ihre Ahnen und verstanden den Tod als zufälliges Ereignis in einem unbegrenzten Leben. Der Verstorbene wurde bestattet und erhielt Gegenstände des täglichen Gebrauchs als Grabbeigabe, so dass entsprechend der Art der Bestattungen, Vorstellungen von einem Weiterleben im Jenseits vorhanden gewesen sein mussten. Die Kultur eines Landes bestimmte auch die Kultur des Sterbens und des Todes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit dem Sterben und begründet die Relevanz der Hospizbewegung als Antwort auf die Ängste und Herausforderungen am Lebensende.

2. Krankheit, Tod und Sterben im Verlauf der Jahrhunderte: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von der Urgeschichte über das Mittelalter bis zur modernen Krankenpflege nach und zeigt den Wandel menschlicher Einstellungen zu Tod und Sterben auf.

3. Hospiz – Insel der Humanität: Hier werden die Pionierinnen der Bewegung, Cicely Saunders und Elisabeth Kübler-Ross, sowie die Entwicklung der Hospizbewegung in Deutschland detailliert beschrieben.

4. Kennzeichen der Hospizarbeit: Das Kapitel erläutert die ganzheitliche Betrachtung des Menschen durch die soziale, körperliche, psychische und spirituelle Dimension.

5. Qualitätsmerkmale der Hospizarbeit: Hier werden zentrale Elemente wie die Einbeziehung des Umfelds, Teamarbeit und die unverzichtbare Rolle ehrenamtlicher Helfer definiert.

6. Unterstützendes Ehrenamt: Der Fokus liegt auf der Rolle der Freiwilligen, ihrer Schulung und ihrem Beitrag zur Enttabuisierung des Sterbens sowie ihrer Abgrenzung zu hauptamtlichen Kräften.

7. Palliativversorgung Schwerstkranker und Sterbender: Dieses Kapitel differenziert die Begriffe Palliativmedizin und Palliative Care und betont deren Zielsetzung, die Lebensqualität unheilbar Kranker zu verbessern.

8. Organisationsformen der stationären und teilstationären Betreuung: Es werden verschiedene Modelle wie Palliativstationen, stationäre Hospize, Tages- und Kinderhospize hinsichtlich ihrer Struktur und Finanzierung analysiert.

9. Organisationsformen der häuslichen Betreuung: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau ambulanter Dienste und deren Ziele, Menschen ein Sterben in der vertrauten häuslichen Umgebung zu ermöglichen.

10. Zusammenfassung und abschließende Gedanken: Die Autorin resümiert die Entwicklung der Hospizarbeit und mahnt eine bessere Vernetzung sowie die Einbeziehung stationärer Altenhilfeeinrichtungen in die Palliativversorgung an.

Schlüsselwörter

Hospizarbeit, Palliativmedizin, Palliative Care, Sterbebegleitung, Tod, Sterben, Ganzheitlichkeit, Ehrenamt, Soziale Dimension, Körperliche Dimension, Psychische Dimension, Spirituelle Dimension, Lebensqualität, Hospizbewegung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den Möglichkeiten der palliativen Versorgung im Kontext der Hospizbewegung, wobei der Fokus auf einem menschenwürdigen Sterben liegt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?

Zentrale Themen sind die historische Betrachtung von Sterben und Tod, die Entstehung der Hospizidee, die Bedeutung der Ganzheitlichkeit sowie verschiedene stationäre und ambulante Organisationsformen der Betreuung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Hospizarbeit historisch einzuordnen, ihre Grundhaltung und Methoden zu veranschaulichen und für eine flächendeckende, würdevolle Sterbebegleitung zu plädieren.

Welcher wissenschaftliche Ansatz wird verfolgt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse zur Medizingeschichte, Soziologie und Praxis der Hospizbewegung, um die Notwendigkeit einer integrativen Sterbebegleitung aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Qualitätsmerkmale der Begleitung, die verschiedenen Dimensionen der menschlichen Existenz im Sterbeprozess und die konkreten Organisationsformen von stationärer bis ambulanter Palliative Care.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hospizbewegung, Palliative Care, Ganzheitlichkeit, ehrenamtliches Engagement und Lebensqualität charakterisiert.

Welche besondere Bedeutung kommt dem ehrenamtlichen Helfer zu?

Ehrenamtliche gelten als tragende Säule der Hospizarbeit, da sie durch ihre menschliche Zuwendung eine Begleitung ermöglichen, die über rein medizinische Aspekte hinausgeht und eine "neutrale" Unterstützung in der Familie bietet.

Wie unterscheidet sich die stationäre von der ambulanten Hospizversorgung laut Dokument?

Während stationäre Einrichtungen auf ein spezialisiertes Umfeld für den letzten Lebensabschnitt setzen, zielt die ambulante Betreuung darauf ab, das Sterben in der vertrauten häuslichen Umgebung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Was fordert die Autorin für die Zukunft der Hospizarbeit?

Die Autorin fordert eine stärkere Vernetzung von Palliative Care und Hospizarbeit sowie eine Einbeziehung der stationären Altenhilfe, um Sterbenden unabhängig vom Ort eine würdevolle Begleitung zu garantieren.

Excerpt out of 66 pages  - scroll top

Details

Title
Hospiz - weil Sterben ein Teil des Lebens ist
Subtitle
Geschichtliche Entwicklung und Möglichkeiten der palliativen Versorgung
College
Steinbeis University Berlin  (Steinbeis-Business-Academy)
Grade
1,2
Author
Barbara Mayerhofer (Author)
Publication Year
2006
Pages
66
Catalog Number
V74865
ISBN (eBook)
9783638683500
ISBN (Book)
9783638685313
Language
German
Tags
Hospiz Sterben Teil Lebens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Barbara Mayerhofer (Author), 2006, Hospiz - weil Sterben ein Teil des Lebens ist, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74865
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  66  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint