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Direkte Demokratie und transnationale europäische Öffentlichkeit

Title: Direkte Demokratie und transnationale europäische Öffentlichkeit

Term Paper , 2005 , 34 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefan Kägebein (Author)

Politics - Topic: European Union
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Nach den relativ vielen zustimmenden Voten zum Europäischen Verfassungsvertrag (EVV) und den relativ wenigen, aber dennoch extrem wichtigen ablehnenden Voten aus Frankreich und den Niederlanden steht die Zukunft der Europäischen Union mehr denn je in der Diskussion. Nicht nur Fragen nach Vertiefung und Erweiterung, sondern auch der Aspekt, in welcher institutionellen Form die EU zukünftig ausgestaltet werden und auf welchen Fundamenten sie fußen soll, stehen im Mittelpunkt. Dabei ist besonders die Forderung zentral, dass die EU bürgernäher werden solle. Um diese Forderung umsetzen zu können, ist m.E. vor allem ein öffentlicher europäischer Raum notwendig, in dem gesamteuropäisch über europäische Themen diskutiert werden kann: eine transnationale europäische Öffentlichkeit.

Aus diesen Erwägungen und Annahmen leitet sich die Frage ab, in wie weit direktdemokratische Elemente die Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit unterstützen können? Meine These lautet, dass die Einführung direktdemokratischer Elemente zu mehr Transparenz, mehr Interesse an europäischer Politik und schließlich zu einer emergierenden transnationalen europäischen Öffentlichkeit führt. Die Reihenfolge muss also lauten: zuerst Einbindung der BürgerInnen, dann (mehr) Öffentlichkeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zur Notwendigkeit einer transnationalen europäischen Öffentlichkeit

1.1 Die Bedeutung von Öffentlichkeit aus demokratietheoretischer Sicht

1.2 Partizipatorische Erwägungen

1.3 Legitimatorische Erwägungen

1.4 Integrationstheoretische Erwägungen

2. Voraussetzungen einer transnationalen europäischen Öffentlichkeit

2.1 Sprache

2.2 (Politische) Rahmenbedingungen

2.3 Thematisierung

2.4 Partizipation und Zivilgesellschaft

3. Alternativen und Reformvorschläge

3.1 Think European!

3.2 Mehr Transparenz!

3.3 Mehr Partizipation!

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Einführung direktdemokratischer Elemente dazu beitragen kann, ein Demokratiedefizit in der Europäischen Union abzubauen, die Transparenz zu erhöhen und die Entwicklung einer transnationalen europäischen Öffentlichkeit zu fördern.

  • Bedeutung von Öffentlichkeit in demokratietheoretischer und integrationstheoretischer Perspektive
  • Voraussetzungen und Hindernisse für einen europäischen öffentlichen Raum
  • Analyse des Zusammenhangs zwischen direkter Demokratie und politischer Partizipation
  • Strategien zur Förderung der europäischen Identität und Transparenz durch institutionelle Reformen

Auszug aus dem Buch

1. Zur Notwendigkeit einer transnationalen europäischen Öffentlichkeit

Eine politische Öffentlichkeit verleiht Gesellschaften und deren Individuen eine Stimme und geht über die bloße Addition und Darstellung von Meinungen hinaus. Dieser Fakt macht politische Kommunikation erst zu einer demokratischen. Auf den EU-Kontext übertragen heißt das, dass eine politische europäische Öffentlichkeit den Anliegen der BürgerInnen, Gruppen, Parteien und sonstigen Interessen eine Stimme gibt und diese Stimme in der gesamten EU vernommen werden kann. Gerd G. Kopper bezieht die Funktion einer (nicht nur europäischen) Öffentlichkeit in seinem Buch Europäische Öffentlichkeit: Entwicklung von Strukturen und Theorie besonders auf diesen Aspekt. Darüber hinaus blickt er auf die Funktion einer Öffentlichkeit und schreibt, dass es „die Funktion einer europäischen Öffentlichkeit wäre (...), die Verdichtungsprozesse der Politik, der Wirtschaft und der Kultur (...) nicht nur zu begleiten, sondern für einen europäischen, breit angelegten Diskurs aufzubereiten.“ Diese „europäische Öffentlichkeit“ bildet eine entscheidende Voraussetzung, das Projekt `Europa` demokratisch zu verankern“. Schließlich hängt die Legitimität eines politischen Systems und seiner Institutionen auch davon ab, dass diese nicht in einem demokratischen Vakuum operieren und von einer Öffentlichkeit gestützt, kritisiert und kontrolliert werden.

Die demokratieunterstützende Funktion einer Öffentlichkeit unter freiheitlichen Bedingungen wird nicht nur bei Kopper deutlich. Das Recht auf freie Meinungsäußerung oder die Pressefreiheit, festgeschrieben z.B. im deutschen Grundgesetz und in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union, bekräftigt diese Funktion konstitutionell. Letztlich bildet eine politische Öffentlichkeit das Gravitationszentrum, in dessen Umfeld sich die politische Europäische Integration entwickelt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen der Europäischen Union nach dem Scheitern des EU-Verfassungsvertrags und postuliert die Notwendigkeit einer transnationalen Öffentlichkeit für eine bürgernähere EU.

1. Zur Notwendigkeit einer transnationalen europäischen Öffentlichkeit: Dieses Kapitel erörtert die theoretische Bedeutung von Öffentlichkeit als demokratisches Fundament unter Berücksichtigung von Partizipation, Legitimation und Integration.

2. Voraussetzungen einer transnationalen europäischen Öffentlichkeit: Hier werden die strukturellen Grundbedingungen wie Sprache, Rahmenbedingungen, Thematisierung sowie das Verhältnis von Zivilgesellschaft und Partizipation analysiert.

3. Alternativen und Reformvorschläge: Das Kapitel diskutiert Lösungsansätze wie direktdemokratische Verfahren, mehr Transparenz in Entscheidungsprozessen und eine stärkere Partizipation zur Überwindung des Öffentlichkeitsdefizits.

4. Resümee: Das Resümee fasst die Argumentation zusammen und betont, dass direktdemokratische Elemente als notwendige Ergänzung zu repräsentativen Strukturen dienen können, um eine lebendige europäische Öffentlichkeit zu forcieren.

Schlüsselwörter

Direkte Demokratie, Europäische Union, Transnationale Öffentlichkeit, Demokratiedefizit, Partizipation, Transparenz, Europäische Integration, Legitimationsdruck, Zivilgesellschaft, Politische Kommunikation, Europaweite Referenden, Supranationalität, Deliberative Demokratie, Issuegebundene Öffentlichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten, durch direktdemokratische Elemente ein Demokratiedefizit in der Europäischen Union abzubauen und eine transnationale europäische Öffentlichkeit zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen demokratietheoretische Anforderungen an die europäische Integration, die Rolle der Zivilgesellschaft sowie die Wechselwirkung zwischen Transparenz und Partizipationsrechten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, dass die Einbindung der Bürger durch direkte Mitsprache und mehr Transparenz die Entstehung eines gemeinsamen europäischen Diskurses und damit eine transnationale Öffentlichkeit begünstigen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse politikwissenschaftlicher Konzepte und deren Anwendung auf aktuelle europäische Integrationsprozesse sowie Fallbeispiele aus den 1990er und 2000er Jahren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Notwendigkeit einer Öffentlichkeit, die Analyse ihrer Voraussetzungen sowie die Diskussion konkreter Reformvorschläge wie obligatorischer Referenden oder transparenterer Ratssitzungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Direkte Demokratie, Transnationale Öffentlichkeit, Demokratiedefizit, Partizipation und Transparenz.

Wie bewertet der Autor das "Nein" zum EU-Verfassungsvertrag in Frankreich und den Niederlanden?

Der Autor sieht darin ein Symptom der fehlenden transnationalen Öffentlichkeit und argumentiert, dass eine stärkere Bürgerbeteiligung derartige Prozesse hätte positiver und deliberativer gestalten können.

Warum spielt die Sprache laut der Arbeit eine so große Rolle?

Die Sprache fungiert als Basis für einen gemeinsamen Diskurs; solange es an einer "lingua franca" mangelt, bleibt die Kommunikationsfähigkeit zwischen den EU-Bürgern eingeschränkt.

Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft bei der Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit?

Die Zivilgesellschaft ist essenziell, da sie Räume zur Artikulation von Interessen bietet; die Arbeit betont, dass ohne zivilgesellschaftliches Engagement eine Demokratisierung der EU kaum möglich ist.

Was schlägt der Autor zur Verbesserung der Transparenz im EU-Rat vor?

Als einen der "relativ simplen" Vorschläge nennt der Autor die Einführung einer verpflichtenden Öffentlichkeit bei allen Ratssitzungen, um die Entscheidungsfindung für die Bevölkerung nachvollziehbarer zu machen.

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Details

Title
Direkte Demokratie und transnationale europäische Öffentlichkeit
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften)
Grade
1,7
Author
Stefan Kägebein (Author)
Publication Year
2005
Pages
34
Catalog Number
V75579
ISBN (eBook)
9783638800792
ISBN (Book)
9783638827133
Language
German
Tags
Direkte Demokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Kägebein (Author), 2005, Direkte Demokratie und transnationale europäische Öffentlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75579
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