Terrorismus (logistische Aspekte)


Seminararbeit, 2002

20 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

GLIEDERUNG

A.

EINLEITUNG

B.

I. MEDIENS

1.1 Propaganda

1.2 Terrorismus und Medien – eine symbiotische Beziehung?

1.2.1 Funktion der Medien

1.2.2 Techniken, um Medieninteresse zu wecken

1.2.3 Folgen der grenzenlosen Berichterstattung

1.2.4 Selbsteinschränkung der Medien

II. ORGANISATION VON TERRORISMUS

2.1 Finanzen

2.2 Struktureller Aufbau terroristischer Gruppen

2.2.1 Das Pyramiden-Modell nach James Fraser

2.2.2 Zell – oder Wabensysteme

C.

SCHLUSSGEDANKE : Ansatzmöglichkeiten zur Bekämpfung von Terrorismus

Literaturverzeichnis

EINLEITUNG

Terrorismus bedeutet grundsätzlich, dass mehrere Personen daran beteiligt sein müssen; dies erfordert eine bestimmte Form sozialer Organisation. Das Ziel einer terroristischen Organisation ist es, staatliche Mächte anzugreifen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine durchdachte Struktur unumgänglich.

Nur relativ großen Gruppen ist es möglich, zu bestehen.

Terroristische Gruppen haben eine Vielzahl an Techniken entwickelt. Ihre Handlungen können ebenso die Allgemeinheit wie auch potentielle Terroristen anbelangen. Mit Hilfe von Propaganda und Öffentlichkeitsarbeit versuchen sie, alles auszuschalten, was eine Bedrohung bedeuten könnte. Dies ist der erste Schritt zur Gründung einer terroristischen Kampagne.

Häufig wird aber nicht einmal diese Stufe erreicht, da die meisten Gruppen aus weniger als fünfzig Mitgliedern bestehen. Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit, länger als achtzehn Monate zu bestehen, sehr gering. Größere Verbände sind umso erfolgreicher.

Abgesehen von der Größe ist die Infrastruktur der höchste Erfolgsfaktor: es kommt auf ein Netzwerk an, das sehr viel umfangreicher ist als die Anzahl derer, die für die Ausführungen der Operationen verantwortlich sind.

Um Operationen einer Terrorgruppe zu leiten, bedarf es denselben organisatorischen Fähigkeiten, die auch nötig sind, um jegliche gesellschaftliche Bestrebungen zu Ende zu führen. Die Aufrechterhaltung terroristischer Organisationen erfordert Planung, Koordination und Management. Viele der größeren Gruppen ziehen es vor, den Staat nicht mit in finanzielle Angelegenheiten mit einzubeziehen, da sich Erfolg nur dann einstellt, wenn sie die Fähigkeit entwickelt haben, ohne externe Hilfe zu bestehen. Dies ist nur durch finanzielle

Unabhängigkeit vom Staat gewährleistet. [1] )

Der folgende Aufsatz behandelt nun Voraussetzungen, die Logistik und Infrastruktur von Terrorismus betreffen – dies sind die Bereiche Medien und Organisation terroristischer Gruppen (= Teil I) sowie Geographie, Technik und ABC-Waffen (=Teil II; Yesim Ay)

1. MEDIEN

1.1 Propaganda

Propaganda ist eine Form von Kommunikation, die die Beeinflussung oder Manipulation von Standpunkten oder Ansichten eines Einzelnen oder einer Gruppe bezüglich politischen, religiösen, militärischen, ökonomischen oder sozialen Angelegenheiten zum Ziel hat. Dies wird durch bestimmte Handlungen erreicht.

Allerdings gibt es Meinungsverschiedenheiten, was den konkreten Bedeutungsgehalt des Begriffes Propaganda anbetrifft. Somit wurden drei Hauptcharakteristika festgelegt, denen die meisten Wissenschaftler zustimmen:

1. Propaganda ist zielgerichtet

2. Propaganda ist Manipulation

3. Propaganda verändert im Bezug auf denken und handeln. [1] )

Ein weiteres Merkmal von Propaganda ist, dass die Betroffenen sich nicht über die Manipulation bewusst sind; zur Zielscheibe wird einerseits die Öffentlichkeit als Masse, andererseits einzelne Individuen. Es ist die Vorsätzlichkeit dieser unbewussten Manipulation die Propaganda von Überzeugung unterscheidet.

Propaganda erweist sich bei Einzelpersonen als besonders effektiv, v.a. wenn kein Widerstand geleistet wird. Dadurch erreicht Propaganda am erfolgreichsten die ganze Masse, und zwar mit Hilfe von modernen Massenmedien:

„Presenting propaganda to large societies would not be possible without mass media.“ [2] )

1.2 Terrorismus und Medien – eine symbiotische Beziehung?

1.2.1 Funktion der Medien

Massenmedien erfüllen die Funktion, mit nur einem einzigen Gewaltanschlag totale Verunsicherung und Einschüchterung unter der Bevölkerung zu erreichen.

Massenmedien sprechen eine Riesenzahl von Menschen an – darunter auch Analphabeten, die somit nicht nur auf gedruckte Nachrichten angewiesen sind.

Nach wie vor ist das Interesse an Terrorakten und unmenschlichen Verbrechen sehr groß und somit ist eine Einschränkung der Medien äußerst schwierig.[3] )

Man denke an den 11.September dieses Jahres – der Anschlag auf das World Trade Center in New York – als unzählige Reporter sogleich vor Ort waren, um den Terror live festzuhalten; denn je brutaler und unerwarteter ein Anschlag ist, desto eher ist ihm „(...) ein Platz in der sensationslüsternen Berichterstattung der Massenmedien.“ [4] ) Ein weiteres Paradebeispiel ist der Überfall der Palästinenserorganisation „Schwarzer September“ auf die israelische Sportmannschaft bei den Olympischen Spielen 1972 in München: so machten die Palästinenser zum ersten Mal wirkungsvoll auf ihr Problem aufmerksam, da auf einen Schlag ca. 800 Millionen Zuschauer angesprochen wurden.

Obwohl der Anschlag an sich erfolglos war, wurde der Zweck dennoch erreicht. Primär war also die Kenntnisnahme des Palästinenserproblems.

Terroristen missbrauchen Medien, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Wie dies erreicht wird, soll nun im folgenden aufgezeigt werden.

1.2.2 Techniken, um Medieninteresse zu wecken

Der Begriff der Veröffentlichung spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle und soll hierzu kurz definiert werden:

Veröffentlichung ist nach Picard eine organisierte Form, um andere zu überzeugen bzw. für sich zu gewinnen. Dies geschieht, indem Meinungen dadurch beeinflusst werden, dass Aufmerksamkeit bewusst auf Geschehnisse, Personen oder Institutionen gelenkt wird.

Veröffentlichungen streben an, ein Ereignis oder eine Person bekannt werden zu lassen.[5] )

Das wichtigste Ziel jedoch ist es, öffentliches Bewusstsein zu erzeugen.

Für Terroristen ist diese Form der Veröffentlichung ein Vorteil, denn eine Berichterstattung über deren Taten kann aufgrund des hohen Interesses an brutalen Vorgehensweisen (wie oben bereits erwähnt) kaum ausgeschlossen werden.

Walter Laqueur sieht dies folgendermaßen:

„(...) the media are the terrorist`s best friend. The terrorists´ act by itself is nothing; publicity is all.” [6] )

Terroristen, die auf sich aufmerksam machen wollen, machen Gebrauch von speziellen Techniken. Je nach Größe einer terroristischen Organisation sind diese Techniken mehr oder weniger ausgereift.

Größere Organisationen haben bisweilen ihre eigenen Presseagenturen – wie z.B. die Mujahadeen in Afghanistan, die Agenturen in Pakistan und auch in den USA hat.

Oftmals stellen terroristische Gruppen visuelle Materialen zur Verfügung, beispielsweise Fotografien, Videoaufnahmen o.ä.. Diese Technik wird vor allem bei kleineren Gruppen beobachtet.

Die wohl am meisten verbreitete Methode der Terroristen, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu lenken, ist jedoch, sich für einen Anschlag zu entschuldigen.

Dies geschieht vorwiegend durch Briefe oder Anrufe, wobei sich die Terroristen verantwortlich zeigen. Gleichzeitig nutzen sie die Gelegenheit, um ihre Intention darzulegen.

Diese Technik wenden kleine und große Organisationen gleichermaßen an.

[...]


[1] ) vgl. White, S. 43, 1998

[1] ) vgl. Picard, 1999, S. 45

[2] ) Picard, 1999, S. 45

[3] ) vgl. Waldmann, 1998, S. 57

[4] ) Waldmann, 1998, S. 57

[5] ) vgl. Picard, 1999, S. 47

[6] ) Picard, 1999, S. 48

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Terrorismus (logistische Aspekte)
Hochschule
Universität Augsburg  (Soziologie)
Veranstaltung
SEMINAR: Terrorismus. Hintergründe, Formen, neuere Entwicklungen
Note
2,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
20
Katalognummer
V7496
ISBN (eBook)
9783638147453
Dateigröße
553 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Terrorismus, Aspekte), SEMINAR, Hintergründe, Formen, Entwicklungen
Arbeit zitieren
Melanie Klügl (Autor), 2002, Terrorismus (logistische Aspekte), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7496

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