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Zu: Joseph Beuys - Komposition für zwei Musikanten (1963)

Title: Zu: Joseph Beuys - Komposition für zwei Musikanten (1963)

Seminar Paper , 1999 , 13 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: M.A. Martina Merten (Author)

Art - Installation / Action/Performance Art / Modern Art
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Summary Excerpt Details

Durch die Zusammenarbeit mit John Cage, Nam June Paik und Henning Christiansen wurde die Musik zum tragenden Bestandteil von Beuys bildnerischen Denkens und sollte zur Freisetzung jeglicher Kreativität beitragen.

Der Künstler John Cage hat auf Beuys und sein Kunstverständnis wohl am meisten Einfluß genommen. John Cage wollte die Gesellschaft und die Dingwelt objektivieren, wobei er sich der Geräuschkulisse der Umwelt bediente, um keine idealisierte Form von Musik zu schaffen. Dieses Prinzip der Suche eines neuen Auffassung entspricht dem anti-konventionellen Kunstbegriff von Joseph Beuys. Beide haben eine ähnliche Auffassung zur Klangorganisation, Stille, Wegfall von Harmonie in der Musik, wobei es die wirkliche Stille nicht gibt, da ständig Geräusche das Ohr flüchtig durchreisen.Cage öffnete die Musik in eine Universalität von Klang und Geräusch und schaffte somit jegliche harmonische Hierachie ab. Die Dauer (der zeitliche Rahmen) und nicht die Harmonie und der Zufall (Hintergrundgeräusche) werden zur Grundlage seiner musikalischen Komposition, da die Zeitlänge die „musikalische Wahrheit“ der vier Carakteristiken, Tonhöhe, Lautstärke, Farbe, Dauer) darstellt. Die Stille, die in Wirklichkeit nicht existiert, bekommt denselben Stellenwert wie der Ton. Seine Komposition 4`33 (1952) als bloßes Zeitstück, aber traditionell in drei Sätze gegliedert, und von David Tudor lediglich durch optisch durch pianistische Gesten dargestellt, lebte von den sie umgebenden Geräuschen. Jede Aufführung wurde somit unnachahmlich und unwiederbringlich und lehnt dabei an Robert Rauschenbergs „White Paintings“ (1951) an, bei denen lediglich das Licht- und Schattenbild, durch den Betrachter verursacht, das Werk bildete. Diese Beteiligung des Betrachters/Zuhörers zur Definition des Werks ist auch bei Beuys spürbar, der versuchte Cages „sichtbare Musik“ in „hörbare Plastik“ zu übertragen.

John Cage hat Beuys stark beeinflußt, indem er die Unterscheidung von Kunst und Nicht-Kunst, von Musik und Leben aufgehoben hat, was einer Idee von Demokratisierung entspricht. Dieser Entwicklungsprozess ist bei Beuys Worten wohl am deutlichsten in seinen „jeder Mensch ist ein Künstler“ wiederzufinden und läßt uns die Bedeutung und Erkennung von Kunst und unserem eigenen Leben in der Welt in einem ganz neuen Licht erscheinen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung:

I. Biographische Informationen

B. Hauptteil:

I. Aktionsbeschreibung

II. Analyse

1. Standort in der Hirschjagd

2. Der Harlekin

3. Einbeziehen und Ausstrahlen – Die 2 Musikanten, die Hirschjagd und der Block Beuys

4. Klang und Skulptur

5. John Cage, Nam June Paik und Fluxus - Einflüsse auf Joseph Beuys

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk „Komposition für zwei Musikanten“ (1963) von Joseph Beuys im Kontext seiner Aktionskunst, um die komplexe Verzahnung von Klang, Skulptur und dem erweiterten Kunstbegriff zu entschlüsseln. Dabei steht insbesondere die Frage im Zentrum, wie Beuys durch die Integration alltäglicher Objekte und musikalischer Elemente eine Transformation des Betrachters und des Kunstverständnisses anstrebt.

  • Analyse der performativen Aspekte des Fluxus-Konzerts "Komposition für 2 Musikanten".
  • Untersuchung der symbolischen Bedeutung von Materialität und kindlichen Motiven.
  • Erörterung des Konzepts der "sozialen Plastik" und des Einflusses von Klang auf den skulpturalen Raum.
  • Diskussion der Wechselwirkungen zwischen Kunst, Musik und Leben im Kontext von John Cage und Fluxus.
  • Betrachtung der Vergänglichkeit und Wiederkehr als zentrale Lebensrhythmen im Werk von Beuys.

Auszug aus dem Buch

2. Der Harlekin

a) Die Form der Plastik „2 Musikanten“ besteht aus zwei sich gegenübersitzenden Figuren, jeweils einem bunt bemalten Harlekin.

aa) Der Harlekin, die Narrengestalt der italienischen Komödie ab 1670, steht für den Witz und schauspielerisches Talent, welches der „Schamane“ Beuys ebenfalls besaß. Gleichzeitig ist er Symbol und einne Hauptfigur des Zirkus und beinhaltet für Beuys eine Verbindung zu den Märchen, da seine erste Zeichnung 1935 eine Märchenzeichnung auf seinem Notenheft war.

Es gibt auch einen Clown Beuys, einen Joseph mit Hut, der von Nam June Paik als unentwegt ernst und spaßig beschrieben wird. Auf den ersten Blick scheinen die beiden einander gegenübersitzenden Figuren identisch zu sein. Bei genauerem Hinsehen ist zu erkennen, daß jede Figur nicht nur durch ihre ihnen zugeordneten Instrumente, sondern auch durch ihre farbige Gestaltung völlig unterschiedlich und individuell ist. Der spitze Hut läßt einen Harlekin vermuten, der nach außen stets den Witz verkörpert, der bei Beuys durchaus vorhanden war, aber auch die nachdenkliche Traurigkeit, die der Harlekin in sich trägt, ohne sie jemals zeigen zu wollen oder zu können. Dies steht in Verbindung mit dem Innenton, der physisch nicht in Verbindung tritt, die Seele der Komposition jedoch beinhaltet.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Bietet einen Überblick über das Environment „Sibirische Sinfonie“ und bettet das Werk „2 Musikanten“ in den biografischen sowie historischen Kontext der Fluxus-Aufführungen ein.

I. Biographische Informationen: Erläutert die Entstehungsgeschichte der Skulptur und ihre verschiedenen Ausstellungsstationen sowie die Konzertabende im Jahr 1963.

B. Hauptteil: Bildet den inhaltlichen Kern der Arbeit, in dem das Werk aus verschiedenen analytischen Perspektiven beleuchtet wird.

I. Aktionsbeschreibung: Dokumentiert den Ablauf des Fluxus-Konzerts, die verwendeten Instrumente und den ursprünglichen Aktionscharakter.

II. Analyse: Untersucht die theoretischen Grundlagen der Skulptur, ihre Materialität und ihre Rolle innerhalb des Gesamtschaffens von Joseph Beuys.

1. Standort in der Hirschjagd: Analysiert die Platzierung der Musikanten innerhalb des komplexen Environments „Hirschjagd“.

2. Der Harlekin: Beleuchtet die Formensprache und die psychologische Tiefe der Harlekin-Figuren als Stellvertreter des Künstlers.

3. Einbeziehen und Ausstrahlen – Die 2 Musikanten, die Hirschjagd und der Block Beuys: Erklärt die Kommunikation zwischen der Plastik und ihrem makrokosmischen Umfeld.

4. Klang und Skulptur: Reflektiert über Beuys Verständnis von Klang als lebendige Substanz, die in die Skulptur einfließt.

5. John Cage, Nam June Paik und Fluxus - Einflüsse auf Joseph Beuys: Diskutiert die theoretischen Anregungen, insbesondere durch John Cage, die zu Beuys Aufhebung der Grenzen zwischen Kunst und Leben führten.

Schlüsselwörter

Joseph Beuys, Komposition für zwei Musikanten, Fluxus, Soziale Plastik, Harlekin, Klang, Skulptur, John Cage, Kindheitsmoment, Aktionskunst, Hirschjagd, Symbolik, Materialität, Transformation, Leben-Arbeit-Kunst

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Werk „Komposition für zwei Musikanten“ von Joseph Beuys und analysiert dessen Bedeutung als Teil seines erweiterten Kunstbegriffs und der Fluxus-Bewegung.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit thematisiert die Verschränkung von Musik und bildender Kunst, die symbolische Bedeutung von Objekten in Environments sowie die Einflüsse der avantgardistischen Zeitgenossen wie John Cage auf Beuys.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die interne Logik und die spirituellen sowie alchimistischen Zusammenhänge hinter der vermeintlich einfachen „Musikanten“-Skulptur und deren Rolle im gesamten Werkkontext von Beuys offenzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine kunsthistorische Analyse, die Werkbeschreibung, ikonografische Deutung und den Vergleich mit theoretischen Schriften zur Fluxus-Bewegung miteinander verbindet.

Welche Aspekte werden im Hauptteil ausführlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Aktionsbeschreibung, eine formale Analyse der Skulptur sowie eine philosophische Einordnung von Klangmomenten und dem Einfluss von John Cage.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren den Ansatz der Arbeit?

Zentrale Begriffe sind die soziale Plastik, die Dialektik von Wärme und Kälte, der Lebensrhythmus und das Konzept der „sichtbaren Musik“.

Inwiefern spielt der Harlekin eine Rolle im Werk?

Der Harlekin dient als komplexe Metapher, die sowohl den Witz als auch die existenzielle Traurigkeit des „Schamanen“ Beuys verkörpert und eine Brücke zur Zirkus- und Märchenwelt schlägt.

Wie beeinflusste John Cage das Werk von Beuys konkret?

John Cage beeinflusste Beuys maßgeblich durch sein Konzept der Objektivierung von Alltagsgeräuschen und die Aufhebung der Trennung zwischen Kunst und Nicht-Kunst, was zur Entwicklung des erweiterten Kunstbegriffs bei Beuys beitrug.

Welche Rolle spielt das Material für die Aussage der Skulptur?

Die Verwendung von Blech steht symbolisch für „Billigkeit“ und Massenproduktion, womit Beuys ironisch auf die Industriekultur reagiert und gleichzeitig die Verbindung zu alten Handwerkstraditionen betont.

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Details

Title
Zu: Joseph Beuys - Komposition für zwei Musikanten (1963)
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Joseph Beuys Arbeiten
Grade
1.3
Author
M.A. Martina Merten (Author)
Publication Year
1999
Pages
13
Catalog Number
V75472
ISBN (eBook)
9783638800211
ISBN (Book)
9783638802994
Language
German
Tags
Joseph Beuys Komposition Musikanten Joseph Beuys Arbeiten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Martina Merten (Author), 1999, Zu: Joseph Beuys - Komposition für zwei Musikanten (1963), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75472
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