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Soziale Gerechtigkeit zwischen Philosophie und Ökonomie - Die Gerechtigkeitskonzepte von Hayek, Rawls und Walzer im Vergleich

Title: Soziale Gerechtigkeit zwischen Philosophie und Ökonomie - Die Gerechtigkeitskonzepte von Hayek, Rawls und Walzer im Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Susanne Fohler (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Seit dem Erscheinen von John Rawls' Theorie der Gerechtigkeit steht das Thema soziale Gerechtigkeit wieder verstärkt auf der Agenda von Feuilleton und Wissenschaft. Die vorliegende Arbeit diskutiert und vergleicht drei zentrale Ansätze dieser Gerechtigkeitsdebatte aus den Bereichen Politische Philosophie und Ökonomie. Alle drei Ansätze haben die in den letzten Jahrzehnten geführte Debatte entscheidend beeinflusst: Hayek mit seiner entschiedenen Ablehnung des Strebens nach sozialer Gerechtigkeit, Rawls mit seinem Anschluss an die Vertragstheorien, der im Zentrum der Gerechtigkeitsdebatte steht und Walzer, der einen pragmatischen und bemerkenswerten Vorschlag macht, indem er Werte kontextualistisch, d.h. über die Gemeinschaft begründet. Eine kritische Diskussion der Kernthesen schließt die Arbeit ab.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Friedrich A. von Hayek: Freier Markt als Garant individueller Freiheit

1. Der freie Markt und seine Kritiker

2. „Soziale Gerechtigkeit“ gleich Sozialismus?

3. Entlohnung im Spiel der Katallaxie

III. John Rawls: Theorie der Gerechtigkeit

1. Normativität und Kontraktualismus

2. Urzustand („original position“)

3. Zwei Gerechtigkeitsgrundsätze

IV. Die Autonomie der Sphären bei Michael Walzer

1. Die Frage nach dem gerechten Krieg

2. Verteilungsgerechtigkeit

3. Zur Bedeutung der politischen Gemeinschaft

V. Die Gerechtigkeitskonzepte im Vergleich

1. Liberale Staatsmodelle zwischen Minimal- und Wohlfahrtsstaat

2. Anthropologische Annahmen

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit vergleicht die Gerechtigkeitskonzepte von Friedrich A. von Hayek, John Rawls und Michael Walzer. Das Ziel ist die Analyse der unterschiedlichen Ansätze zur Verteilungsgerechtigkeit sowie die Untersuchung der zugrunde liegenden Staatsmodelle und Menschenbilder, um die verschiedenen Perspektiven der politischen Philosophie und Ökonomie auf die soziale Gerechtigkeit kritisch zu beleuchten.

  • Vergleich der Gerechtigkeitskonzepte von Hayek, Rawls und Walzer
  • Analyse des liberalen Staatsmodells im Vergleich zum demokratischen Sozialstaat
  • Rolle des Individuums und anthropologische Grundannahmen
  • Bedeutung der politischen Gemeinschaft vs. Marktlogik
  • Diskussion über Verfahrensgerechtigkeit, Verteilungsgerechtigkeit und komplexe Gleichheit

Auszug aus dem Buch

II. Friedrich A. von Hayek: Freier Markt als Garant individueller Freiheit

Friedrich August von Hayek (1899-1992) war österreichischer Ökonom und einer der wichtigsten Vertreter des Liberalismus im 20. Jahrhundert. Hayek ist ein radikaler Verfechter des freien Marktes. Staatliche Interventionen führen aus seiner Perspektive langfristig zur Abschaffung der Freiheit. Seine Aversion gegen jegliche Form der Intervention geht so weit, dass er bei jedem staatlichen Eingriff in die Marktwirtschaft den Anfang von Sozialismus und Planwirtschaft wittert. Hayeks Denken funktioniert dichotom: Er kennt nur zwei Formen der Markt- und Staatsordnung: Auf der einen Seite gehören für ihn freie Marktwirtschaft, Individualrechte und schwacher Staat zusammen, auf der anderen Seite sieht er staatlichen Interventionismus, Unterdrückung der Individualrechte und Sozialismus. Zwischen diesen beiden Polen gibt es nichts.

Hayek argumentiert in der Tradition der wirtschaftstheoretischen Klassiker Adam Smith und John Locke mit dem Prinzip der unsichtbaren Hand, d.h. er sieht das Marktgeschehen als Resultat unintendierter menschlicher Handlungen. Allein der freie Markt bilde im Preissystem alle relevanten Informationen ab und führe zu sinnvollen Allokationen. Hayek befürwortet deshalb eine starke Einschränkung und präzise Festlegung staatlicher Handlungsmöglichkeiten durch die Verfassung, um die Rechte des Individuums zu schützen. Aufgabe des Staates sei einzig der Schutz des Eigentums und die Durchsetzung privat geschlossener Verträge. Für die Wirtschaftsordnung sei allein ein klarer institutioneller Rahmen notwendig, alles andere könne von den Menschen im Markt selbst organisiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Gerechtigkeitsdebatte und führt in die drei zu behandelnden Ansätze von Hayek, Rawls und Walzer ein.

II. Friedrich A. von Hayek: Freier Markt als Garant individueller Freiheit: Dieses Kapitel erläutert Hayeks radikal liberale Marktposition und seine strikte Ablehnung des Begriffs der sozialen Gerechtigkeit zugunsten einer spontanen Marktordnung.

III. John Rawls: Theorie der Gerechtigkeit: Dieses Kapitel stellt Rawls' Vertragstheorie sowie sein Gedankenexperiment des Urzustands und die daraus resultierenden zwei Gerechtigkeitsgrundsätze vor.

IV. Die Autonomie der Sphären bei Michael Walzer: Dieses Kapitel behandelt Walzers Konzept der komplexen Gleichheit und die Bedeutung der politischen Gemeinschaft für die Verteilung sozialer Güter.

V. Die Gerechtigkeitskonzepte im Vergleich: Das Schlusskapitel vergleicht die Ansätze hinsichtlich der Rolle des Staates sowie der zugrunde liegenden Menschenbilder und diskutiert deren Kernthesen kritisch.

Schlüsselwörter

Soziale Gerechtigkeit, Friedrich A. von Hayek, John Rawls, Michael Walzer, Liberalismus, Kommunitarismus, Verteilungsgerechtigkeit, Marktordnung, Urzustand, komplexe Gleichheit, politische Gemeinschaft, Freiheit, Differenzprinzip, Sozialstaat, Rechtsstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht und vergleicht die Gerechtigkeitskonzepte dreier einflussreicher Denker – Hayek, Rawls und Walzer – im Spannungsfeld zwischen Philosophie und Ökonomie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle des Staates, das Verhältnis von Markt und individueller Freiheit, Verfahrens- vs. Ergebnisgerechtigkeit und das Menschenbild hinter den Theorien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist ein systematischer Vergleich der Ansätze, um die unterschiedlichen normativen Grundlagen und praktischen Implikationen für eine gerechte Gesellschaftsordnung herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse politischer Theorien unter Heranziehung von Kriterien wie der Rolle des Staates und anthropologischen Annahmen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die drei Positionen einzeln: Hayeks Marktfreiheit, Rawls' Theorie der Gerechtigkeit als Fairness und Walzers kommunitaristische Sphären-Theorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören soziale Gerechtigkeit, Marktwirtschaft, Urzustand, komplexe Gleichheit und Individualismus.

Wie unterscheidet Walzer seine Gerechtigkeitstheorie von Hayek?

Während Hayek den freien Markt als Garant individueller Freiheit sieht, betont Walzer die Notwendigkeit, durch die Trennung von gesellschaftlichen Sphären Machtmissbrauch zu verhindern.

Warum wird Rawls' Urzustand kritisiert?

Kritiker wie Ingeborg Maus werfen Rawls eine tautologische Implikation vor, da das Ergebnis der Gerechtigkeitsprinzipien bereits in der Konstruktion der fairen Entscheidungssituation angelegt sei.

Wie steht Hayek zur sozialen Absicherung?

Obwohl Hayek strikt gegen staatliche Eingriffe ist, räumt er überraschend ein, dass ein staatlich gewährtes Mindesteinkommen zum Schutz vor schwerer Not in einer freien Gesellschaft vertretbar sein könnte.

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Details

Title
Soziale Gerechtigkeit zwischen Philosophie und Ökonomie - Die Gerechtigkeitskonzepte von Hayek, Rawls und Walzer im Vergleich
College
University of Freiburg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Grade
1,0
Author
Susanne Fohler (Author)
Publication Year
2006
Pages
32
Catalog Number
V75691
ISBN (eBook)
9783638755795
Language
German
Tags
Soziale Gerechtigkeit Philosophie Gerechtigkeitskonzepte Hayek Rawls Walzer Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Fohler (Author), 2006, Soziale Gerechtigkeit zwischen Philosophie und Ökonomie - Die Gerechtigkeitskonzepte von Hayek, Rawls und Walzer im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75691
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