Diese Seminararbeit soll sich mit Roman " DieLeiden des jungen Werther" befassen.
Ich werde zunächst kurz den Inhalt des Werkes skizzieren, und anschließend näher auf Werthers Weltempfinden und deren Beziehungen zu Goethes Biographie eingehen. Auf die Klärung des Biographischen Kontextes folgt dann eine Betrachtung, des Einflußes, von Jean-Jaques RousseausWerk auf Goethes Werther. Besonderes Augenmerk werde ich hierbei auf den Vergleich zwischen dem Naturbegriff Werthers und dem Naturbegriff Rousseaus richten.
Da die behandelten Aspekte, für sich umfangreich genug sind, und um den Rahmen der Seminararbeit nicht zu sprengen, werde ich nicht Schwerpunktmäßig auf die "Liebesbeziehung" zwischen Werther und Lotte eingehen. Die in diesem Zusammenhang auch von Interesse gewesen wäre.
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Vorstellung des Romans „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe
1.1 Das erste Buch
1.2 Das zweite Buch
2 Werthers Eindrücke von der Welt
2.1 Das Welterlebnis
2.1.1 Bibelvergleich mit dem Roman
2.1.2 Bedeutung der Kinder
2.2 Das Naturerlebnis
3 Werthers Religiöse Krise
4 Zwischen Empfindsamkeit und Sturm und Drang
4.1 Pietismus
4.2 Rousseaus Naturbegriff
Schlußwort
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht den Roman „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe unter besonderer Berücksichtigung von Werthers Weltempfinden sowie dessen biografischen Bezügen. Ein zentraler Fokus liegt auf der Analyse des Einflusses von Jean-Jacques Rousseaus Denken auf den Protagonisten, wobei insbesondere der Naturbegriff kritisch verglichen wird.
- Analyse der Briefstruktur und inhaltlichen Einteilung des Romans
- Untersuchung von Werthers Natur- und Welterleben als Spiegel seiner inneren Befindlichkeit
- Vergleich von biblischen Motiven mit den Erfahrungen des Protagonisten
- Darstellung der geistesgeschichtlichen Einflüsse von Pietismus und Rousseau
Auszug aus dem Buch
2.2 Das Naturerlebnis
Das Erlebnis der Natur ist im Roman “ Die Leiden des jungen Werther(s)“ gegenwärtig (10. Mai -21. Juni (S. 7 - 31); 18. August (s.60– 62)7)
Die Natur (der Makrokosmos und der Mikrokosmos) ist ein Ausdruck des Unendlichen, des göttlichen geordneten Seins als Wirken, Schaffen unergründlicher Kräfte, als Spiegel des ewig schaffenden Geistes („(...);wenn ich das Wimmeln der kleinen Welt zwischen Halmen, die unzähligen unergründlichen Gestalten der Würmchen, der Mücken näher an meinen Herzen fühle, und fühle die Gegenwart des Allmächtigen, der uns nach seinem Bilde schuf, , der uns in ewiger Wonne(...)“ ).
Natur dient hier als Refugium, als ein Ort der Isolation, der Weltflucht, der Rückwendung von der Gesellschaft zu sich selbst. Gemeint ist, dass Werther das Gleichgewicht sucht, welches sich nach seiner Meinung nur in der Natur widerspiegelt. Man kann sich in ihr, der Natur, vollkommen seinen Gefühlen hingeben. In Kindern und im einfachen Volk wirkt die Natur noch perfekt. Sie beide stehen für Unverdorbenheit und Unschuld. Diese Spontanität und Naivität stehen als Inbegriff für die Natur. Genau aus diesem Grund kommt Werther besonders gut mit dieser Bevölkerungsschicht aus.
All das, was für ihn die Natur repräsentiert, findet sich auch in seinem Verhältnis zu Lotte wieder. Für ihn ist Lotte ein Engel (16. Juli) , sozial ( 1. Juli + 10. August ) und herzlich : für ihn drückt Lotte eine Vollkommenheit aus, die ihm unerreichbar scheint.(„ Albert ist angekommen und ich werde gehen“ S.48) Lotte ist für ihn ein Lebenselexier, die sich aber im späterem Verlauf ins Selbstzerstörerische zu entwickeln scheint ( S. 49, 53, 56-57). Das nun folgende Umschlagen des Naturerlebnisses, ist ein Umschlagen in das Erlebnis des „ offenen Grabes“ , in die Deutung der Natur als „ ein ewig wiederkäuendes Ungeheuer“ ( 18. August, S. 62). War zuvor die Natur Ausdruck der Inneren Beglücktheit, ist sie nun der Ausdruck seiner inneren Hölle. Die Natur dient als Spiegel der inneren Befindlichkeit. Das Naturerlebnis ist zugleich das Ich-Erlebnis von Werther.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einführung in die Thematik der Seminararbeit und Erläuterung der methodischen Schwerpunkte.
1 Vorstellung des Romans „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe: Zusammenfassung der Struktur des Briefromans und seiner beiden Bücher.
2 Werthers Eindrücke von der Welt: Analyse von Werthers Erlebnissen in der Umwelt und seiner Wahrnehmung der Natur.
3 Werthers Religiöse Krise: Betrachtung der inneren Zerrissenheit Werthers und der zeitgenössischen Kritik am Thema des Selbstmords.
4 Zwischen Empfindsamkeit und Sturm und Drang: Untersuchung der Einflüsse von Pietismus und Jean-Jacques Rousseau auf Goethe und seinen Protagonisten.
Schlußwort: Fazit über die Parallelen zwischen Rousseaus Philosophie und Goethes Werk sowie Reflexion der persönlichen Sturm-und-Drang-Phase des Dichters.
Schlüsselwörter
Die Leiden des jungen Werther, Johann Wolfgang von Goethe, Jean-Jacques Rousseau, Briefroman, Naturbegriff, Pietismus, Weltempfinden, Empfindsamkeit, Sturm und Drang, Religion, Selbstmord, Biografischer Kontext, Lotte, Welterlebnis, Unschuld.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Roman „Die Leiden des jungen Werther“ und setzt ihn in den Kontext der Biografie Goethes sowie der philosophischen Einflüsse von Jean-Jacques Rousseau.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen Werthers Weltwahrnehmung, sein spezifisches Naturerleben, die religiöse Krise des Protagonisten sowie der historische Kontext zwischen Pietismus und der Sturm-und-Drang-Epoche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Entwicklung von Werthers Weltempfinden aufzuzeigen und insbesondere die Bedeutung des Naturbegriffs im Vergleich zwischen Goethes Werther und Rousseaus Philosophie herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?
Die Autorin wählt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Romans eng mit dem biografischen Hintergrund Goethes und dem philosophischen Werk Rousseaus verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Romanstruktur, eine detaillierte Ausarbeitung von Werthers Welt- und Naturerlebnissen sowie eine Untersuchung der geistesgeschichtlichen Einflüsse, insbesondere durch den Pietismus und Rousseau.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Typische Begriffe sind Werther, Goethe, Rousseau, Natur, Empfindsamkeit, Pietismus, Briefroman und religiöse Krise.
Warum spielt die Natur für den Protagonisten Werther eine so zwiespältige Rolle?
Die Natur fungiert für Werther als Spiegel seiner inneren Verfassung; ist er glücklich, erscheint sie als göttliche Ordnung, ist er verzweifelt, deutet er sie als „ewig wiederkäuendes Ungeheuer“.
Inwiefern beeinflusste das Werk von Rousseau die Entstehung von Goethes „Werther“?
Goethe rezipierte Rousseaus „La Nouvelle Héloïse“ und „Emile“ als literarische Vorbilder, die einen starken Einfluss auf die Gestaltung von Werthers Naturauffassung und seinen kritischen Blick auf die Gesellschaft hatten.
- Citation du texte
- Maren Heine (Auteur), 2002, Rousseaus Werther und die Leiden des jungen Goethe - Die Leiden des jungen Werther im Kontext Rousseaus und der Biographie Goethes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7564