Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Economy - Environment economics

Zertifikate als Instrument der Klimapolitik

Title: Zertifikate als Instrument der Klimapolitik

Term Paper , 2006 , 31 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tim Wamer (Author)

Economy - Environment economics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Von den zahlreichen Umweltproblemen, die unseren Planeten am Anfang des 21. Jahrhunderts bedrohen, stellt der Treibhauseffekt derzeit das international bedeutendste dar. Experten sind sich darüber einig, dass die anthropogen bedingten Treibhausgasemissionen weiter ansteigen werden und diese Entwicklung zu einer Erwärmung der Erdatmosphäre führen wird. Deutliche Anzeichen hierfür sind der Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen und des Meeresspiegels sowie das zunehmende Auftreten von extremen Wetterereignissen und Naturkatastrophen. Werden keine politischen Gegenmaßnahmen ergriffen, ist davon auszugehen, dass sich die mittlere globale Lufttemperatur bis zum Ende dieses Jahrhunderts um 1,4 bis 5,8 Grad Celsius erhöhen wird. Volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe wären die Folge. Aufgrund des globalen Maßstabs des Treibhauseffekts und der Besonderheiten des Klimaschutzes kann dieses Problem effizient und effektiv nur auf globaler Ebene gelöst werden.
Bei der Instrumentenwahl zur Lösung dieses Problems verdient das Zertifikatsmodell, das oft als Königsweg der Umweltpolitik bezeichnet wird, besondere Aufmerksamkeit. Die Besonderheiten des Klimaschutzes machen aber Modifikationen an diesem Modell erforderlich.
Daher wird zuerst die Zertifikatslösung vorgestellt und anhand der Kriterien der umweltökonomischen Instrumentendiskussion analysiert. Nach diesen theoretischen Grundlagen werden Besonderheiten und Probleme des Klimaschutzes dargestellt, die bei der Ausgestaltung des Zertifikatmodells für den Klimaschutz berücksichtigt werden müssen. Im dritten Teil wird dann das erste und einzige globale und völkerrechtlich verbindliche Klimaschutzabkommen, das Kyoto-Protokoll, vorgestellt, das auf dem Prinzip des Zertifikatmodells basiert. Besondere Beachtung erhält hierbei die Implementierung des Emissionshandels.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ZERTIFIKATE ALS INSTRUMENT DER UMWELTÖKONOMIK

2.1 AUSGABEMECHANISMEN

2.2 KRITERIEN DER UMWELTÖKONOMISCHEN INSTRUMENTENDISKUSSION

2.2.1 KOSTENEFFIZIENZ

2.2.2 ÖKOLOGISCHE TREFFSICHERHEIT

2.2.3 DYNAMISCHE ANREIZWIRKUNG

3. BESONDERHEITEN DES KLIMASCHUTZES

4. KYOTO

5. MÄNGEL UND SCHWÄCHEN - KRITIK AM KYOTO-PROTOKOLL

6. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Zertifikatsmodell als Instrument der Klimapolitik, analysiert dessen theoretische Eignung unter umweltökonomischen Kriterien und beleuchtet die Herausforderungen bei der praktischen Anwendung, insbesondere im Kontext des Kyoto-Protokolls.

  • Theoretische Grundlagen und Ausgabemechanismen von Emissionszertifikaten
  • Umweltökonomische Bewertungskriterien wie Kosteneffizienz und ökologische Treffsicherheit
  • Spezifische Problematiken des globalen Klimaschutzes und internationale Kooperationsanreize
  • Analyse und kritische Würdigung des Kyoto-Protokolls und seiner flexiblen Mechanismen

Auszug aus dem Buch

2.2.3 DYNAMISCHE ANREIZWIRKUNG

Dynamische Anreizwirkung bezeichnet die Fähigkeit eines Instruments umwelttechnischen Fortschritt zu induzieren. Dieser liegt dann vor, wenn mit gleichem Aufwand höhere Emissionsreduktionen bzw. mit geringerem Aufwand gleiche Emissionsreduktionen realisiert, die Grenzvermeidungskosten also reduziert werden können. Emissionszertifikate üben eine solche Anreizwirkung aus. Je weiter die Emissionen durch umwelttechnische Innovationen (dies betrifft sowohl die Verbesserung von Alt- als auch die Anschaffung von Neuanlagen) verringert werden können, desto mehr Ausgaben für Zertifikate kann das entsprechende Unternehmen einsparen. Dies erklärt sich dadurch, dass die Grenzvermeidungskosten eines Unternehmens im Ausgangszustand gleich dem Zertifikatspreis sind. Umwelttechnischer Fortschritt führt aber zu einem Rückgang der Grenzvermeidungskosten. Damit liegen die Grenzkosten unter dem Zertifikatspreis. Ein Unternehmen wird solange Zertifikate veräußern und Emissionen einsparen, wie seine Grenzvermeidungskosten unterhalb des Zertifikatpreises liegen, da ihm so geringere Kosten entstehen.

Das Unternehmen wird daher solange auf Emissionen verzichten und die freiwerdenden Lizenzen auf dem Markt verkaufen bis seine Grenzkosten wieder dem Zertifikatspreis entsprechen. Die Zertifikatlösung entfaltet also eine dynamische Anreizwirkung, da Unternehmen durch umwelttechnischen Fortschritt ihre Grenzvermeidungskosten senken und somit sich in ihrem Besitz befindliche Zertifikate veräußern können. Ein solcher Anreiz wird aber nur geschaffen, wenn die Kosten, die durch die umwelttechnischen Innovationen entstehen, niedriger sind als die Erlöse aus dem Verkauf der freiwerdenden Zertifikaten. Die dynamische Anreizwirkung von Zertifikaten wird daher durch die Verbesserung der Vermeidungstechnik im Zeitverlauf verringert, denn umwelttechnischer Fortschritt ermöglicht es den Unternehmen, immer mehr Emissionen zu vermeiden und damit Ausgaben für Zertifikate einzusparen. Aufgrund der sinkenden Nachfrage nach Zertifikaten sinkt ihr Kurs und somit auch die dynamische Anreizwirkung. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und den Zertifikatspreis nicht zu stark absinken zu lassen, könnte die Umweltbehörde Zertifikate aufkaufen, sie im Zeitverlauf abwerten oder zeitlich befristete Zertifikate nur vermindert erneuern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik des Treibhauseffekts ein und erläutert die Relevanz des Zertifikatsmodells für eine effiziente Klimapolitik.

2. ZERTIFIKATE ALS INSTRUMENT DER UMWELTÖKONOMIK: Dieses Kapitel erläutert das theoretische Konzept der handelbaren Zertifikate und bewertet es anhand der Kriterien Kosteneffizienz, ökologische Treffsicherheit und dynamische Anreizwirkung.

3. BESONDERHEITEN DES KLIMASCHUTZES: Das Kapitel identifiziert spezifische Herausforderungen des Klimaschutzes, wie Unsicherheiten, die globale Reichweite und das Trittbrettfahrerverhalten, die Anpassungen am klassischen Modell erfordern.

4. KYOTO: Hier wird das Kyoto-Protokoll als völkerrechtlich verbindliches Abkommen vorgestellt, das auf dem Zertifikatsprinzip basiert und flexible Mechanismen wie JI, CDM und Emissionshandel integriert.

5. MÄNGEL UND SCHWÄCHEN - KRITIK AM KYOTO-PROTOKOLL: Die kritische Auseinandersetzung thematisiert Probleme wie die Senkenanrechnung, die Marktmacht durch "hot air" und die begrenzte Effektivität der vereinbarten Reduktionsziele.

6. SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit fasst zusammen, dass das Zertifikatsmodell trotz notwendiger Modifikationen das geeignetste Instrument für eine ökonomisch effiziente und ökologisch wirksame Klimapolitik darstellt.

Schlüsselwörter

Zertifikate, Klimapolitik, Emissionshandel, Umweltökonomik, Kyoto-Protokoll, Kosteneffizienz, ökologische Treffsicherheit, Treibhauseffekt, Joint Implementation, Clean Development Mechanism, Grenzkosten, Emissionsrechte, Umweltschutz, Klimawandel, Nachhaltigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Eignung und praktischen Anwendung von handelbaren Emissionszertifikaten als umweltpolitisches Steuerungsinstrument zur Bekämpfung des globalen Treibhauseffekts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die umweltökonomische Theorie von Zertifikaten, die Besonderheiten des globalen Klimaschutzes, die Ausgestaltung des Kyoto-Protokolls sowie eine kritische Analyse der dort implementierten Mechanismen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern das Zertifikatsmodell den Anforderungen einer globalen Klimaschutzpolitik gerecht wird und welche Modifikationen für eine effektive Umsetzung erforderlich sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der das Zertifikatsmodell anhand umweltökonomischer Kriterien geprüft und unter Einbeziehung relevanter Fachliteratur kritisch auf das Kyoto-Protokoll angewendet wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise von Zertifikaten, die spezifischen Anforderungen des Klimaschutzes, das Kyoto-Protokoll mit seinen flexiblen Mechanismen sowie die Schwachstellen und Kritikpunkte an diesem Vertragswerk.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Zertifikate, Emissionshandel, Klimapolitik, Kyoto-Protokoll, Kosteneffizienz und ökologische Treffsicherheit charakterisiert.

Was bedeutet der Begriff "grandfathering" in diesem Kontext?

Beim "grandfathering" werden Zertifikate basierend auf dem Status quo an Unternehmen zugeteilt, was zwar ökonomische Härten vermeidet, aber Anreize für strategisches Verhalten vor der Einführung des Systems schaffen kann.

Warum ist die Einbeziehung der "Nicht-Annex-B"-Staaten ein Kritikpunkt?

Da der Anteil der Emissionen aus Schwellen- und Entwicklungsländern stark ansteigt, gilt eine effektive Reduktion ohne deren Einbeziehung langfristig als unrealistisch.

Was sind "Leakage-Effekte"?

Leakage-Effekte beschreiben die Gefahr, dass sich Emissionen in Staaten ohne Klimaschutzrestriktionen verlagern, was die globalen Klimaschutzanstrengungen konterkarieren kann.

Was ist das Ziel der "Commitment Period Reserve"?

Sie soll verhindern, dass Staaten den Markt mit überschüssigen Zertifikaten ("hot air") überschwemmen und stellt sicher, dass ein Teil der Zertifikate als Reserve für den Eigenbedarf gehalten wird.

Excerpt out of 31 pages  - scroll top

Details

Title
Zertifikate als Instrument der Klimapolitik
College
University of Münster
Grade
1,7
Author
Tim Wamer (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V75443
ISBN (eBook)
9783638812443
ISBN (Book)
9783638813969
Language
German
Tags
Zertifikate Instrument Klimapolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tim Wamer (Author), 2006, Zertifikate als Instrument der Klimapolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75443
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  31  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint