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Die Kirche im Ostblock und ihre Rolle bei der Überwindung des Eisernen Vorhangs - einer Grenze durch Europa

Title: Die Kirche im Ostblock und ihre Rolle bei der Überwindung des Eisernen Vorhangs - einer Grenze durch Europa

Term Paper , 2005 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Mandy Busse (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Summary Excerpt Details

Ich möchte mich in dieser Hausarbeit den „Eisernen Vorhang“, eine Grenze durch Europa näher beleuchten. Einen Schwerpunkt möchte dabei auf die Rolle von Kirche und Glauben im sozialistischen Osten setzen. Ich möchte dazu genauer auf zwei bestimmte Länder des Ostblocks eingehen: Zunächst die DDR, mein Geburtsland und zweitens Polen. Ich habe dieses Land gewählt, weil in keinem anderen (ost-)europäischen Land die Kirche eine solch enorme Bedeutung hat und weil mein Freund in Polen geboren ist und seine ersten neun Lebensjahre dort verbracht hat. Aus diesem Grund erlebe ich täglich, wie unterschiedlich der Einfluss der Kirche auf unsere „sozialistischen“ Kindheiten war: Piotr ist ein gläubiger Katholik, ich bin von Geburt an konfessionslos. Zwar ist dies nichts, was unsere Beziehung ernsthaft „erschüttern“ könnte, es bietet aber zumindest Diskussionsbedarf und wirft Fragen auf.
Warum also spielte in den Nachbarländern DDR und Polen der Glaube eine so unterschiedliche Rolle? Wie gelang es dem Staat in der DDR der Kirche derartig den Einfluss zu rauben? Und warum hat den Glauben in Polen auch im Sozialismus nichts erschüttern können?

Des weiteren möchte ich in dieser Hausarbeit besonders auf die politischen Veränderungen eingehen, die in den 80er Jahren aufkamen und schließlich zur Überwindung des „Eisernen Vorhangs“ in den Jahren ab 1989 führten. Auch dabei möchte ich vor allem die Rolle und den Einfluss der Kirche betrachten, schließlich ist für viele Menschen (und vor allem für die Polen) Karol Wojtyla (Papst Johannes Paul II.) neben Menschen wie Michail Gorbatschow, Lech Walesa oder Helmut Kohl ein Vater der friedlichen Revolution in Europa.

Bevor ich meine Ausführungen mit einem Fazit abschließe, möchte ich einen Blick in die Jetzt-Zeit, beziehungsweise die Zukunft werfen und die Rolle von Kirche und Glauben im „neuen“ Europa betrachten. Auch dieses Thema ist brandaktuell, vor allem in Bezug auf die Europäische Verfassung, die viele Probleme und Fragen aufwirft.
Abschließen möchte ich diese Einleitung mit folgendem Zitat: „Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle.“ (Konrad Adenauer) Dieses Aussage, die Adenauer mehrere Jahrzehnte vor der friedlichen Einigung Europas getroffen hat, scheint mir auch für die heutige Situation noch sehr passend.

Excerpt


Gliederung

1. Einführung

2. Das Verhältnis Kirche - Sozialismus

3. Die unterschiedliche Stellung der Kirche in den sozialistischen Staaten

3.1 Deutsche Demokratische Republik

3.1.1 Die Kirche in der Deutschen Demokratischen Republik

3.1.2 Die Jugendweihe als Mittel zur Entchristianisierung der DDR

3.2 Polen: „Nie damy sie – Wir lassen uns nicht unterkriegen“

3.2.1 Polen in der Geschichte

3.2.2 Kirche und Kommunismus in Polen

4. Die Umwälzungen der 80er Jahren in Polen und Europa

5. Die Kirche im „neuen“ Europa – Heute und Morgen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit untersucht die unterschiedliche Rolle von Kirche und Glaube in der DDR und Polen während der Zeit des Sozialismus sowie deren Einfluss auf die Überwindung des Eisernen Vorhangs ab 1989.

  • Theoretische Auseinandersetzung mit der sozialistischen Kirchenkritik (Marx, Engels, Lenin).
  • Vergleichende Analyse der Situation der Kirche in der DDR und Polen.
  • Untersuchung der Bedeutung der Kirche als zivilgesellschaftlicher Akteur und Widerstandsbewegung.
  • Bewertung des Einflusses religiöser Institutionen auf die friedliche Revolution in Europa.
  • Reflexion über die Rolle von Glaube und Werten im heutigen geeinten Europa.

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Kirche und Kommunismus in Polen

Als Polen 1945 unter die Herrschaft der Kommunisten gelangt, hat es eine fast 1000jährige Geschichte aufzuweisen, in der es immer wieder gegen Fremdherrschaft und Teilung ankämpfen musste. Die Verbundenheit zur katholischen Kirche diente dem Volk oft als Anker in diesen schweren Zeiten. Das Leid und die Unterdrückung des polnischen Volkes wurde und wird oft theologisch interpretiert, als „gekreuzigter Christus der Nationen“ [Kramer, 1990, S.21]. Polens großer Dichter Adam Mickiewicz beschreibt im 19. Jahrhundert die Situation Polens wie folgt: „Und das polnische Volk wurde zu Tode gequält und zu Grabe getragen. Die Könige aber riefen: Wir haben die Freiheit getötet und begraben. Ihr Geschrei war aber Torheit, denn das polnische Volk war nicht gestorben. (...) Am dritten Tage wird die Seele in den Leib zurückkehren, und das Volk wird auferstehen.“ Oft war die polnische Identität in Gefahr, doch vor allem aufgrund des starken katholischen Glaubens hat das Polentum überlebt. „Stets stand die katholische Kirche auf der Seite des Volkes, nie machte sie gemeinsame Sache mit den zahlreichen Unterdrückern der Polen.“ [Kramer, 1990, S.22]

Dies sollte auch in der Zeit des Kommunismus der Fall sein. Während in anderen Nationen des Ostblocks, zum Beispiel der DDR oder der Tschechoslowakei der Einfluss der Kirche immer schwächer wurde, so blieb er in Polen stets gleich stark. Doch auch in Polen wurde die Kirche von Seiten des Staates enorm bekämpft. Der katholischen Kirche wurden in der Nachkriegzeit Rechte und Besitz entzogen, ihre Tätigkeit in den Pfarreien strengstens kontrolliert. Viele Priester und Bischöfe wurden ausgebürgert oder verschleppt. Religion als Schulfach wurde bald abgeschafft, die Kapläne aus der Armee ausgeschlossen, Baugenehmigungen für Kirchen nicht gegeben. Die Bindung der Bevölkerung an die Kirche jedoch stärkte sich [vgl. Zdaniewicz, 2001, S.229-230]. „Die Kirchen waren zum Gottesdienst so voll, dass die Reihe der Stehenden bis durch den Eingang reichte.“, erinnert sich Piotr. Die Kirche nahm also eine Doppelfunktion ein und war nicht nur Gotteshaus, sondern auch ein „Bunker“, der die Menschen vor dem Kommunismus schützen sollte, und sei es nur für die Zeit während der Messen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Autorin erläutert ihr Interesse am Thema, motiviert durch ihre Biografie und das Seminar zur europäischen Grenzziehung, und skizziert den Ländervergleich zwischen DDR und Polen.

2. Das Verhältnis Kirche - Sozialismus: Dieses Kapitel arbeitet die ideologischen Grundlagen der Religionskritik von Marx, Engels und Lenin auf und erklärt das Ziel der sozialistischen Staaten, den Glauben durch Bildung und staatliche Erziehung zu überwinden.

3. Die unterschiedliche Stellung der Kirche in den sozialistischen Staaten: Die Arbeit vergleicht die starke Säkularisierung in der DDR mit der ungebrochenen religiösen Identität Polens.

3.1 Deutsche Demokratische Republik: Hier wird der staatliche Druck, insbesondere durch die Jugendweihe, und der schwindende Einfluss der Kirchen in der DDR detailliert betrachtet.

3.1.1 Die Kirche in der Deutschen Demokratischen Republik: Darstellung der Rolle der Kirche als Nischenakteur und Schutzraum für Widerstand in einer staatlich weitgehend gleichgeschalteten Gesellschaft.

3.1.2 Die Jugendweihe als Mittel zur Entchristianisierung der DDR: Analyse der Jugendweihe als staatliches Instrument zur Verdrängung religiöser Konfirmation und zur politischen Indoktrination.

3.2 Polen: „Nie damy sie – Wir lassen uns nicht unterkriegen“: Einleitung in die polnische Kirchengeschichte, die eng mit dem nationalen Freiheitskampf verknüpft ist.

3.2.1 Polen in der Geschichte: Historischer Abriss über die christliche Prägung Polens als "Bollwerk" gegen äußere Einflüsse und Fremdherrschaft.

3.2.2 Kirche und Kommunismus in Polen: Untersuchung der Doppelfunktion der Kirche in Polen als religiöses Zentrum und gesellschaftlicher Bunker gegen das kommunistische Regime.

4. Die Umwälzungen der 80er Jahren in Polen und Europa: Beleuchtung der Rolle der Solidarnosc und der vermittelnden Funktion der Kirche während der Wendezeit.

5. Die Kirche im „neuen“ Europa – Heute und Morgen: Reflexion über die heutige Relevanz von Glauben und religiösen Werten im Kontext einer säkularisierten europäischen Gesellschaft.

6. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Unterschiede in der religiösen Entwicklung beider Staaten und Ausblick auf die Rolle der Kirche als Brückenbauerin im geeinten Europa.

Schlüsselwörter

Kirche, Sozialismus, DDR, Polen, Eiserner Vorhang, Entchristianisierung, Jugendweihe, Solidarnosc, Karol Wojtyla, Glaube, Katholizismus, Evangelisch, Widerstand, Identität, Europa

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die unterschiedlichen Auswirkungen des Sozialismus auf die Rolle und den Einfluss der Kirche in der DDR und in Polen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Marxismus-Leninismus zu Religion, der Vergleich der Kirchenpolitik in der DDR und Polen sowie der Beitrag religiöser Akteure zum Zusammenbruch des Ostblocks.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu ergründen, warum der Glaube in der DDR massiv an Boden verlor, während er in Polen eine zentrale Stütze der nationalen Identität und des Widerstands blieb.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kulturhistorischen Analyse sowie einem Ländervergleich, gestützt durch Literaturrecherche und die Einbeziehung zeitgeschichtlicher Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die staatliche Kirchenpolitik, den Einfluss der Jugendweihe, die Geschichte des polnischen Katholizismus und die Rolle der Kirche während der politischen Wende ab 1989.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kirche, Sozialismus, DDR, Polen, Widerstand, Eiserner Vorhang und europäische Identität.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Jugendweihe in der DDR von der Firmung in Polen?

Während die Jugendweihe als staatliches Mittel zur bewussten Entchristianisierung und politischen Gängelung der Jugendlichen fungierte, war die religiöse Praxis in Polen ein Zeichen des Widerstands gegen das kommunistische Regime.

Welchen Einfluss hatte Papst Johannes Paul II. auf den Widerstand in Polen?

Durch seinen Besuch 1979 und seine moralische Autorität stärkte er das Selbstbewusstsein der Polen maßgeblich und leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur Organisation der Gewerkschaft Solidarnosc.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Kirche im heutigen Europa?

Die Autorin plädiert dafür, dass Religion nicht als Grenze, sondern als Brücke der Kooperation und Humanität zwischen den verschiedenen Kulturen Europas dienen sollte.

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Details

Title
Die Kirche im Ostblock und ihre Rolle bei der Überwindung des Eisernen Vorhangs - einer Grenze durch Europa
College
University of Erfurt
Grade
1,3
Author
Mandy Busse (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V75884
ISBN (eBook)
9783638808040
Language
German
Tags
Kirche Ostblock Rolle Eisernen Vorhangs Grenze Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mandy Busse (Author), 2005, Die Kirche im Ostblock und ihre Rolle bei der Überwindung des Eisernen Vorhangs - einer Grenze durch Europa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75884
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