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Das gemeinsame Priestertum der Gläubigen und seine Bedeutung in der Kirche

Title: Das gemeinsame Priestertum der Gläubigen und seine Bedeutung in der Kirche

Diploma Thesis , 1998 , 68 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl.-Theol. (Univ.) Markus Schäfler (Author)

Theology - Systematic Theology
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Schon im Alten Testament wird das Volk Gottes „als ein Reich von Priestern“ bezeichnet, und auch im Neuen Testament wird gesagt, die Kirche sei „eine königliche Priesterschaft“. Der Begriff des gemein-samen Priestertums der Gläubigen, der im Kirchenbild des Zweiten Vatikanums eine wesentliche Bedeu-tung hat, ist also bereits biblisch grundgelegt und von Anfang an ein Wesensmerkmal der Kirche. Alle Getauften sind Priester, weil sie durch Jesus Christus im Heiligen Geist direkten Zugang zum Vater haben und daher niemanden brauchen, der zwischen ihnen und Gott vermittelt.
Jahrhundertelang wurde dies jedoch fast vergessen, weil die Kirche im Lauf der Zeit immer stärker auf das Amt hin zentriert wurde. Mehr und mehr Aufgaben in der Kirche wurden den Amtsträgern reserviert. Zudem zeigte sich eine Tendenz, den priesterlichen Lebensstil als den höherwertigeren anzusehen. Da-durch wurden die Laien zunehmend in eine passive Rolle gedrängt, so dass sie in der Kirche immer weni-ger Bedeutung hatten. In der katholischen Kirche kam es erst durch das Zweite Vatikanische Konzil zu einem neuen Bewusstsein über das gemeinsame Priestertum. Das Konzil stellte heraus, dass alle Gläubi-gen durch die Taufe Anteil an dem einen Priestertum Jesu Christi haben und so ein priesterliches Volk bilden.
Dieses Kirchenbild ist allerdings bis heute eher ein theoretisches. Faktisch ist die Kirche nach wie vor klerikal und priesterzentriert. Hier läge also eine wichtige Aufgabe für die Zukunft.
In dieser Arbeit wird zunächst die biblische Grundlegung des gemeinsamen Priestertums anhand des neutestamentlichen Priesterbildes und der neutestamentlichen Gemeindeorganisation dargelegt und ge-zeigt, dass die neutestamentliche Theologie das Priestertum eigentlich abschaffen wollte und dass es in der Kirche anfangs noch keine Priester gab.
Im Anschluss daran folgt eine Erörterung der geschichtlichen Ereignisse, die zur Wiedereinführung des Priestertums und zu einer immer weiter fortschreitenden Trennung der Kirche in den Priester- und den Laienstand geführt haben. Danach soll, ausgehend vom Zweiten Vatikanischen Konzil, die Bedeutung des gemeinsamen Priestertums sowie der Unterschied zum Priestertum des Dienstes erläutert werden. Den Abschluss der Arbeit bildet ein kurzes Kapitel über Schwierigkeiten, die es bei der Verwirklichung des gemeinsamen Priestertums noch gibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DIE BIBLISCHE GRUNDLEGUNG DES GEMEINSAMEN PRIESTERTUMS

2.1 DER BEGRIFF „PRIESTER“ IM NEUEN TESTAMENT

2.2 DAS VERHÄLTNIS JESU ZUM PRIESTERTUM

2.3 AMTSSTRUKTUREN IN DEN NEUTESTAMENTLICHEN GEMEINDEN

2.3.1 Die charismatische Struktur der paulinischen Gemeinden

2.3.2 Institutionalisierte Gemeindestrukturen innerhalb des Neuen Testaments

2.4 FOLGERUNGEN FÜR DIE AMTSTHEOLOGIE

3 DIE ZUNEHMENDE TRENNUNG ZWISCHEN KLERIKERN UND LAIEN

3.1 DIE STRUKTURELLE ENTWICKLUNG: ENTSTEHUNG DES MONEPISKOPATS

3.1.1 Gründe für diese Entwicklung

3.2 DIE SPIRITUELLE ENTWICKLUNG: AUSBILDUNG VON ZWEI STÄNDEN

3.3 DIE FOLGE: ÜBERBETONUNG DES AMTES

3.4 GEGENBEWEGUNGEN

3.4.1 Das Beispiel der Waldenser

3.4.2 Die Reformation

3.4.3 Christlich-soziale Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts

4 EIN NEUES VERSTÄNDNIS: DIE AUFHEBUNG DER TRENNUNG

4.1 DAS KIRCHENBILD VOM „VOLK GOTTES“

4.2 DAS WESEN DES GEMEINSAMEN PRIESTERTUMS

4.2.1 Aktive Teilnahme an sakramentalen und liturgischen Handlungen

4.2.2 Weltdienst

4.2.2.1 Das Zeugnis des christlichen Lebens

4.2.2.2 Das Zeugnis des Wortes

4.2.2.3 Der Weltdienst in Verbindung mit dem Heilsdienst

4.2.2.4 Die den Laien eigene Sendung

4.3 DAS PRIESTERTUM DES DIENSTES IM UNTERSCHIED ZUM GEMEINSAMEN PRIESTERTUM DER GLÄUBIGEN

4.3.1 Begriffe

4.3.2 Grundsätzliche Unterscheidung

4.3.3 Das neue Amtsverständnis

4.3.4 Die Bedeutung des Amtes

5 PROBLEME BEI DER VERWIRKLICHUNG DES GEMEINSAMEN PRIESTERTUMS

5.1 DIE TRENNUNG ZWISCHEN KLERIKERN UND LAIEN IST NOCH NICHT AUFGEHOBEN

5.2 MANGELNDE VORAUSSETZUNGEN DER LAIEN

6 SCHLUSSBEMERKUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die biblische Fundierung und das durch das Zweite Vatikanische Konzil erneuerte Verständnis des gemeinsamen Priestertums aller Gläubigen sowie dessen Verhältnis zum priesterlichen Dienstamt, um Wege zur Überwindung der historisch gewachsenen Trennung zwischen Klerikern und Laien aufzuzeigen.

  • Biblische Grundlagen des Priesterbegriffs und der Gemeindeorganisation
  • Die historische Entwicklung der Trennung von Klerikern und Laien
  • Das Zweite Vatikanische Konzil als Wendepunkt im Kirchenverständnis
  • Das Wesen des gemeinsamen Priestertums und seine Verwurzelung in der Taufe
  • Das Priestertum des Dienstes im Unterschied und in Ergänzung zum gemeinsamen Priestertum

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Begriff „Priester“ im Neuen Testament

Im Neuen Testament wird der Begriff „Priester“ mit dem Wort „ƒereÚj“ ausgedrückt. Zwar gibt es auch den Begriff „presbÚteroj“, aber dies bezeichnet einen Gemeindevorsteher, dessen Funktionen mit denen eines Priesters nicht übereinstimmen. Sucht man nun im Neuen Testament nach dem Begriff „ƒereÚj“, so fällt auf, dass dieser Begriff nie auf einzelne Angehörige der christlichen Gemeinden angewandt wird. Der Begriff „ƒereÚj“ hat im Neuen Testament drei verschiedene Bedeutungen:

a) Er bezeichnet die Priester des alten Bundes.

b) Er bezeichnet das einzigartige eschatologische Hohepriestertum Jesu Christi. Diese Bedeutung findet sich vor allem im Hebräerbrief.

c) Schließlich wird der Begriff „ƒereÚj“ verwendet, um das gemeinsame Priestertum aller Glaubenden zu bezeichnen, wie dies zum Beispiel in 1 Petr 2, 9 geschieht: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.“

Dies macht deutlich, dass das neutestamentliche Priesterbild sich gegenüber dem alttestamentlichen wesentlich verändert hat. Offenbar waren mit dem alttestamentlichen Priesterbegriff Vorstellungen von Macht und Autorität verbunden, die mit dem Selbstverständnis der frühen christlichen Gemeinden nicht vereinbar waren. Aus diesem Grund vermeidet das Neue Testament ganz bewusst jede sazerdotale Terminologie.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema des gemeinsamen Priestertums der Gläubigen und Darlegung der Zielsetzung, die Entwicklung dieses Verständnisses von biblischen Grundlagen bis hin zur Erneuerung durch das Zweite Vatikanische Konzil nachzuzeichnen.

2 DIE BIBLISCHE GRUNDLEGUNG DES GEMEINSAMEN PRIESTERTUMS: Analyse des neutestamentlichen Priesterbildes, das durch Jesus Christus und die Taufe begründet ist, und Darstellung der vielfältigen, charismatisch geprägten Gemeindestrukturen der Urkirche.

3 DIE ZUNEHMENDE TRENNUNG ZWISCHEN KLERIKERN UND LAIEN: Untersuchung der historischen Ursachen für die Entstehung des Monepiskopats und der Ausbildung von zwei Ständen, die zu einer kleruszentrierten Kirche und einer Überbetonung des Amtes führten.

4 EIN NEUES VERSTÄNDNIS: DIE AUFHEBUNG DER TRENNUNG: Erörterung des durch das Zweite Vatikanische Konzil vollzogenen Wandels hin zum Kirchenbild vom „Volk Gottes“, welches die fundamentale Gleichheit aller Gläubigen betont und das Amt wieder als dienende Funktion einordnet.

5 PROBLEME BEI DER VERWIRKLICHUNG DES GEMEINSAMEN PRIESTERTUMS: Reflexion über die noch bestehenden Hindernisse bei der Umsetzung des gemeinsamen Priestertums, insbesondere die klerikalen Strukturen und die in der Vergangenheit verhaftete Einstellung vieler Gläubiger.

6 SCHLUSSBEMERKUNGEN: Zusammenfassende Würdigung des gemeinsamen Priestertums als unverzichtbarer Teil der christlichen Berufung und Ausblick auf die notwendige kontinuierliche Weiterentwicklung der Kirche auf dem Weg zu dieser fundamentalen Gleichheit.

Schlüsselwörter

Gemeinsames Priestertum, Amtspriestertum, Zweites Vatikanisches Konzil, Volk Gottes, Laien, Kleriker, Eucharistie, Weltdienst, Taufe, Gemeindeorganisation, Charisma, Institution, Priestertum des Dienstes, Christusnachfolge, Kirche.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit dem „gemeinsamen Priestertum der Gläubigen“, seinem biblischen Ursprung, seiner historischen Verdrängung durch die Trennung von Klerikern und Laien und seiner Wiederentdeckung durch das Zweite Vatikanische Konzil.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die neutestamentliche Priestervorstellung, die Entstehung hierarchischer Ämter in der Kirchengeschichte, das neue Kirchenbild als „Volk Gottes“ und die Unterscheidung sowie das Miteinander von allgemeinem Priestertum und priesterlichem Dienstamt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass alle Getauften durch die Taufe gleichermaßen Anteil am Priestertum Christi haben und das kirchliche Amt ausschließlich eine dienende Funktion zur Förderung dieses gemeinsamen Priestertums innehaben sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-theologische Methode, indem er biblische Texte, Konzilsdokumente, kirchengeschichtliche Entwicklungen und systematisch-theologische Reflexionen analysiert und miteinander in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die biblische Fundierung, die historische Analyse der Trennung von Laien und Klerikern, das neue Konzilsverständnis der Kirche sowie die Erläuterung der Unterscheidung zwischen Priestertum der Gläubigen und Priestertum des Dienstes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen das gemeinsame Priestertum, das Volk Gottes, die Taufe, das kirchliche Amt, Charisma und Institution sowie die Überwindung der klerikalen Trennung.

Warum ist das Bild vom „Volk Gottes“ so entscheidend für die Arbeit?

Das Bild vom „Volk Gottes“ ist entscheidend, weil es das hierarchische Pyramidenmodell der Kirche überwindet und die grundlegende Gemeinschaft aller Gläubigen betont, wodurch eine Basis für die Gleichheit aller Getauften geschaffen wird.

Welche Rolle spielt die „Versorgungspastoral“ bei den Problemen der Verwirklichung?

Die Versorgungspastoral wird als ein Hindernis beschrieben, da sie Gläubige in einer passiven Rolle hält, in der sie darauf warten, dass der Priester alle religiösen Aufgaben übernimmt, anstatt ihre eigene Berufung zum Zeugnis und Dienst aktiv wahrzunehmen.

Wie unterscheidet der Autor zwischen „Priestertum der Gläubigen“ und „Priestertum des Dienstes“?

Der Autor unterscheidet sie nicht als zwei getrennte Priestertümer, sondern als zwei Weisen der Teilhabe am einen Priestertum Christi; das Amtspriestertum ist dabei ein funktionaler und dienender Dienst an der Gemeinschaft der Gläubigen.

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Details

Title
Das gemeinsame Priestertum der Gläubigen und seine Bedeutung in der Kirche
College
University of Augsburg
Grade
1,0
Author
Dipl.-Theol. (Univ.) Markus Schäfler (Author)
Publication Year
1998
Pages
68
Catalog Number
V75082
ISBN (eBook)
9783638695824
ISBN (Book)
9783638711791
Language
German
Tags
Priestertum Gläubigen Bedeutung Kirche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Theol. (Univ.) Markus Schäfler (Author), 1998, Das gemeinsame Priestertum der Gläubigen und seine Bedeutung in der Kirche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75082
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