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Auffälliges Verhalten eines im Wohnheim lebenden Menschen mit Behinderung im mittleren bzw. hohen Alter (inkl. Falldarstellung)

Title: Auffälliges Verhalten eines im Wohnheim lebenden Menschen mit Behinderung im mittleren bzw. hohen  Alter (inkl. Falldarstellung)

Term Paper , 2006 , 27 Pages

Autor:in: Désirée Schmidt (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

Um mich dem pädagogischen Fallverstehen zu nähern, werde ich in den folgenden Kapiteln die für mich relevanten Themen zum Fall R. erläutern. Mein Ziel ist es das Verhalten von R. im Hinblick auf seine Gesamtsituation zu verstehen. Zu seiner Gesamtsituation bzw. zu seinem Zustand gehört zum einen seine geistige und körperliche Behinderung, das Leben bzw. Wohnen im Heim, das Heimweh als Ausdruck von einem scheinbar unvorbereiteten Ablösungsprozess von den Eltern und sein Alter mit den damit einhergehenden Bedürfnissen bzw. Veränderungen.
In den nächsten Kapiteln werde ich zum einen darauf eingehen, was es für Gründe gibt, warum Menschen mit Behinderung im Heim leben und die Institution eine Notwendigkeit für sie hat. Außer dem Konzept des Wohnheims werde ich noch auf andere Wohnformen für Menschen mit Behinderung und auf die Bedeutung von Wohnen eingehen. Zum anderen möchte ich gerne den Prozess der Ablösung vom Elternhaus als eine der Entwicklungsaufgaben von Menschen mit und ohne Behinderung, um autonom und erwachsen zu werden, erläutern sowie auf Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung im Alter eingehen.
Abschließend werde ich versuchen den Fall R. zu verstehen, einzuschätzen und zu bewerten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Falldarstellung: „Fall R.“

1.1 Beschreibungen von Szenen, Handlungen, Interaktionen

2 Ansätze zum pädagogischen Fallverstehen

3 Auffälliges Verhalten

4 Leben im Heim

4.1 Die Notwendigkeit von Institutionen für Menschen mit Behinderung

4.2 Das Konzept des Wohnheims

4.3 Wohnformen von Menschen mit Behinderung

4.4 Bedeutung von Wohnen für Menschen mit Behinderung

4.5 Ablösung vom Elternhaus als Entwicklungsaufgabe - Einzug ins Heim

5 Menschen mit Behinderung im mittleren bzw. hohen Alter

5.1 Kommunikation

5.2 Bedeutung von Ernährung

6 Schlussbewertung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das auffällige Verhalten eines 52-jährigen Mannes mit Behinderung in einem Wohnheim unter Berücksichtigung seiner Gesamtsituation zu verstehen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie sich die Ablösung vom Elternhaus und die Einbettung in ein institutionelles Lebensumfeld auf die psychische Verfassung und das Verhalten des Klienten auswirken.

  • Pädagogisches Fallverstehen von auffälligem Verhalten
  • Strukturelle Bedeutung des Wohnens für Menschen mit Behinderung
  • Prozesse der Ablösung vom Elternhaus als Entwicklungsaufgabe
  • Herausforderungen des Alterns im Kontext von Wohneinrichtungen
  • Zusammenhang zwischen Kommunikation, Ernährung und psychischem Wohlbefinden

Auszug aus dem Buch

1.1 Beschreibungen von Szenen, Handlungen, Interaktionen

Am Anfang meines Praktikums habe ich R. als den „stillen Beobachter“ definiert. Er kam aus der Tagesstätte für Senioren heim und brachte seine Sachen in sein Zimmer, ging auf Toilette, bat um Hilfe und setzte sich dann an den Tisch ins Wohnzimmer. Da saß er vor seinem Becher mit Strohalm, gefüllt mit Wasser oder Tee. Er beobachtete die Vorgänge im Wohnzimmer und mich, als Neue im Aufenthaltsraum. Außer ja und nein sagte er nicht weiter viel. Ich sprach ganz normal mit ihm. R. hatte nur die Themen Wetter und Kopfweh. Dazu erzählt er mir noch, dass er eine Runde fahren will, damit meinte er Einkaufen gehen oder einfach mal in den Bus setzen und wohin fahren. R. weinte viel, er sagt er schläft gar nicht und hat Heimweh.

Oft saß er auf seinem Stuhl und verzog keine Miene, beobachtet aber was die Anderen taten. Er fügte sich nicht wirklich in die Geselligkeit ein. Als ich ihn das erste Mal alleine pflegte, war mir dabei etwas mulmig, da er nicht viel Sprach und ich Angst hatte etwas falsch zu machen. R. verstand alles, was ich ihn fragte und gab mir auch kurze Antworten bzw. körpersprachliche Antworten. In Gesprächen in der abendlichen Pflege erfuhr ich immer mehr von ihm, z.B. dass er nicht damit klar kommt, dass er nicht richtig laufen, essen und sprechen konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

Falldarstellung: „Fall R.“: Vorstellung der Lebenssituation des 52-jährigen Klienten R., seiner körperlichen Einschränkungen sowie der Herausforderungen durch den Einzug ins Wohnheim.

Ansätze zum pädagogischen Fallverstehen: Erläuterung der methodischen Zielsetzung, das Verhalten von R. im Kontext seiner Gesamtbiografie und seiner Behinderung zu analysieren.

Auffälliges Verhalten: Diskussion möglicher Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten, wie mangelnde Bedürfnisentwicklung, unzureichende Kommunikationsmittel und die soziale Abhängigkeit im Gruppenleben.

Leben im Heim: Analyse der Notwendigkeit von Institutionen, des Wohnheimkonzepts sowie der zentralen Bedeutung des Wohnens und der Ablösung vom Elternhaus als essenzielle Entwicklungsaufgabe.

Menschen mit Behinderung im mittleren bzw. hohen Alter: Betrachtung der besonderen Bedürfnisse älterer Menschen mit Behinderung sowie die Bedeutung von Kommunikation und Ernährung für deren Lebensqualität.

Schlussbewertung: Kritische Einschätzung der Gesamtsituation von R., Einordnung seines Verhaltens als Adoleszenzkrise und Reflexion über alternative, unterstützende Wohnkonzepte.

Schlüsselwörter

Falldarstellung, Menschen mit Behinderung, Wohnheim, pädagogisches Fallverstehen, auffälliges Verhalten, Ablösungsprozess, Entwicklungsaufgabe, Institution, soziale Abhängigkeit, Altern, Kommunikation, Ernährung, Depression, Autonomie, Selbstbestimmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert anhand einer Falldarstellung, wie ein Mensch mit Behinderung im mittleren Alter mit der Umstellung auf ein Leben in einer Wohneinrichtung umgeht und welche Verhaltensauffälligkeiten dabei auftreten.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Im Fokus stehen die Themen Wohnen, das Altern von Menschen mit Behinderung, die psychologische Bedeutung der Ablösung vom Elternhaus sowie die pädagogische Gestaltung des Gruppenlebens.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den Ursachen für die Verhaltensauffälligkeiten von R. und untersucht, inwieweit diese durch den unvorbereiteten Ablösungsprozess und die institutionellen Rahmenbedingungen bedingt sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein pädagogischer Ansatz zum Fallverstehen angewandt, der biographische Aspekte und entwicklungspsychologische Theorien verknüpft, um das Handeln des Klienten zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Wohnformen und Entwicklungsaufgaben sowie die spezifische Betrachtung der Situation von Menschen mit Behinderung im Alter.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Die zentralen Begriffe sind institutionelles Wohnen, Adoleszenzkrise, Selbstbestimmung, soziale Abhängigkeit und das Bedürfnis nach Normalisierung.

Welche Rolle spielt die Ernährung im beschriebenen Fall?

Ernährung dient in der Arbeit nicht nur der Energiezufuhr, sondern wird als wichtiger Baustein der Tagesstruktur und als Indikator für den psychischen Zustand (Essstörungen als Kommunikationsform) des Klienten diskutiert.

Warum wird der "Fall R." als Adoleszenzkrise interpretiert?

Da R. eine späte Trennung vom Elternhaus erfährt und seine Bewältigungsstrategien einer Entwicklungsphase von Jugendlichen entsprechen, wird sein Verhalten als eine verzögerte Auseinandersetzung mit Ablösung und Autonomie gedeutet.

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Details

Title
Auffälliges Verhalten eines im Wohnheim lebenden Menschen mit Behinderung im mittleren bzw. hohen Alter (inkl. Falldarstellung)
College
University of Frankfurt (Main)  (Allg. Erziehungswissenschaften)
Course
Professionelles Handeln in sonderpäd. Feldern
Author
Désirée Schmidt (Author)
Publication Year
2006
Pages
27
Catalog Number
V75815
ISBN (eBook)
9783638738545
ISBN (Book)
9783640319596
Language
German
Tags
Auffälliges Verhalten Wohnheim Menschen Behinderung Alter Falldarstellung) Professionelles Handeln Feldern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Désirée Schmidt (Author), 2006, Auffälliges Verhalten eines im Wohnheim lebenden Menschen mit Behinderung im mittleren bzw. hohen Alter (inkl. Falldarstellung), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75815
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