Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Der Wendenkreuzzug - Legaler Seitentrieb der Kreuzzugsbewegung oder ideologisch verbrämtes Expansionsstreben?

Title: Der Wendenkreuzzug - Legaler Seitentrieb der Kreuzzugsbewegung oder ideologisch verbrämtes Expansionsstreben?

Term Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Reinhard Keßler (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In einem Kreuzzug kulminieren nicht nur die Spannungen zwischen Christen und Heiden, sondern er ist immer auch Ausdruck der konkurrierenden und sich ergänzenden Zielsetzungen von weltlichen und geistlichen Herrschern in Mitten der christlichen Welt.
In diesem Zusammenhang erweist sich die Militäraktion des sogenannten Wendenkreuzzugs norddeutscher Fürsten gegen die Slawen 1147 bis heute als ein umstrittenes Forschungsproblem. Handelt es sich bei dem Vorstoß in die Gebiete jenseits der Elbe um einen legalen Seitentrieb der Kreuzzugsbewegung oder um ein ideologisch verbrämtes Expansionsstreben machtgieriger Adliger? Dieser Fragestellung soll durch die Sichtung zeitgenössischer Quellenzeugnisse und der kritischen Betrachtung der verfügbaren Forschungsliteratur nachgegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Prolog

2. Deutsch-wendische Beziehungen bis 1137

3. Weltlicher Anspruch und geistliche Legitimation

4. Teilnehmer und Zielsetzungen

5. Die praktische Durchführung des Wendenkreuzzuges

6. Schlussbetrachtungen

7. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Einordnung des Wendenkreuzzugs von 1147. Dabei wird analysiert, ob es sich um einen legitimen Ausläufer der Kreuzzugsbewegung zur Christianisierung handelte oder ob ideologisch verbrämte Expansionsinteressen sächsischer Fürsten im Vordergrund standen.

  • Interessenkonflikte zwischen weltlicher Herrschaft und geistlicher Missionierung
  • Politische Dynamiken zwischen slawischen Stämmen und sächsischen Fürsten
  • Legitimation des Wendenkreuzzugs durch kirchliche Instanzen
  • Rolle bedeutender Akteure wie Heinrich der Löwe
  • Ursachen für den militärischen Misserfolg des Unternehmens

Auszug aus dem Buch

1. Prolog

„In dem selben Jahr (1147) war um das Fest des heiligen Petrus auf göttliche Eingebung und Ermahnung des päpstlichen Stuhles und nach Aufforderung vieler Geistlicher eine große Menge christlicher Streiter, welche das Zeichen des lebensspendenden Kreuzes angenommen, gegen die nach Norden zu wohnenden Heiden ausgezogen, um sie entweder dem christlichen Glauben zu unterwerfen oder mit Gottes Hilfe vollständig zu vertilgen.“

Die Bedeutung der Verbindung zwischen Heidenkrieg und christlich universalen Ideen ist bereits aus zahlreichen Perspektiven problematisiert worden. Auch wenn die von Erdmann vorgenommenen Unterscheidungen von Krieg als Verteidigung, als Befriedung der Kirche, als Vorbereitung der Mission, als ritterlicher Kreuzzug, usw. grundlegend ist für eine genaue Betrachtung der Heidenbekriegung und -missionierung, ist jedoch stets vorauszusetzen, dass sich bei den Auseinandersetzungen an den Ostgrenzen im zwölften Jahrhundert das Religiöse nicht von den weltlichen Motiven, außenpolitischen Notwendigkeiten und der Herrschsucht der Machthaber trennen lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Prolog: Einführung in die Fragestellung, ob der Wendenkreuzzug als legaler Kreuzzug oder als ideologisch verbrämtes Expansionsstreben zu werten ist.

2. Deutsch-wendische Beziehungen bis 1137: Darstellung der historischen Entwicklung und der prekären Beziehungen zwischen den slawischen Stämmen und den sächsischen Herrschern vor 1147.

3. Weltlicher Anspruch und geistliche Legitimation: Analyse der kirchlichen Aufrufe und wie diese von weltlichen Herrschern genutzt wurden, um den Kreuzzugsgedanken für eigene Ziele zu instrumentalisieren.

4. Teilnehmer und Zielsetzungen: Untersuchung der individuellen Ambitionen der wichtigsten Teilnehmer, insbesondere Heinrichs des Löwen, und deren Verknüpfung mit materiellen Interessen.

5. Die praktische Durchführung des Wendenkreuzzuges: Schilderung des konkreten Verlaufs, der militärischen Ereignisse und der zunehmenden Verunsicherung innerhalb des Kreuzfahrerheeres.

6. Schlussbetrachtungen: Fazit, das betont, dass eine eindeutige moralische Bewertung angesichts der komplexen Interessenverflechtungen zwischen Kirche und Adel kaum möglich ist.

7. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten zeitgenössischen Quellen und der wissenschaftlichen Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Wendenkreuzzug, Mittelalter, Kreuzzugsbewegung, Slawenmission, Heinrich der Löwe, sächsische Fürsten, Kirchenpolitik, pax christiana, Heidenkrieg, Ostpolitik, 1147, Helmold von Bosau, Bernhard von Clairvaux, territoriale Expansion, Christianisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Bewertung des Wendenkreuzzugs von 1147 und der Frage, ob religiöse Motive oder weltliche Machtinteressen den Feldzug dominierten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die politische und religiöse Legitimation des Feldzuges, die Interessen der sächsischen Fürsten sowie das Spannungsfeld zwischen Christianisierung und Territorialexpansion.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Verflechtung von christlich-imperialen Ideen und handfesten machtpolitischen Ambitionen der sächsischen Elite kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Analyse zeitgenössischer Quellenzeugnisse, insbesondere der Slawenchronik von Helmold von Bosau, sowie die Auseinandersetzung mit der einschlägigen Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der deutsch-wendischen Beziehungen, der legitimatorischen Argumentation für den Kreuzzug, der persönlichen Zielsetzungen der Akteure und der praktischen militärischen Umsetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wendenkreuzzug, 1147, Heinrich der Löwe, Slawenmission, Expansionsstreben und christliche Legitimation sind die prägenden Begriffe.

Welche Rolle spielte Bernhard von Clairvaux bei der Legitimation?

Bernhard von Clairvaux trug wesentlich dazu bei, den Feldzug als einen vollwertigen Kreuzzug zu deklarieren und ihn mit Ablassversprechen für die Teilnehmer zu versehen, auch wenn er dabei politisch unter Druck der Fürsten stand.

Warum wird der militärische Erfolg des Kreuzzuges als fragwürdig dargestellt?

Der Kreuzzug endete ohne nachhaltige Christianisierung und ohne den erhofften Gebietsgewinn, da er von inneren Zweifeln der Kreuzfahrer und einem Mangel an strategischer Konsequenz geprägt war.

Was war der Auslöser für die Enttäuschung der Kreuzfahrer?

Die Erkenntnis, dass sie durch die Zerstörungen slawischer Gebiete ihre eigenen potenziellen Einnahmequellen und Lehnsgüter vernichteten, führte zu einer psychologischen Wende und zum Abbruch der Belagerungen.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Der Wendenkreuzzug - Legaler Seitentrieb der Kreuzzugsbewegung oder ideologisch verbrämtes Expansionsstreben?
College
University of Münster  (Institut für Geschichte des Mittelalters )
Course
Geschichtsschreibung und Weltdeutung im Mittelalter
Grade
1,0
Author
Reinhard Keßler (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V75332
ISBN (eBook)
9783638737951
ISBN (Book)
9783638770279
Language
German
Tags
Wendenkreuzzug Legaler Seitentrieb Kreuzzugsbewegung Expansionsstreben Geschichtsschreibung Weltdeutung Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Reinhard Keßler (Author), 2004, Der Wendenkreuzzug - Legaler Seitentrieb der Kreuzzugsbewegung oder ideologisch verbrämtes Expansionsstreben?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75332
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint