Schuhe spielen in der Gesellschaft eine wichtige Rolle. Sie sind essentieller Bestandteil der menschlichen Kleidung und haben viele Bedeutungsdimensionen. Diese Arbeit beleuchtet die linguistische Problematik der Bedeutungszuweisung - in einem Theorie- und einem Analyseteil.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wortbedeutungen
2.1 Denotative und referentielle Bedeutung
2.1.1 Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Denotation
2.1.2 Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Referenz
2.2 Konnotative und assoziative Bedeutung
2.2.1 Begriffsklärung nach Leech
2.2.2 Arten von Konnotationen
2.3 Das Verhältnis zwischen Denotation und Konnotation
2.4 Kontextabhängige Bedeutung
2.4.1 Monosemierung und schematisches Hintergrundwissen
2.4.2 Das Interpretationsmodell
2.4.3 Bedeutetes und Gemeintes
2.4.4 Konversationelle Implikaturen
3 Analyse einer Teststudie
3.1 Dimensionen bei Kaiser u.a.
3.2 Die einzelnen Probanden im Überblick
3.3 Verknüpfung von Theorie und Datenanalyse
3.3.1 Referentielle Bedeutung
3.3.2 Kontextabhängige Bedeutung
3.3.3 Konnotative Bedeutung
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutungskonstitution des Lexems "Schuh" aus linguistischer Perspektive. Ziel ist es, anhand einer qualitativen Teststudie nachzuweisen, dass sich die Bedeutung nicht allein auf die Denotation beschränken lässt, sondern wesentlich durch referentielle, konnotative und kontextabhängige Faktoren bestimmt wird.
- Grundlagen der Denotation, Konnotation und Referenz
- Kontextabhängigkeit von Bedeutungen (Interpretationsmodelle)
- Empirische Analyse individueller Schuh-Konnotationen bei Studierenden
- Verknüpfung linguistischer Theorie mit einer qualitativen Fallstudie
Auszug aus dem Buch
3.1 Dimensionen bei Kaiser u.a.
Es existiert eine Vielzahl an möglichen Gesichtspunkten, unter denen die Bedeutung von Schuhen für die Probanden sowie ihre Bedeutungsdifferenzen betrachtet werden können. Diesbezüglich haben Kaiser u.a. mit Hilfe einer Probandendiskussion zehn Dimensionen erstellt (Wilson i.E., S. 208), die in der anschließenden Tabelle aufgelistet sind. Diesen Dimensionen habe ich die zehn Probanden der Greifswalder Teststudie zugeordnet, um herauszufiltern, inwiefern in den Probandentexten die jeweiligen Dimensionen (nicht) zum Ausdruck kommen.
Da es sich hier um eine qualitative Datenerhebung handelt, sind die Vergleichsmöglichkeiten zwischen den Probanden selbstverständlich beeinträchtigt, so dass die tabellarischen Angaben leider nicht ohne ein gewisses Maß an Subjektivismus auskommen. Nichtsdestotrotz denke ich, dass die vorliegenden Daten einige interessante Erkenntnisse liefern. So wurde für mich ersichtlich, dass die Dimension comfortable-uncomfortable die insgesamt am stärksten berücksichtigte Dimension ist, was sich auch daran zeigt, dass bei neun von zehn Probanden Worte wie comfort oder comfortable Anwendung finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und der These, dass sich die Bedeutung von "Schuh" nicht nur auf die Denotation beschränken lässt.
2 Wortbedeutungen: Theoretische Auseinandersetzung mit Denotation, Konnotation, Referenz und der zentralen Bedeutung der Kontextabhängigkeit.
3 Analyse einer Teststudie: Empirische Untersuchung der Schuh-Bedeutungen bei zehn Probanden anhand der Dimensionen von Kaiser u.a.
4 Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse, die die These der referentiellen, konnotativen und kontextabhängigen Konstitution des Begriffs bestätigt.
Schlüsselwörter
Linguistik, Bedeutungskonstitution, Denotation, Konnotation, Referenz, Kontextabhängigkeit, qualitative Teststudie, Lexem, Semantik, Pragmatik, Diskursanalyse, Interpretationsmodell, Sprachwissenschaft, Soziolinguistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Menschen die Bedeutung des Wortes "Schuh" konstituieren und wie diese über eine bloße Sachdefinition hinausgeht.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die semantische Theoriebildung (Denotation vs. Konnotation) und deren Anwendung in einer praktischen Diskursanalyse.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern die Bedeutung des Lexems "Schuh" von konnotativen, referentiellen und kontextabhängigen Faktoren abhängt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor nutzt eine Kombination aus linguistischer Theoriebildung und einer qualitativen Datenerhebung durch eine Teststudie mit Probanden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Wortbedeutungslehre und die anschließende Analyse der Probandentexte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Semantik, Kontextabhängigkeit, Bedeutungskonstitution und Referenz.
Wie unterscheidet der Autor zwischen dem "Bedeuteten" und dem "Gemeinten"?
Der Autor greift auf Polenz zurück, wobei das "Bedeutete" die usuell-lexikalische Bedeutung darstellt, während das "Gemeinte" die aktuelle, okkasionelle Bedeutung im Kontext beschreibt.
Welche Rolle spielt das "Interpretationsmodell" in der Arbeit?
Es dient dazu zu verdeutlichen, dass das Verstehen einer Äußerung ein aktiver, schöpferischer Prozess des Rezipienten unter Berücksichtigung des Kontextes ist.
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- Sebastian Schult (Author), 2006, Die Bedeutungskonstitution von Schuhen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75583