Karl V. und die Kunst - Karls Religiosität aus Perspektive der Kunst


Seminararbeit, 2004

20 Seiten, Note: 2,2


Leseprobe

Gliederung

I. Einleitung

II. Karl V. und die Kunst
1. Erbe und Einflüsse auf seine Erziehung
1.1. Maximilian I.
1.2. Margarete von Österreich
2. Karls Beziehung zur Kunst
2.1. Mäzenatentum
2.1.1. Karl als Mäzen
2.1.2. Der Tunisfeldzug
2.2. Schlüsselfigur „Tizian“
3. Karls Religiosität aus Perspektive der Kunst
3.1. Tizians „La Gloria“
3.2. Ideologie und Kunst

III. Karl V. – Gloria über den Tod hinaus

V. Literaturverzeichnis

VI. Internetangaben

I. Einleitung

Kaiser Karl V. war der europäische Herrscher, der wie kein anderer „den Weg in die Moderne geebnet hat“[1]. Zu seiner Zeit durchlebt Europa eine tiefe religiöse Krise (von Erasmismus und vor allem durch Protestantismus gekennzeichnet), eine Auseinandersetzung in der Kultur (heidnischer versus „christlicher“ Humanismus) und politische Spannungen aufgrund Karls Motto „plus ultra“, ergo eines universalen christlichen Imperiums und als Gegenpol dazu die Entwicklung neuer Territorialstaaten.[2] All diese politischen Brennpunkte Karls wurden auf direkte oder indirekte Art und Weise in künstlerischer Darstellung umgesetzt. Cremades spricht von einer „besondere[n] Beziehung zwischen künstlerischer Darstellung und politischer, religiöser und kultureller Macht während der ersten Hälfte des 16 Jahrhunderts“[3]. Dieser besonderen Beziehung, vor allem bezüglich der Religiosität, soll mit Hilfe dieser Seminararbeit auf den Grund gegangen werden.

Aufgrund der Thematik „Karl V und die Kunst“ werden in Kapitel 1 die erzieherischen Einflüsse durch Maximilian I. und Margarete von Österreich auf Karl V. besprochen. Folgend (Kapitel 2) wird auf Karls Mäzenatentum und generell hinsichtlich seiner Beziehung zur Kunst Stellung genommen. Um den Rahmen dieser Arbeit jedoch nicht zu sprengen, werden die Inhalte beider Kapitel, die wichtig zum Verständnis des Seminararbeitsthemas sind, nur kurz angerissen und nicht weiter ausgeführt. Der Schwerpunkt dieses wissenschaftlichen Textes liegt in Kapitel 3, in dem die Religiosität Karls aus Sicht der Kunst diskutiert wird.

Bezüglich der verwendeten Literatur lässt sich folgende Einteilung vornehmen: Das Kapitel „Erbe und Einflüsse auf Karls Erziehung“ basiert größtenteils auf Arbeiten der Autoren Eichberger und Kugler. Herbert von Einem, Fernando Cremades und erneut Georg J. Kugler bilden die grundlegende Literatur für die Auseinandersetzung mit der Thematik „Karls Beziehung zur Kunst“. Der Schwerpunkt dieser Arbeit, nämlich die Auseinandersetzung mit Karls Religiosität, basiert zum Großteil auf Aussagen Ferdinand Seibts.

II. Karl V. und die Kunst

1. Erbe und Einflüsse auf Karls Erziehung

Es ist unumstritten, dass die Sozialisation bzw. die frühesten Einflüsse in der Kindheit eines jeden das Leben eines Individuums nachhaltig prägen.[4] Dies ist der Grund, weshalb die Auseinandersetzung mit Karls Erziehung von großer Wichtigkeit ist. Denn dadurch wird das Verständnis für seine Beziehung zur Kunst vereinfacht und bedeutet gleichzeitig, dass Personen aus seinem nächsten Umfeld beleuchtet und deren Einflüsse auf Karl verstanden werden müssen. Jedoch soll der Umfang dieser Arbeit begrenzt gehalten sein. Deshalb wird im folgenden nur kurz auf zwei ausgewählte Persönlichkeiten eingegangen.

1.1. Maximilian I.

Maximilian I. war der Großvater Karls V. und Vater von Margarete von Österreich. Betrachtet man die Vita beider Herrscher, so bemerkt man den großen Unterschied zwischen Kaiser Maximilian und Karl V. bezüglich dem Umgang mit der Kunst. So trat Maximilian immer in Verbindung mit Gelehrten oder Künstlern auf (auch oder vor allem bei öffentlichen Auftritten). Für Maximilian war die Kunst in seinem Denken und Leben ausgesprochen wichtig und so verwundert es nicht, dass seine Künstler durch ihn angeregt wurden, seine Gedanken darzustellen.[5] Natürlich war dieser Kaiser ein bedeutender Mäzen.[6] Er erkannte, dass Kunst ein Medium war, welches ermöglichte, Ideen zu verbreiten und weitschweifige Ambitionen über die Grenzlinien des heiligen römischen Reiches bekannt zu machen. In diesem Sinne sah er auch das neu entwickelte Medium der Druckerkunst. So gab er zum Beispiel „1512 bei Jacob Menuel eine sechsbändige Papierhandschrift in Auftrag, die sich [...] mit der Genealogie des Hauses Habsburg widmete“[7]. Die Gemeinsamkeit Maximilians mit seinem Enkel Karl beruht auf der Tatsache, dass beide der Tradition nachkamen, sich mit der eigenen Familiengeschichte zu beschäftigen und immer bestrebt waren, „ihrem universalen Herrschaftsanspruch durch Genealogien, Tafelbilder und heraldische Dekorationen Ausdruck zu verleihen“[8].

1.2. Margarete von Österreich

Das Interesse Margaretes an der Kunst wurde durch ihren Vater Kaiser Maximilian I. geweckt. Und so wie er stellte sie die Kunst im Dienst dynastischer Interessen und dachte wie derselbe und ihr Neffe Karl V. in politischen Dimensionen. Diese Einstellung spiegelt sich in ihren Kunstaufträgen und Sammlungen, durch die sie bemüht war, die Größe und kulturelle Vielfalt des Kaiserreiches zu repräsentieren, wider.[9] Tatsächlich kann man die Sammlung Margaretes als eine der wichtigsten frühen Sammlungen bezeichnen, welche einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Kunst- und Wunderkammer leistete.

Als Erzieherin Karls lehrte sie dem zukünftigen Souverän und seinen Geschwistern die Liebe zur Kunst. Am Hofe Margaretes wuchs Karl V. zwischen Kunstbegeisterten, Mäzenen und Sammlern auf.[10] Vor diesem Hintergrund scheint es nicht verwunderlich, dass der Kaiser in seinen späten Lebensjahren wieder verstärkt am Hof in den Niederlanden verweilt. Dort trat seine Schwester Maria von Ungarn in die Fußstapfen Margaretes nicht nur als Statthalterin, sondern auch als Mäzen.[11] Margarete war bis zuletzt eine wichtige Instanz in Karls privatem wie auch politischem Leben und nach Betrachtung der historischen Tatsachen könnte man meines Erachtens die Behauptung aufstellen, dass Karl V. durch seine Tante Margarete auf bestimmten Gebieten (wie z.B. der Propaganda) entlastet wurde, um sich der Politik zu widmen. Nach Eichberger verstand Margarete es vortrefflich, „durch Kunst nach außen zu wirken. Dynastische Selbstdarstellung, Religiosität und Kunstverständnis“[12] zeichnen sie aus. Tatsächlich vereint Margarete in Harmonie das burgundische und habsburgische Erbe. Sie war wie kaum eine andere darum bemüht, die Kunst in den Dienst des Kaisers zu stellen.[13]

[...]


[1] Schorn-Schütte, Luise. Karl V.: Kaiser zwischen Mittelalter und Neuzeit. Beck Verlag: München 2000, S.7

[2] Cremades, Fernando Checa. Kunst und Macht in der esten Hälfte des 16. Jahrhunderts: Karl V. und die Kunst. In: Seipel, Wilfried (Hrsg.). Kaiser Karl V (1500-1558): Macht und Ohnmacht Europas. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland: Bonn, 2000 S.30-38 U.a. ähnlich ebenfalls in: Brandi, Karl. Kaiser Karl V: Werden und Schicksal einer Persönlichkeit und eines Weltreiches. F. Bruckmann KG: München, 1964 Einem, Herbert von. Karl V und Tizian. Opladen: Westdeutscher Verlag: Köln 1960 Kohler, Alfred. Karl V: 1500-1558 Eine Biographie. C.H.Beck Verlag: München 2001 Schulin, Ernst. Kaiser Karl V.: Geschichte eines übergroßen Wirkungsbereiches. Stuttgart 1999 Schorn-Schütte Seibt, Ferdinand. Karl V.: der Kaiser und die Reformation. Siedler Verlag: Berlin, 1990

[3] Cremades, S. 35

[4] Vgl. Oerter, Rolf; Montada, leo. Entwicklungspsychologie. Beltz Verlage: Weinheim; Basel; Berlin, 2002

[5] Vgl. Kugler, Georg . Macht und Mäzenatentum. In: Seipel, Wielfried (hrsg.). Kaiser Karl V (1500-1558): Macht und Ohnmacht Europas. Kunst und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland: Bonn 2000, S. 47

[6] Kugler und Eichberger, Dagmar. Leben mit Kunst Wirken mit Kunst. Sammlungen und Hofkunst unter Margarete von Österreich, Regentin der Niederlande. Belgien 2002

[7] Eichberger, S. 148

[8] Eichberger, S. 147. Ähnlich: Kohler, S.31

[9] Eichberger, S. 148 und S. 432

[10] Kugler, S. 49, auch: Eichberger

[11] vgl. Kohler, Schorn-Schütte, Seipel, Wielfried. Der Kriegszug Kaiser Karls V. gegen Tunis (Kartons und Tappiserien). Kunsthistorisches Museum: Wien, Wien 2000, u.a.

[12] Eichberger, S. 434

[13] Eichberger S. 185 und S. 434: Margaretes première chambre ist das beste Beispiel für ihr Bemühen die Kunst in Dienste der Krone zu stellen. Die umfangreiche Porträtgalerie stellte mit Hilfe von Tafelbildern die interna- tionalen Verzweigungen ihrer Familie dar. Darunter gehörten: Heraldische Teppiche, genealo- gische Handschriften oder kunstvolle Druckwerke. Dies sollte den Eindruck der einflussreichen und aufstrebenden Herrscherfamilie, ergo ihrer Macht, verstärken.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Karl V. und die Kunst - Karls Religiosität aus Perspektive der Kunst
Hochschule
Universität Regensburg
Note
2,2
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V75201
ISBN (eBook)
9783638780476
ISBN (Buch)
9783638844956
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Karl, Kunst, Karls, Religiosität, Perspektive
Arbeit zitieren
Stefania Corbatto (Autor), 2004, Karl V. und die Kunst - Karls Religiosität aus Perspektive der Kunst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75201

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