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Die Judenverfolgung in Frankreich während der Zeit der Kollaboration mit Deutschland 1940 – 1944

Title: Die Judenverfolgung in Frankreich während der Zeit der Kollaboration mit Deutschland 1940 – 1944

Seminar Paper , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stephanie Machate (Author)

French Studies - Culture
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Während des zweiten Weltkrieges gelangte Frankreich zunächst teilweise, und nach November 1942 schließlich komplett, unter deutsche Besatzung. Der nördliche Teil Frankreichs wurde vollständig den deutschen Besatzern unterstellt, wohingegen das südliche Frankreich eine weitestgehend selbstständige Regierung in dem Kurort Vichy herausbilden konnte. Die erst in den 70er Jahren –durch die Öffnung der französischen Archive- publik gewordene Zusammenarbeit des Vichy-Regimes mit dem nationalsozialistischen Deutschland umfasst weitgreifende Bereiche. Auffällig ist vor allen Dingen, dass sich die Regierung von Vichy um politischen Kontakt zum Reich bemüht, Deutschland aber erstaunlich reserviert gegenüber den französischen Initiativen bleibt.
Im Folgenden soll sich aber auf die Kollaboration bezüglich der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung Frankreichs konzentriert werden. Da die französische Polizei einen großen Anteil an der Judenverfolgung hatte, bleibt es unvermeidlich, auch ihre Rolle in gewissen Aspekten zu untersuchen. Des Weiteren stellt sich die Frage, ob -in Bezug auf antisemitische Maßnahmen in Frankreich- überhaupt von einer wirklichen Kollaboration zu reden ist, oder ob diese nicht eher auf den Druck durch die deutsche Besatzungsmacht zurückzuführen sind; dass aber letztendlich zehntausende von Juden deportiert wurden, ist unleugbar. Um diese Fragen beantworten zu können, muss zunächst die Situation in Frankreich zu der Zeit vor der deutschen Besatzung betrachtet werden: Gab es möglicherweise bereits im Vorfeld antijüdische Stimmungen und Tendenzen in der französischen Gesellschaft, so dass eine Basis für das rassistische Gedankengut Nazi-Deutschlands von Beginn an vorhanden war?
In der nun folgenden Untersuchung soll herausgefunden werden, ob eine Zusammenarbeit mit Deutschland nur zum Schein erfolgte um zumindest einen Teil der jüdischen Bevölkerung zu schützen, oder aber, ob vor allem das Vichy-Regime selbst Gründe für eine „Säuberung“ des Landes von Juden sah. Da die Vichyregierung größtenteils von Deutschland unabhängig war, lässt sich daraus schließen, dass die dort gefällten Entscheidungen und Beschlüsse durchaus auf „freiwilliger“ Basis erfolgten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Akzeptanz der Deutschen Judenpolitik

II.1. Bedingungen in Frankreich vor der Okkupation durch die Deutschen

II.2. Ursachen für die willige Beteiligung und Akzeptanz der deutschen antijüdischen Politik

III. Antijüdische Maßnahmen unter der Beteiligung Französischer Behörden

III.1. Allgemeine Charakteristika der Judenpolitik in Frankreich

III.2. Judenpolitik in Frankreich bis zur Wannseekonferenz 1942

III.2.1. Das Judenstatut und dessen Auswirkungen in der Okkupierten Zone

III.2.2. Das Judenstatut in der Zone der Vichy-Regierung

III.2.3. Weitere Maßnahmen bis Januar 1942

III.3. Radikalisierung der antijüdischen Politik nach der Wannseekonferenz

III.4. Ausweitung der Antisemitischen Maßnahmen auf Französische Juden

III.5. Versuch des Rückzugs der Französischen Regierung in der Antisemitischen Politik

IV. Ein Beispiel: Die Deportation der Juden aus Marseille

V. Zusammenfassung

V.1. Zahlen der Judendeportation

Frankreichs Beitrag zur Judenverfolgung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Kollaboration des französischen Vichy-Regimes bei der Verfolgung und Deportation der jüdischen Bevölkerung während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg, wobei insbesondere die Frage der freiwilligen Beteiligung und der Rolle französischer Behörden im Vordergrund steht.

  • Die gesellschaftlichen Bedingungen und der Antisemitismus in Frankreich vor der Okkupation.
  • Die strukturelle Zusammenarbeit zwischen deutschen Besatzungsbehörden und der Vichy-Regierung.
  • Die schrittweise Radikalisierung der antijüdischen Gesetzgebung und Maßnahmen.
  • Die Rolle der französischen Polizei bei Razzien und Deportationen, beispielhaft dargestellt am Fall Marseille.
  • Die Analyse der Handlungsspielräume und der Mitschuld der französischen Regierung.

Auszug aus dem Buch

III.2.2. Das Judenstatut in der Zone der Vichy-Regierung

Lange bevor entsprechende Maßnahmen durch die deutschen Behörden überhaupt gefordert wurden, erließ die Vichy-Regierung Ende des Monats Juli im Jahr 1940 erste antisemitische Gesetze (Kletzin 221). Erstaunlich war auch, dass in der unbesetzten Zone auch bereits am 03. Oktober 1940 ein Judenstatut verabschiedet wurde (Weisberg 39). Dieses Statut unterschied sich von dem deutschen insofern, dass es sogar noch strikter war und einen größeren Teil der Bevölkerung zu den Juden zählte. So gehörten bereits Menschen zu den Juden, die nur zwei Großeltern mit jüdischem Glauben hatten beziehungsweise deren Ehepartner jüdisch war (Weisberg 39). Diese Einteilung ging sogar über die der deutschen hinaus, galt aber vorerst nur in der Zone der Vichy-Regierung.

Vor allem die wirtschaftliche Entrechtung stimmte mit den Bemühungen des Vichy-Regimes überein, die Wirtschaft im französischen Sinne zu „arisieren“. Die Verantwortung für die Durchführung dieser Maßnahmen wurden entsprechend dem bereits genannten Konzept de französischen Behörden überlassen (Meyer 20).

Interessanterweise wurde das Judenstatut am 02. Juni 1941 nochmals abgeändert, so dass es schließlich noch strikter wurde. Erstmals fielen auch „Mischlinge“ unter den Begriff „Jude“ und die Menschen, die einen Juden heirateten (Weisberg). Erstmals explizit erwähnt wurde auch, dass es egal ist, ob man wirklich dem jüdischen Glauben angehörte; solange man die Bedingungen des Statuts vom 03. Oktober 1940 beziehungsweise die vom 02. Juni 1941 erfüllte, gehörte man zu den Juden (Weisberg 59). Durch diese Ausdehnung des Judenbegriffs zählten von da an weit mehr Personen zur jüdischen Bevölkerung, als Nazi-Deutschland beabsichtigt hatte. Dieses Statut sollte auf Wunsch der Vichy-Regierung auch in der besetzten Zone eingeführt werden (Weisberg 42).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ausgangslage der deutschen Besatzung Frankreichs ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der Art und Freiwilligkeit der Kollaboration bei der Judenverfolgung.

II. Akzeptanz der Deutschen Judenpolitik: Dieses Kapitel analysiert die fremdenfeindlichen Tendenzen im Frankreich der 1930er Jahre und beleuchtet die Ursachen für die willige Unterstützung der deutschen antijüdischen Politik durch Vichy.

III. Antijüdische Maßnahmen unter der Beteiligung Französischer Behörden: Hier wird die systematische Radikalisierung der antisemitischen Gesetzgebung, der Einfluss der Wannseekonferenz sowie der administrative Beitrag französischer Stellen detailliert dargestellt.

IV. Ein Beispiel: Die Deportation der Juden aus Marseille: Dieser Abschnitt illustriert die praktische Durchführung der Verfolgung anhand des spezifischen Falls der Hafenstadt Marseille unter Besatzung.

V. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung wertet die Ergebnisse über die Deportationszahlen aus und zieht ein Fazit zur Mitschuld des französischen Staates und seiner Sicherheitsorgane.

Schlüsselwörter

Frankreich, Vichy-Regime, Judenverfolgung, Kollaboration, Antisemitismus, Deportation, Holocaust, Zweiter Weltkrieg, Okkupation, Judenstatut, Vichy-Frankreich, Französische Polizei, Konzentrationslager, Arisierung, Widerstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Ausmaß und die Hintergründe der Kollaboration des Vichy-Regimes mit dem nationalsozialistischen Deutschland bei der Verfolgung und Deportation der jüdischen Bevölkerung in Frankreich zwischen 1940 und 1944.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es herauszufinden, ob die französische Zusammenarbeit nur erzwungen war oder ob das Vichy-Regime auf „freiwilliger“ Basis eigene antisemitische Motive verfolgte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Rolle der französischen Polizei, die antisemitische Gesetzgebung (Judenstatute), die wirtschaftliche Arisierung und die Auswirkungen der deutschen Besatzungspolitik.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Dokumente, diplomatischer Akten sowie einschlägiger historischer Fachliteratur (z.B. von Serge Klarsfeld und Ahlrich Meyer) basiert.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die schrittweise Verschärfung antijüdischer Maßnahmen, die administrative Beteiligung französischer Behörden und das spezifische Fallbeispiel der Razzien in Marseille.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Begriffe wie Kollaboration, Antisemitismus, Deportation, Vichy-Regime und die Bedeutung der Staatsbürgerschaft für das Schicksal der Betroffenen sind zentral.

Wie unterschied sich das französische Judenstatut von dem deutschen?

Das französische Statut von 1940 und die Erweiterung von 1941 waren in Teilen sogar strikter als die deutschen Vorgaben, da sie einen noch größeren Teil der Bevölkerung als „Juden“ definierten, ungeachtet ihrer tatsächlichen Religionszugehörigkeit.

Warum wird die Rolle der französischen Polizei als so kritisch bewertet?

Die Polizei fungierte als wesentliches Exekutivorgan, das die deutschen Deportationspläne organisatorisch erst umsetzbar machte, indem sie Massenverhaftungen durchführte und jüdische Bürger in Internierungslager brachte.

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Details

Title
Die Judenverfolgung in Frankreich während der Zeit der Kollaboration mit Deutschland 1940 – 1944
College
Dresden Technical University
Grade
1,0
Author
Stephanie Machate (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V75831
ISBN (eBook)
9783638801362
ISBN (Book)
9783640259090
Language
German
Tags
Judenverfolgung Frankreich Kollaboration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Machate (Author), 2005, Die Judenverfolgung in Frankreich während der Zeit der Kollaboration mit Deutschland 1940 – 1944, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75831
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