Bevölkerungsentwicklung und -struktur in Herne


Hausarbeit, 2004
18 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Geografische Rahmendaten

3 Die demografische Entwicklung der Stadt Herne bis zum Jahr 2003
3.1 Entwicklung der Gesamtbevölkerung
3.2 Natürliche Bevölkerungsentwicklung
3.3 Altersstruktur der Herner Bevölkerung

4 Bevölkerungsprognose
4.1 Entwicklung der Gesamtbevölkerung
4.2 Bevölkerungsprognose nach Altersklassen

5 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Monographien

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Herne 1994 bis 2003

Abbildung 2: Natürliche Bevölkerungsentwicklung der Stadt Herne 1994 bis 2003

Abbildung 3: Altersstruktur der Herner Bevölkerung nach Altersklassen 2003

Abbildung 4: Bevölkerungsentwicklung der Stadt Herne 2001 bis 2015

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Gesamtentwicklung der Herner Bevölkerung von 1975 bis 2004

Tabelle 2: Bevölkerungsentwicklung der Stadt Herne von 2001 bis 2015 nach Altersklassen

1 Einleitung

„Herausforderung demografischer Wandel“, dahinter verbirgt sich nicht nur der Titel eines im Jahr 2004 (im VS-Verlag für Sozialwissenschaften herausgegeben von Bernhard Frevel) erschienenen Buches, sondern viel mehr ist das Thema Bevölkerungsentwicklung, und noch stärker die Vergreisung bzw. die Überalterung sowie die Schrumpfung der Bundesdeutschen Bevölkerung in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Ein Blick auf verschiedene Printmedien untermauert diese Aktualität: „DIE ZEIT sieht Das kinderlose Land als vergreiste Republik (15.1.2004), da – so die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND (7.10.2003) – die Überalterung in Deutschland nicht mehr zu stoppen sei. Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG sorgt sich am 20.1.2004: Arbeitskräftemangel mindert Deutschlands Wachstumschancen und auch DER SPIEGEL meinte am gleichen Tag: Die Jungen können unseren Lebensstandard nicht halten “ (Frevel 2004, S. 7).

In den Sozialwissenschaften ist es hinlänglich bekannt, dass die deutsche Bevölkerung ‚überaltert’. Die Anzahl der älteren Bürger[1] nimmt gegenüber den jüngeren Menschen rapide zu und stellt somit die handelnden Akteure (z. B. Politik, Kommunen, Bürger) vor eine enorme Herausforderung, da z. B. in den nächsten Jahren in der Bundesrepublik immer weniger Erwerbsfähige dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden, weil es immer mehr alte Einwohner geben wird, die schlichtweg nicht mehr arbeitsfähig sein werden.

Allerdings ist es dabei nicht so, dass jede Kommune dieselben Bevölkerungsstrukturprobleme aufweist; vielmehr gibt es regionale Disparitäten, die verschieden schwere Anforderungen an die jeweilige Kommune stellen werden.

Damit die involvierten Akteure entsprechende Handlungskonzepte entwerfen und verfassen können, ist vorab eine Analyse der jeweiligen Bevölkerungsstruktur notwendig.

Die vorliegende Arbeit stellt die Bevölkerungsentwicklung und -struktur der Stadt Herne dar. Die Wahl dieses Beispiels ist keineswegs willkürlich, sondern beabsichtigt, da Herne zu jenen Kernstädten des Ruhrgebiets gehört, die vom Strukturwandel besonders schwer betroffen sind. Unter Strukturwandel versteht man den „ökonomischen Wandel und damit ein Konglomerat aus sektoralen, branchenbezogenen und technisch-arbeitsorganisatorischen Veränderungen und bezieht dabei auch regionale und globale Handlungsbedingungen mit ein“ (Goch 2004, S. 11).

Historisch bedingt war Herne eine Stadt, die fast durchweg vom Steinkohlebergbau geprägt war. Da, wie bekannt, der stetige Abbau des Steinkohlebergbaus aus Kostengründen in der Bundesrepublik Deutschland zu enormen Problemen auf dem Arbeitsmarkt führte, blieb auch Herne nicht davon verschont.

Dass Herne nach wie vor enorme Probleme zu bewältigen hat, zeigt die aktuelle Arbeitslosenquote von 20% (Stichtag: 31.03.2005). Damit steht Herne innerhalb Nordrhein-Westfalens – dort liegt die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 13,6% – hinter Gelsenkirchen (28%) und Dortmund (20,6%) zusammen mit Duisburg auf dem dritten Platz.

Die nachfolgende Analyse der Bevölkerungsstruktur und -entwicklung der Stadt Herne von 1994 bis 2015 dient als Grundlage mögliche Handlungsansätze zur Bewältigung der Probleme, die mit dem demografischen Wandel einhergehen, zu schaffen, damit Herne in eine optimistische Zukunft blicken kann.

Im zweiten Kapitel wird ein kurzer geografischer Abriss Hernes geboten. Im darauf folgenden Kapitel wird eine Analyse der aktuellen Bevölkerungsstruktur geboten. Kapitel vier zeigt wiederum die Bevölkerungsprognose Hernes bis zum Jahr 2015[2]. Eine kompakte Schlussbetrachtung rundet im fünften und letzten Kapitel die Arbeit ab.

2 Geografische Rahmendaten

Die kreisfreie Stadt Herne liegt rein geografisch betrachtet (51°32,16’ Nördliche Breite, 7°13,11’ Östliche Länge) im mittleren Ruhrgebiet und damit in der Mitte des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen.

Herne zählt mit seinen 171.831 Einwohnern (Stand: April 2005) zu den Großstädten im Revier. Dies entspricht einer Einwohnerdichte von etwa 3.342 Einwohnern je Quadratkilometer, somit ist Herne die am dichtesten bevölkerte Stadt Nordrhein-Westfalens (530 Einwohner je Quadratkilometer).

Herne gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg und zählt zu den größeren Städten an der Emscher. Im Norden grenzt Herne im Bereich des Rhein-Herne-Kanals an die Städte Herten und Recklinghausen, im Osten an die Stadt Castrop-Rauxel. Ebenfalls im Osten beginnt auch die Stadtgrenze zu Bochum, die sich über den gesamten Süden bis in den Westen erstreckt. Dort grenzt Herne zudem noch an die Stadt Gelsenkirchen.

Das Stadtgebiet erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von 51,41 Quadratkilometern und hat eine Nord-Süd Ausdehnung von 6,3 Kilometer sowie eine Ost-West Ausdehnung von 12,2 Kilometer. Am nördlichen Stadtrand treffen sich die Autobahnen A 42, die in Ost-West-Richtung verläuft und die Autobahn A 43, die in Nord-Süd-Richtung verläuft am Herner Kreuz.

Herne gliedert sich in die vier Stadtbezirke Wanne, Eickel, Herne-Mitte und Sodingen. Diese Stadtbezirke sind nochmals in verschiedene Stadtteile unterteilt; da diese aber für die vorliegende Arbeit nicht von Bedeutung sind, wird auf die (oft streitbare) Unterteilung der Stadtbezirke zu Gunsten der Übersichtlichkeit verzichtet.

3 Die demografische Entwicklung der Stadt Herne bis zum Jahr 2003

Im vorliegenden Kapitel wird die demografische Entwicklung der kreisfreien Stadt Herne dargestellt. Hierbei wird neben der Betrachtung der Gesamtbevölkerung, die natürliche Bevölkerungsentwicklung, sowie die Entwicklung in einzelnen Altersklassen in Herne näher beleuchtet. Auf eine separate Darstellung der ausländischen Bevölkerung wird in der vorliegenden Arbeit verzichtet, da es sich um eine Gesamtbetrachtung handelt, die alle Ethnien einschließt.

Es wird ausschließlich auf Daten der Stadt Herne zurückgegriffen (vgl. Literaturverzeichnis).

3.1 Entwicklung der Gesamtbevölkerung

Der Terminus Bevölkerung meint „die Gesamtzahl der Einwohner eines bestimmten Gebietes an einem Stichtag“ (Schäfers 2003, S. 38).

Im Jahr 2003 lebten in Herne 173.234 Einwohner. Im Jahr 1994 (vgl. Tabelle 1) waren es noch 181.344 Bürger; das ist eine Differenz von 8.110 Einwohnern, die Herne in dem Zeitraum verloren hat.

Zum Vergleich: das heutige Herne hat bei seiner Neugründung (Fusion mit der Stadt Wanne-Eickel im Zuge der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen) im Jahr 1975 noch 1942.12 Einwohner gehabt. Das Stadtgebiet ist seitdem konstant geblieben, so dass die enorme Abnahme der Bevölkerung nicht durch eine mögliche Reduzierung des Stadtgebietes begründet werden kann.

Tabelle 1: Gesamtentwicklung der Herner Bevölkerung von 1975 bis 2004

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Stadt Herne 2004. Eigene Darstellung.

Wie man Tabelle 1 entnehmen kann, weist Herne schon seit seiner Neugründung 1975 stets einen negativen Saldo im Rahmen der natürlichen Bevölkerungsentwicklung auf. Diese Schrumpfung konnte auch nicht durch Zuwanderung ausgeglichen werden, da der Wanderungssaldo, wenn er nicht schon einen negativen Wert aufwies, nicht groß genug war um die Schrumpfung der Herner Gesamtbevölkerung zu verhindern.

Lediglich von Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre wuchs die Bevölkerung nochmals. Dabei überschritt sie sogar nochmals deutlich die 180.000er Marke und erreichte im Jahr 1993 mit 182.293 Einwohnern den höchsten Wert seit 1983.

Diesen Wert sollte die kreisfreie Stadt Herne allerdings nie wieder erreichen. Da es nicht belegt ist, wieso Herne zu diesem Zeitpunkt eine derart (für Herne) untypische positive Bevölkerungsentwicklung aufwies, bleibt nur der Raum für Spekulationen: vermutlich ist das deutliche Wachstum der Bevölkerung durch die enormen Zuzüge nach Herne während der deutschen Wiedervereinigung zu begründen. Ferner könnte der Zusammenbruch des Sozialismus in Osteuropa ebenfalls als Begründung angeführt werden (vgl. Geißler 2002, S. 51).

Nachdem in Tabelle 1 ein kurzer historischer Abriss der Bevölkerungsentwicklung bis 1994 gezeigt wurde, zeigt die nachfolgende Abbildung 1 die Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Herne von 1994 bis 2003.

Abbildung 1: Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Herne 1994 bis 2003

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Stadt Herne 2004. Eigene Darstellung.

Betrachtet man das Diagramm, so wird schnell deutlich, dass die Bevölkerung in Herne von 1994 bis 2003 stark gesunken ist.

Insgesamt nahm die Einwohnerzahl in diesem Zeitraum um 8.110 ab. Das entspricht in etwa einer Schrumpfung um 4,5%.

Durchschnittlich sank die Herner Bevölkerung seit 1994 um 1.073 Einwohner und dieser Schrumpfungsprozess scheint, wie im weiteren Verlauf deutlich wird, nicht aufzuhalten zu sein.

3.2 Natürliche Bevölkerungsentwicklung

Unter natürlicher Bevölkerungsentwicklung wird „die Veränderungen in den Geburtenzahlen (generatives Verhalten) und im Lebensalter (Sterblichkeit) “ (Geißler 2002, S. 50) verstanden. Aus dieser Entwicklung wird dann ein Saldo gebildet; liegt dieser über Null, gibt es in dem entsprechenden Zeitraum mehr Geburten als Sterbefälle, liegt dieser jedoch unter Null, so gibt es mehr Sterbefälle als Geburten, was zur Folge hat, dass die Bevölkerung schrumpft.

Die natürliche Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Herne unterliegt im betrachteten Zeitraum keinerlei Schwankungen (vgl. Abbildung 2), sondern ist konstant negativ, das heißt, dass in den Jahren von 1994 bis 2003 immer mehr Menschen gestorben sind, als geboren wurden.

Abbildung 2: Natürliche Bevölkerungsentwicklung der Stadt Herne 1994 bis 2003

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Stadt Herne 2004. Eigene Darstellung.

Auffällig ist, dass in dem betrachteten Zeitraum die Sterbefälle etwa ein Drittel höher sind, als die Lebendgeburten. Allerdings sind alle Werte (Geburten und Sterbefälle) relativ konstant, so dass einigermaßen präzise Prognosen für die Bevölkerungsentwicklung in Herne getroffen werden können (vgl. Kapitel 4). Durchschnittlich entfallen in Herne auf 1.000 Einwohner etwa 8,8 Lebendgeburten, dem gegenüber stehen circa 12,5 Sterbefälle.

3.3 Altersstruktur der Herner Bevölkerung

Die Alterstruktur einer Bevölkerung gibt an wie viele Menschen welchen Alters in einer bestimmten Region zu einem bestimmten Zeitpunkt leben.

Der Geburtenrückgang und die steigende Lebenserwartung der bestehenden Bevölkerung führen zu einer demografischen Alterung der Bevölkerung, das heißt, dass der Anteil der älteren Menschen (60 Jahre und älter) stetig steigt, während der Anteil jüngerer (unter 20 Jahre) sinkt. Dieser Prozess ist irreversibel, da im gegenwärtigen Altersaufbau der Bevölkerung bereits deren zukünftige Entwicklung festgeschrieben ist (vgl. Geißler 2002, S. 64).

Die Stadt Herne hat in ihren Bevölkerungsdaten die Klassifizierung einzelner Altersgruppen vorgenommen, was eine differenzierte Betrachtung einzelner Altersgruppen ermöglicht. Da diese Klassifizierung etwas kleinschrittig (Drei-Jahres-Schritt) ist, wird in der vorliegenden Arbeit aus Gründen der Übersichtlichkeit eine abweichende Alterseinteilung gewählt, wie in der nachfolgenden Abbildung 3 deutlich wird.

Abbildung 3: Altersstruktur der Herner Bevölkerung nach Altersklassen 2003

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Stadt Herne 2004. Eigene Darstellung.

Wie in Abbildung 3 deutlich wird, stand im Jahr 2003 der größte Teil der Herner Bevölkerung dem Arbeitsmarkt theoretisch (das heißt lediglich am Alter gemessen) zur Verfügung. Es waren 95.675 Einwohner, die zwischen 25 und unter 65 Jahren alt waren. Demgegenüber waren 34.113 ‚Alte’, also Menschen über 65 Jahren, Bürger dieser Stadt.

Wenn man die Zahlen nüchtern betrachtet, gibt es noch ein einigermaßen ausgewogenes Verhältnis zwischen den beiden genannten Altersklassen. Es entfallen etwa drei Einwohner im Alter von 25 bis unter 65 Jahre auf einen über 65-Jährigen.

Bei näherer Betrachtung fällt aber auf, dass lediglich 23.893 Kinder (bis 16 Jahre) in Herne lebten. Wenn man diese Zahlen auf das Jahr 2043 hochrechnet, dann blieben (im Idealfall ohne Wanderungsbewegungen und unter Nichtberücksichtigung der natürlichen Bevölkerungsentwicklung) lediglich die genannten 23.893 Einwohner, die dann in einem Alter von 40 bis 56 Jahre wären. Demgegenüber wären die 95.675 Einwohner, die im Jahr 2003 theoretisch zu den Erwerbsfähigen zählen, alle zwischen 65 und 105 Jahren alt. Das hätte schwerwiegende ökonomische und sozialpolitische Folgen, da schlichtweg, nach wie vor theoretisch gesprochen, zu wenig Arbeitsfähige in Herne lebten, die unter Umständen die Versorgung der ‚Alten’ mitorganisieren müssten. Herne wäre dann eine Art Seniorenstadt.

Diese Fiktion ist gar nicht so abwegig, wie die Bevölkerungsprognose im nachfolgenden Kapitel zeigen wird.

[...]


[1] Die männlichen Bezeichnungen sollen im Folgenden auch die weiblichen Bezeichnungen zur besseren Lesbarkeit einschließen.

[2] Als Datengrundlagen dienen ausschließlich Daten des Fachbereichs Stadtentwicklung, Stadtforschung und Wahlen der Stadt Herne.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Bevölkerungsentwicklung und -struktur in Herne
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V75675
ISBN (eBook)
9783638803908
ISBN (Buch)
9783638807197
Dateigröße
387 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bevölkerungsentwicklung, Herne, Demografischer Wandel, Bevölkerungsstruktur
Arbeit zitieren
Oliver Neumann (Autor), 2004, Bevölkerungsentwicklung und -struktur in Herne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75675

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