Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention

Der Bedarf an psychosozialer Begleitung bei Patientinnen mit Mammakarzinom

Eine postoperative Patientinnen-Befragung zur psychischen Belastung und Gestaltung von Unterstützungsangeboten

Title: Der Bedarf an psychosozialer Begleitung bei Patientinnen mit Mammakarzinom

Diploma Thesis , 2007 , 101 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl. Pädagoge, Dipl. Psychologe Norbert Schäffeler (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Diagnose Brustkrebs stellt für alle Betroffenen eine äußerst belastende Situation dar. Viele der Patientinnen leiden im Laufe ihrer Erkrankung unter komorbiden psychischen Störungen (v.a. Ängste, Depression und Anpassungsstörungen), die bei etwa einem Drittel behandlungsbedürftig sind. Das Ausmaß der Störungen wird von den behandelnden Ärzten aber eher unterschätzt und nur wenige der Frauen nehmen psychosoziale Begleitangebote in Anspruch.
Ziel der vorliegenden Studie ist es, den Wunsch nach psychosozialer Begleitung von Frauen mit Mammakarzinom in Zusammenhang mit psychischen Belastungen sowie ihre Vorstellungen zur Gestaltung von Unterstützungsangeboten zu untersuchen. Können die Frauen mit psychischen Belastungen, die eine Begleitung wünschen, mit Hilfe von Screening-Fragebögen identifiziert werden? Wie sollten nach Ansicht dieser Frauen psychosoziale Begleitangebote gestaltet werden?
Dazu wurden insgesamt N=115 Frauen hinsichtlich ihrer psychischen Belastung befragt, die aufgrund ihrer Brustkrebs-Erkrankung zur primären Operation in der Tübinger Frauenklinik waren. N=67 Frauen nahmen zusätzlich im zeitlichen Abstand von 4-6 Wochen nach ihrem Klinikaufenthalt an einem Telefoninterview teil.
Bei den eingesetzten Screening-Instrumenten (Hospital Anxiety and Depression Scale–HADS-D, Gesundheitsfragebogen für Patienten–PHQ-D) wiesen insgesamt 22% (HADS-D) bzw. 58% (PHQ-D) der Frauen auffällige Werte im Bereich Depression und 49% im Bereich Angst auf, 24% zeigten auffällige Werte hinsichtlich einer Panikattacke bzw. Panikstörung.
Insgesamt 41% (n=47) der Frauen äußerten zunächst in der Klinik einen Wunsch nach psychosozialer Begleitung, der von n=27 Frauen nach 4-6 Wochen im Telefoninterview bestätigt wurde (konstanter Wunsch). Diese Frauen mit konstantem Wunsch fallen durch eine doppelte Belastung auf den Skalen Depression und Angst/ Panik auf.
Alle Frauen, die im Telefoninterview ein Angebot wünschten, wiesen im Screening signifikant höhere Werte auf und gaben höhere körperliche und psychische Belastungen an. Der Wunsch scheint von medizinischen Charakteristika der Erkrankung unabhängig zu sein.
Weder kann das Screening diejenigen Patientinnen zuverlässig identifizieren, die ein Begleitangebot wünschen, noch reicht der subjektive Wunsch nach psychosozialer Begleitung allein aus, um alle belasteten Frauen zu erkennen. Dennoch ist er deutlich aussagekräftiger als vielfach angenommen wird und identifiziert die meisten der belasteten Frauen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Einleitung

Kapitel 2: Medizinische Grundlagen und Therapie des Mammakarzinoms

2.1 Diagnose

2.2 Klassifikation des Tumors

2.3 Medizinische Therapie

2.3.1 Operative Therapie

2.3.2 Adjuvante Therapien: Chemotherapie

2.3.3 Adjuvante Therapien: Endokrine Therapie

2.3.4 Adjuvante Therapien: Radiotherapie

2.3.5 Rekonstruktion/ Wiederaufbau

2.3.6 Nachsorge

2.3.7 Rehabilitation

Kapitel 3: Psychopathologische Komorbidität bei Brustkrebs

3.1 Häufige Störungsbilder bei Mammakarzinom

3.1.1 Depression

3.1.2 Angststörungen

3.1.3 Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD)

3.1.4 Anpassungsstörungen

3.2 Bedarfserhebung durch Screening und Diagnostik

3.3 Prädiktoren für psychische Morbidität bei Brustkrebspatientinnen

3.4 Krankheitsverarbeitung

3.5 Gestaltung therapeutischer Angebote

3.5.1 Ziele und Inhalte therapeutischer Angebote

3.5.2 Zeitpunkt therapeutischer Angebote

3.5.3 Akzeptanz und Inanspruchnahme therapeutischer Angebote

3.5.4 Wirksamkeit therapeutischer Begleitangebote

Kapitel 4: Zielsetzung und Fragestellungen

Kapitel 5: Methodik

5.1 Datenerhebung

5.2 Fragebogen

5.3 Telefoninterview

5.4 Ergänzende medizinische Informationen

5.5 Auswertung der Daten

Kapitel 6: Ergebnisse

6.1 Beschreibung der Telefonstichprobe

6.1.1 Demographische Daten der Telefonstichprobe

6.1.2 Medizinische Daten

6.1.3 Psychologische Daten

6.1.4 Unterschiede zwischen Telefonstichprobe und Fragebogenstichprobe

6.2 Reihenfolgeeffekt der Screeninginstrumente

6.3 Unterschiede nach Zeitpunkt der Befragung

6.4 Wunsch nach psychosozialer Begleitung

6.4.1 Konstanz des Wunsches über den Untersuchungszeitraum

6.4.2 Unterschiede aufgrund psychischer Belastungen

6.4.3 Unterschiede aufgrund medizinischer Charakteristika und körperlicher Belastungen

6.5 Wie soll ein bedarfsgerechtes psychosoziales Angebot nach Ansicht der Patientinnen aussehen?

6.5.1 Gewünschter Zeitpunkt des Beratungsangebotes

6.5.2 Themen des Beratungsangebotes

6.5.3 Form der Begleitung

6.5.4 Ansprechpartner

6.5.5 Bewältigungsressourcen

Kapitel 7: Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die explorative Pilotstudie untersucht den Wunsch von Brustkrebspatientinnen nach psychosozialen Unterstützungsangeboten und deren Zusammenhang mit der tatsächlichen psychischen Belastung, gemessen durch standardisierte Screening-Fragebögen (HADS-D, PHQ-D), um eine bedarfsgerechte Versorgungsgestaltung zu ermöglichen.

  • Erfassung des Wunsches nach psychosozialer Begleitung bei Patientinnen.
  • Prüfung der Reliabilität des subjektiven Wunsches durch Screening-Ergebnisse.
  • Untersuchung des Verlaufs des Begleitungswunsches im zeitlichen Abstand zur Diagnose.
  • Analyse der Patienten-Vorstellungen zur optimalen Gestaltung und Akzeptanz psychosozialer Angebote.
  • Identifikation relevanter Einflussfaktoren (psychisch und medizinisch) auf den Betreuungsbedarf.

Auszug aus dem Buch

Kapitel 1: Einleitung

Die Diagnose Brustkrebs stellt für alle Betroffenen eine äußerst belastende Situation dar. Zur existentiellen Angst vor der potentiell tödlichen Erkrankung kommen häufig Ängste vor körperlicher Entstellung durch eine eventuelle Amputation der Brust sowie damit verbundene Ängste vor Verlust sexueller Attraktivität oder Libidoverlust hinzu. Bis zu einem Drittel der Frauen entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung behandlungsbedürftige komorbide psychopathologische Auffälligkeiten. Depression, Angststörungen und Anpassungsstörungen stellen die häufigsten komorbiden psychischen Erkrankungen dar, die zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität führen können. Dennoch wird bislang eher selten von Seiten der behandelnden Ärzte ein psychologisches Begleitangebot vermittelt. Einerseits fokussiert die Versorgung im Akutkrankenhaus auf die medizinische Therapie, andererseits wird das Ausmaß komorbider psychischer Störungen von Seiten der behandelnden Ärzte überwiegend unterschätzt. Es gibt bislang zwar einige wenige Leitlinien und Konzepte zur Integration psychotherapeutischer Angebote in den medizinischen Therapieverlauf. Diese erscheinen jedoch für die Praxis noch nicht als ausreichend. Auch in der Akzeptanz der vorgehaltenen Angebote zeigen sich Schwierigkeiten: Nur wenige der Frauen, die ihren Wunsch nach Unterstützung ausdrückten, nehmen entsprechende Angebote wahr.

Ziel dieser explorativen Pilotstudie ist es, den Wunsch betroffener Frauen nach psychosozialen Unterstützungsangeboten genauer zu untersuchen. Es wird mit Hilfe zweier Screening-Fragebögen (Hospital Anxiety and Depression Scale – HADS-D, Gesundheitsfragebogen für Patienten – PHQ-D) geprüft, ob sich die Frauen gemäß ihres Wunsches nach Begleitangeboten in ihrer psychischen Belastung unterscheiden. Damit verbunden ist die Frage nach der Zuverlässigkeit bzw. Aussagekraft des subjektiven Wunsches: Es wird untersucht, ob diejenigen Frauen, die ein Begleitangebot wünschen, dieses aus fachlicher Sicht auf der Grundlage der Screening-Ergebnisse auch benötigen. Oder anders formuliert: Entscheiden sich die Frauen aufgrund der selbst wahrgenommenen Belastung auch aus fachlicher Sicht entsprechend der Screening-Ergebnisse passend für oder gegen ein Unterstützungsangebot? Weiter wird dargestellt, wie viele der Frauen, die im Krankenhaus ein Begleitangebot wünschen, diesen Wunsch auch 4-6 Wochen nach ihrem Klinikaufenthalt noch äußern. Es wird geprüft, ob diese Gruppe von Frauen mit konstantem Wunsch nach psychosozialen Begleitangeboten anhand ihrer Screening-Werte identifiziert werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1: Einleitung: Die Arbeit führt in die psychische Belastung bei Brustkrebs ein und definiert das Ziel, den Wunsch nach psychosozialer Unterstützung explorativ zu analysieren.

Kapitel 2: Medizinische Grundlagen und Therapie des Mammakarzinoms: Dieses Kapitel erläutert medizinische Aspekte, von der Tumorklassifikation und Diagnostik bis hin zu operativen und adjuvanten Therapieformen sowie der Nachsorge.

Kapitel 3: Psychopathologische Komorbidität bei Brustkrebs: Hier werden häufige psychische Störungen wie Depressionen und Angststörungen sowie Konzepte zur Krankheitsverarbeitung und zur Gestaltung therapeutischer Angebote dargestellt.

Kapitel 4: Zielsetzung und Fragestellungen: Die spezifischen Forschungsfragen zum Wunsch nach Begleitung und deren Übereinstimmung mit dem diagnostizierten Bedarf werden detailliert formuliert.

Kapitel 5: Methodik: Es wird die Durchführung der Fragebogenstudie und der Telefoninterviews an der Tübinger Frauenklinik einschließlich der verwendeten Messinstrumente beschrieben.

Kapitel 6: Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren deskriptive Daten zur Stichprobe, Screening-Analysen, die Entwicklung des Patientenwunsches im Zeitverlauf und die Patientenanforderungen an psychosoziale Angebote.

Kapitel 7: Diskussion: Die Befunde werden interpretiert, kritisch gewürdigt und Empfehlungen für die Integration psychosozialer Begleitung in den klinischen Alltag gegeben.

Schlüsselwörter

Mammakarzinom, Brustkrebs, psychosoziale Begleitung, Depression, Angststörung, Psychoonkologie, Screening, HADS-D, PHQ-D, Krankheitsverarbeitung, Patientenwunsch, Therapiebegleitung, Bedarfserhebung, psychische Belastung, Versorgungsqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den psychosozialen Betreuungsbedarf von Patientinnen mit Mammakarzinom und gleicht diesen Wunsch mit den Ergebnissen psychologischer Screening-Verfahren ab.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die psychische Belastung bei Brustkrebs, die Akzeptanz und Inanspruchnahme psychosozialer Angebote sowie die Frage, wie eine optimale Unterstützung in den medizinischen Ablauf integriert werden kann.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Aussagekraft des subjektiven Wunsches nach psychosozialer Begleitung zu prüfen und zu klären, ob dieser Wunsch mit dem tatsächlichen psychischen Belastungsgrad (gemessen durch HADS-D und PHQ-D) korreliert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine explorative Querschnittstudie, die quantitative Daten aus Fragebögen während des Klinikaufenthalts mit einer telefonischen Nachbefragung nach 4-6 Wochen kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die medizinische Grundlagenvermittlung, eine theoretische Aufarbeitung der psychischen Komorbidität sowie die methodische Vorgehensweise und detaillierte Ergebnisdarstellung der Pilotstudie.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind Mammakarzinom, psychosoziale Begleitung, Psychoonkologie, Screening-Instrumente (HADS-D, PHQ-D) und Krankheitsverarbeitung.

Wie unterscheidet sich der Wunsch nach Begleitung im Zeitverlauf?

Die Studie zeigt, dass ein Teil der Patientinnen den Wunsch nach Begleitung über die Zeit aufrechterhält (konstanter Wunsch), während andere nach anfänglichem Wunsch kein weiteres Interesse bekunden.

Welche Bedeutung haben die Screening-Werte für die Betreuungsentscheidung?

Die Arbeit stellt fest, dass Screening-Instrumente allein nicht ausreichen, um den Betreuungsbedarf zu identifizieren, sondern eine Kombination aus subjektivem Wunsch und objektivem Screening-Befund am aussagekräftigsten ist.

Excerpt out of 101 pages  - scroll top

Details

Title
Der Bedarf an psychosozialer Begleitung bei Patientinnen mit Mammakarzinom
Subtitle
Eine postoperative Patientinnen-Befragung zur psychischen Belastung und Gestaltung von Unterstützungsangeboten
College
University of Tubingen  (Psychologisches Institut)
Grade
1,0
Author
Dipl. Pädagoge, Dipl. Psychologe Norbert Schäffeler (Author)
Publication Year
2007
Pages
101
Catalog Number
V75699
ISBN (eBook)
9783638722360
ISBN (Book)
9783656567172
Language
German
Tags
Bedarf Begleitung Patientinnen Mammakarzinom
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Pädagoge, Dipl. Psychologe Norbert Schäffeler (Author), 2007, Der Bedarf an psychosozialer Begleitung bei Patientinnen mit Mammakarzinom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75699
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  101  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint