„Sollte man eine Public Limited Company (Limited) nach englischem Recht in Deutschland gründen? lautet das Thema der vorliegenden Arbeit. Nach einer kurzen Analyse der Ausgangssituation, in der die Grundlagen zum Verständnis gelegt sowie der geschichtliche Hintergrund bei Gründungen der Limited außerhalb des Vereinigten Königreichs erläutert werden widmet sich die vorliegende Hausarbeit explizit der Limited in Deutschland. Als Kernpunkt der gegenwärtigen Arbeit lässt sich der Vergleich des Gesellschaftsrechts einer deutschen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und einer Limited anführen. Hierbei sollen etwaige Vorteile der Limited gegenüber der GmbH eruiert und analysiert werden. Ein abschließendes Fazit mit einem Ausblick in die Zukunft bildet den letzten Punkt der vorliegenden Arbeit.
Durch das erhöhte Auftreten der englischen Private Limited Company in Deutschland und eine zunehmende Verdrängung bzw. Stillstand bei GmbH Neugründungen stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit sowie der Vorteile dieser Rechtsform. Experten gehen davon aus, dass deutschlandweit bereits über 30.000 Limited existieren. Ferner kommen monatlich mehr als 1.000 hinzu . Der GmbH hingegen kommt in Deutschland eine besondere Bedeutung zu, da sie nach den Einzelunternehmen und Personengesellschaften diejenige Rechtsform mit der größten Verbreitung ist. Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen lag der Anteil im vergangenen Jahr bei 27,2%.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise
1.2 Ausgangssituation
2 Limited in Deutschland
2.1 Gründung einer Limited
2.2 Organe der Limited
2.3 Tätigkeit als Zweigniederlassung in Deutschland
2.4 Rechte der Limited
2.4.1 Rechtsfähigkeit
2.4.2 Parteifähigkeit
2.5 Rechnungslegung, Abschlussprüfung und Publizität
2.5.1 Rechnungslegung
2.5.2 Abschlussprüfung
2.5.3 Publizitätspflichten
2.6 Steuerpflicht der Limited
2.7 Limited & Co. KG
2.8 Limited im Insolvenzfall
3 Vergleich Limited - GmbH
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Sinnhaftigkeit und rechtliche sowie steuerliche Einordnung der Gründung einer englischen Limited in Deutschland im Vergleich zur deutschen GmbH. Dabei wird analysiert, ob die häufig beworbene Flexibilität und Kosteneffizienz der Limited tatsächlich Vorteile gegenüber dem etablierten deutschen Gesellschaftsrecht bietet.
- Rechtliche Grundlagen der Limited (Gründung, Organe, Niederlassungsrecht)
- Vergleich der Haftungsrisiken und Pflichten mit der GmbH
- Steuerrechtliche Herausforderungen bei Zweigniederlassungen
- Besonderheiten bei Insolvenzfällen und grenzüberschreitenden Typenvermischungen
- Praktische Gegenüberstellung von Aufwand und Nutzen für deutsche Gründer
Auszug aus dem Buch
2.1 Gründung einer Limited
Bei der Gründung einer Limited hat der deutsche Unternehmer - wie in Deutschland auch - zwei mögliche Alternativen, die Neugründung oder der Mantelkauf5. Vergleichsweise simpel ist die Neugründung einer englischen Limited. Ergänzend zu der Gesellschaftssatzung, bestehend aus dem Memorandum of Association und den Articles of Association, sind die Formulare 10 und 12 gemäß Section (sec.) 10 sowie sec. 12 Companies Act 1985 (CA 1985) beim Handelsregister, dem englischen Companies House, vorzulegen6. Der Gesamte Gründungsprozess dauert nach Eingang der vollständigen Unterlagen im Normalfall fünf Werktage. Überdies ist gegen eine zusätzliche Zahlung eine Bearbeitung innerhalb von 24 Stunden möglich7. Nach erfolgreicher Prüfung durch den Registrar, der gemäß sec. 12 Abs. 3 CA 1985 die im Formblatt 128 beinhaltete declaration of compliance (Gesetzmäßigkeitserklärung) als hinreichende Bestätigung für die materiell-rechtlichen Vorschriften ansieht, erhält der Unternehmer als Antragsteller das sog. certificate of incorporation, das in der London Gazette publik gemacht wird9.
Als zweite Möglichkeit der Gründung einer Limited kann Buying of the Shelf - der Mantelkauf - angeführt werden10. Diese Form ist gerade bei den englischen Unternehmern äußerst beliebt, da sie - anders als im deutschen Gesellschaftsrecht - absolut unproblematisch ist. Dies resultiert aus der nichtvorhandenen Mindestkapitalaufbringung und einer vereinfachten Standardverfassung dieser Mantel oder auch Vorratsgesellschaften11. Bevor eine ruhende Vorratsgesellschaft erworben wird, gilt sie i.S.d. sec. 249 A CA 1985 als dormant company.12 Wurde eine ruhende Gesellschaft erworben, so müssen lediglich die Gesellschaftsanteile übertragen, die neuen Direktoren und der secretary13 sowie die Anschrift des registered office14 beim Companies House angemeldet werden.15 Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Erwerb einer Vorratsgesellschaft primär aus Gründen des geringeren Aufwands als aus Gründen der Zeitersparnis erfolgt, da die Neugründung einer Limited vergleichsweise schnell erfolgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Aufbau und die Vorgehensweise der Arbeit und erläutert die Ausgangssituation, insbesondere die Auswirkungen des europäischen Rechts auf die Limited in Deutschland.
2 Limited in Deutschland: Dieses Kapitel behandelt detailliert den Gründungsprozess, die rechtlichen Organe, die Rechte der Gesellschaft, steuerliche Aspekte sowie Besonderheiten bei der Ltd & Co. KG und im Insolvenzfall.
3 Vergleich Limited - GmbH: Dieses Kapitel bietet eine umfassende Gegenüberstellung von Limited und GmbH hinsichtlich Gründungskosten, Haftung, Steuern und laufender Verwaltungspflichten.
4 Fazit und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch, ob sich die Wahl der Limited für deutsche Gründer im Vergleich zur GmbH langfristig als vorteilhaft erweist.
Schlüsselwörter
Limited, GmbH, Gesellschaftsrecht, Gründung, Handelsregister, Companies House, Haftung, Steuern, Insolvenz, Zweigniederlassung, Satzung, Anteile, EU-Recht, Niederlassungsfreiheit, Kapital
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Eignung der englischen Limited als Rechtsform für in Deutschland ansässige Unternehmen im Vergleich zur klassischen deutschen GmbH.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die Arbeit deckt schwerpunktmäßig die Gründung, Verwaltung, steuerliche Behandlung, insolvenzrechtliche Aspekte sowie einen direkten Rechtsvergleich der beiden Gesellschaftsformen ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser eine Entscheidungshilfe zu bieten, ob die Gründung einer Limited nach englischem Recht unter Berücksichtigung aller Vor- und Nachteile in Deutschland sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse der einschlägigen Rechtsgrundlagen (Companies Act 1985), der EuGH-Rechtsprechung und eine vergleichende Literaturstudie zu gesellschaftsrechtlichen und steuerrechtlichen Anforderungen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil besonders behandelt?
Besonderer Fokus liegt auf der praktischen Umsetzung (Gründung/Eintragung), den Pflichten der Organe sowie dem hohen administrativen und steuerlichen Aufwand, der bei einem Sitz in Deutschland entsteht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Limited, GmbH, Gesellschaftsrecht, Gründung, Haftungsrisiken und grenzüberschreitende Tätigkeit geprägt.
Warum ist das Thema "Insolvenz" bei einer Limited so komplex?
Da oft unklar bleibt, ob englisches oder deutsches Recht zur Anwendung kommt, was zu Rechtsunsicherheiten hinsichtlich der Antragspflicht und Haftung der Direktoren führt.
Was ist der größte "Mythos" bei der Gründung einer Limited, den die Arbeit anspricht?
Die vermeintliche Kosten- und Zeiteffizienz, da durch doppelte Steuererklärungen und zusätzliche Verwaltungspflichten oft höhere langfristige Kosten als bei einer GmbH entstehen.
- Citar trabajo
- Sebastian Meyer (Autor), Arthur Nidens (Autor), 2006, Die englische Public Limited Company (Limited) und die deutsche GmbH, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75510