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Rückenschmerz

Verbreitung, Ursachen und Erklärungsansätze

Titre: Rückenschmerz

Habilitation , 2006 , 68 Pages

Autor:in: Privatdozent Dr. Sven Schneider (Auteur)

Médecine - Pathologie
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Résumé Extrait Résumé des informations

In westlichen Industrienationen nimmt die medizinische und volkswirtschaftliche Bedeutung des Rückenschmerzes seit Jahrzehnten zu. Dennoch ist die epidemiologische Datenlage zu diesem Beschwerdekreis defizitär. Dieses Buch liefert erstmals für die Bundesrepublik Deutschland repräsentative epidemiologische Prävalenzdaten zur Verbreitung der „Volks-krankheit“ Rückenschmerz sowie zu seinen Risikofaktoren und zeigt Erklärungsansätze auf.
Dabei scheint die Risikofaktorenstruktur äußerst komplex zu sein. Berufsspezifische Belastungen sind gemäß der in diesem Buch präsentierten Befunde für das Schmerzrisiko ebenso bedeutsam wie ein ungünstiger, passiver Lebensstil, ein defizitäres Präventionsver-halten und das Vorhandensein relevanter Begleiterkrankungen. Es liefert somit wichtige Da-ten für die Versorgungsforschung (z.B. Schmerzprävalenzen, Risikofaktoren-Prävalenzen), Präventionsagenten (u.a. zu Nutzerstrukturen von Rückenschulen), Sozial- und Arbeitsmediziner (durch die Identifikation von Hochrisikoberufe) und den klinisch tätigen Arzt (z.B. zu Begleiterkrankungen und Multimorbidität).

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Datenlage und Forschungsdefizite

1.2 Zielsetzung der Arbeit

2. Forschungsstand und Hypothesen

3. Datenbasis und Methodik

3.1 Datensatz

3.1.1 Erhebungsdesign

3.1.2 Operationalisierung der Schmerzprävalenzen

3.1.3 Operationalisierung potenzieller Risikofaktoren und Korrelate

3.2 Statistische Methoden

4. Ergebnisse

4.1 Berufliche Faktoren und Rückenschmerz

4.2 Soziale sowie lebensstilspezifische Faktoren und Rückenschmerz

4.3 Präventives Verhalten und Rückenschmerz

4.4 Komorbidität und Rückenschmerz

4.5 Psychische Faktoren und Rückenschmerz

5. Diskussion

5.1 Generalisierbarkeit und methodische Einschränkungen

5.1.1 Non-Responder-Analyse und Repräsentativität

5.1.2 Korrelation und Kausalität

5.1.3 Validität von Selbstangaben

5.2 Einordnung in den internationalen Forschungsstand

5.3 Schlussfolgerungen

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die epidemiologische Datenlage zur Verbreitung der Volkskrankheit Rückenschmerz in der Bundesrepublik Deutschland grundlegend zu verbessern. Durch eine repräsentative Analyse des Bundes-Gesundheitssurveys sollen spezifische Risikofaktoren, die Inanspruchnahme präventiver Maßnahmen sowie Begleiterkrankungen identifiziert werden, um fundierte Grundlagen für die Versorgungsforschung und präventive Strategien zu schaffen.

  • Epidemiologische Prävalenzdaten für die deutsche Bevölkerung und Erwerbstätige
  • Identifikation beruflicher und biopsychosozialer Risikofaktoren
  • Analyse des Präventionsverhaltens (z. B. Rückenschulen, Freizeitsport)
  • Untersuchung von Komorbiditäten und psychischen Einflussfaktoren
  • Ableitung von Empfehlungen für die versorgungsepidemiologische Forschung

Auszug aus dem Buch

1.1 Datenlage und Forschungsdefizite

Unbestritten ist Rückenschmerz das gravierendste Schmerzproblem unserer Zeit. In westlichen Industrienationen beträgt die Lebenszeit-Prävalenz für Rückenschmerz zwischen 58% und 85%, die Punkt-Prävalenz zwischen 20% und 40% (Latza, Kohlmann et al. 2000, Papageorgiou, Pfingsten & Hildebrandt 2004, Walsh, Cruddas et al. 1992). Trotz medizinischer Fortschritte, weit reichender Arbeitsschutzmaßnahmen sowie zunehmender Automatisierung in der Fertigung bei parallel fortschreitender Tertiarisierung nimmt die Bedeutung des Rückenschmerzes in der Gesamtbevölkerung ebenso wie im Subkollektiv der Erwerbstätigen weiter zu (Statistisches Bundesamt 1998). Hierzulande sind mittlerweile 6% aller direkten Krankheitskosten, 15% aller Arbeitsunfähigkeitstage und 18% aller Frühberentungen auf Rückenerkrankungen zurückzuführen (Kröner-Herwig 2004, Statistisches Bundesamt 1998) . Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems verursachen in der Bundesrepublik Deutschland Krankheitskosten in Höhe von insgesamt 25,2 Mrd. EURO pro Jahr. Diese Kosten steigen derzeit jährlich um durchschnittlich 370 Millionen Euro (Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung 2002).

Dies unterstreicht die Wichtigkeit repräsentativer epidemiologischer Daten zur Schmerzprävalenz sowie zu Bedeutsamkeit und Verbreitung relevanter Risikofaktoren. So sind allgemeine und berufsspezifische Angaben zur Schmerzprävalenz in der Bevölkerung für Ärzte, Public-Health-Akteure und Institutionen der Versorgungsforschung unabdingbar. Zudem können berufs- und tätigkeitsspezifische Daten dem Kliniker dienen, den individuellen Fall im Hinblick auf einen möglichen beruflichen Zusammenhang fundierter zu beurteilen. Zum anderen sind Informationen zu Risikofaktoren für den Sozial- und Arbeitsmediziner hilfreich, um Tätigkeiten mit erhöhtem Präventions- und Interventionsbedarf zu identifizieren und damit eine kosteneffiziente Verhaltens- und Verhältnisprävention zu initiieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die zunehmende medizinische und ökonomische Bedeutung von Rückenschmerzen und adressiert das Defizit an repräsentativen Daten in Deutschland.

2. Forschungsstand und Hypothesen: Erläutert die theoretische Basis sowie die Strategie zur Identifikation relevanter Risikofaktoren durch Literaturrecherche und Ableitung von Hypothesen.

3. Datenbasis und Methodik: Stellt das Erhebungsdesign des Bundes-Gesundheitssurveys sowie die statistischen Verfahren zur Modellierung der Schmerzprävalenz und Komorbidität vor.

4. Ergebnisse: Präsentiert die Befunde zu beruflichen Belastungen, sozialen Faktoren, Präventionsverhalten, Komorbiditäten und psychischen Einflüssen auf das Rückenschmerzrisiko.

5. Diskussion: Kritische Reflexion der methodischen Qualität, Einordnung in internationale Studienergebnisse und Zusammenfassung der wichtigsten Schlussfolgerungen für Politik und Praxis.

Schlüsselwörter

Rückenschmerz, Epidemiologie, Bundes-Gesundheitssurvey, Risikofaktoren, Prävalenz, Komorbidität, Versorgungsforschung, Arbeitsmedizin, Prävention, Rückenschule, biopsychosoziale Modelle, Erwerbstätige, soziale Schichtung, Lebensstil, Deutschland

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die epidemiologische Verbreitung von Rückenschmerzen in Deutschland und analysiert systematisch deren Ursachen sowie mögliche Erklärungsansätze.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen berufliche Belastungsfaktoren, den Einfluss des sozialen Status, den Lebensstil, die Rolle von Komorbiditäten sowie die Inanspruchnahme präventiver Angebote.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist die Bereitstellung repräsentativer epidemiologischer Daten zur Rückenschmerz-Prävalenz, um Hochrisikogruppen zu identifizieren und die Effektivität von Präventionsmaßnahmen zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Studie basiert auf einer sekundäranalytischen Auswertung des Bundes-Gesundheitssurveys, wobei statistische Verfahren wie die logistische Regression angewendet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert, wie Faktoren wie Berufstätigkeit, psychische Gesundheit und Begleiterkrankungen mit der Schmerzbelastung korrelieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Rückenschmerz und Epidemiologie sind soziale Schichtung, Risikofaktorenanalyse und Versorgungsforschung prägende Begriffe.

Welche Berufsgruppen weisen das geringste Schmerzrisiko auf?

Die Daten zeigen, dass vor allem Akademiker und Führungskräfte in tertiären Dienstleistungsberufen (z. B. Ingenieure, Ärzte, Informatiker) eine unterdurchschnittliche Schmerzbelastung aufweisen.

Was besagt die These "Preaching to the converted"?

Sie beschreibt das Phänomen, dass Gesundheitsförderungsangebote wie Rückenschulen vor allem von bereits gesundheitsbewussten Personen mit geringem Risiko genutzt werden, während Hochrisikogruppen diese Angebote seltener in Anspruch nehmen.

Welche Rolle spielt die psychische Gesundheit?

Die Arbeit belegt starke Zusammenhänge zwischen psychischen Störungen (z. B. Depressionen, Stress) und der Chronifizierung oder dem Erstauftreten von Rückenschmerzen.

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Résumé des informations

Titre
Rückenschmerz
Sous-titre
Verbreitung, Ursachen und Erklärungsansätze
Université
University of Heidelberg  (Medizinische Fakultät Heidelberg)
Auteur
Privatdozent Dr. Sven Schneider (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
68
N° de catalogue
V75686
ISBN (ebook)
9783638716727
ISBN (Livre)
9783638732185
Langue
allemand
mots-clé
Rückenschmerz
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Privatdozent Dr. Sven Schneider (Auteur), 2006, Rückenschmerz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75686
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Extrait de  68  pages
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